Analyse von Bewegung in Tanz, Theater und Performance

Laufzeit: 01.12.2016 – 30.11.2021 ; Videokonferenz „Tanz in Bildern“ 28. Januar 2021, Universität Leipzig

Die Tanz- und Theaterwissenschaftlerin Isa Wortelkamp forscht im Rahmen des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) am Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig zur historischen Tanzfotografie.

Das Projekt widmet sich dem Wechselverhältnis von Bild und Bewegung in der Tanzfotografie der Moderne, das als ein wesentliches Merkmal ihrer Ästhetik gelten kann. Die Faszination für die Darstellung von Bewegung, wie sie sich in der Tanzreform und im Körperkult am Ende des 19. Jahrhunderts zu entfalten beginnt, geht einher mit dem künstlerischen Interesse, diese Bewegtheit neben der bildenden Kunst, der Malerei und der Literatur auch in der Fotografie zum Ausdruck zu bringen. Dabei kommt es zu einer Transformation der transitorischen und ephemeren Qualität des Tanzes in das materielle und fixierende Medium der Fotografie. An die Entwicklungen der Momentfotografie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anschließend, beginnt sich die Tanzfotografie um 1900 als eigenes Genre zu etablieren, das durch ein komplexes Zusammenspiel choreografischer und fotografischer Prinzipien und der Idee einer wechselseitigen Übertragung von Bild und Bewegung geprägt ist.

Ziel der Forschungsarbeit ist es, ausgehend von umfassenden Materialstudien wie unter anderem im Bestand des Tanzarchivs in Leipzig zu finden, Eigenheiten einer Ästhetik der modernen Tanzfotografie herauszuarbeiten und in eine Theorie zu überführen, die das spannungsreiche Verhältnis von Bild und Bewegung zu beschreiben und zu explizieren vermag.

Dr. Isa Wortelkamp

Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig