Die an der Deutschen Nationalbibliothek verwaltete GND (Gemeinsame Normdatei) dient zur dauerhaften und eindeutigen Referenzierung von Personen, Körperschaften, Orten bzw. Geografika, neuerdings aber auch Sachschlagwörtern und Werktiteln. Hier kann sich in Zukunft auch die Community der Performing Arts und der darauf bezogenen Forschung stärker mit ihren Themen einbringen, was die Gründung einer Arbeitsgruppe Performing Arts / GND erfordert. Dazu dienen auch die im folgenden aufgeführten Aktivitäten.

Ereignisdaten?! Auftaktveranstaltung des Forums Performing Arts in der Gemeinsamen Normdatei (GND)

Termin: 28.01.2022, 10.00 – 16.00 Uhr (digital)

Ankündigung zum Download

Für das Anlegen, Verwalten, Erschließen und Sichtbarmachen von Wissensbeständen in digitalen Umgebungen sind Standards hilfreich, die zugleich Auffindbarkeit und Vernetzung gewährleisten. So ermöglichen Normdaten z.B. für Personen oder Orte deren eindeutige Benennung für ganz unterschiedliche Wissensbereiche. Inwiefern aber fördern solche Standards auch die Erforschung der Performing Arts? Was sind die besonderen Anforderungen und Potentiale in diesem Bereich? Wie können der Aufbau von digitalen Wissensnetzwerken und der Einsatz von Standards hier noch verbessert werden? Diese Fragen adressiert die Auftaktveranstaltung des Forums Performing Arts in der GND.

Im Sinne eines nachhaltigen Forschungsdatenmanagements und der digitalen Vernetzung von Wissensbeständen ist es notwendig, dass Forschungseinrichtungen und GLAM-Institutionen (Archive, Sammlungen, Museen und Bibliotheken) gemeinsame Standards definieren. Normdaten u.a. zu Personen, Körperschaften, Orten oder Werken unterstützen die Verknüpfung von Kulturgütern und Forschungsdaten und gestatten eine dauerhafte Referenzierbarkeit. Dabei hängen die Qualität und Nutzbarkeit der Daten (auch im Sinne der FAIR-Prinzipien) davon ab, dass die der Erschließung zugrundeliegenden Standards zugleich theoretisch fundiert und praktisch anwendbar sind. Im Bereich der Performing Arts gibt es dazu aber noch einigen Klärungsbedarf, da sowohl die spezifischen, zumeist kollektiven Arbeitsweisen als auch die strukturelle Verbindung von Produktions- und Rezeptionsprozessen mit den gewohnten Kategorien von Werk und Autorschaft kaum hinlänglich zu erfassen sind.

Im Zentrum der performativen Praktiken sowie der darauf bezogenen theater- und tanzwissenschaftlichen Forschung stehen Ereignisse und Prozesse, die mit Begriffen wie Probe, Inszenierung, Aufführung, Performance etc. umschrieben werden. Zu diesen Ereignissen stehen jedoch die von GLAM-Institutionen im Bereich von Theater und Tanz aufbewahrten Materialien und Dokumente in einer oft kaum nachvollziehbaren Verbindung. In vielen Erschließungsumgebungen wird die Entität „Ereignis“ noch nicht oder nur marginal und in unsystematischer Form erfasst. Aber nur in der gemeinsamen Verständigung über Begriffe, Vokabulare und die Modellierung von Normdaten für Ereignisse kann die Datenqualität für eine nachhaltige Erforschung der Darstellenden Künste verbessert werden.

Als Auftakt für die Etablierung eines Forums Performing Arts in der GND soll die Veranstaltung dazu dienen, die Interessen der verschiedenen Stakeholder auszuloten, Allianzen zur Erarbeitung geeigneter Standards für die Darstellenden Künste zu bilden und sich über erste konkrete Arbeitsschritte in diesem Kontext zu verständigen. Dazu sind vor allem Akteur*innen aus den Sammlungen, aus der Forschung und aus dem Bereich der Normdatenredaktion eingeladen. Mit weiteren Veranstaltungen sollen auch die Erfahrungen der künstlerischen Praxis sowie der produzierenden Institutionen (also Künstler*innen, Ensembles, Theater, Produktionshäuser u.a.) im Umgang mit ihren jeweiligen Daten zur Diskussion gestellt und in die zukünftige Arbeit des Forums mit eingebunden werden.

Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt. Um Anmeldung bis zum 14.01.2022 wird gebeten. Das Programm sowie der Link zur Veranstaltung gehen Ihnen per E-Mail zu.

Anmeldung:

    Die erhobenen personenbezogenen Daten werden für die Reservierung des Teilnahmeplatzes und die Durchführung der Veranstaltung benötigt, insbesondere um Ihnen die Zugangsdaten sowie weitere Informationen zur Veranstaltung mitzuteilen (gemäß Art. 6, Abs. 1 e DSGVO). Nach der Veranstaltung werden die Daten gelöscht. Mit der Anmeldung erklären Sie sich mit der erläuterten veranstaltungsbezogenen Verarbeitung der vorstehenden personenbezogenen Daten einverstanden.

    Die Veranstaltung wird gemeinsam organisiert und durchgeführt von der AG ARCHIV der Gesellschaft für Theaterwissenschaft (gtw), der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), dem Fachinformationsdienst Darstellende Kunst (FID DK), der Gemeinsamen Normdatei (GND), dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, dem NFDI4Culture-Konsortium der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI e.V.), der Staatsbibliothek zu Berlin/Preußischer Kulturbesitz und dem Theatermuseum Düsseldorf.

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