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Wissenswertes Indonesisch

Indonesisch

Esie Hanstein

Die leichteste Sprache der Welt?

In der 1. Stunde des Indonesischunterrichts kommt für die neuen Schüler zunächst immer eine gute ...

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Interview mit Frau Hanstein

E. Hanstein

Fragen zur Sprache, zur Mentalität, Land und Bräuchen

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Weitere wissenswerte Themen:

Indonesisch

Esie Hanstein

Die leichteste Sprache der Welt?

In der 1. Stunde des Indonesischunterrichts kommt für die neuen Schüler zunächst immer eine gute Nachricht: Sie werden eine Sprache lernen, in der es keine Fälle (Kasus), keine Verbbeugungen (Konjugation) und eigentlich auch kein Geschlecht und auch keine Zeitform gibt: also nur simples Baukastensystem aus Wortstämmen mit Vorsilben, Infixen und Nachsilben. Zu lernen bleiben da eigentlich nur ein paar wenige Aussprachebesonderheiten (z.B. russisches „r“) und natürlich die Vokabeln. Alles wird so geschrieben wie es gesprochen wird… nicht wie beim Französischen ;O)

Die Wörter hören sich für uns Europäer schön an, da sie voller Vokale sind und manchmal eher wie melodischer Singsang klingen. Erleichternd für das Vokabellernen kommt noch die Bildhaftigkeit vieler Ausdrücke im Indonesischen hinzu. Sicher ist allen Matahari bekannt. Wörtlich heißt es „Auge des Tages“; gemeint ist die „Sonne“. Eine Verdopplung eines Wortes zeigt den Plural und manchmal auch eine Intensivierung an: mata-mata kann so also „Augen“ heißen, aber auch „Spion“, also derjenige, der seine Augen überall hat. Dann gibt es noch air mata, das „Wasser des Auges“: eine Träne. Dreht man es um, bekommt man mata air, das „Auge des Wassers“: eine Quelle. Als letztes Beispiel noch anak mata, das „Kind des Auges“, die Pupille. Es gibt also genügend Möglichkeiten für einprägsame Eselsbrücken.

Tempel auf Bali (Ulan Dann). Foto: DEZALB via Pixabay (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Tempel auf Bali (Ulan Dann). Foto: DEZALB via Pixabay (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Diese Einfachheit der Grammatik ermöglicht den Lernenden ein relativ schnell Sprechen in der neuen Sprache und viele kleine Erfolge. Nach einem Jahr Unterricht im Indonesischen kann man bei angemessenem Fleiß schon viel weiter sein als in den meisten anderen Fremdsprachen und kann sich schon deutlich besser verständigen. Erst ab einem gewissen „professionellen“ Level – also z. B. als Übersetzer von Rechtstexten – wünschte man sich manchmal doch etwas mehr Grammatik herbei, um einen Satz in der Aussage auch wirklich eindeutig gestalten zu können, aber das ist dann wohl nur ein Luxusproblem, dass den normalen Indonesischlernenden bestimmt nicht stört. 

Interview mit Frau Hanstein

E. Hanstein

Fragen zur Sprache, zur Mentalität, Land und Bräuchen

Fragen zur Sprache

Auf welche Probleme stoßen besonders Deutsche beim Erlernen des Indonesischen? Gibt es überhaupt Probleme?

Es gibt wenig Probleme für Deutsche: die indones. Grammatik ist relativ einfach: keine Konjugation, keine Deklination, keine Zeitformen, keine Artikel, kein Geschlecht – fast ein reines Baukastensystem um Stammwörter mit Vor- und Nachsilben und Infixen. Es bleibt oft nur „reines Vokabellernen“. Die Aussprache ist bis auf ein rollendes „R“ für Deutsche problemlos…und alles wird meist so geschrieben wie gesprochen.

Wie viele Stunden Indonesisch-Unterricht braucht man ungefähr, bis man sich ohne Probleme im Land bewegen kann?

Viele Touristen kommen mit einem kleinen Sprachführerbuch gut durchs Land und können sich nach einigen Wochen sogar schon über komplexere Sachverhalte mit den Indonesiern verständigen. Talentierte und fleißige Indonesischlerner kommen sicher schon mit 30 Unterricht Stunden aus.

Redang - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)Redang - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)

Bitte, nennen Sie uns 5 Tipps für alle, die Indonesisch lernen möchten.

  • sich selbst motivieren, am besten durch eine anstehende Indonesienreise,
  • wie bei allen Sprachen: Kontakt zu Muttersprachlern suchen,
  • nicht eine regionale Variante lernen, sondern auf Hochsprache achten,
  • indonesische Popmusik bei Youtube hören,
  • indonesisch Essen gehen und die Speisekarte zu verstehen versuchen.

Fragen zur Mentalität

Worin unterscheidet sich der Alltag in Indonesien und Deutschland besonders deutlich?

Indonesier lächeln gern und viel und schauen z.B. nicht so griesgrämig wie viele Deutsche im Herbst in der Straßenbahn. Sie sind sehr höflich gegenüber Älteren und achten die Familie sehr. Indonesier sind in der Regel auch sehr religiös, und haben zumeist wenig Verständnis für Atheismus. Vor allem für die Javaner gilt Konfliktvermeidung als höchstes Gut.

Welches sind die größten Fettnäpfchen, die auf einen Deutschen in Indonesien warten? 

Die linke Hand gilt als unrein, und darf nicht zum Zeigen oder auch zum Überreichen benutzt werden. Auch der Fuß ist das „niederste“ Körperteil und sollte beim Sitzen nie auf den Gegenüber zeigen. Der Kopf ist das „höchste“ Körperteil und sollte auch nicht im Spaß berührt werden. Gefühle werden nicht öffentlich gezeigt, vor allem Anschreien oder Lautwerden ist total verpönt. Auch Küssen in der Öffentlichkeit schickt sich nicht. Kritisiere nie jemand vor anderen – er würde „sein Gesicht verlieren“.

Borddur-Tempel - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)Borddur-Tempel - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)

Gibt es ein Lebensmotto der Indonesier? Wenn ja, wie heißt es?

Bhinneka Tunggal Ika = „Einheit in der Vielfalt“ ist der Slogan, den der Wappenvogel Garuda in seinen Klauen trägt. Damit wird idealisiert, dass durch die große Vielfalt der indonesischen Bevölkerung keine Gruppe die Überhand hat, und somit alle als Teil des Ganzen zusammenstehen müssen.

Fragen zum Land

Wenn man nur eine Woche Zeit für einen Aufenthalt in Indonesien hätte, was sollte man unbedingt sehen? 

Eine Woche ist leider viel zu wenig. Man sollte unbedingt Yogyakarta auf Java gesehen haben, das kulturelle Zentrum mit den eindrucksvollen Tempeln von Borobodur und Prambanan. Aber auch die Natur und die Landschaft am Vulkan Bromo, die Korallengärten in Nordsulawesi und auch die Reste des Urwalds in Sumatra und Kalimantan sind einmalig schön.

Welche Gerichte würden Sie bei einem Besuch in einem indonesischen Restaurant unbedingt empfehlen? Gibt es auch ein Gericht, das man besser meiden sollte?

Jeder glaubt Nasi goreng zu kennen, aber in Indonesien schmeckt das Original natürlich noch viel besser. Jeder sollte einmal Gado-gado mit Erdnusssauce probiert haben. Oder auch richtiges Rendang…leider schaffen es nur wenige Restaurants in Deutschland, den Geschmack dieser Gerichte einigermaßen original zu bewahren.

Durian, die sogenannte „Stinkfrucht“, wird von vielen Indonesiern geliebt, für Europäer sind die Konsistenz und der eindringliche Geruch sicher gewöhnungsbedürftig. Hat man sich aber erstmal daran gewöhnt, gibt es wenig, was besser schmeckt ;O) 

Durian-Frucht - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)Durian-Frucht - CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)

Fragen zu Weihnachten

Spielt Weihnachten in Indonesien eine Rolle? Gibt es andere wichtige Feste in der Zeit oder ein mit Weihnachten vergleichbares Fest?

Die Christen in Weihnachten feiern natürlich auch Weihnachten. Als nationaler Feiertag haben alle Indonesier egal welcher Religion zu dieser Zeit frei. So aber auch die Christen zum islamischen Fastenbrechen. In den Medien ist Weihnachten sehr präsent.

Rezepte für die Ferien

Esie Hanstein

Rujak Nanas & Timun (Ananas-Gurken-Bowle)

Zum Abschluss unserer kulinarischen Woche begeben wir uns noch einmal nach Indonesien. Hier ist eine wunderbar erfrischende alkoholfreie Bowle für ganz heiße Tage:

Zutaten:

  • 1 große süße Ananas
  • 1 lange (Bio) Gurke
  • ein Viertel eines Vogelaugenchilie (sehr scharf)
  • 2 große Flaschen stilles Volvic (insgesamt 3 l)
  • Zucker nach Geschmack
  • 1 Prise Salz
  • 1 kleine Zitrone
  • 1 Limette

Zubereitung:

  • Ananas schälen und in ganz kleine Stückchen hacken (einmal von der Schnittseite hacken, und dann im 90-Grad-Winkel davon klein hacken; so groß wie Reiskörner). Gurke gut waschen und ohne Schälen ebenfalls so klein hacken. Alles in eine große Schale geben.
  • Dazu den Saft der Zitrone und der Limette, eine Prise Salz und 10 EL Zucker oder entsprechenden Zuckerersatz zugeben. Mit dem Zucker zwischen den Fingern den Viertelchili zerreiben. Unter Rühren das Volvic dazugeben und dann nach Geschmack noch Zucker hinzufügen.
  • Kalt stellen oder mit ordentlich Eiswürfeln versehen, da sie unbedingt kalt serviert werden muss.

Guten Appetit! 

Rezepte für die Ferien

Esie Hanstein

Sambal Telor - scharfe Eier à la Esie

Zutaten:

  • 10 hartgekochte Eier
  • 1 Stengel Zitronengras
  • 2 Salamblätter
  • 2 frische Kafirlimettenblätter
  • 3-5 Knoblauchzehen
  • 5 mittelgroße Chilies (kein Vogelaugenchili)
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 400 ml Kokosmilch (Büchse)
  • 2 cm Kurkuma (Gelbwurz)
  • 2 cm Ingwer
  • 2 Kerzennüsse (kemiri)
  • 4 kleine rote (asiatische) Zwiebeln
  • Jasmin-Reis (oder Roggenbrot zum Eintunken)

Zubereitung:

  • Die gekochten Eier schälen, längs alle 5 mm dünn anritzen und in reichlich Öl auf allen Seiten goldbraun anbraten. Dabei zunächst die Kochplatte auf sehr heiß stellen und dann langsam die Temperatur zurücknehmen.
  • Die trockenen Chilis mit einem Messer zerkleinern und in etwas lauwarmem Wasser quellen lassen. Wenn die Chilis weich sind, diese mit einem Löffel entnehmen (die scharfen Kerne können dabei weggeschwemmt werden) und die Flüssigkeit ausquetschen (nicht mit den Fingern und dann den Schweiß aus den Augen wischen!). Dann die Chilis mit dem Salz in einen Mörser geben und zu einer feinen Paste zerstoßen/zerquetschen/zerreiben. Restliche Kerne müssen dabei zerkleinert werden. Dann das geschälte Kurkuma und den Ingwer in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls in der Paste fein und restlos zerreiben. Danach dies mit den Knoblauchzehen wiederholen. Dann die 2 Kerzennüsse zerstoßen und ebenfalls zusammen mit der Paste zerreiben.
  • Das Zitronengras halbieren (nur die unteren, zur Wurzel zeigenden 10 cm werden genutzt) und mit dem Mörserstößel oder auch einem Hammer weich klopfen und zusammen mit den Salam- und den Kafirlimettenblättern in die Paste stecken. Die roten Zwiebeln schälen und in dünne Scheiben schneiden.
  • In einer großen, hohen Pfanne ca. 3 EL Öl erhitzen (Boden der Pfanne gut bedeckt) und darin die Zwiebeln anschwitzen (das Öl vom Eierbraten vermindern) und dann die Paste mit den Blättern und dem Zitronengras dazugeben. Mit etwas Wasser (4-5 EL) den Mörser ausspülen und die Flüssigkeit ebenfalls dazugeben. Spätestens jetzt sollte es seeehr lecker scharf duften ;=)
  • Nach ca. 2-3 Minuten die Kokosmilch dazugeben und ständig rühren, damit die Milch nicht zerkocht. Hier kann man auch vorsichtig testen, ob nach eigenem Geschmack genügend Salz enthalten ist. Jetzt die Prise Zucker hinzufügen. Wenn alles kocht, werden die Eier dazugegeben und dann lässt man alles schwach köchelnd 10-15 Minuten bei gelegentlichem Umrühren blubbern und eindicken. Fertig ;=)
  • Ist es zu scharf – bei den Chilis in Deutschland weiß man ja nie – kann etwas Zitronensaft zugegeben werden. Die scharfen Eier schmecken am besten mit weißem Reis (auch hier gilt: Reis heiß und Eier mit Sauce etwas kühler nimmt die Schärfe) oder dunklem Brot.