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Struktur/Argumentation

Der berühmte rote Faden, die Stringenz der Argumentation. Einsteiger haben es oft schwer, da beim wissenschaftlichen Schreiben die Trauben scheinbar besonders hoch hängen. Stil, Präzision, Textumfang und vieles mehr können Furcht einflößen. Die gelesenen Texte aus dem Wissenschaftsbetrieb tun mitsamt ihrer Komplexität ihr Übriges.

Auf zwei Ebenen wollen wir Hinweise geben, wie ein wissenschaftlicher Text gebaut bzw. strukturiert sein kann oder sollte. Einerseits geht es um die Gliederung bzw. den Inhalt insgesamt, andererseits um die Argumentationsstruktur auf Textebene, wo Absätze und Abschnitte als Einheiten strukturellen Halt bieten können. Die Anmerkungen zum Paragraphing, das vorrangig im englischen Sprachraum von Bedeutung ist, brechen das Thema auf die Ebene eines Absatzes herunter, und die Hinweise zu logischen Fehlschlüssen sollen helfen, stringent zu argumentieren. Ganz allgemein kann man sich an einem idealtypischen Forschungskreislauf orientieren.

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Hier noch eine weitere Abbildung, die den idealen (oder phantasmatischen) Fortschritt bedenkt.

Eine Anmerkung prinzipieller Natur noch vorweg: Der Kunst des Weglassens kommt besondere Bedeutung zu. Nicht selten mangelt es wissenschaftlichen Arbeiten (von der Hausarbeit bis zur Dissertation) am nötigen Zuschnitt, also an der Eingrenzung des Themas. Weil der (eigene) Anspruch hoch ist, kann es schnell passieren, dass der Modus „viel hilft viel“ greift und die Texte mit Wissen und Erkenntnissen überfrachtet werden, die bestenfalls am Rande zum Thema gehören. Dies kann dazu führen, dass das Erkenntnisinteresse bzw. die Fragestellung dezentiert wird und sogenannte Textteppiche entstehen. So schwer es auch fallen mag, ein guter wissenschaftlicher Text kreist konsequent um seinen Gegenstand und bezieht nur das ein, was zur Beantwortung der Fragestellung nötig ist.