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Wissenswertes Persisch

Der Ursprung aller märchen

Dr. Roberto Mann

Die Märchen aus 1001 Nacht

Die „Märchen aus 1001 Nacht“ sind eines der bekanntesten Werke der persischen Literatur. Der gena...

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Nouruz ( نوروز ): Altiranisches Neujahrs- und Frühlingsfest

Maria Sipaila-Bittner

Frühlingsanfang und Neujahrfest

Nowruz, Nourus oder Naurus, Newroz , Nûroj, Nevruz sind die verschiendenen Namen, unter denen man...

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Der Ursprung aller märchen

Dr. Roberto Mann

Die Märchen aus 1001 Nacht

Die „Märchen aus 1001 Nacht“ sind eines der bekanntesten Werke der persischen Literatur. Der genaue Ursprung der Geschichten ist nicht bekannt. Es wird aber vermutet, dass die ersten Erzählungen im 3. Jahrhundert in Indien entstanden sind. Um 500 wurden diese Märchen dann ins Mittelpersische übertragen und durch weitere Geschichten aus Persien ergänzt. Der Text dieser persischen Fassung ist nicht überliefert. Er wird aber mehrfach in Werken aus dieser Zeit erwähnt.

Nach der arabischen Eroberung wurden die Geschichten dann ins Arabische übersetzt und der arabischen Lebenswirklichkeit angepasst. Die Geschichte des Textes zeigt, dass im Mittelalter verschiedene Sammlungen (mit einem unterschiedlichen Bestand an Geschichten) im Umlauf waren, die durch weitere Erzählungen aus dem orientalischen Kulturraum ergänzt wurden. Der damalige Text war also fließend.

Nach Europa kam die berühmte Märchensammlung durch den französischen Orientalisten Antoine Galland, der im 18. Jahrhundert eine arabische Handschrift nach Frankreich brachte und 1704 eine französische Fassung veröffentlichte.

Foto: Brainin via Pixabay. (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)Foto: Brainin via Pixabay. (CC0: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

In der Rahmenhandlung der Märchensammlung wird erzählt, dass Schahriyâr, der König auf einer Insel zwischen Indien und China ist, von der Untreue seiner Frau erfährt und im Zorn seinem Wesir befiehlt, seine Frau zu töten und ihm jede Nacht eine Jungfrau zuzuführen, die dann ebenfalls am Morgen getötet wird. Scheherazade, die Tochter des Wesirs, will dieses grausame Tun beenden, geht zum König und erzählt ihm eine Geschichte. Die endet am Morgen an einer so spannenden Stelle, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören möchte. So geht es dann Nacht für Nacht weiter über einige Jahre, in denen Scheherazade dem König 3 Kinder schenkt. Er begnadigt sie daraufhin.

Die von Scheherazade erzählten Geschichten sind ganz unterschiedlich: komisch, grausam, spannend oder erotisch. Es sind eigentlich Geschichten für Erwachsene und keine klassischen Märchen. Die bekanntesten Geschichten sind „Sindbad der Seefahrer“ oder „Aladin und die Wunderlampe“ oder „Ali Baba und die 40 Räuber“.  

Nouruz ( نوروز ): Altiranisches Neujahrs- und Frühlingsfest

Maria Sipaila-Bittner

Frühlingsanfang und Neujahrfest

Nowruz, Nourus oder Naurus, Newroz , Nûroj, Nevruz sind die verschiendenen Namen, unter denen man das Frühlingsfest in vielen Regionen Zentral– und Südasiens kennt. Für mehr als 300 Millionen Menschen in Afghanistan, Aserbaidschan, Iran, dem Kaukasus, Tadschikistan sowie den kurdischen Gebieten gehört Nouruz zum wichtigsten und größten Fest des Jahres. Seit 2010 ist das vorislamische Fest von der UNESCO als „immaterielles Weltkulturerbe“ anerkannt.
Im Iran wird an diesem Tag auch das Neujahr begrüßt. Das Neujahr beginnt exakt zur Tag- und Nachtgleiche und wird entsprechend für jedes Jahr neu berechnet. Als "Fest der Gemeinschaft und des Lebens" markiert es den Sieg des Lichtes über die Finsternis, des Frühlings über den Winter.

Die sieben Speisen mit „S“

Wichtigster Bestandteil des Neujahrsfestes ist eine große Tafel, genannt Sofreh-Haft-Sin. Sie dekoriert 13 Tage lang das Haus. Darauf stellt man sieben Sachen, die in der persischen Sprache mit dem Buchstaben „S“ beginnen. Jedes von ihnen hat eine besondere Bedeutung: Der Apfel (Sib) steht für Gesundheit, Linsensprossen (Sabzeh) für Vitalität, der Weizenpudding (Samanou) für Wohltat und Segen, die Mehlbeere (Senjed) symbolisiert den „Keim des Lebens“, der Gewürzsumach (Somagh) dessen Geschmack. Der Knoblauch (Sir) steht für Schutz und Essig (Sirkeh) für die Fröhlichkeit.
Neben diese sieben Elementen werden eine Hyazinthe (Sonbol) und Weihrauch (Sipand) auf das Tuch gelegt. Zusätzlich wird ein Spiegel aufgestellt.
Neben dem Haft Sīn befinden sich häufig auch eine Schale mit traditionellen Süßspeisen bzw. klassischem Gebäck, eine weitere Schale gefüllt mit verschiedenen Nüssen, Pistazien und Trockenfrüchten, ein Flakon gefüllt mit Rosenwasser und Fotos der Familienangehörigen.
Dazu gibt es auch ein Neujahresgetränk, das Haft Mewa, das auch aus sieben verschiedenen Zutaten zubereitet wird.

Nouruz: Neuer Tag

Nouruz bedeutet übersetzt „neuer Tag“ und die Menschen verbinden mit diesem Fest Hoffnung und Harmonie mit der Natur. Zwischen dem 21. März (in Schaltjahren dem 20. März) und dem 2. bzw. 3. April besucht man Freunde und Familienangehörige. Die Sofre-Haft-Sin wird immer neu gefüllt. Die Feierlichkeiten enden mit dem Sizdah Bedar, dem "Tag der Natur": An dem Tag verlassen die Menschen ihr Haus, um in die Natur zu gehen. Zu den traditionellen Bräuchen gehört, dass Goldfische in Flüssen in die Freiheit gelassen werden oder Samen, die zuvor angepflanzt wurden, in den Fluss geworfen werden, was den Kreislauf des Lebens symbolisieren soll. 

Nouruz im IranNouruz im Iran