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Gerd Kalies (1924-1993)
MENSCH UND MASKE
Malerei, Zeichnung, Druckgrafik

Kabinettausstellung in der Studiensammlung
der Universität Leipzig (Rektoratsgebäude, EG)
Ritterstraße 26, 04109 Leipzig

18. April bis 11. Juli 2008

Vernissage: Donnerstag, 17. April, 19.00 Uhr
Finissage: Donnerstag, 10. Juli, 19.00 Uhr,
Lesung mit Grit Kalies, „Mensch und Maske“

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11– 18 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen

 




     
Kopf in Hand gestützt, 1984, Acryl auf Holz

 

     
Geschmückte Frau, 1990

 

     
Gesicht im Mai, 1983, Kohlezeichnung

 

     
Zwillinge unbescholten, 1977, Acrylfarbe auf Malpappe

 

     
Mann mit kurzem Kinnbart, 1984, schwarze Tusche

 

Die Kabinettausstellung im Seminarraum der Studiensammlung zeigt einen Querschnitt durch das Werk des Westberliner Malers Gerd Kalies, dessen Nachlass der Universität Leipzig von im Jahr 2005 übereignet wurde. Das Oeuvre – bestehend aus Gemälden, Drucken, Zeichnungen und Skizzenbüchern der 1950er bis 1990er Jahre - stellt eine spannungsreiche Ergänzung zu in der Kunstsammlung vertretenen Positionen ostdeutscher Künstler dar.

Das Werk des Künstlers Gerd Kalies entzieht sich einer eindeutigen kunsthistorischen Einordnung. Die Errungenschaften der Klassischen Moderne wurden von ihm mit prüfendem und kritischem Auge wahrgenommen: „…Ich arbeite mich durch die Ismen dieses Jahrhunderts.“ Ein wichtiger Ausgangspunkt während der Studienzeit war die Kunst des Deutschen Expressionismus, die - nach Jahren ihrer Verdrängung und Zerstörung durch den Nationalsozialismus - ab 1945 wieder der Öffentlichkeit durch Ausstellungen ins Bewußtsein gebracht wurde. Vor allem die Holz- und Linolschnitte weisen den Einfluss der Brücke-Künstler, wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel oder Karl Schmidt-Rottluff, auf. Das Gesamtwerk zeichnet sich außerdem durch eine eigenwillige Fortschreibung kubistischer und expressionistischer Positionen aus. Das Ringen um die Form, die Suche und das Experimentieren des Künstlers äußern sich in einer großen stilistischen und technischen Vielfalt. In der Gesamttendenz bewegt sich die Entwicklungslinie des Oeuvres von Gerd Kalies in Richtung zunehmender Abstraktion. Vor allem die zahlreichen Zeichnungen zeigen seine stark vereinfachende und abstrahierende Arbeitsweise.

Bei aller Vielfalt ist es ist vor allem ein Motiv, das sich durch das gesamte Werk zieht: Köpfe. Im Mittelpunkt des Schaffens von Gerd Kalies steht der Mensch, vor allem der Kopf als „symbolische Darstellung seines geistigen Zentrums“. An archaische Masken erinnernde Köpfe werden in stark kontrastierende Farbflächen aufgelöst - zum Teil fast bis zur Abstraktion. In anderen, mehr der Gegenständlichkeit verpflichteten Darstellungen spürt der Maler verschiedenen Gemütszuständen des Menschen nach. Gerd Kalies zeigt in seinen Gesichtern keine Portraits, sondern erschafft „visionäre Menschenbilder“.

Nach dem Tod des Künstlers 1993 widmete sich seine Witwe, Eva Seidel-Kalies, der Erfassung seines Nachlasses. Im Jahr 2005 übergab sie der Universität Leipzig den aus insgesamt 3024 Werken bestehenden Nachlass: 17 Gemälde, 177 Blatt Malerei auf Papier und farbige Zeichnungen, 60 farbige Zeichnungen auf Büttenkarten, 278 Zeichnungen schwarz/weiß, 40 Zeichnungen auf einem Werbeblock der Buchdruckerei Hartmann Berlin, 69 Bildtafeln, Skizzenblätter und Einzelskizzen schwarz/weiß, 7 Bildtafeln mit farbigen Zeichnungen, 16 Skizzenblöcke, 25 Arbeitstagebücher, 18 Bände mit Ringbuchskizzen, 18 Linol- und Holzschnitte, 15 Holzstöcke und eine Plastik.

Für die Dauer der Kabinettausstellung „Mensch und Maske“ ist die ständige Ausstellung „600 Jahre Kunst der Universität Leipzig“ ebenfalls von Montag bis Freitag, 11.00 bis 18.00 Uhr, geöffnet. Malerei, Plastik, Grafik und Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart geben einen lebendigen Einblick in die traditionsreiche Geschichte der Leipziger Universität.

 

 

 

 
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