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ZIER UND ZEICHEN
Kabinettausstellung zum 150. Jubiläum der Rektorkette

STUDIENSAMMLUNG
4. November bis 2. Dezember 2005

Öffnungszeiten
montags 11.00 - 17.00 Uhr
Di – Fr 10.00 - 17.00 Uhr
samstags, sonntags und an Feiertagen geschlossen

NEU: Begleitpublikation
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Margarete Bethe-Löwe:
Max Le Blanc (1865-1943) im Rektorornat, 1925/26, Öl auf Leinwand, Kunstbesitz der Universität Leipzig

 


Graphische Kunstanstalt Trenkler & Col, Leipzig nach Eugen Urban: Rektor und Dekane im Jubiläumsjahr 1909, 1909, Dreifarbendruck nach Gemälde
(Öl auf Leinwand), Kunstbesitz der Universität Leipzig

 


 

Aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums der Rektorkette zeigt die Kustodie vom 4. November bis 2. Dezember eine Kabinettausstellung, welche die Geschichte dieser prunkvollen Universitätsinsignie beleuchten soll. Die Kette wird noch heute vom Rektor bei feierlichen Anlässen getragen, wobei allerdings ein Duplikat Verwendung findet.

Die Ausstellung präsentiert die wertvolle Originalkette aus 14-karätigem Gold, die mit Smaragden und Rubinen besetzt ist und außerdem ein feinmalerisches Email-Medaillon umfasst. Die 1855 geschenkte Kette präsentiert sich heute mit den aus Anlass des 500-jährigen Universitätsjubiläums gestifteten Ergänzungen von 1909. Ursprünglich umfasste die Kette als zusätzlichen Schmuck allein das – unten als vergrößertes Kettenglied eingefügte und als Emailarbeit ausgeführte – Große Universitätswappen mit den Heiligen Laurentius und Johannes dem Täufer unter einem gotischen Baldachin, sowie die darunter angehängte, durch kleine Seitenketten zusätzlich hervorgehobene Bildnismedaille des Stifters, König Johann von Sachsen. Im Jahre 1909 wurden seitlich als separate Bildnismedaillen die Portraits des damaligen sächsischen Königs Friedrich August (links) sowie des Markgrafen von Meißen Friedrich der Streitbare (rechts), des wichtigsten Förderers der Universität im Zusammenhang mit ihrer Gründung 1409, hinzugefügt.

Die im „Renaissancestyl“ gehaltene Rektorkette wurde der Hochschule am 27. Dezember 1855 in Dresden als Geschenk König Johanns in einer feierlichen Zeremonie überreicht. Dass die Gabe aus der königlichen Privatschatulle finanziert wurde, darf als Hinweis auf eine besondere persönliche Verbundenheit interpretiert werden. Außerdem hatte der Regent den Thron erst im August 1854 bestiegen und das Projekt offenbar schon bald danach in Angriff genommen.

Kunsthandwerklich handelt es sich bei der Leipziger Rektorkette um ein ebenso hochwertiges wie aufwendiges Werk, das unter den zeitgenössischen Vergleichsbeispielen seinesgleichen sucht. Der Entwurf geht auf den Dresdener Künstler Hermann Wiedemann zurück, die Ausführung war dem Leipziger Goldschmiedeatelier Th. Strube und Sohn übertragen worden. Das Rundmedaillon mit dem Profilbildnis König Johanns war dagegen vom Ersten Graveur der Dresdener Münze Karl Christian Friedrich Ulbricht geschaffen worden, der sich dabei auf die im selben Jahr von Ernst Rietschel geschaffene Büste des Königs stützte.

Zum Zeitpunkt der Schenkung 1855 stellten derartige Rektorketten ein vergleichsweise junges und aus Sicht der Universitäten nicht unumstrittenes Phänomen dar. Bis zur Schenkung der Kette waren auch in Leipzig Zepter und Siegel die wichtigsten Insignien des Rektors gewesen. Für die um Autonomie bemühten Universitäten galt insbesondere die formale Herleitung derartiger Rektorketten von den seit dem 16. Jahrhundert üblichen, vom Landesherrn als Auszeichnung für persönliche Verdienste verliehene „Gnadenketten“ (s. hierzu in der Ausstellung das Portrait des Michael Wirth von 1606) als problematisch. Diese Vorstellung wurde aber zusehends vom Konzept der Amtskette überlagert, welche die dadurch verkörperte Institution in den Vordergrund stellte. Die Leipziger Rektorkette jedenfalls war schon in den Reden anlässlich der Übergabe zur Insignie erklärt, von der Hochschule als solche angenommen und als Symbol eines gegenseitig verpflichtenden Bundes zwischen König und Universität gedeutet worden.

Neben der Geschichte der Rektorkette der Universität Leipzig werden in der Ausstellung u. a. auch die Rektorketten der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport und der Pädagogischen Hochschule „Clara Zetkin“ in Leipzig gezeigt. Zusätzlich zur Kabinettausstellung kann während der Ausstellungsdauer auch die Studiensammlung mit weiteren Insignien und Kunstschätzen aus 600 Jahren Universitätsgeschichte besichtigt werden, die für die Dauer der Sonderausstellung ebenfalls ganztägig geöffnet ist.

 





 

NEU: Begleitpublikation

zur Ausstellung in der Studiensammlung 3. November bis 2. Dezember 2005

Herausgegeben von Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Cornelia Junge Kustodie, Universität Leipzig

Leipzig 2005

ISBN 3-934178-53-7

Verkaufspreis: EUR 5,–

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