how to create your own website for free

Die Lehrveranstaltungen des Sommersemesters 2020 werden als digitale Veranstaltungen beginnen.  Beachten Sie dazu die Informationen auf der Homepage des Instituts für Germanistik.
Die Universität plant vorerst einen Beginn des Präsenzunterrichts zum 4. Mai.

Genauere Informationen finden Sie auf den eingerichteten moodle-Plattformen zu meinen Lehrveranstaltungen.

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2020

donnerstags, 9.15–10.45 Uhr

HS 9


2. Semester Bachelor Kernfach/ 4. Semester Staatsexamen Gym, OS (Modul 04-003-3005); für Seniorenstudium geöffnet

Die Vorlesung bietet anhand exemplarischer Zugriffe einen Überblick über die wichtigsten literarischen Felder und Texte der deutschen Literatur des 9. bis 15. Jahrhunderts: Antikenroman – Artusroman – Heldenepik – Gralroman – Tristanroman – Minnesang – Sangspruch und geistliche Literatur. Zudem gibt sie einen Einblick in grundlegende Forschungsparadigmen der Mediävistik. Methodische Fragen und Textlektüren sollen zeigen, dass das Mittelalter einen bemerkenswerten Anfangspunkt der deutschen Literatur setzt, dass manche Phänomene ganz anders sind, manche aber durchaus vergleichbar mit der Literatur der nachfolgenden Jahrhunderte. Die Liebe wird Thema der Literatur, man lernt Literatur zu lesen, nicht nur zu hören, die Wissenschaft schreibt lateinisch – was heißt das für die deutsche Literatur und ihre Autoren? Literatur wird in den Jahrhunderten des Mittelalters vornehmlich handschriftlich verbreitet, der Buchdruck beginnt erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Was bedeutet dies für den ‚Buchmarkt‘? Bilder begleiten oftmals einen Text, Literatur wird in verschiedenen Bildmedien aufgegriffen und thematisiert.
Die Vorlesung möchte zeigen, dass und warum ‚das Mittelalter‘ für ein Germanistik-Studium – auch für zukünftige Lehrer_innen – ein notwendiger Baustein ist.

Als Textgrundlage fungiert ein Reader, der die Texte und Textausschnitte aus der mittelalterlichen Literatur versammelt, die in der Vorlesung besprochen werden. (Informationen dazu in der ersten Vorlesung am 9. April 2020). 

donnerstags, 15.15–16.45 Uhr

SR 224 

2. Semester Bachelor Kernfach/ 4. Semester Staatsexamen Gym, OS (Modul 04-003-3005)

Anhand dieses kurzen Verstexts Konrads von Würzburg sollen Alteritäten und grundlegende Paradigmen mittelalterlicher Sprache und Literatur erarbeitet werden. Ein lesender Ritter wird von Frau Welt derart aufgeschreckt, dass er zum Kreuzritter wird. Was erzählt Konrad hier und wie erzählt er es? Wer ist Frau Welt?
Dieser Text Konrads stellt einen Autor des 13. Jahrhunderts, nämlich Wirnt von Grafenberg, ins Zentrum, der eine Leseerfahrung macht. Ist sie real oder irreal? Wer erscheint hier vor des Lesers Augen? Das Bild von Frau Welt wird hier in der Literatur manifest, als Bildmotiv ist es darüber hinaus an Portalen des Straßburger und Basler Münsters dargestellt, später auf Einblattdrucken im Bildschema umgedeutet worden.
Mit diesem Text Konrads sollen Phänomene der Grammatik des Mittelhochdeutschen eingeübt, aber auch kulturelle Fragen des Mittelalters geklärt werden: Bildmedien vom Fürsten der Welt, ein Traktat über das Phänomen der Welt (Von der welt valscheit) und Walthers Lieder zu diesem Motiv werden herangezogen, um das diesbezügliche kulturelle Wissen zu interpretieren.

Eine Textausgabe wird in der ersten Sitzung (9. April 2020) zur Verfügung gestellt 

dienstags, 17.15–18.45 Uhr

SR 224


4. Semester Bachelor Kernfach (Modul 04-003-3009) 

Das Nibelungenlied wird durch die Nibelungenklage weitererzählt, die sich in den Handschriften unmittelbar anschließt. Mittelalterliche Rezipienten waren also (das lesen wir an dieser Überlieferungssituation ab) an einer Fortsetzung des Untergangsgeschehens interessiert. Wie diese Fortsetzung angelegt ist und welche Deutung des Nibelungenlieds sie vorlegt, klärt das Seminar.
Eine Kenntnis des Nibelungenlieds ist keine notwendige Voraussetzung für den Besuch des Seminars, wir werden genau mit dieser Frage an den Text der Klage herangehen: Setzt sie das Wissen vom Nibelungenlied bei den Rezipienten voraus? Trägt sie Informationen nach, wie eine jede Fortsetzung den Anschluss an das Erzählte sucht? Wie deutet sie im weiteren Erzählen um? Wer trägt die Schuld am Untergangsgeschehen, Kriemhild, Hagen, Siegfried? Sind im Text mehrere Stimmen zu hören? Ist die Nibelungenklage ein Kommentar, eine Deutung, stets gebunden an das berühmte Nibelungenlied, ist sie ein eigenständiger Text? Haben wir in dieser Kombination zweier Texte eine erste Form von Serienerzählung vor uns?
Wir werden uns im Seminar mit Fragen des episodischen und seriellen Erzählens auseinandersetzen, aber auch ‚klassische‘ Forschungsbeiträge zur Nibelungenklage diskutieren.

Textausgabe (bitte anschaffen): Das Nibelungenlied und die Klage. Nach der Handschrift 857 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Mittelhochdeutscher Text, Übersetzung und Kommentar. Hg. von Joachim Heinzle, Berlin 2015 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch Band 51). 

donnerstags, 17.15 - 18.45 Uhr

SR 224

4. Semester Bachelor Kernfach (Modul 04-003-3009)

Das Vertiefungsseminar (Übung) ist die obligate Ergänzung zum Seminar der Nibelungenklage. In der Übung werden wir methodische und praktische Aspekte der Arbeit am Text (der Nibelungenklage und der relevanten Forschungsliteratur) intensivieren und diejenigen Arbeitsschritte (Erfassen der Forschungsliteratur, Gliederung, Einleitung u.a.) einüben, die zum Verfassen einer schriftlichen Hausarbeit nötig sind. Wir werden das Instrumentarium des wissenschaftlichen Arbeitens erlernen, erproben und in konkreten Anwendungen einüben und diskutieren. Welche Fragen stellt ein Text (Primärliteratur – Sekundärliteratur)? Wie kann ich daraus ein Thema für eine Hausarbeit machen? Welche und wieviel Literatur benötige ich? Welche Forschungsliteratur ist relevant? Wie formuliere ich eine These? Wie arbeite ich die Forschungsergebnisse in meine Argumentation ein? Wie sieht eine Gliederung, eine Einleitung aus? Wie zitiere ich, was muss ich belegen? Wie gehe ich mit digitalen Quellen um? Was steht in den Fußnoten, was und wie im Literaturverzeichnis …? All diese Elemente werden in einzelnen Arbeitsschritten und in der gemeinsamen Diskussion erörtert, im Gespräch mit den Kommiliton_innen soll die beste Variante erkundet werden. Wir werden dabei auch einen Blick in die mittlerweile zahlreichen Ratgeber und auch Handbücher zum Thema werfen („Die erste Hausarbeit – FAQ“, „Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten… Bewährter Ratgeber jetzt in Farbe“, „Handbuch wissenschaftliches Schreiben. Eine Anleitung von A bis Z“).
Wir wollen uns schließlich auch darüber Gedanken machen, in welcher Form wissenschaftliche Ergebnisse attraktiv zu formulieren sind (Essay, Hausarbeit [als Kurzform des Aufsatzes], Poster-Präsentation, mündlicher Vortrag, blog …).

Textausgabe: wie Seminar Nibelungenklage.
Weitere Materialien werden auf einer moodle-Plattform zur Verfügung gestellt.