Co-tutelle

 

Ein wichtiges Element der Internationalisierung (und damit auch der Vorbereitung der Doktorandinnen und Doktoranden auf transnationale Karrieren) sind Cotutelle-de-thèse-Verfahren.  

Hierzu hat das Graduiertenzentrum, nachdem bereits eine Reihe von Einzelverfahren erfolgreich durchgeführt wurden, mit der University of Stellenbosch ein Modell für eine Rahmenvereinbarung entwickelt, das sowohl die einzelnen Doppelbetreuungen erleichtern soll als auch weiteren bilateralen Abkommen als Vorbild dient. Derzeit befindet sich ein solches Rahmenabkommen mit der Macquarie University in Sydney in Vorbereitung.

In den Programmen „Deutsch als Fremdsprache“ und „Global Studies with a special emphasis on Peace and Security in Africa“ ist grundsätzlich vorgesehen, dass alle Promovierenden mit ihren Dissertationen einen solchen Doppelabschluss erreichen, im ersten Falle mit der University of Arizona at Tucson, im letzteren Fall mit der Addis Ababa University.


Was ist ein Co-tutelle-Verfahren/ eine binationale Promotion?

Binationale Promotionen eröffnen Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in Kooperation mit einer ausländischen Hochschule einen gemeinsam verliehenen Doktorgrad zu erhalten. Es handelt sich um einen auf Grund einer einzigen wissenschaftlichen Leistung gemeinsam verliehenen Grad, der auf der Forschungsarbeit an zwei Hochschulen beruht. Durch die intensive Kooperation mit ausländischen Hochschulen fördern binationale Promotionen die internationale Mobilität von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Bisher existieren am Graduiertenzentrum Geistes- und Sozialwissenschaften 15 typo3/#_msocom_1Kooperationsvereinbarungen.

Für wen lohnt sich ein Co-tutelle-Verfahren?

Eine binationale Promotion sollten vor allem Doktorandinnen und Doktoranden in Erwägung ziehen,

  • ihre wissenschaftliche Anbindung mindestens an die beiden beteiligten Länder sicherstellen möchten,
  • im binationalen Bereich tätig sein möchten oder
  • ihren Forschungsschwerpunkt stark mit dem anderen Land verbinden.

Merkmale eines Co-tutelle-Verfahrens

  • Einschreibung an beiden Universitäten; eventuell anfallende Einschreib- und Studiengebühren sind in der Regel nur an einer Hochschule zu leisten.
  • Da die Promotionsordnungen beider Hochschulen zugrundeliegen, müssen auch beide Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein.
  • Es wird mit beiden Betreuerinnen oder Betreuern eine Betreuungsvereinbarung geschlossen.
  • Die Dauer des Aufenthalts an der Gasthochschule sollte mindestens ein Semester betragen. Die genaue Aufenthaltsdauer wird im Einvernehmen mit der jeweiligen Kooperationshochschule festgelegt.
  • Die Zahl der Dissertationsexemplare, die bei jeder der beiden Hochschulen abzuliefern sind, richtet sich nach den jeweiligen Vorschriften.
  • Gutachter: Die Vereinbarung über die cotutelle enthält genaue Bestimmungen zur Zahl der Gutachter und zur Benennung durch die Gremien der beteiligten Hochschulen. In der Regel werden mindestens zwei Gutachterinnen oder Gutachter von jeder der beiden Hochschulen nominiert.
  • Sprache: Eine entsprechende Regelung muss unter Beachtung beider Promotionsordnungen getroffen werden. In der Regel wird die Dissertation in jener Sprache verfasst, die an der Hochschule gebräuchlich ist, an der die Verteidigung bzw. der erste Teil der Begutachtung stattfinden. Zusätzlich ist zumeist eine Zusammenfassung in der anderen Sprache der beteiligten Hochschulen notwendig.
  • Die Frage der Form von mündlichen Prüfungsleistung muss bereits im Kooperationsvertrag geklärt sein. Ausnahmeregelungen für Co-tutelle-Promotionen müssen bereits in den Promotionsordnungen festgelegt sein, da Einzelfallregelungen unzulässig sind.
  • Notengebung: Aufgrund der häufig unterschiedlichen Bewertungskultur erweist sich eine einheitliche gemeinsame Bewertung von schriftlichem und mündlichem Teil der Promotionsleistung in der Praxis als schwierig. Es wird daher empfohlen, die Notensysteme beider Länder beizubehalten. Dies kann unter Umständen zu unterschiedlichen ländertypischen Beurteilungen führen. Die beteiligten Hochschulen sollten sich bereits im Kooperationsvertrag über die Form der Notengebung (z. B. in der jeweiligen Originalform) verständigen.

Hinsichtlich der Beurkundung gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Entweder wird der Abschluss des Promotionsverfahrens auf einer von den beiden Partneruniversitäten gemeinsam ausgestellten Urkunde bestätigt (Muster der HRK). Darin wird vermerkt, dass das Promotionsverfahren im Zusammenwirken mit einer ausländischen Partneruniversität durchgeführt worden ist. Die Promotionsurkunde wird mit dem Siegel der beiden beteiligten Fakultäten versehen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, dass beide beteiligte Hochschulen getrennte Urkunden ausstellen. Auf diesen muss aber explizit vermerkt sein, dass es sich um ein gemeinsam durchgeführtes Promotionsverfahren handelt, bei dem der akademische Grad mit einer von beiden Hochschulen gemeinsam bewerteten Arbeit erreicht wurde.
Mit dem Empfang der Promotionsurkunde(n) erhält die Doktorandin/ der Doktorand das Recht, in der Bundesrepublik Deutschland den Doktorgrad und in dem Staat, dem die beteiligte ausländische Fakultät angehört, den entsprechenden Doktorgrad zu führen.

Förderungsmöglichkeiten
Eiffel-Doctorat, DAAD

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