home Die Ausstellungen  Ausstellungsarchiv

 

 

Griffelkunst – Mythos, Traum und Liebe in Max Klingers Grafik

Die Ausstellung ist ein Projekt des Instituts für Kunstgeschichte und der Kustodie der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

AUSSTELLUNGSZENTRUM KROCH-HAUS
22. Juni bis 21. Juli 2007

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 10 – 17 Uhr
Samstag 10 – 13 Uhr
Montag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen

Führungen: mittwochs 15 Uhr und samstags 11 Uhr

Pressedownload
 




    
Opus III: Eva und die Zukunft, 1880
Dritte Zukunft, Radierung,
127 x 184 mm

Sehen Sie dem Tod bei der Arbeit zu, …

 

     
Opus V: Amor und Psyche, 1880
Amor kommend, Radierung und Aquatinta, 255 x 175 mm

… Amor in einer Liebesnacht sich von eben dieser ausruhen, …

 

     
Opus VI: Paraphrase über den Fund eines Handschuhs, 1880/81
Entführung, Radierung und Aquatinta, 220 x 89 mm

… die ungeheuerliche Entführung eines Handschuhs …

 

     
Opus X: Eine Liebe, 1887
Erste Begegnung, Radierung, Stich und Aquatinta,
406 x 240 mm

… und die des Herzens – stets mit dramatischen Folgen in Szene gesetzt von Max Klinger.

 

     
Porträtbüste Wilhelm Wundt,
1908, weißer Marmor
74 x 23 x 23 cm

 

Die Ausstellung
Max Klinger (1857–1920) ist der gefeierte Künstler in diesem Jahr: Mit Schauen, Tagungen und Specials begehen die Bewunderer seinen 150. Geburtstag und die Wissenschaft begibt sich auf Spurensuche nach neuen aufschlussreichen Details oder innovativen Interpretationen eines verblüffend vielfältigen Werkes. „Ich lebe in mir und wandele durch Reflexe meiner Augen: Glaslicht – Spiegel – Mensch.“, so schreibt Max Klinger 1883. Seiner Phantasie, seiner Psyche, seinem Gefühlsleben, seinen Blick auf das Ganze gibt er bevorzugt in der „Griffelkunst“ Ausdruck, der Zeichnung und Radierung. Ab den 1880er Jahren setzt er sich verstärkt mit diesem Medium auseinander und wird mit seinem technischen Können und den unkonventionellen Sujets nicht nur vielen Grafikern des 20. Jahrhunderts Vorbild sein, darunter Käthe Kollwitz und Edvard Munch, sondern zu seinen Lebzeiten fast unermesslichen Ruhm erlangen. In Klingers Schrift Malerei und Zeichnung (1891) weist er der Grafik die Reflexion der dunklen Seiten des Lebens zu, während die Malerei das Schöne abbilden solle. Die Erklärung scheint denkbar einfach: Der Betrachter ist aufgrund der fehlenden Farbigkeit, anders als in der Malerei, auf seine Fantasie zurückgeworfen und kommt dem „Ungeheuerlichen“ umso näher.

Die Ausstellung Griffelkunst – Mythos, Traum und Liebe in Max Klingers Grafik widmet sich vier ausgewählten Grafikzyklen des Leipziger Künstlers. Stellvertretend für Max Klingers plastisches Œuvre, seinen Bestrebungen hin zum Gesamtkunstwerk sowie für seine Bindung zur Universität Leipzig wird den Grafiken zusätzlich die Büste Wilhelm Wundts zur Seite gestellt.

Die Leipziger Universität und Wilhelm Wundt
Die Verbindung zwischen der Leipziger Universität und dem Künstler belebte sich im Jahr 1909, als zum 500-jährigen Jubiläum in der Aula Max Klingers Die Blüte Griechenlands, ein heute verlorenes Wandbild, enthüllt wurde. Die Festrede hielt der bereits genannte Wilhelm Wundt (1832–1920), ehemaliger Rektor und seit 1902 Ehrenbürger der Stadt. Seine revolutionären Studien im Bereich Experimentalpsychologie hatten auf Klingers Lebensgefährtin Elsa Asenijeff nachweisbaren Einfluss, die an Vorlesungen des Professors teilnahm. Wundt beschäftigte sich unter anderem mit der Lehre von Gefühlen und Affekten und mit der Lehre des Willens. Sein Hauptwerk Grundzüge der physiologischen Psychologie (1874) sandte er, wie bekannt ist, an Klinger, zu dem er in regem Briefkontakt stand. Ob die psychologisierende Manier seiner Kunstwerke, die eindringlichen Traumwelten und visualisierten Seelenzustände der Protagonisten eine Reflexion dieses Kontakts darstellen, ist eine der Fragen, denen sich die Ausstellung widmen wird.

Die Grafikzyklen
Eva und die Zukunft entstand als Opus III im Jahr 1880. Die sechs Blätter befassen sich mit dem Schicksal der Frau, der Geschichte von Adam und Eva und den möglichen Zukunftsperspektiven, die aus dem Sündenfall erwachsen. Das ernüchternde Resultat: Der Mensch ist triebhaft und dies verschafft ihm Leiden und letztendlich den Tod.

Amor und Psyche, das ungleich umfangreichere Opus V aus dem selben Jahr, mutet heiterer an. Als Illustration zum gleichnamigen Märchen des antiken Autors Lucius Apuleius erzählt Klinger erotisch-frivol bis melancholisch-düster die Liebesgeschichte zwischen der sterblichen Psyche und dem unsterblichen Liebesgott Amor.

Opus VI, Paraphrase über den Fund eines Handschuhs, von 1878 überrascht nach einer scheinbar unverfänglichen Begebenheit auf einer Berliner Rollschuhbahn mit einer abstrakten und überaus surrealen Bilderwelt. Der fallengelassene Handschuh einer Dame wird für den Protagonisten zum Objekt der Begierde und entwickelt in seinen Träumen ein erotisches obgleich beängstigendes Eigenleben.

Opus X, Eine Liebe, aus dem Jahr 1887 verhandelt ein weiteres Mal das Schicksal der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft. In zehn Blättern erzählt Klinger die Geschichte eines Liebespaares, das entgegen aller Konventionen der Leidenschaft nachgibt. Verschiedene Visionen zeigen die dramatischen Folgen dieser Amour fou für das Paar.

 

 

Der Katalog zur Ausstellung ist erschienen im Plöttner Verlag Leipzig, 22 x 24 cm, 83 Seiten, 76 Abb. sch/w zum Preis von € 11,90. ISBN 978-3-938442-31-9 (auch direkt bestellbar unter: www.ploettner-verlag.de)

 

 

Information:
Carina Bauriegel, Kunsthistorisches Institut,
Tel.: 0178/88 89 285, c.bauriegel@web.de

Dr. Simone Schulz, Kustodie, Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0341/97 30 170, simone.schulz@uni-leipzig.de

pix pix pix pix pix


pix

pix pix pix pix pix


 

Pressedownload

Hier finden Sie eine Auswahl an Bildern in druckbarer Qualität. Bitte beachten Sie stets unsere Anmerkungen zu den Bildrechten.

Download (zip, 9 MB)
 

Hier können Sie die Pressemitteilung als Word-Dokument herunterladen.

 

 

 

 
home I Inhalt I Kontakt I Impressum I 02.08.2007