Author Archives: Robert Feustel

Zirkularität

Ein zirkulärer Fehlschluss verbirgt sich oft geschickt im Text. Weil Argumentationen häufig länger sind und mehrere Absätze in Beschlag nehmen, verstecken sich die Prämissen manchmal. Daher ist ein  Zirkelschluss mitunter schwer zu erkennen. Im Prinzip ist dieser Fehlschluss offensichtlich: Wenn die Konklusion, also die Ableitung, bereits in einer Prämisse enthalten ist, dann handelt es sich […]

Korrelation als Kausalität

Der König unter den Fehlschlüssen ist die Korrelation als Kausalität, auch wenn es sich nicht um einen Fehlschluss im strengen Sinn handelt. Eher liegt bei der Verwechslung von Korrelation und Kausalität ein Deutungsfehler vor. Im Einzelnen: Korrelation: „(mittellat. correlatio für ‚Wechselbeziehung‘) beschreibt eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen, Ereignissen, Zuständen oder Funktionen“ (Wikipedia). Kurz: […]

Kompromissargument

„Die Wahrheit liegt in der Mitte“, ist häufig zu hören. Das ist nicht mehr als eine Phrase, mit der sich nichts begründen lässt. Und dennoch ist mitunter davon zu lesen, dass die Mischung aus zwei Alternativen die richtige und logische Wahl sein müsste. Möglicherweise stimmt das gelegentlich sachlich, formal ableitbar ist ein solches Kompromissargument nicht. […]

Kompositionsargument

Kompositionsargumente setzen ein Argument aus unlauteren Verallgemeinerungen zusammen und produzieren so Fehlschlüsse. Die Struktur des Fehlschlusses ist einfach: Weil ein Teil von etwas eine Eigenschaft hat, müssen alle, die dazugehören, ebenfalls mit dieser Eigenschaft ausgestattet sein. Wissenschaftliche Beiträge, die systemtheoretisch argumentieren, sind schwer lesbar und liefern keine nützlichen Erkenntnisse. Dies verdeutlicht die Studie von Max […]

Traditionsargument

Besonders in der politischen Sprache, aber ebenfalls im Wissenschaftskontext schleichen sich gern Fehlschlüsse ein, die Logik und Tradition vertauschen und so eine einfache Behauptung in einem falschen Argument verstecken. Auch hier ist das Prinzip einfach: Weil etwas lange etabliert ist, beinahe ewig so gemacht wird, also tradiert ist, muss es stimmen. Goethe gehört zum Kanon […]

Naturargument

Bei einem Naturargument handelt es sich um ein beliebtes Muster logischer Fehlschlüsse, auch bekannt unter dem Namen Essentialismus (wobei dieser Begriff einiges mehr fasst und nach wie vor heftig umstritten ist). Das Prinzip ist einfach: Ein Argument muss stimmen, weil es auf etwas Natürliches verweist. Kinder gehören zur Mutter, das ist von Natur aus so. […]

Ignoranzargument

Diese Art des logischen Fehlschlusses arbeitet mit einer Beweislastumkehr. Etwas muss stimmen oder wahr sein, weil das Gegenteil nicht bewiesen wurde (oder nicht bewiesen werden kann). Eine Behauptung ist also wahr, wenn keine Gegenbeweise vorliegen. Etwas muss sein, weil das Gegenteil nicht beweisbar ist. Der Weltfußballverband ist von Korruption durchzogen, weil die FIFA ihre Unschuld […]

Beliebtheitsargument

Ein typischer Fehlschluss ist jener über Masse und Beliebtheit. Das Prinzip ist einfach: Weil viele es sagen, muss es stimmen. Homöopathie wirkt, weil es so vielen Menschen geholfen hat. Das mag stimmen, als Argument ist es aber nicht logisch. Es bleibt eine Behauptung, die sich eventuell auf eine Korrelation stützen kann. Auch Rückschlüsse von messbaren […]

Autoritätsargument

Wissenschaftliche Texte arbeiten gern und häufig mit Autoritäten, also mit Verweisen auf andere, die dies und das bereits gesagt oder geschrieben haben. Die Kultur des Zitierens ist ein Ausdruck dessen. Wann und wie sinnvoll auf Autoritäten verwiesen werden kann, gehört zum klassischen Streit der Fakultäten. Im Sinne logischer Argumentationen sind Autoritätsbezüge schwierig. Vor allem dann, […]

Personenbezogenes Argument

Personenbezogene Argumente oder Ad-hominem-Argumente nennt man Fehlschlüsse, die auf die Sprecherposition oder -person zielen, statt das Argument selbst zu beachten oder zu entkräften. Sie sind dann formal (und damit auch inhaltlich) falsch, wenn die Argumentation nicht zeigt, wie Subjekte und ihre Motivationen eingeordnet werden. Alice Schwarzers Frauenbild muss stimmen, weil sie als Frau lange für […]