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Wissenswertes Türkisch

Die türkische Sprache

G. Schimmelpfennig

Geschichte und Merkmale

Von den Chinesen wurden die Türken Tu-küe oder Tür-küt genannt, was so viel bedeutet wie ,,die Mä...

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Interview mit Frau Schimmelpfennig

Gülseren Schimmelpfennig

Fragen zur Sprache, zum Land und zu Bräuchen

Fragen zur Sprache Auf welche Probleme stoßen besonders Deutsche beim Erlernen des Türkischen...

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Türkische Spezialität

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Rezept Lahmacun

Rezept Lahmacun (Türkische Pizza) 500 g Mehl, 10 g frische Hefe, 350 g Rinder...

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Eine Sehenswürdigkeit in Istanbul

Dr. Roberto Mann

Die Galata-Brücke

Die Galata-Brücke ist fast 500 m lang und verbindet den alten Teil Istanbuls mit dem Stadtteil Ga...

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Geschichtliches

Gülseren Schimmelpfennig

Der Trojanische Krieg

Der Trojanische Krieg wird in der „Illias“ von Homer beschrieben. Paris, der Sohn des trojanische...

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Weitere wissenswerte Themen:

Die türkische Sprache

G. Schimmelpfennig

Geschichte und Merkmale

Von den Chinesen wurden die Türken Tu-küe oder Tür-küt genannt, was so viel bedeutet wie ,,die Mächtigen". Nach chinesischen Geschichtsquellen lässt sich die Geschichte der Türken bis 1800 vor Christus zurückverfolgen. Ursprünglich lebten die Türken nördlich bzw. westlich von China und besiedelten später die Steppen bis zum Kaspischen Meer und zum Ural.

Nach dem Untergang des Göktürken-Reiches (552 bis 745) entstand im Osten das turkstämmige Reich der Uiguren, das sich vom Baikalsee bis zum Gelben Fluss erstreckte. Die Geschichte des Göktürken-Reiches wurde in den Orchon-Inschriften festgehalten, die im Orchon-Tal in der heutigen Mongolei gefunden wurden.
Der Überlieferung nach mussten die Türken aufgrund der lang anhaltenden Dürre ihr Urvaterland in Zentralasien verlassen. Sie zogen über Nord-Persien nach Kleinasien und auf die Balkanhalbinsel. Ein anderer Stamm (die Uraltürken) breitete sich über das südliche Russland und den nördlichen Kaukasus aus.

Typologisch gesehen gehört Türkisch zu den Turksprachen, die zusammen mit dem Mongolischen, Koreanischen, Tungusisch-Mandschurischen und (mit Vorbehalt) Japanischen zur Familie der ural-altaischen Sprachen zählen. Aufgrund ihres agglutinierenden Sprachbaus, der Vokalharmonie und der Grammatik (s. u.) werden Finnisch und Ungarisch dem uralischen Zweig dieser Sprachfamilie zugeordnet.  

Ballons über Kappadokien Foto: umlicht. CC0 (http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Ballons über Kappadokien Foto: umlicht. CC0 (http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Grammatikalisch gesehen weist die türkische Sprache eine durchgehend agglutinierende Wortbildung und Flexion auf.
Der lateinische Begriff "Agglutination" bedeutet wörtlich „Aneinander leimen". Demnach werden syntaktische Beziehungen im türkischen Satz durch ,,Aneinanderleimen" der Suffixe, d.h. der grammatischen Endungen, ausgedrückt. Die Entstehung der Wörter geschieht auch nach dem Prinzip der Agglutination. Die Endungen signalisieren dabei in der Regel nur eine bestimmte Flexionskategorie, d. h. bei Substantiven Numerus, Kasus und bei Verben Person, Zeit usw.

Das entscheidende Merkmal der Suffixe ist es, dass jede grammatische Bedeutung stets durch ein und dasselbe Suffix (Morphem) ausgedrückt wird. Abgesehen von Erfordernissen der Vokalharmonie (s. u.) sind die Morpheme unveränderlich. Jedes Morphem hat im Satz nur eine spezifische Bedeutung bzw. grammatische Funktion. Die Suffixe werden in einer bestimmten Reihenfolge aneinandergehängt, d. h. agglutiniert, z. B:
Çocuk-lar-ınız-la (Kind+PL+Ihr+mit) (mit Ihren Kindern)

Die Suffixe spielen im Türkischen eine überaus wichtige Rolle. An Stämmen können im Turkischen bis elf, in seltenen Fällen sogar bis siebzehn Suffixe treten, z.B.
 Bulaşamadıklarımızdan mısınız ?
(Gehören Sie zu jenen, mit denen wir uns nicht haben treffen können?)
Im Normalfall werden in der gesprochenen Sprache selten Wörter mit mehr als drei bis vier Suffixe verwendet.

Es gibt im Türkischen keine Artikel und kein grammatisches Geschlecht. Relativsätze werden durch Partizipial- und Gerundivkonstruktionen ersetzt. Generell werden statt Nebensätze nominalisierte komplexe Verbalformen verwendet. Das Verbum steht im Türkischen am Satzende. Die normale Satzfolge ist S-O-V (Subjekt-Objekt-Verb).

Stress mit den Türken

Lehrerin : Bitte alle die Hand heben, die Deutsche sind!
Alle außer Ali heben die Hand.
Fritzchen: "Ali, du bist doch hier in Deutschland geboren und aufgewachsen, also bist du Deutscher. Melde dich."
Ali meldet sich. Als Ali dann nach der Schule nach Hause kommt und dem Vater davon erzählt, holt dieser aus und haut dem kleinen Ali eine runter.
Ali dreht sich um und sagt: "Oh man, kaum ist man Deutscher schon hat man Stress mit den Türken." 

Interview mit Frau Schimmelpfennig

Gülseren Schimmelpfennig

Fragen zur Sprache, zum Land und zu Bräuchen

Fragen zur Sprache

Auf welche Probleme stoßen besonders Deutsche beim Erlernen des Türkischen?

  • Die türkische Grammatik ist ganz anders als die deutsche.
  • Es gibt oft viele verschiedene Wörter für die gleiche Sache.
  • Ungewohnte Sprachstruktur (agglutinierende Sprache), vieles wird über Endungen, die aneinander gereiht werden, ausgedrückt,
  • Das Prinzip einiger Zeitformen ist für Deutsche schwer zu durchschauen (besonders Aorist)

Wie viele Stunden Türkisch-Unterricht braucht man ungefähr, bis man sich ohne Dolmetscher im Land bewegen kann?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten: Es kommt drauf an, wie schnell man lernt und was man im Land tun möchte. Als Tourist kommt man auch mit Englisch oder Deutsch, bei Bedarf mit Händen und Füßen zurecht, für einen Umzug in das Land sind weitreichendere Sprachkenntnisse sinnvoll. Insgesamt ist Türkisch aber im Vergleich zu anderen Sprachen nicht besonders viel schwerer zu erlernen.

Bitte, nennen Sie uns 5 Tipps für alle, die Türkisch lernen möchten.

  • Viel mit türkischsprachigen Menschen reden,
  • Türkisches Fernsehen schauen,
  • Fleiß und Disziplin beim Lernen (Vokabeln),
  • Tandempartner suchen,
  • guten Sprachkurs suchen.

Topkaki-Palast - Foto: CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)Topkaki-Palast - Foto: CC0 Public Domain (Quelle: https://pixabay.com)

Fragen zur Mentalität

Worin unterscheidet sich der Alltag in der Türkei und Deutschland besonders deutlich?

  • Die Familie verbringt seeeehhr viel Zeit miteinander. 
  • Autofahren ist nur was für Hartgesottene: wer hupt, gewinnt.
  • Tanken ist sehr teuer.
  • Kinder bleiben länger wach. Die Schlafenszeiten nicht mit denen in Deutschland vergleichbar.

Welches sind die größten Fettnäpfchen, die auf einen Deutschen in der Türkei warten?

  • Reizthemen meiden: Tagespolitik, Religion, Zypern, Armenien, Kurdistan,
  • Positiv: Lob für Modernität der Türkei, Wertschätzung der Gastfreundschaft,
  • Einladungen sind anzunehmen – Gegeneinladungen aussprechen!
  • Fastenzeit respektieren,
  • Gebetsrufe des Muezzins nicht belächeln,
  • Sitzen Sie gegenüber, so schließen sie die Beine.
  • Lautes Putzen der Nase ist unhöflich.

Gibt es ein Lebensmotto der Türken? Wenn ja, wie heißt es? 

Der Mensch soll sein Bestes tun, um die Zukunft zu gestallten. Aber, das Leben folgt letzten Endes einem vorgegebenen Weg.

Hagia Sophia - Foto: CC0 Public Domain (Quelle: Https://pixabay.com)Hagia Sophia - Foto: CC0 Public Domain (Quelle: Https://pixabay.com)

Fragen zum Land

Wenn man nur eine Woche Zeit für einen Aufenthalt in der Türkei hätte, was sollte man unbedingt sehen? 

Unbedingt nach Istanbul fliegen! 

  • Sehenswürdigkeiten in Istanbul: Hagia Sophia, Sultan-Ahmed-Moschee, Topkapi Palast, der große Basar, Galataturm in Beyoglu,
  • Hamam – Türkische Badekultur mit Wellness pur,
  • Essen & Trinken in Istanbul,
  • Nachtleben in Istanbul – Feiern am Bosporus,

Welche Gerichte würden Sie einem Besuch in einem türkischen Restaurant unbedingt empfehlen? Gibt es auch ein Gericht, das man besser meiden sollte?

  • Çiğ Köfte habe ich selbst nicht gegessen, aber ich wurde von Türken davor gewarnt, dass Sie nicht jedermanns Geschmack sind
  • Unbedingt essen: sarma, mantı, kıymalı / sucuklu /ıspanaklı pide, börek; Nachspeise: revani (irmik tatlısı) und natürlich baklava und kadayIf (nichts für zuckerscheue Menschen), 
  • keine Scheu vor Joghurt, der für Deutsche ungewöhnlich häufig zu gefühlt fast allen Speisen gereicht wird, 
  • Im Alltag wird weniger Fleisch als in Deutschland gegessen.
  • Okraschoten (bamya) sind äußerst lecker.

Was schätzen Sie besonders am Land Türkei?

Gastfreundschaft und Freundlichkeit, tolles Essen, insgesamt die Atmosphäre, schöne Sprache, schöne und vielfältige Landschaft.

Gibt es etwas Besonderes, was Sie an Weihnachten in der Türkei mögen? Vermissen Sie das hier?

 In der Türkei wird Weihnachten immer beliebter. Nur wird nicht die Geburt Christi gefeiert, sondern das neue Jahr.
Statt „Noel“, dem türkischen Wort für Weihnachten, ist überall von „Yilbasi“ die Rede: Zwischen Bosporus und Ararat wird nicht die Geburt Christi gefeiert, sondern das neue Jahr. Folgerichtig heißt der Weihnachtsbaum auch „Neujahrsbaum“, die Weihnachtsgeschenke werden als „Neujahrsgeschenke“ verteilt. Eine entsprechende Traditionen gibt es in der Türkei zwar nicht, die Gelegenheit zum Feiern wird aber gern angenommen.

Da die westlichen Weihnachtsfeiertage um den 25. Dezember in der muslimischen Türkei normale Arbeitstage sind, der Neujahrstag aber ein staatlicher Feiertag ist, entsteht eine Art verlängertes Sylvesterfest mit Weihnachtsmotiven und Nikolaus-Kostümen.
 

Türkische Spezialität

Gülseren Schimmelpfennig

Rezept Lahmacun

Rezept Lahmacun (Türkische Pizza)

  • 500 g Mehl,
  • 10 g frische Hefe,
  • 350 g Rinderhackfleisch (oder Lamm),
  • 4 Tomaten, 2 Zwiebeln (auch rote Zwiebeln),
  • 2 grüne oder rote Peperoni,
  • 1 Bund Petersilie gehackt,
  • 2 TL Paprikapulver,
  • 1 TL Kreuzkümmel (nach Geschmack gemahlen),
  • 2 EL Olivenöl,
  • 200 ml lauwarmes Wasser,
  • Salz

Zuerst werden das Mehl, die zerkleinerte Hefe, 1 TL Salz und 200 ml lauwarmes Wasser vermengt und geknetet. Anschließend streut man noch etwas Mehl auf den Teig und lässt ihn zugedeckt etwa 1 Stunde gehen. Der Backofen wird auf 240 °C vorgeheizt und ein Backblech mit Olivenöl bestrichen.

Nun sind die Peperoni und Zwiebeln in Ringe zu schneiden, die Tomaten klein zu würfeln, die Petersilie zu hacken und alles mit dem Hackfleisch zu vermischen. Die Gemüse-Fleisch-Masse wird mit Rosenpaprika, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer gewürzt und mit einigen Tropfen Olivenöl angereichert. Das Ganze muss nun gut durchgeknetet werden.

Aus dem Hefeteig werden 4 oder 5 Bällchen geformt. Jedes Teigbällchen wird dünn ausgerollt und mit der Fleischmasse bestrichen. Die türkischen Pizzen kommen anschließend für 10 bis 15 Minuten bei 240 °C in den vorgeheizten Backofen, bis der Rand goldbraun gebacken ist. Zur Pizza passt, ganz nach Geschmack, Salat oder Joghurt.

Guten Appetit! Afiyet olsun!
 

Eine Sehenswürdigkeit in Istanbul

Dr. Roberto Mann

Die Galata-Brücke

Die Galata-Brücke ist fast 500 m lang und verbindet den alten Teil Istanbuls mit dem Stadtteil Galata. Sie ist eine Attraktion Istanbuls, denn auf ihr tummeln sich viele Händler und Angler. Man kann dort einkaufen, essen, Kaffee trinken oder einfach nur die Aussicht genießen. Die Brücke ist in zwei Etagen gebaut. Auf der unteren Etage befinden sich viele Restaurants, Geschäfte und Bars. Dort kann man auch Fisch essen, der von den zahlreichen Fischern auf dem Bosporus frisch geangelt wurde.

Geschichtliches

Gülseren Schimmelpfennig

Der Trojanische Krieg

Der Trojanische Krieg wird in der „Illias“ von Homer beschrieben. Paris, der Sohn des trojanischen Königs, entführt darin die schöne Helena, Frau des griechischen Königs Menelaos. Die Griechen fordern Helena zurück und entsenden ein Heer nach Troja. An dem Feldzug sollen die wichtigsten griechischen Könige und auch - verteilt auf beide Seiten - die griechischen Götter teilgenommen haben. Nach vielen Jahren der Belagerung gelingt den Griechen durch eine List die Einnahme Trojas: Sie segeln scheinbar davon, lassen jedoch ein hölzernes Pferd zurück, in dem sich viele Krieger versteckt halten. Die Neugier und die Habgier der Trojaner wird ihnen zum Verhängnis, als sie das Pferd in die Stadt holen und in der Nacht die versteckten Krieger das Tor der Stadt öffnen. Troja soll im Anschluss vollständig niedergebrannt sein.

Die historische Authentizität des Krieges ist umstritten. Er reicht, wenn er denn stattgefunden hat, in die Bronzezeit zurück. Es gibt auch in der Altertumsforschung mehr oder weniger umstrittene Lokalisierungsversuche für die Stadt Troja. Sie wird dabei in der heutigen Türkei verortet.