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Was ist das Julius-Wagner-Schülerlabor?

Das Julius-Wagner-Schülerlabor am Institut für Didaktik der Chemie wurde am 30. September 2016 offiziell eröffnet. Julius Wagner (1857-1924) war der erste Professor für Chemiedidaktik an einer deutschen Universität und zwar ab 1901 an der Universität Leipzig.

Es handelt sich beim Julius-Wagner-Schülerlabor um ein Lehr-Lern-Labor. Das heißt, dass es einerseits der praktischen Ausbildung von Lehramtsstudierenden des Faches Chemie dient, die so in intensiven Kontakt mit Schülerinnen und Schülern kommen, und andererseits als außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien, Mittelschulen und perspektivisch auch Grundschulen und Förderschulen. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler praktische Fertigkeiten und die damit in Zusammenhang stehenden Kenntnisse über grundlegende chemische Inhalte erwerben. Die Studierenden machen erste Erfahrungen mit möglichst offenen und problemorientierten Formen des Unterrichtens. Diese sinnvolle Ausbildungsform wird in zwei Ebenen realisiert:

  1. Jeder Lehramtsstudierende im 5. bzw. 6. Fachsemester Chemie betreut an mehreren Tagen im Schülerlabor kleinere Schülergruppen. Die Konzepte dieser Veranstaltungen werden zuvor von der Chemiedidaktik entwickelt. In dieser eher freien Form der begleitenden Lehrtätigkeit erhalten die Studierenden Einblicke in das unterschiedliche praktische und theoretische Niveau der angeleiteten Schülerinnen und Schüler, in ihre Auffassungsgabe, in ihr „chemisches Denken“ und können es individuell wahrnehmen und beeinflussen. Diese bewusste, authentische Erfahrung der Lernsituation vor Ort bewirkt Motivation und führt zugleich zur Erkenntnis bei den Studierenden, sich selbst um differenzierte Strategien zur Vermittlung der Lehrinhalte zu bemühen.
  2. Im 7. Fachsemester erarbeiten und gestalten die Lehramtsstudierenden dann selbstständig ein Thema samt Praktikumsversuchen und theoretischer Begleitung für einen Praktikumstag im Schülerlabor, wobei sie auf ihren im 5. Semester gewonnenen Erfahrungen aufbauen. Sie präsentieren und diskutieren ihre Ideen zur Stationsgestaltung in einem Seminar, entwerfen dazu Arbeitsblätter, die sie mit ihren Betreuern (Chemiedidaktikern) diskutieren, stellen die notwendigen Arbeitsmittel bereit, führen das Praktikum mit mehreren Schulklassen zusammen durch und werten die Schülerpraktika anschließend aus.

Einige Konzepte für Schülerexperimentiertage, v.a. mit fächerübergreifendem Charakter, werden im Rahmen der chemiedidaktischen Forschung am Institut für Didaktik der Chemie entwickelt und evaluiert.

 

Nähere Informationen zu Julius-Wagner sind einer Broschüre von Prof. Dr. Lothar Beyer zu entnehmen (L. Beyer: Chemiedidaktik – 10 Jahre Lehrerfortbildungszentrum Leipzig-Jena und Eröffnung des Julius-Wagner-Schülerlabors. Leipzig 2016)

Kontaktinformationen

Julius-Wagner-Schülerlabor
Prof. Dr. Rebekka Heimann
Dr. Ina Rienäcker

Johannisallee 29
04103 Leipzig

Telefon: +49 341/9736339
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