Veranstaltungen

Ausstellungen

Das Jahrhundert des Tanzes (2019)

Mit dieser Ausstellung vom 24.8. bis 21.9.2019 unter dem Motto: „Was der Körper erinnert. Zur Aktualität des Tanzerbes“ wurde an der Akademie der Künste Berlin auf der Basis ausgewählter Sammlungsbestände der Tanzarchive ein Brückenschlag zwischen der schon über einhundert Jahre währenden Tradition des modernen Tanzes in Deutschland und der zeitgenössischen Tanzpraxis versucht. Dafür wurden die Ausstellungsräume des Akademiegebäudes am Tiergarten zweigeteilt: in der vorderen Hälfte waren Archivobjekte, Dokumente, Fotos und Filme zu sehen, in der hinteren Hälfte fand ein aufwändiges Begleitprogramm mit Tanzproduktionen statt, die sich mit jeweils eigenständiger Ästhetik und Methodik auf die Geschichte des modernen Tanzes bezogen. Hinzu kamen Podiumsgespräche, Vorträge und Diskussionen, in denen es auch um die Frage nach einer zeitgemäßen Arbeit von und mit Tanzarchiven ging. Kuratiert wurde die Ausstellung von Heike Albrecht, Gabriele Brandstetter, Nele Hertling, Johannes Odenthal, Ong Keng Sen und Madeline Ritter, in Kooperation mit den Tanzarchiven, vertreten durch Stephan Dörschel, Melanie Gruß, Heide-Marie Härtel, Alexandra Hennig, Helene Herold, Frank Manuel Peter, Patrick Primavesi und Thomas Thorausch.

In der Pressemitteilung hieß es wie folgt: Erstmals zeigen die Tanzarchive aus Köln, Leipzig, Bremen und Berlin einzigartige Herzstücke aus ihren Sammlungen in einer gemeinsamen Ausstellung.

Im Original zu erleben sind die Hexentanz-Maske von Mary Wigman, die von Valeska Gert selbst gefalteten und bearbeiteten Porträtfotografien, die Zugangskarten von Gret Palucca zu den Olympischen Spielen 1936, die Schminkanweisungen Oskar Schlemmers zum Triadischen Ballett, die Werk- und Regiebücher von Dore Hoyer und Johann Kresnik oder die Notationen zu Der Grüne Tisch von Kurt Jooss. Zu den besonderen Stücken der Ausstellung zählt ebenso die englisch-deutsche Erstausgabe eines der wichtigsten Manifeste des modernen Tanzes aus dem Jahr 1903: Der Tanz der Zukunft von Isadora Duncan. Die Geschichte von Widerstand und Engagement wird am Beispiel der Masken von Jean Weidt erzählt, die Spur des Maskenbildners Erich Goldstaub verliert sich in Auschwitz.

Zu sehen ist auch eine ungewöhnliche Aufnahme von Josephine Baker bei ihrer Ankunft im Jahr 1959 auf dem Zentralflughafen Berlin-Tempelhof. Die Sängerin und Tänzerin besuchte Berlin auf Einladung des Auswärtigen Amtes. Sie sprach unter anderem auf einer Veranstaltung des Bundes der Verfolgten des Naziregimes in der Berliner Kongresshalle im Tiergarten (heute HKW) zum Thema „Für Menschlichkeit – gegen Nationalismus und Rassenhass“.

Ausgangspunkt für die Ausstellunginstallation sind 75 Objekte, die in exemplarischer Form die revolutionäre Geschichte des Bühnentanzes in Deutschland vom Jahrhundertbeginn bis in die 1980er Jahre erzählen. Sie geben mögliche Antworten auf die zentrale Frage des Programms „Was der Körper erinnert“, in welcher Weise eine so körperbasierte und aufführungsgebundene Kunstform wie der zeitgenössische Tanz als kulturelles Gedächtnis, als materielles Erbe unserer Kultur, zu erhalten und zu erinnern ist.

Originale korrespondieren in der Ausstellung mit digitalisierten Fotografien und Filmdokumenten, die den Kontext der Objekte vor allem durch das bewegte Bild erweitern. Auf einer dritten Ebene wird diese Auswahl in einen internationalen Zusammenhang der Tanzmoderne durch 100 fotografische und filmische Dokumente gestellt, um die Kreativität und Wucht der Tanzentwicklungen in Europa, den USA und weltweit anzudeuten.

Eine Tanzgeschichte der Moderne anhand einer Auswahl von Fotos und Filmen zu zeigen, beinhaltet das Risiko einer eingegrenzten Perspektive. Vergangenheit existiert immer nur als Ausschnitt und jede Gegenwart konstruiert ihre eigene Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund hat sich das wissenschaftliche Team für den Mut zur Lücke und für einen Weg der subjektiven Tanzerfahrung entschieden.

Eine Veranstaltungsreihe der Akademie der Künste, Berlin.

In Kooperation mit DIEHL+RITTER und der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und dem Institut Français. In Zusammenarbeit mit Tanz im August und dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Der internationale Campus für Studierende wurde gefördert im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres – SHARING HERITAGE.

 

Eine Vitrine zum Tanzarchiv

Im Rahmen eines Seminars von Dr. Melanie Gruß zu den Beständen des Tanzarchivs Leipzig wurde ein Vitrinenschrank auf dem langen Flur des Instituts für Theaterwissenschaft (Ritterstr. 16, 04109 Leipzig) mit ausgewählten Objekten bestückt. Diese neue „Dauerausstellung des Temporären“ zeigt exemplarisch, wie Studierende sich heute mit den Themen und materiellen Überresten der Tanzgeschichte und ihrer Dokumentation auseinandersetzen können.

  

Gedenkausstellung für Uwe Scholz in der Oper Leipzig (2014)

Zum 10. Todestag von Uwe Scholz am 21.11.2014 fand in der Oper Leipzig ein besonderes Programm unter dem Titel Danke Uwe Scholz statt, bei dem auch eine gemeinsam mit dem Tanzarchiv Leipzig e.V. erarbeitete Ausstellung mit Filmen und Plakaten zu Choreographien von Uwe Scholz eröffnet wurde.

 

Plakatausstellung Volkstanz in der DDR (2013)

Im Rahmen des Projekts HEUTE: VOLKSTANZEN zeigte die Ausstellung in Hamburg und Leipzig die Vielfalt von Volkstanz als kultureller Praxis. Eine Auswahl von Plakaten zum Volkstanz in der DDR aus dem Bestand des Tanzarchiv Leipzig e.V. dokumentierte Ankündigungen zu Veranstaltungen aus den Jahren 1954-1988. Daneben waren Filmausschnitte aus dem Sorbischen Kulturarchiv zu sehen, die im Kontrast zu Olaf Martens fotografischen Inszenierungen heutiger Volkstanzgruppen standen.

 

Körperpolitik (2012)

Die Ausstellung zeigte begleitend zur internationalen Tagung Body Politics: Rhythmics, Modern Dance and Movement Choirs in Hellerau die Entwicklung von Laientanz und Bewegungschören in den 1920er Jahren bis hin zu den Massenchoreographien der NS-Zeit. Im Zentrum stand die Arbeit Rudolf von Labans, der als einer der Begründer des modernen Tanzes gilt und dessen Teilnachlass im Tanzarchiv Leipzig zu finden ist.

 

Imaginäres Archiv im white cube (2010)

Während des Festivals play!LEIPZIG wurde im white cube im Keller der Schaubühne ein imaginäres Archiv installiert, das nur durch ein kleines Fenster zu erkunden war und bei den zahlreichen Besuchern große Neugier weckte.

 

ballettanz zeigt Körper. Titelbilder 2000-2006 (2007)

Ausgestellt wurden zwanzig besonders gelungene Titelbilder der Tanzzeitschrift aus den Jahren 2000 bis 2006. Seit 1980 berichtet ballettanz, als Europas führende Tanzzeitschrift, in Hintergrundreportagen, Interviews und einfühlsamen Porträts über die jüngsten Entwicklungen einer Kunstform, die den Körper zum Thema macht.

 

mitArbeit: Lebensrhythmen im Wandel (2007)

Zu seinem 50jährigen Jubiläum zeigte das Tanzarchiv Leipzig im Westflügel der Schaubühne Lindenfels und in den eigenen Räumen (damals Ritterstraße 9-13) die Ausstellung mitArbeit. Lebensrhythmen im Wandel. Aus künstlerischer wie auch aus „alltäglicher“ Perspektive wurde beleuchtet, wie sich der Wandel von Arbeit auf unsere Lebensrhythmen und -formen auswirkt. Zeitgenössische künstlerische Arbeiten von Tehching Hsieh (New York), Pia Lanzinger (München), Marion von Osten (Wien), Diana Wesser (Leipzig) und dem Büro für integrative Kunst (Berlin) sowie einzigartige Materialien aus Nachlässen und Sammlungen des Tanzarchivs Leipzig (Rudolf von Laban, Jean Weidt, Fritz Böhme, Ilse Loesch u.a.) bildeten die Grundlage für die Diskussion aktueller Probleme der Arbeits- und Lebenswelt. Als Fokus diente dabei die Stadt Leipzig, in welcher der Wandel von Arbeit im ehemaligen Industrieviertel Plagwitz besonders prägnant hervortritt.

 

Tagungen/Konferenzen

Für den Austausch fachwissenschaftlicher Themen, Fragestellungen und Methoden wurde ausgehend von den Beständen des Tanzarchivs Leipzig bereits eine Vielzahl von Tagungen, Symposien und Konferenzen veranstaltet, die sich mit besonderen Programmpunkten stets auch an die tanzinteressierte Öffentlichkeit wandten und deren Ergebnisse in der Regel durch Publikationen dokumentiert sind.

 

Körper/Politik: Tanzformen, Institutionen und Akteure in der DDR (13.–15.11.2014)

Die Tagung thematisierte das komplexe Gefüge unterschiedlicher Praktiken, Interessen und Ideologien, die zwischen Eliteförderung, Volkskunst und Massenkultur die Tanzlandschaft der DDR auszeichnete in einer doppelten Perspektive. Gefragt wurde einerseits nach einer spezifischen Körperpolitik des Tanzes in der DDR: Wie wurde die neue sozialistische Ordnung und Gemeinschaft verkörpert? Welche Rolle spielten staatliche Vorgaben für die Ausbildungsinstitute und für die Aufführungspraxis? Andererseits ging es um ein historisch zu differenzierendes Spannungsfeld von Tanzformen, Institutionen und Akteuren, auf dem sich eine Politik der Disziplinierung und Inszenierung von Körpern entfalten konnte. Wie lassen sich Archivmaterialien und Erinnerungen von Zeitzeugen produktiv verknüpfen? In welchem Verhältnis stehen individuelle Erfahrungen zu den körperpolitischen Tendenzen, die sich in unterschiedlichen Phasen der DDR-Geschichte ausgeprägt haben?

Vom 13. bis zum 15. November diskutierten internationale ExpertInnen diese Fragen bei der öffentlichen Tagung des vom SMWK geförderten Forschungsprojekts Körperpolitik in der DDR: Tanz-Institutionen zwischen Eliteförderung, Volkskunst und Massenkultur in den Räumen des Instituts für Theaterwissenschaft. Dabei waren auch Zeitzeug*innen eingeladen, über ihre Erfahrungen mit Tanzinstitutionen und -entwicklungen in der DDR zu berichten und mit zu diskutieren.

 

Body Politics: Rhythmics, Modern Dance and Movement Choirs (03.–04.11.20012)

Das in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden stattfindende Symposion war einerseits der Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt Körperpolitik: Disziplinierung und Inszenierung im Kontext von Gymnastik, Ausdruckstanz und Massenchoreographie (2012), andererseits stellte es den Beginn eines künstlerischen Projekts der Performance-Gruppe LIGNA zu Rudolf von Labans Bewegungschören dar. In diesem Sinne fragte die Veranstaltung nach den Impulsen, die von Hellerau für die Tanzgeschichte und den modernen Tanz ausgingen und danach, ob mit diesen tatsächlich eine Befreiung des Körpers einher ging: Auf welche Weise war die Körperpolitik dieser Zeit zwischen Disziplinierung und Inszenierung verbunden mit einer Vorstellung der Emanzipation des politischen Körpers? Welche Art von Gemeinschaft konstituierten die Bewegungschöre? Welche Rolle spielte hierbei der Amateurtanz? Und: Wie können wir heute angesichts der Geschichte der Massenchoreographien im 20. Jahrhundert mit der Idee der Bewegungschöre im Kontext zeitgenössischer Performance arbeiten?

 

Archive/Practice (10. –13.12.2009)

Die Tagung stellte den Dialog zwischen der Archivierungsarbeit und der künstlerischen Praxis in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit internationalen ExpertInnen wurden Perspektiven der Archivpraxis im Bereich von Tanz und Performance diskutiert, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und Re-enactment/Rekonstruktion. Mit Vorträgen, Präsentationen, Gesprächsrunden und Aufführungen stand der Transfer zwischen Archivarbeit, wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Praxis im Vordergrund. Gezeigt wurden u.a. Arbeiten von Fabian Barba, Artistwin, Ivana Müller und LIGNA sowie eine von Britta Wirthmüller mit Studierenden der Theaterwissenschaft Leipzig erarbeitete neue Version von Thomas Lehmens SCHREIBSTÜCK. Die Tagung war eine Kooperation des Tanzarchives Leipzig mit dem Verbund Deutsche Tanzarchive (VDT), dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, dem Festspielhaus Hellerau und dem LOFFT.

Zum Themenkreis der Tagung fand außerdem von April 2009 bis Juli 2010 jeweils während des Semesters die Reihe Tanz-Archiv-Labor statt, in deren Mittelpunkt die künstlerische Praxis von Tanz und Performance sowie die Arbeit des Archivs und ihre theoretische Reflexion standen. Geschichte und Gegenwart von Tanz, Körperkultur und Performance wurden durch die eingeladenen Künstler*innen und Wissenschaftler*nnen jeweils auf ihre zeitgeschichtliche Dimension hin befragt.

 

Folklore Revisited: Körperwissen und konstruierte Gemeinschaft/Body Knowledge and Constructed Community (27.–29.2005)

Vom 27.-29. Oktober 2005 richtete das Tanzarchiv den internationalen Workshop “Folklore Revisited: Körperwissen und konstruierte Gemeinschaft” / „Body Knowledge and Constructed Community“ aus. Ziel von „Folklore Revisited“ war die Etablierung eines Begriffs von Folklore, der jenseits von Traditionspflege einen neuen Blick auf das Verhältnis von Gemeinschaft, Modernität und verkörpertem Wissen eröffnet. Folklore als Bewegungskultur wird dadurch neu denkbar: als ebenso konstitutiver wie modellhafter Teil der modernen Konstruktion(en) von Gemeinschaft ab dem 19. Jahrhundert.

 

Körper/Wissen. Strategien der Evidenz jenseits überkommener Erkenntniskonzepte (2004)

Die Konferenz vereinte Beiträge aus der akademischen Praxis wie aus der künstlerischen Diskursbildung, die die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Produktion und Rezeption von Körper/Wissen beleuchteten. Dabei wurden die Rolle von Körper/Körperlichkeit und von Emotionen für Prozesse der Konstruktion von Erkenntnisinteressen und methodischem Vorgehen ebenso untersucht wie Affinitäten zwischen künstlerischen, geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Denk- und Forschungsstrategien. Insbesondere die Bedeutung von Bewegungskulturen innerhalb von Wissensmodellen der Moderne stand – auch in dem aus der Konferenz hervorgegangenen Band „Deutungsräume. Bewegungswissen als kulturelles Archiv der Moderne“ – zur Debatte.

 

Moving Thoughts – Tanzen ist Denken (2000)

„Moving Thoughts – Tanzen ist Denken“ lautete der Titel einer viel beachteten internationale Tanzkonferenz, die vom 1. Bis 3. Dezember 2000 in Leipzig stattfand. Das Tanzarchiv Leipzig e.V. lud gemeinsam mit dem Leipziger Off-Theater (LOFFT e.V.) für drei Tage zum Denken über den Tanz ein, denn: Tanzen ist Denken! Die gleichnamige Publikation dokumentiert die Konferenz.

 

Berühmte Choreograph*innen des 20. Jahrhunderts

In der Veranstaltungsreihe Berühmte Choreograph*innen des 20. Jahrhunderts – Ein Streifzug durch 100 Jahre Tanzgeschichte präsentierte und diskutierte das Tanzarchiv im Sommersemester 2003 und im Wintersemester 2003/2004 ausgewählte Choreograph*innen und ihre Arbeiten, die die Bühnentanzgeschichte des 20. Jahrhunderts mit geprägt haben.

 

Mittwochs im Tanzarchiv

Von 1999 bis 2001 lud das Tanzarchiv in der Reihe Mittwochs im Tanzarchiv zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten wie „Tanz und Architektur“ (SS 2001), „KunstKörperMann“ (WS 2000/01), „Salome – Frauengestalt und Frauengestaltung“ (SS 2000), „Begehrte Körper“ (WS 1999/2000) und „Varietétänzerinnen um 1900“ ExpertInnen aus den Bereichen Tanzwissenschaft, Kunstwissenschaft, Journalismus und Choreographie wie Isa Wortelkamp, Kerstin Evert oder Bernd Sikora zu Vorträgen ein.

 

Festivals

B_tours Leipzig — Bewegung im Stadtraum (2.7.–12.07. 2015)

Das Tanzarchiv Leipzig e.V. und die B_Tour GbR veranstalteten im Juli 2015 das Festival B_Tours Leipzig – Bewegung im Stadtraum in Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft, dem Schauspiel Leipzig, der Schaubühne Lindenfels, dem LOFFT, der Jüdischen Woche u.a. Das Programm bestand aus ortsspezifischen Touren, Performances, Filmen und öffentlichen Gesprächsrunden (B_Talks), die sich mit aktuellen Perspektiven der Stadtentwicklung, den vielfältigen Geschichten des öffentlichen Raumes und den unterschiedlichen Formen individueller wie kollektiver Bewegung in Leipzig auseinandersetzen.

Das internationale Festival lud dazu ein, beispielsweise mit Britta Wirthmüllers/Petra Zankis Silent Walk in Stille das einst von jüdischen Bürgern bewohnte und geprägte Waldstraßenviertel zu durchqueren, mit den friendly fire’s Nightwalkers den Spuren der Schlafleute im ehemaligen Industriegebiet Lindenau zu folgen, sich im Hipster Walk inspiriert von Leipziger Literaten auf die Suche nach dem neuen Hypezig zu begeben, gemeinsam mit Hermann Heisig bei Kaufhaus Ury die Raumordnung eines längst verschwundenen Warenhauses zu erfahren, in LIGNAs Tanz Aller gemeinsam einen Bewegungschor zu erproben oder in plan b’s The Monday Walks geführt von Zeitzeugenberichten den früheren Demonstrationen auf dem Ring zu folgen.

Das Projekt wurde gefördert vor allem durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die Leipzig Stiftung, den Fonds Darstellende Künste und das Nationale Performance Netz NPN.

 

play! LEIPZIG. Bewegung im Stadtraum / Movement in Urban Space. Internationales Performance-Festival & Konferenz in Leipzig (24.–27.06.2010)

In welchem Verhältnis stehen alltägliche Bewegungsformen zu ihrer urbanen Umgebung? Welche Spielräume eines Handelns im Öffentlichen können durch theatrale Aktionen geschaffen werden, die sich mit der Stadt auseinandersetzen? Vier Tage lang lud das Festival play! LEIPZIG dazu ein, alte bzw. neue Orte von Leipzig (wieder) zu entdecken und sich durch künstlerische Aktionen im Stadtraum inspirieren zu lassen. Gänge, Audiotouren und Performances machten politisch und kulturell bedeutende Orte, Erinnerungen und Geschichten der Stadt und ihrer Bürger auf ungewohnte Weise erfahrbar – durch inszenierte und choreographierte Bewegung. In der begleitend stattfindenden Konferenz stellten internationale ExpertInnen aktuelle Aspekte von Tanz, Bewegung und Stadtentwicklung sowie neue Formen der Intervention zur Diskussion.

Eine Veranstaltung von Tanzarchiv Leipzig e.V. in Kooperation mit Centraltheater, Universität Leipzig, Statens Teaterskole Copenhagen und Schaubühne Lindenfels. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Konzeption, Künstlerische und organisatorische Leitung Prof. Dr. Patrick Primavesi und Diana Wesser.