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Schreibtypen & -techniken

Es gibt verschiedene Schreibtechniken, aber auch Schreibtypen. Welcher Schreibtyp man ist, stellt sich meist erst nach einer gewissen Zeit heraus – vielleicht passt auch gar keine Kategorie genau. Aber unabhängig davon können besonders in  krisenhaften Momenten (die alle Schreibtypen treffen können) bewusst eingesetzte Techniken helfen, den ersten oder nächsten Schritt zu gehen.
Einiges lässt sich jedoch schon im Vorfeld organisieren und vorbereiten, um typische Probleme im Schreibprozess vermeiden. Hier eine unvollständige Liste üblicher Probleme:

  • Anforderung an Wissenschaftlichkeit
  • Vorgehen im Arbeitsprozess
  • Arbeits- und Zeitplanung
  • Einstieg finden
  • Themenfindung und -eingrenzung
  • Literatur (finden, sortieren, organisieren, einordnen, verstehen)
  • Schreiben (Wiedergeben in eigenen Worten, Verhältnis Fremdes/Eigenes und entsprechende Markierung incl. der Angst vor Plagiaten)
  • Überarbeitungsphase zu komplex (und zeitlich knapp)
  • Unsicherheit (Was will der Prof? Was verlangt das Fach?)
  • Einsamkeit, Enttäuschung (erst alleingelassen, dann trotz viel Arbeit eine schlechte Note)

 

Und eine kleine, ausgewählte Checkliste an Fragen, die beantwortet sein wollen, wenn der Text gelingen soll:

Vorbereitung | Lesen

  • Was muss ich lesen, was sollte ich lesen? Wieviel kann ich lesen?
  • Wie lese ich? Quer, fokussiert, genau, selektiv?
  • Hilft das Gelesene oder zu Lesende für den Text bzw. das Argument?
  • Habe ich verstanden, was ich da lese – und beantwortet es meine Frage(n)?
  • Habe ich angemessene Techniken, das Gelesene zu verarbeiten zu „speichern“ (Anstreichungen, Exzerpte, Notizen)?

Vor dem Schreiben

  • Habe ich alle relevanten Informationen beisammen, um mit dem Schreiben beginnen zu können?
  • Was kann (und sollte) ich während des Schreibens noch nachlesen bzw. recherchieren?
  • Welche Lücken habe ich noch?
  • Wie bin ich in der Zeit? Habe ich noch Luft, oder hat das Lesen mich mehr eingespannt als geplant?
  • Habe ich bereits eine Struktur für den Text im Kopf oder gar zu Papier gebracht?
  • Sind mir die Anforderungen klar, die an den Text gestellt werden?

Schreibprozess

  • Schreibe ich zurest eine Rohfassung, oder soll alles gleich in Form gebracht werden (welcher Schreibtyp bin ich)?
  • Falls es an einer Formulierung hängt: Kann ich zunächst den Inhalt herunterbrechen und die genaue Formulierung später ergänzen (Überarbeitung)?
  • Immer wieder: Passt meine Gliederung zum Argument? Gibt es den roten Faden, oder habe ich mich schon in Schleifen verfangen?
  • Wie schnell war ich, und wie viel Zeit habe ich noch?

Überarbeitung

  • Wie steht es um die Lesefreundlichkeit des Textes?
  • Erfüllt der Text Form und Inhalt wissenschaftliche Ansprüche?
  • Habe ich Leser, die mit neutralem Blick meinen Text einschätzen (nicht die Lehrkräfte)?

Diese Fragen verhelfen zu einer besseren Orientierung im Wust des Arbeitsprozesses. Zusätzlich können auch die Selbsteinschätzung zur Frage „Welcher Schreibtyp bin ich?“ und einzelne Techniken helfen, den Prozess als Ganzes zu meistern.

Schreibprozess
Schreiben scheint einfach: Hinsetzen und lostippen. Genauer betrachtet gibt es jedoch einige Hürden, die auf dem Weg zu einem guten Text übersprungen werden wollen.