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Wissenswertes Ungarisch

Ungarisch

Dr. Roberto Mann

Merkmale der Sprache

Für deutsche Lerner ist Ungarisch nicht so leicht zu erlernen. Deshalb lassen wir unseren Kurstei...

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Im Porträt

Katja Klammer

Ungarn

Mit Ungarn sind vor allem als Reiseland viele romantische Besonderheiten verbunden: die schier en...

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Ungarisch

Dr. Roberto Mann

Merkmale der Sprache

Für deutsche Lerner ist Ungarisch nicht so leicht zu erlernen. Deshalb lassen wir unseren Kursteilnehmern auch (im Vergleich zu Französisch oder Englisch) 30 Unterrichtsstunden mehr Zeit, um die Niveaustufe A 1 zu erreichen. Doch was ist so anders im Ungarischen?

Da wäre zunächst die Aussprache. Im Ungarischen entsprechen alle Buchstaben genau einem Laut, wobei auch Buchstaben aus zwei bzw. drei Graphemen – die Digraphen cs, gy, ny, zs bzw. Trigraphen dzs als eigene Buchstaben gelten, die jeweils für eine Lautung (Phonem) stehen. Diphthonge, die es im Deutschen gibt, z.B. ‚eu’, ‚ei’, gibt es im Ungarischen nicht. Hier werden die Doppelvokale getrennt ausgesprochen, z.B. ‚Europa’ als E-u-ropa. Der Wortakzent liegt – selbst bei Fremdwörtern - stets auf der ersten Silbe gyertya (Kerze), Nobel-díj.  

Dazu kommt die sogenannte Vokalharmonie, das wichtigste Lautgesetz des Ungarischen überhaupt. Dabei klingen die ungarischen Wörter für uns so, als ob immer dieselben Vokale wiederholt werden: vevő (der Käufer), megyek (ich gehe), értékes (wertvoll). Dennoch: Die meisten Suffixe (Endungen) harmonieren mit dem Wortstamm, an den sie angefügt werden: épületben (im Gebäude), szobában (im Zimmer), cseresznyével (mit Kirschen). Diese beiden Merkmale verleihen dem Ungarischen aber auch eine sehr große phonetische Harmonie.

Das Parlament in Budapest. Foto: Hermann via Picabay. (CC0: creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Das Parlament in Budapest. Foto: Hermann via Picabay. (CC0: creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

 Spätestens bei der Grammatik bzw. Satzbildung rauft sich der deutsche Lernende aber die Haare. Ungarisch gehört zu den agglutinierenden Sprachen. Das heißt, dass alles, was bei uns zum Substantiv gehört (Präpositionen, Artikel, Adjektive) als Silben (Präfixe und Suffixe) dem Wort hinzugefügt wird. Daraus entstehen dann besonders lange und zunächst verwirrende Worte, die aber auch einem deutschen Satz entsprechen können: legesleggyorsabbaknak (für die Allerschnellsten), megkérném (Ich würde Sie um etwas bitten.), Felhívhatnál! (Du könntest mich doch anrufen!).

Außerdem kennt die ungarische Sprache keine Hilfsverben bis auf „sein“ – van mit eigenständiger Bedeutung (wie ‚sein’, ‚haben’, ‚werden’). Bis auf ‚van’ werden die Hilfsverben zur Bildung zusammengesetzter Verbformen gebraucht. So wird durch Konjugation des Hilfsverbs fog (werden) und die Infinitivform des Verbs das Futur gebildet: Fel fogom hívni Pétert. (Ich werde Peter anrufen.). Und statt der Hilfsverben werden – Sie ahnen es – dem Vollverb Silben (Endungen bzw. Suffixe) hinzugefügt. Beispielsweise wird die Konjunktiv II-Gegenwartsform – was im Ungarischen dem Konditional Präsens entspricht – für das Verb „warten auf’“ in der 1. Person Singular aus dem Infinitivstamm (megvárn) des Verbs und der Endung -álak zu megvárnálak (Ich würde auf dich warten) gebildet.

Aber keine Angst. Es gibt auch Einiges, das leichter ist als bei anderen Sprachen. Das Ungarische kennt keine Geschlechter und die Wortstellung ist variabel. Das allerdings könnte so manchen Übersetzer ins Deutsche in den Wahnsinn treiben. 

Im Porträt

Katja Klammer

Ungarn

Mit Ungarn sind vor allem als Reiseland viele romantische Besonderheiten verbunden: die schier endlose Puszta, Heilquellen, kräftiger Kesselgulasch mit Paprika, gefüllte Palatschinken, der berühmte Weißwein aus Tokaj, Musik und Tanz und die Sonne über dem Balaton.

Foto: Romi (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Foto: Romi (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Die Naturlandschaft selbst bildet eine der Sehenswürdigkeiten des Landes. Ungarn wird durch die beiden Flüsse Donau und Theiß unterteilt. Im Westen der Donau liegt Transdanubien mit seiner hügeligen Landschaft und dem Balaton. Er ist als warmer Binnensee ein beliebtes Ziel. Östlich der Donau erstreckt sich im Norden das Bergland mit Thermalquellen, Höhlensystemen und der Weinregion Tokaj. Im Osten der Donau breitet sich außerdem die weite Puszta aus.

Foto: Puszta, Cernunnos (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Foto: Puszta, Cernunnos (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Eine weitere Besonderheit Ungarns ist die Sprache. Sie gehört innerhalb der uralischen Sprachen zum finno-ugurischen Zweig. Ungarisch ist damit eine der wenigen nicht-indogermanischen Sprachen in Europa.

Foto: Ungarische Landschaft, Edwina111 (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Foto: Ungarische Landschaft, Edwina111 (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Zahlen und Fakten:

Einwohner: ca. 9,88 Mio
Fläche: 93030 km2
Hauptstadt: Budapest
Staatsoberhaupt: Staatspräsident, Wahl alle 5 Jahre
Staatsform: Parlamentarische Demokratie mit Einkammerparlament