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Wissenswertes Griechisch: Die Sprache

Sprache der Woche: Neugriechisch

Maria Sipaila

Die griechische Sprache

Warum spricht man von „Neugriechisch“? Wird heute noch in Griechenland und Zypern auch Altgriechi...

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Sprache der Woche: Neugriechisch

Maria Sipaila

Die griechische Sprache

Warum spricht man von „Neugriechisch“? Wird heute noch in Griechenland und Zypern auch Altgriechisch gesprochen? Wann entstand diese neue Form der Sprache? Warum? Ist der Unterschied zwischen Alt- und Neugriechisch sehr groß? Diesen Fragen möchte ich im Folgenden nachgehen…

"Nennt mir ein Wort, irgendein Wort und ich werde Euch beweisen, dass dieses Wort griechischen Ursprungs ist“, sagt der griechische Opa im Film My big fat Greek Wedding, und obwohl es nicht immer stimmt, kann man behaupten, dass zumindest im Deutschen sehr viele Fremdwörter wirklich aus dem Griechischen stammen: Ästhetik, Athlet, Ballett, Manie, Optik, Teleskop, und noch viel mehr. Die Medizin, die Natur- und Sprachwissenschaften, die Philosophie, die Literatur und die Politik könnten ohne griechische Termini gar nicht auskommen.

Der größte Teil der Wörter, die heutzutage im Deutschen griechischen Ursprungs haben, entstammt dem klassischen Altgriechisch, und zwar dem attischen Dialekt: Das ist die Sprache, in der Sokrates, Platon und Aristoteles sprachen und ihre bedeutenden Werke schrieben.

Altgriechisch ist eine indogermanische Sprache mit einer 3000 Jahre währenden Tradition. Doch es ist nicht die Sprache, die man heute auf den Straßen Athens hört. Das Neugriechische (auch modern standard Greek genannt) ist eine künstlich geschaffene Hochsprache, die notwendig für eine allgemeine Verständigung, aber auch für die Zusammengehörigkeit eines Staates war. In einem Land, in dem jahrzehntelang eine Hochsprache (Katharévousa) und eine Volkssprache (Dimotiki) koexistierten – wobei die Wahl einer der beiden bis zum 18. Jh. eine individuelle Entscheidung war – hielt man es für notwendig, eine Reform und eine Sprachpolitik einzuführen: Zum Teil um die großen Probleme im Bildungsbereich zu beheben, aber auch, um die vielen Varietäten zu vereinigen. Nach zahlreichen Versuchen, eine der beiden „Sprachen“ als alleinige zu etablieren, kam es erst 1976 zur Durchsetzung der „Volksprache“ (Dimotiki) als nationales „Neugriechisch“. Es wird behauptet, dass das Neugriechische nicht nur der Dimotiki-Varietät entspricht, sondern auch, dass es eine Synthese der beiden alten Sprachen ist ist: Katharévousa und Dimotiki sind demnach im Neugriechischen vereint.

Wenn man einen modernen Griechen fragt, ob er oder sie heute noch Altgriechisch versteht, dann sind die Meinungen sehr unterschiedlich: Die meisten behaupten, dass sie Werke von Platon oder Sokrates (sprachlich) verstehen können, nur der Gedankenaufbau bzw. der der Sätze ist etwas anders. Die Grammatik wurde im Neugriechischen stark vereinfacht, jedoch bleiben Schreibweise und die meisten Wörter erhalten. Andere sind der Meinung, dass der Unterschied zwischen Alt- und Neugriechisch etwa mit dem Unterschied zwischen Latein und Italienisch vergleichbar ist. Wie entscheidet man, wer Recht hat? Am besten selber lernen und ausprobieren!