1. Einleitung |
|
Untersuchungen zum Sprachgebrauch stützen sich heute auf elektronische Korpora. Der Zweig der Sprachwissenschaft, der sich auf solche Korpusuntersuchungen stützt, wird Korpuslinguistik genannt linguistica dei corpora / linguistica di corpora (früher linguistica su corpora ) linguistique orientée vers les corpus / linguistique de corpus elektronisches Korpus: ein in digitale Form überführtes oder schon digital produziertes Sprachmaterial, d. h. konserviertes Sprechen, das ich mit Hilfe des Computers und unter Anwendung computationeller Methoden analysieren kann. Entstehung: als in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts informatische Technologien zur Verfügung standen. These 1: von einer Methodologie ist die Korpuslinguistik seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einer eigenständigen sprachwissenschaftlichen Disziplin geworden vgl. auch Rema Rossini Favretti (2001: 367) die Korpuslinguistik hat heute: „una collocazione definita nella ricerca linguistica“ Verbreitung: Die Korpuslinguistik ist ursprünglich innerhalb der Linguistik des Englischen entstanden und wurde lange Zeit fast ausschließlich mit Blick auf das Englische betrieben. Deutschland Ende der 80er Jahre des 20. Jh.: erste Ansätze in der englischen und deutschen Linguistik, in der romanischen Linguistik eigentlich unbekannt. In der Zwischenzeit
Die Entwicklung lässt sich anhand von Kongressen nachvollziehen. In der Zwischenzeit haben sich auch wichtige Fachzeitschriften etabliert. These 2: Korpuslinguistik ist nicht wie Rossini Favretti (2001: 367-368) sagt: „profondamente radicato nella tradizione linguistica strutturale“, d.h. sie steht nicht generell in der strukturalistischen Tradition, sondern bringt einen Perspektivenwechsel mit sich und trägt maßgeblich zur Konstitution einer Linguistik des Sprechens / der Parole bei Coseriu, Eugenio (1988): Sprachkompetenz: Grundzüge der Theorie des Sprechens. Tübingen: Francke Inhalt
|
|