Newsletter bestellen

Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.
So erhalten Sie regelmäßig eine Mail mit wichtigen & neuen Infos:

Wissenswertes Tschechisch

Tschechisch

Katja Klammer

Sport für die Zunge

Das Tschechische gehört zu den westslawische Sprachen – und hält für Lerner einige Überraschungen...

Weiterlesen

Interview mit Frau Drozd

J. Drozd

Fragen zur Sprache, zur Mentalität, Land und Bräuchen

Drei Fragen zur tschechischen Sprache 1. Auf welche Probleme stoßen besonders Deutsche b...

Weiterlesen

Veselé Vánoce

Katja Klammer

Die Sehnsucht nach dem goldenen Schweinchen

Jahr um Jahr zu Heiligabend hören es die tschechischen Kinder von ihren Eltern und älteren Geschw...

Weiterlesen

Veselé Vánoce

Jana Drozd/Katja Klammer

Weihnachten in Tschechien

Der Christbaum wird am Nachmittag geschmückt, oft mit Äpfeln, Nüssen, Lebkuchen und vielerlei and...

Weiterlesen

Dich kenn ich doch, oder?

Jana Drozd

Gute Freunde - Falsche Freunde

Auch im Tschechischen wurden viele Wörter anderen Sprachen entnommen. Sogenannte Internationalism...

Weiterlesen

Weitere wissenswerte Themen:

Tschechisch

Katja Klammer

Sport für die Zunge

Das Tschechische gehört zu den westslawische Sprachen – und hält für Lerner einige Überraschungen bereit. Eine davon ist die ungewöhnliche Anhäufung von Konsonanten. Sie sorgen nicht nur für ein spannendes Schriftbild, sondern fordern auch die Aussprache heraus. Das demonstriert ein bekannter Zungenbrecher besonders gut – der zudem gänzlich ohne Vokale auskommt (!): Strč prst skrz krk (zu Deutsch: Steck' den Finger durch den Hals).

Nicht genug damit: Das Tschechische besitzt auch einen Konsonanten, der sonst in kaum einer andern Sprache vorkommt, den Konsonanten „ř“. Auch für diesen gibt es einen Zungenbrecher zum Üben: Třista třicet tři stříbrných stříkaček stříkalo přes třista třicet tři stříbrných střech (auf Deutsch: 333 silberne Feuerspritzen spritzten über 333 silberne Dächer).

Wie man den Zungenbrecher ausspricht, könnt Ihr hier nachhören:

Konsonanten werden in weiche, mittlere und harte Konsonanten eingeteilt. Außerdem können die Konsonanten stimmhaft und stimmlos ausgesprochen werden.

Daher gilt es für Lerner des Tschechischen ganz besonders, das Sprechen oft zu üben.

Interview mit Frau Drozd

J. Drozd

Fragen zur Sprache, zur Mentalität, Land und Bräuchen

Drei Fragen zur tschechischen Sprache

1. Auf welche Probleme stoßen besonders Deutsche beim Erlernen des Tschechischen?

Die Aussprache bereitet am Anfang vielen Probleme, sei es das rollende „R“, das „Ř“ mit dem Häkchen, oder die vielen Konsonantenhäufungen. Es gibt Wörter, ja ganze Sätze, die ganz ohne Vokal auskommen. Aber auch hier gibt es Tipps und Tricks, wie man die Aussprache gut erlernen kann.

2. Wie viele Stunden Tschechisch-Unterricht braucht man ungefähr, bis man sich ohne Probleme im Land bewegen kann. 

Nach ca. 30 Stunden ist man sprachlich nicht mehr ganz so hilflos und kann bereits einfache Sätze formulieren. Interessant wird es sicher erst nach 60 oder noch besser 90 Stunden. Ich lege im Unterricht großen Wert darauf, den Teilnehmern so früh wie möglich kommunikative Selbständigkeit zu ermöglichen. Bereits nach der ersten Stunde können deshalb die meisten schon ausdrücken, woher sie kommen, wie sie heißen, was sie beruflich machen, wer zu ihrer Familie gehört und wie es ihnen geht. Umgekehrt können sie auch ihren Gesprächspartner dazu befragen. Nicht schlecht für den Anfang, oder?

3. Bitte, nennen Sie uns 5 Tipps für alle, die Tschechisch lernen möchten.

  • Das Hören von Radio (z.B. http://www.radio.cz) oder Musik, um die tschechische Sprachmelodie zu verinnerlichen,
  • Sorgfalt beim Schreiben von Anfang an, denn alle Häkchen, Punkte und Längenstriche haben eine Bedeutung und müssen beachtet werden,
  • ein Sprachtandempartner,
  • ein mehrwöchiger Aufenthalt im Land, verbunden mit einem Sprachkurs,
  • sich trauen zu sprechen ;-)

Prager Burg (CC0 Public Domain - https://pixabay.com)Prager Burg (CC0 Public Domain - https://pixabay.com)

Fragen zur Mentalität

1. Worin unterscheidet sich der Alltag in der Tschechischen Republik und Deutschland besonders deutlich?

Sehr groß sind die Unterschiede nicht. Während man in Deutschland gerne plant, strukturiert, organisiert und eines nach dem anderen abarbeitet, mögen es die Tschechen eher etwas freier. Feste Regeln und Vorschriften hemmen nur die Kreativität – Improvisation und Raum für Spontaneität dagegen werden sehr groß geschrieben. Multitasking, d.h. die Fähigkeit mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, mag manchmal den Eindruck von leicht chaotischem Verhalten erwecken, ist aber meistens sehr effektiv und stellt einfach eine andere Art der Problemlösung dar.

2. Welches sind die größten Fettnäpfchen, die auf einen Deutschen in der Tschechischen Republik warten? 

Die Tschechen haben sich schon immer als Mitteleuropäer verstanden, dementsprechend ungern sehen sie es, mit anderen Staaten des (ehemaligen) Ostblocks in einen Topf geworfen zu werden. Ein großer Fauxpas ist es, die alte Bezeichnung „Tschechei“ zu verwenden – was ich selbst heute noch hin und wieder höre. Politisch korrekt hält man sich einfach an die offizielle Länderbezeichnung oder sagt „Tschechien“.

3. Gibt es ein Lebensmotto der Tschechen? Wenn ja, wie heißt es?

Ob es EIN Lebensmotto für alle Menschen eines Landes gibt, wage ich zu bezweifeln. Auch in Tschechien gibt es natürlich viele Redewendungen und Lebensweisheiten. Um nur ein Motto aufzugreifen, welches die Verbundenheit der Tschechen mit ihrer Heimat schön darstellt: „Všude dobře, doma nejlíp!“ Das bedeutet so viel wie: „Woanders ist es zwar auch schön, aber am allerbesten ist es doch zu Hause!“

Olomouc (CC0 Public Domain - https://pixabay.com)Olomouc (CC0 Public Domain - https://pixabay.com)

Fragen zum Land

1. Wenn man nur eine Woche Zeit für einen Aufenthalt in der Tschechischen Republik hätte, was sollte man unbedingt sehen?

Wer noch nie in Tschechien war, wird sicherlich nicht um Prag herum kommen, denn das ist wirklich eine aufregende und sehenswerte Stadt.
Ich bin besonders gern in Südböhmen (Jižní Čechy) oder Mähren (Morava), das ist der östliche bzw. südöstliche Teil Tschechiens. Auch hier gibt es wunderbare Städte, wie z.B. Olomouc, Brno, Telč, Lednice oder Hodonín.
Ich habe festgestellt, dass viele Tschechien-Urlauber sich eher auf den geographisch näheren westlichen Teil Tschechiens beschränken, was schade ist, denn auch der östliche Teil Tschechiens hat so viel Schönes zu bieten.

2. Welche Gerichte würden Sie einem Besuch in einem tschechischen Restaurant unbedingt empfehlen? Gibt es auch ein Gericht, das man besser meiden sollte? 

Natürlich den gebratenen Käse „smažený sýr“. Zusammen mit „tatarská omáčka“ (einer Art Remoulade) ein Gericht, das nicht nur Vegetariern schmeckt. „Knedlíky“ – Knödel sind natürlich auch sehr beliebt, ob zum Gulasch – „guláš“ oder zum Lendenbraten mit Sahnesauce – „svíčková na smetaně“. Wer keine Innereien mag, der sollte „dršťková polévka“ meiden, denn dahinter verbirgt sich eine Kuttelsuppe.

3. Was schätzen Sie besonders am Land Tschechische Republik? 

Tschechien ist ja nicht so übermäßig groß. Dennoch kann man überall etwas Interessantes sehen oder erleben, egal wo man sich aufhält. Es gibt Schlösser und Burgen, tolle Badeseen, Nationalparks, Gebirge, Berge und Wälder zum Wandern. Und natürlich die landschaftliche Vielfalt, vom Norden, mit seinen teils schroffen und herben Gebirgszügen, bis hin in den Süden, mit seiner malerischen, ja fast lieblichen Landschaft.

Schloss LedigeSchloss Ledige

Fragen zu Weihnachten

Gibt es etwas Besonderes, was Sie an Weihnachten in der Tschechischen Republik mögen? Vermissen Sie das hier?

Es gibt in Tschechien eine schönen Weihnachtsbrauch: wer am Heiligen Abend ein Goldenes Schweinchen sehen möchte, der sollte sich von den weihnachtlichen Leckereien nicht verführen lassen. Nur wem es gelingt, den ganzen Tag zu fasten, der sieht am Abend mit etwas Glück das goldene Rüsseltier die Wand entlang huschen. Als Kind hatte ich mir immer vorgenommen, ENDLICH das Schwein zu Gesicht zu bekommen. Allerdings konnte ich in direkter Nähe zu Tellern voll mit Weihnachtsgebäck nie so viel Willenskraft aufbringen, um den Wahrheitsgehalt dieser Legende zu überprüfen.
Am Weihnachtsabend ist es bei uns Tradition, die Weihnachtsmesse „Česká mše vánoční“ von Jakub Jan Ryba, einem hier in Deutschland eher unbekannten böhmischen Komponisten der Romantik, zu hören.  

Veselé Vánoce

Katja Klammer

Die Sehnsucht nach dem goldenen Schweinchen

Jahr um Jahr zu Heiligabend hören es die tschechischen Kinder von ihren Eltern und älteren Geschwistern: „Wenn du den ganzen Tag nichts isst, siehst du mit ein bisschen Glück heute Abend das goldene Schweinchen.“ Wenn die Dunkelheit am Heiligen Abend hereinbricht, erscheint für einen ganz kurzen Moment das Wundertier – so heißt es jedenfalls bei diesem alten Weihnachtsbrauch. Aber irgendwie schaffen es die Kleinen nicht, das goldene Schweinchen zu entdecken. Vielleicht haben sie doch genascht? Oder nur aus Versehen nicht dort hingeschaut, wo das Schweinchen „gerade noch war“, wie die Älteren ihnen versichern? Aber was ist das goldene Schweinchen? Wer weiß, vielleicht eine Hilfe in der schwierigen Fastenzeit – oder einfach ein kleines tschechisches Weihnachtsgeheimnis.

Veselé Vánoce

Jana Drozd/Katja Klammer

Weihnachten in Tschechien

Der Christbaum wird am Nachmittag geschmückt, oft mit Äpfeln, Nüssen, Lebkuchen und vielerlei anderen Süßigkeiten. Wer jedoch am Heiligen Abend ein Goldenes Schweinchen sehen möchte, sollte sich von den Leckereien nicht verführen lassen. Nur wem es gelingt, den ganzen Tag zu fasten, der sieht am Abend mit etwas Glück das goldene Rüsseltier die Wand entlang huschen.

Erst wenn der erste Stern am Himmel erscheint, darf an diesem Tag eine Kerze angezündet werden. Erst dann dürfen sich die Familienmitglieder an den Tisch zum gemeinsamen Abendessen setzen. Früher schnitt der Familienvater dann das Brot in Scheiben, wobei er diese nicht zählen durfte. Blieben eine oder mehrere Scheiben übrig, bedeutete dies, dass sich die Familie im kommenden Jahr vergrößern würde. Hatte er jedoch zu wenig Brot geschnitten, bedeutete dies für das nächste Jahr Verlust und Tod.

Die weihnachtliche Speisekarte ist je nach Region unterschiedlich. Verbreitet sind Pilz- oder Fischsuppe, gefolgt von paniertem Karpfen mit Kartoffelsalat (wer sich eine Schuppe vom Festtagskarpfen in die Geldbörse steckt, sorgt dafür, dass sie auch im nachfolgenden Jahr immer gut gefüllt ist). Gerne wurde und wird auch „Kuba“ gegessen, das sind im Ofen zubereitete Graupen mit Steinpilzen und Knoblauch.
Ein weiterer Brauch bei Tisch ist das Zerschneiden eines Apfels. Erscheint in der quer geschnittenen Apfelmitte ein Stern, bedeutet dies Gesundheit und Glück für das kommende Jahr. Ein Kreuz hingegen verheißt das Gegenteil.

Ein ebenso weit verbreiteter Brauch ist es, Walnussschalen in einer Wasserschüssel schwimmen zu lassen. Jedes Familienmitglied befestigt eine kleine Kerze in der Mitte der Walnussschale und lässt sein „Schiffchen“ schwimmen. Erreicht die Nussschale das andere „Ufer“, erwartet den Besitzer ein angenehmes und langes Leben. Geht sie im Wasser unter, stehen unangenehme Geschehnisse ins Haus.

Der Heilige Abend endet mit der Mitternachtsmesse. Danach zieht man von Haus zu Haus und singt Weihnachtslieder.

Man erzählt sich übrigens, dass die Tiere in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember sprechen können.

Unverheiratete Mädchen schneiden manchmal am 4. Dezember zu St. Barbara einen Kirschzweig ab und stellen ihn ins Wasser. Wenn der Zweig bis Weihnachten blüht, bedeutete es, dass das Mädchen im kommenden Jahr heiraten wird. Auch das Werfen von Schuhen ist eines der langen Traditionen unverheirateter Mädchen. Wirft ein Mädchen den Schuh über die Schulter und zeigt die Schuhspitze zur Tür, soll ebenfalls ihre Hochzeit im kommenden Jahr ins Haus stehen. 

Dich kenn ich doch, oder?

Jana Drozd

Gute Freunde - Falsche Freunde

Auch im Tschechischen wurden viele Wörter anderen Sprachen entnommen. Sogenannte Internationalismen (z.B. restaurace, fotbal, adresa, mailovat usw.) oder Germanismen (z.B. flaška, brýle, štrúdl, bagr usw.) erleichtern das Verstehen, auch wenn der Rest des Satzes vielleicht kryptisch bleibt. Allerdings gibt es auch hier wie in anderen Sprachen „falsche Freunde“, mit deren Hilfe sie sich ordentlich in die Nesseln setzen können…

Ein stůl ist in der Tat ein Möbelstück, allerdings kein Stuhl, sondern ein Tisch. Ein štír ist wesentlich kleiner als ein Stier und bezeichnet einen Skorpion. An einer Tankstelle können Sie Ihr Auto natankovat – auftanken. Vermeiden Sie jedoch das Wort tank, denn das bedeutet wie im Englischen Panzer. Brauchen Sie vom Arzt eine Pille, dann fragen Sie bitte nicht nach einer pila – Säge –, sondern nach einer pilulka oder tabletka. Eine pila brauchen Sie dann eher für einen strom. Nein, mit elektrischem Strom – elektrický proud – hat dies wenig zu tun, strom bedeutet einfach Baum.