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Wissenswertes Englisch – Feste & Bräuche

Interview mit Herrn Boeckmann

Matthew Boeckmann

Fragen zur Sprache, zum Land und zu Bräuchen

Heute stellen wir Ihnen M. Boeckmann aus den USA vor, der bei uns Englisch unterrichtet. jeD8...

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I have a dream

Katja Klammer

Martin Luther King Day

Mit seiner Rede „I have a dream“ beim Marsch auf Washington hat Martin Luther King den Nerv der Z...

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Guy Fawkes Night

Katja Klammer

Freudenfeuer in Großbritannien

Wir schreiben den 5. November 1605. Es ist noch früh am Morgen. Die Fässer voller Schießpulver si...

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Worte haben Macht

Katja Klammer

Abraham Lincolns Gettysburg Address

BvA0J_2ZpIQ  Trauriger Anlass für eine große Rede Am 19. November 1863 hielt Abraham Linc...

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Interview mit Herrn Boeckmann

Matthew Boeckmann

Fragen zur Sprache, zum Land und zu Bräuchen

Heute stellen wir Ihnen M. Boeckmann aus den USA vor, der bei uns Englisch unterrichtet.

I have a dream

Katja Klammer

Martin Luther King Day

Mit seiner Rede „I have a dream“ beim Marsch auf Washington hat Martin Luther King den Nerv der Zeit getroffen. Dem Vertreter der Bürgerrechtsbewegung ging es um nichts weniger, als um das friedliche, gleichberechtigte und würdevolle Leben aller Menschen. Um ihn dafür zu ehren, wurde kurz nach seinem Tod vorgeschlagen, einen offiziellen Feiertag einzusetzen. Ganz ohne Widerstand blieb dieses Vorhaben nicht, doch am 2. November 1983 unterzeichnete Präsident Ronald Reagan schließlich das entsprechende Gesetz. Trotzdem dauerte es bis zum Jahr 2000, bis alle Bundesstaaten der USA erstmals einheitlich den Martin Luther King Day zelebrierten.

Anpacken, statt Abhängen

Der Martin Luther King Day wird am 3. Montag im Januar gefeiert. Er fällt damit nur gelegentlich mit dem Geburtstag Martin Luther Kings am 15. Januar auf einen Tag. Viele US-Amerikaner feiern diesen Tag auch als Martin Luther King Day of Service. Dies geht auf eine Initiative der Senatoren Wofford und Lewis zurück. Dafür engagieren sich die Menschen bei einer gemeinnützigen Tätigkeit, vom Helfen in der Suppenküche bis zum Anpacken bei Projekten zur Verschönerung der Stadt. Ganz im Sinne Martin Luther Kings.

Hätten Sie ihn hier erwartet?

Die USA sind allerdings nicht die einzige Nation, die den bedeutenden Bürgerrechtler mit einem eigenen Gedenktag feiert. So ist zum Beispiel in Japan in der Stadt Hiroshima der Martin Luther King Day zwar kein eigener Feiertag, dennoch gibt der Bürgermeister ihm und dem Friedensgedanken zu Ehren ein offizielles Bankett.

Guy Fawkes Night

Katja Klammer

Freudenfeuer in Großbritannien

Wir schreiben den 5. November 1605. Es ist noch früh am Morgen. Die Fässer voller Schießpulver sind, unter Holzscheiten und Kohlen versteckt, im Keller des Parlamentsgebäudes eingelagert. Guy Fawkes wartet bei den Fässern, um mit einer kleinen Flamme das gesamte Parlament und den König James I. in die Luft zu jagen. Er denkt zurück an die geheimen Treffen, an Robert Catesby und die anderen Gefährten, mit denen er diese Tat seit dem vergangenen Jahr geplant hat.

Doch dann kommt es ganz anders. Ein Warnbrief an ein Parlamentsmitglied ist aufgetaucht, der lange geplante „Gunpowder Plot“ fliegt auf. Guy Fawkes wird ergriffen, „red-handed“ im Keller beim Schießpulver …

So gehen nicht die Schießpulverfässer und das Parlament in Flammen auf, sondern Freudenfeuer, mit denen die Untertanen das Überleben des Königs feiern. Diese „Bonfires“ werden bis auf den heutigen Tag in der „Bonfire Night“, wie der Feiertag auch heißt, entzündet. Für die Freudenfeuer werden Puppen gebastelt, der „Guy“, und im Freudenfeuer verbrannt. Vielerorts gehört zur richtigen Bonfire Night außerdem das Feuerwerk. Vor allem in London sind diese überaus spektakulär.

Und noch etwas hat sich seit jener Zeit bis heute erhalten: Vor jedem State Opening of Parliament, der feierlichen Eröffnung der Sitzungsperiode des Parlaments, durchsuchen die Yeomen of the Guard mit einer Zeremonie die Keller des Westminster-Palastes.

Nebenbei: Die heute bekannte Guy-Fawkes-Maske geht auf den Zeichner David Lloyd zurück, der zusammen mit Alan Moore den Comic „V for Vendetta“ schuf und sich beim Entwurf von Guy Fawkes inspirieren ließ.

 

Worte haben Macht

Katja Klammer

Abraham Lincolns Gettysburg Address

 

Trauriger Anlass für eine große Rede

Am 19. November 1863 hielt Abraham Lincoln seine Gettysburg-Rede (Gettysburg Address), die bis heute unvergessen ist. Ihre Entstehung reicht jedoch in eines der schmerzvollsten Kapitel der US-Geschichte zurück. Seit 1861 und noch bis 1865 tobte in den Vereinigten Staaten der Amerikanische Bürgerkrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten. Im Juli 1863 standen sich die Kontrahenten bei Gettysburg in Pennsylvania gegenüber. Im Schlachtgetümmel verloren tausende Menschen ihr Leben.

Am 19. November wurde auf dem Schlachtfeld von Gettysburg ein Soldatenfriedhof eingeweiht, der die Ruhestätte für die Gefallenen in der Schlacht von Gettysburg werden sollte. Abraham Lincoln wurde gebeten, zu diesem Anlass ein paar Worte an die Anwesenden zu richten, der Hauptredner war Edward Everett. Everett gehörte zu den bedeutenden Rednern dieser Zeit und sprach ca. zwei Stunden lang. Lincolns Ansprache dauerte dagegen nur etwa zwei Minuten.

Fehlstart eines Kulturerbes der USA

Bemerkenswerterweise fiel die unmittelbare Reaktion der Anwesenden auf Lincolns Worte eher gedämpft aus. Auch die Zeitungen urteilten nicht einmütig. Sie priesen die Rede oder vernichteten sie. Zu dieser Zeit war also keinesfalls klar, dass diese Rede einmal zu den bedeutendsten in den Vereinigten Staaten gehören würde. Eine Lektion, die man sich zu Herzen nehmen sollte. Bis heute lernen Schüler in den USA diese Rede auswendig und tragen sie bei passenden Gelegenheiten unter den stolzen Augen ihrer Eltern öffentlich vor.

Historisches Rätsel

Heute sind insgesamt fünf Manuskripte der Gettysburg Address bekannt, die sich im Wortlaut etwas unterscheiden. Welche davon Lincoln am 19. November 1863 verwendet hat, ist ungeklärt. Die Manuskripte tragen heute die Namen ihrer späteren Empfänger: John Nicolay, John Hay (beide Sekretäre Lincolns), Edwart Everett, George Bancroft und Alexander Bliss.
Die sogenannte „Hay copy“ und die „Nicolay copy“ befinden sich heute in der Liberty of Congress. Die „Everett copy“ überließ Lincoln Edward Everett als Beitrag zu einem Buch. Das Original wird in der Abraham Lincoln Presidential Library and Museum in Springfield, Illinois, aufbewahrt. Die „Bancroft copy” befindet sich in der Cornell University im Bundesstaat New York. Die „Bliss copy“ schließlich trägt als einziges Exemplar die Unterschrift Lincolns. Daher wird meist sie als Druckvorlage verwendet und es ist der Wortlaut der Bliss copy, die an der Südwand des Lincoln Memorials in Washington, D.C., verewigt wurde. Zu finden ist das Exemplar im Lincoln Bedroom im Weißen Haus.

Die Bedeutung der Rede

Die Gettysburg Address wird vor allem für die darin ausgedrückten Werte und als rhetorische Leistung gewürdigt. Lincoln nimmt Bezug auf die Unabhängigkeitserklärung (Declaration of Independance) und spricht von Freiheit und Gleichheit der Menschen, er prägt den Ausdruck einer Regierung „of the people, by the people, for the people“. Der spätere Erfolg der Rede wird in rhetorischer Hinsicht u. a. auf ihre Kürze zurückgeführt. Ironischerweise merkten einige der Anwesenden in Gettysburg kritisch an, dass sie so schnell vorbei war. Die Rede wird außerdem als ein beliebtes Beispiel für die Analyse rhetorischer Mittel herangezogen.

Präsidenten und Prominente tragen die Rede vor

Aus Anlass des 150. Jahrstages der Gettysburg Address hat Filmemacher Ken Burns ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem er zum Auswendiglernen der Rede aufruft. Teil des Projekts ist ein Video, in dem die noch lebenden US-Präsidenten und Prominente jeweils eine Zeile der Rede vortragen (sowie jeweils die Rede komplett zitieren). Die Videos sind auf der projekteigenen Website anzuschauen.