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Wissenswertes Spanisch - Feste & Bräuche

Porträt von Maria Sipaila (Argentinien)

M. Sipaila

Über die Sprache, das Land und die Mentalität

  Mein Name ist Maria Sipaila-Bittner. Ich komme aus Argentinien, aus Mar del Plata (eine Sta...

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Die heiligen drei Könige

Maria Sipaila

Das Fest in Spanien

Jedes Jahr in der Nacht vom 5. zum 6. Januar laufen durch die Straßen Spaniens (und lateinamerika...

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Eguberri on!

Maria Sipaila

Olentzero - Der Weihnachtsmann mit Baskenmütze

In den nördlichen Regionen Spaniens Navarra und País Vasco (Baskenland) feiert man Weihnachten wi...

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La Semana Santa en España

Maria Sipaila Bittner

Farbe, Musik und ein Hauch von Beklommenheit

Die Karwoche in Spanien hat eine lange Tradition und streckt sich vom Palmsonntag bis zum Osterso...

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Porträt von Maria Sipaila (Argentinien)

M. Sipaila

Über die Sprache, das Land und die Mentalität

 

M. SipailaM. SipailaMein Name ist Maria Sipaila-Bittner. Ich komme aus Argentinien, aus Mar del Plata (eine Stadt am Atlantik, 420 km von Buenos Aires entfernt) und lebe schon seit 15 Jahren hier in Leipzig.
Am Spracheninstitut arbeite ich seit 2001. Zur Zeit stehe ich aber nicht vor einer Gruppe im Seminargebäude, sondern bin im Büro tätig.

Über die Sprache

Spanisch ist für Deutsche eine relativ leichte Sprache zum Lernen. Die Aussprache ist nicht besonders problematisch (außer das gerollte „r“), die Grammatik ist nicht sehr kompliziert und mit einem guten Niveau A2 kann man sich mit (kooperativen) Spanisch-Muttersprachlern gut unterhalten.
Das „argentinische Spanisch“ klingt etwas anders als das Spanisch auf der iberischen Halbinsel, für viele klingt es wie Italienisch wegen der Betonung hauptsächlich der Verben, aber im Grunde kann man mit einem neutralen „Hochspanisch“ in allen spanischsprachigen Ländern gut zurecht kommen. 

Casa Rosada (Buenos Aires) - Foto: CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)Casa Rosada (Buenos Aires) - Foto: CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)

Über das Land

Wenn man nach Argentinien reist, muss man sich viel Zeit nehmen, weil das Land sehr groß ist. (Vom Norden bis Süden sind es 3600 km!) Unbedingt müsste man der Hauptstadt Buenos Aires 3-4 Tage widmen und dann, je nach Interesse, viele Stunden im Auto/Bus sitzen, um zu den schönsten Landschaften zu gelangen... Die Iguazú-Wasserfälle im Nordosten, die „Berge der 7 Farben“ im Nordwesten, die Gletscher im Süden, die hügelige Mondlandschaft im Zentrum...sind alle Touristenattraktionen, die man gesehen haben muss, wenn man in Argentinien ist.

Die Iguazu-Wasserfälle - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)Die Iguazu-Wasserfälle - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)

Über die Mentalität

Die Mentalität der Argentinier ist wie die Tango-Musik... melancholisch, leidenschaftlich, manchmal langsam, manchmal schnell... Die Argentinier sind gegenüber Fremden sehr freundlich... Es ist nicht unüblich, dass man sehr schnell zu einem typischen „Asado“ (Grill) eingeladen wird, und der Argentinier gibt nicht so leicht auf, wenn Sie nein sagen... und wenn man die Einladung annimmt, wird man nicht nur ein leckeres Essen bekommen sondern es öffnet sich die Tür für eine neue Kultur...

Über Weihnachten

Weihnachten in Argentinien ist wie in den meisten Ländern, ein Familienfest... Der Trubel um Weihnachten beginnt schon einige Wochen vor dem 24. Dezember, wenn die langen Sommerferien beginnen und alle Menschen in Urlaubsstimmung sind. Die Familien müssen sich der schwierigen Entscheidung stellen: Wo feiern wir Weihnachten? Das ist kein einfaches Problem, da wir dieses Familienfest mit der „ganzen“ Familie zelebrieren wollen... Opa und Oma väterlicherseits, mütterlicherseits oder beide? Und Onkeln und Tanten? Also, das bedarf schon eines außerordentlichen Organisationstalents! Wenn die Verwandten nicht die Grenze der 1000 Kilometer Entfernung überschreiten, was in einem so großen Land nicht unüblich ist, wird Heiligabend meistens bei der einen Familie und Weihnachten bei der anderen verbracht. 

Die heiligen drei Könige

Maria Sipaila

Das Fest in Spanien

Jedes Jahr in der Nacht vom 5. zum 6. Januar laufen durch die Straßen Spaniens (und lateinamerikanischen Ländern) die heiligen drei Könige: Melchor, Kaspar und Balthasar. Sie werfen den Kindern aus bunt geschmückten Festwagen Bonbons und andere Süßigkeiten zu. Das ist die sogenannte „Cabalgata de Reyes“, ein Reiterumzug mit Kamelen, Karossen und den Figuren der Heiligen aus dem Morgenland. Mit fröhlicher Musik und diesem fröhlichen Umzug feiern die Spanier die Ankunft der heiligen drei Könige.

Die Kinder stellen in der Nacht zum 6. Januar ihre geputzten Schuhe vor die Zimmertür; dazu noch einige Süßigkeiten und eine Schüssel Wasser und Heu für die durstigen Kamele, die den langen Weg aus dem Orient geschafft haben. Am nächsten Morgen entdecken sie meistens angeknabberte Süßigkeiten, die leere Schüssel und die gewünschten Geschenke, bereit zum Auspacken.

Am 6. Januar ist in Spanien Feiertag und während die Kinder mit den neuen Geschenken spielen, essen die Erwachsenen den „Roscón de Reyes“ zum morgendlichen Kaffee: ein Kuchen in der Form einer Krone, die mit bunten kandierten Früchten geschmückt wird . Sie symbolisieren die Edelsteine vom Gewand der heiligen drei Könige. Manchmal ist im „Roscón“ auch eine kleine Figur versteckt, die dem Entdecker Glück bringen soll.

Für die meisten spanischen Kinder sind die heiligen drei Könige wie der deutsche Weihnachtsmann - beide bringen weder Myrrhe, Gold noch Weihrauch... eher eine Playstation, ein neues Touchhandy oder vielleicht auch eine Barbie.

Eguberri on!

Maria Sipaila

Olentzero - Der Weihnachtsmann mit Baskenmütze

In den nördlichen Regionen Spaniens Navarra und País Vasco (Baskenland) feiert man Weihnachten wie im restlichen Land – bis auf eine Besonderheit: der Besuch des Olentzero.
Der Olentzero ist ein rustikaler, dem guten Wein geneigter Kohlenbrenner, der am 24. Dezember aus den Bergen ins Dorf herunter kommt, um die Frohe Botschaft zu verkünden... und den Kindern ihre Geschenke zu überreichen.

Man vermutet, dass die Figur des Olentzero ursprünglichen mit den Festlichkeiten der Wintersonnenwende zu tun hat- und weniger mit dem christlichen Glauben. Er repräsentiert eine „alte Zeit“, die sich während der Sonnenwende erneuert und zum Neubeginn bereit ist. In einigen Gegenden baut man große Puppen mit den traditionellen Trachten des Olentzero. Diese Figuren werden durch die Straßen des Dorfes getragen, begleitet von lustiger Musik, Instrumenten und Tänzen. Am Ende ist es durchaus üblich, dass diese Puppen verbrannt werden... so zeigt sich das Ende einer Zeit... und der Beginn eines neuen Zyklus.

La Semana Santa en España

Maria Sipaila Bittner

Farbe, Musik und ein Hauch von Beklommenheit

Die Karwoche in Spanien hat eine lange Tradition und streckt sich vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag. Jeden Tag und zu verschiedenen Tageszeiten kann man diverse Prozessionen bewundern. Sie laufen eine festgelegte Strecke mit ihren Pasos, ihren Musikkapellen und ihren Büßern, umgeben von einer Menschenmenge, die sich dem Spektakel nicht entziehen will.

Pasos

Pasos sind die Konstruktionen, auf denen sich die Heiligen Szenen oder Marienstatuen befinden. Unter dieser tischförmigen Platte halten die Costaleros das Gewicht und bewegen die Figuren. Es erfordert viel Kraft, aber auch Genauigkeit, um diese schweren Platten hochzuheben und dann stundenlang auf ihren Schultern zu tragen. Vor allem, weil sie unter den Seitenbehängen aus Stoff nichts sehen können und auf die Anweisungen von Begleitern angewiesen sind.

Der Grund, weshalb die Pasos enstanden sind, war ganz einfach. Die Passion Christi sollte im Mittelalter der breiten Masse der analphabetischen Menschen durch Szenen aus der Bibel vermittelt werden.

Hermandades (Bruderschaften)

Schon im 14. Jahrhundert bildeten sich die ersten Bruderschaften (Hermandades) und veranstalteten Prozessionen durch die Städten. Damals wanderten die Nazarenos und Penitentes (dt.: Büßer) verkleidet mit den typischen Umhänge und Spitzhauben umher und büßten ihre Sünden.

Die Bruderschaften bildeten sich in der Regel aus Angehörigen einer bestimmten sozialen, Berufs- oder ethnischen Gruppe; heute noch gibt es die Hermandad de Los Panaderos (der Bäcker), la Hermandad de los Carpinteros (der Tischler) usw.

Costaleros, Nazarenos y Penitentes

Die Costaleros sind diejenigen, die die schweren Pasos durch die Straßen tragen. Der Name stammt von der schützenden Baumwollmütze, die sie auf dem Kopf haben (el costal). Es sind zwischen 30 und 50 Menschen, die sich abwechselnd die schwere Last auf die Schulter heben.

Nazarenos und Penitentes sind die Büßer, die die Prozessionen und die Pasos begleiten. Je nach Dauer ihrer Zugehörigkeit zur Bruderschaft gehen sie mit mehr oder weniger Abstand zu einem der Pasos und tragen Kerzen oder andere Insignien. Beide Gruppen sind mit einer Tunika bekleidet und haben Spitzhauben. Der Unterschied ist aber, dass die Penitentes ein Holzkreuz auf der Schulter tragen und dass ihre Spitzhaube nach hinten hängt. Die Spitzhaube der Nazarenos ragt jedoch in den Himmel als Zeichen der Nähe zu Gott.