Stille Beteiligung

 

Beschreibung

Eine stille Beteiligung ist eine Finanzierungsalternative für Unternehmen, die weder einen Kredit noch einen neuen Gesellschafter aufnehmen wollen. Der stille Gesellschafter hat kein Mitspracherecht und haftet nur mit seinem eingebrachten Vermögen. Er wird an den Gewinnen des Unternehmens, wie vertraglich vereinbart, beteiligt. Beim Austritt aus der Gesellschaft erhält er seine Einlage zurück, jedoch hat er keinen Anspruch auf die stillen Reserven im Unternehmen bei einer typischen stillen Beteiligung.

 

Rechtsgrundlage

§§ 230 - 236 HGB

 

Voraussetzung

Es bestehen keine wirklichen Voraussetzungen, da die stille Beteiligung kaum gesetzliche Vorschriften unterliegt. Sowohl bei Kapitalgesellschaften als auch bei Personengesellschaften sind stille Beteiligungen möglich. Als Einlage muss nicht unbedingt ein Geldbetrag vorgesehen sein, genauso gut besteht die Möglichkeit einer Sacheinlage.

 

Antragsstellung

Die stille Beteiligung wird durch einen Gesellschafter-vertrag geregelt, der grundsätzlich formfrei ist. Somit genießen solche Verträge viele Gestaltungsfreiheiten und können auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Sollten jedoch beispielsweise GmbH-Anteile oder Grundstücke als Einlage verwendet werden, benötigt die Übertragung dieser Sachwerte eine notarielle Beurkundung.

 

Fristen

Die Laufzeiten der stillen Beteiligungen können im Gesellschaftervertrag individuell gestaltet werden.

 

Liquiditätswirkung

Sofern die stille Beteiligung in Form einer Geldeinlage erfolgt, begünstigt dies die Liquiditätssituation des Unternehmens. Ein weiterer Vorteil für die Liquiditätslage des Unternehmens liegt darin, dass der stille Gesellschafter erst eine Zahlung erhält, sobald Gewinne im Unternehmen anfallen. Somit steht das Unternehmen nicht vor zusätzlichen Zahlungsschwierigkeiten, wenn über einen Zeitraum kein Gewinn erwirtschaftet wird. Auf lange Sicht muss aber der stille Gesellschafter an den Gewinnen der Gesellschaft beteiligt werden.

 

 

 

Gesellschafterdarlehen

 

Beschreibung

Ein Gesellschafterdarlehen ist ein Darlehen eines Gesellschafters die Gesellschaft, an der er beteiligt ist. Die Modalitäten des Darlehens hinsichtlich Zinsen und Tilgung müssen denen üblicher Darlehensbedingungen von Kreditinstituten entsprechen. Somit liegt bei beispielsweise zu hohen Zinsen eine verdeckte Gewinnermittlung vor. Im Falle einer Insolvenz werden alle Gesellschafterdarlehen als nachrangig behandelt. Außerdem müssen Gesellschafterdarlehen, die bis zu einem Jahr vor der Insolvenz getilgt worden sind, der GmbH zurückerstattet werden.

 

Rechtsgrundlage

§§ 181, 488 f. BGB, § 135 InsO, § 6 AnfG

 

Voraussetzung

Grundsätzlich können bei Personengesellschaften zwischen Gesellschaft und Gesellschafter keine gegenseitigen Forderungen und Schulden entstehen, da geleistete Beträge des Gesellschafters prinzipiell als Einlagen und geleistete Beträge der Personengesellschaft als Entnahmen gelten. Kommanditisten können jedoch über ihre voll eingezahlte Einlage hinaus Gesellschafterdarlehen mit der Kommanditgesellschaft abschließen. Als weitere Voraussetzung ist eine Befreiung vom Verbot des Insichgeschäfts nötig. Bei Genehmigung wird die Befreiung im Handelsregister eingetragen.

 

Antragstellung

Die Antragstellung erfolgt intern zwischen Gesellschafter und Unternehmen. Grundsätzlich genießen Gesellschafterdarlehen ebenfalls eine Formfreiheit, wobei eine schriftliche Dokumentation für etwaige Nachweise präferiert werden sollte.

 

Fristen

Aufgrund der Formfreiheit können die Laufzeiten der Darlehen individuell vereinbart werden.

 

Liquiditätswirkung

Die Liquiditätssituation verbessert sich in jedem Fall für das Unternehmen, da ihm weitere liquide Mittel aus dem Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stehen, wohingegen sich die Liquiditätslage des Gläubigers zunächst verschlechtert. Je nach Gestaltung des Darlehens kann die Liquidität auch längerfristig gesichert werden, wenn man beispielsweise eine tilgungsfreie Zeit vereinbart.