Funktionswörter

Man unterscheidet zwischen Inhalts- und Funktionswörtern. Zu den Inhaltswörtern zählen Nomen, Verben und Adjektive, die Funktionswörter dagegen sind die „kleinen“ Wörter eines Satzes, also Präpositionen, Konjunktionen, Pronomen etc. Sie sind das Bindemittel des Satzes und unerlässlich, um die Inhaltswörter miteinander zu verbinden und Bedeutung zu generieren. Daher sollten sie auch bewusst eingesetzt werden. Es macht beispielsweise einen großen Unterschied, ob man bei oder mit jemandem schläft. Häufen sich Funktionswörter, müssen sie erst umständlich den jeweiligen Satzgliedern einzeln zugeordnet werden. Dies behindert den Lesefluss und verursacht nicht selten Missverständnisse.

Aufgabenbeschreibung

Die folgenden Satzbeispiele enthalten stilistische Mängel oder Ungenauigkeiten (und sind alle aus Texten, die kurz vor der Publikation noch einmal lektoriert und hier teilweise verfremdet wurden). Im Eingabefeld können Sie sich ausprobieren und die Sätze nach Belieben umbauen. Tipp: Seien Sie bei schwierigen Fällen konsequent und formulieren Sie den gesamten Satz neu, statt nur einzelne Teile zu „reparieren".

Funktionswörter Übung 1

Dabei dominierten Beispiele der nachträglichen Zustimmung zur gegen den vormals erklärten Willen des Patienten begonnenen Therapie.

Ihre Lösung

Vorschlag 1

Dabei dominierten Beispiele begonnener Therapien auf Grundlage einer nachträglichen Zustimmung, obwohl sich die Patienten zuvor in einer entsprechenden Verfügung dagegen ausgesprochen hatten.

Erläuterung

Die Wortreihung „zur gegen den vormals“ erschwert die Zuordnung der einzelnen Funktionswörter zu ihrem jeweiligen Gegenstand (zur Therapie, gegen den Willen). Der Beispielsatz ist daher seinem Sinn nach unklar. Als Faustregel ließe sich vielleicht sagen, dass mehr als zwei Funktionswörter nacheinander oft problematisch sind, weil komplexe, verschachtelte Konstrukte mit unklarer Bedeutung entstehen. Da man selbst als Autor oder Autorin weiß, wie der Satz gelesen oder betont werden muss, um die einzelnen Wörter zu sinnvollen Phrasen zu verbinden, erscheinen solche Sätze oft trotzdem lesbar und vielleicht gut formuliert, weil kein Nominalstil verwendet wurde. Testhalber kann man Sätze jemandem zu lesen geben, der den Zusammenhang nicht kennt und sehen, ob er oder sie den korrekten Sachverhalt schnell und sicher erfassen kann. Ist dem nicht so, ist die beste Lösung, den Satz komplett neu zu formulieren.

Aufgabenbeschreibung

Die folgenden Satzbeispiele enthalten stilistische Mängel oder Ungenauigkeiten (und sind alle aus Texten, die kurz vor der Publikation noch einmal lektoriert und hier teilweise verfremdet wurden). Im Eingabefeld können Sie sich ausprobieren und die Sätze nach Belieben umbauen. Tipp: Seien Sie bei schwierigen Fällen konsequent und formulieren Sie den gesamten Satz neu, statt nur einzelne Teile zu „reparieren".

Funktionswörter Übung 2

Diese Entwicklung hatte einschneidende Folgen für alle Bade- und Heilanstalten. Sie wurden mehr und mehr zu von Ärzten wie von Politikern ungeliebten Einrichtungen.

Ihre Lösung

Vorschlag 1

Diese Entwicklung hatte einschneidende Folgen für alle Bade- und Heilanstalten, die bei Ärzten und Politikern mit der Zeit an Ansehen verloren.

Erläuterung

Die Wortabfolge „mehr und mehr zu von ... wie von" erschwert es, die Bezüge im Satz herzustellen. Zudem sollten Formulierungen wie „mehr und mehr" oder "nach und nach" vorsichtig verwendet werden. „Kontinuierlich" oder „mit der Zeit" sind ähnlich und vermeiden Redundanzen.

Stilistik
Was guter Stil ist, liegt oft im Auge des Betrachters. Gerade die Wissenschaft kämpft häufig um die richtige Mischung aus Genauigkeit und ästhetischem Anspruch.