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campus blues

Fotowettbewerb - Der Universitätscampus
am Augustusplatz vor dem Umbau
Ausstellung des StuRa und der Kustodie
der Universität Leipzig

GALERIE IM HÖRSAALBAU
03. Juni bis 30. Juni 2005

Mo 12.00 - 17.00 Uhr
Di - Fr 9.00 - 17.00 Uhr
Sa 9.00 - 12.00 Uhr

     
 



Uniinnenhof blaustichig mit schwarzem Rahmen – ohne MTL; Philipp Märkl, [o.T.]

 


Die Stuhlreihe mit dem Gelbstich; Britta Kirst, aus der Serie „Hörsaal 15“ bestehend aus 5 Bildern

 


s/w Foto Treppenhaus; Christian Meinecke, „Treppenhaus Mensa/Cafeteria”

 


blaues Hörsaalgebäude mit MTL-Auto; Louis Volkmann, [o.T.] aus einer Serie aus 6 Fotos

 


Treppe Seminargebäude; Martin Kiebeler, [o.T.]

 


Hauptgebäude bei Nacht mit Peace Schriftzug in den Fenstern; Holger Mann, aus der Serie „Friedens-Uni?“ bestehend aus 8 Bildern

 

 

Gegenwart – ein scheinbar banaler Begriff, der die Ausstellung und gleichzeitig das gesamte Projekt jedoch auf den Punkt bringt. Vor der aufwändigen Umgestaltung des Universitätscampus am Augustusplatz galt es, genau hinzuschauen und die Gegenwart festzuhalten. Die Fotografien der Ausstellung „campus blues“ und der begleitende Katalog sind Ergebnis eines Fotowettbewerbes, der vom StudentInnenRat der Universität Leipzig im Wintersemester 2004/2005 ausgelobt wurde und dessen Ergebnisse nun in Zusammenarbeit mit der Kustodie in der Galerie im Hörsaalbau ausgestellt werden. Das Ziel des Fotowettbewerbs war es, ein möglichst breit gefächertes Zeitdokument zu erhalten und damit einen Beitrag zu einer kontinuierlichen und aktiven Erinnerungskultur zu leisten. Die subjektive Sicht der NutzerInnen verspricht einen besonderen Blick auf das Ensemble, hält neue Perspektiven und Details bereit. Die Ausstellung zeigt mehr als 150 Fotografien von insgesamt 27 KünstlerInnen, die Bandbreite reicht vom Paternoster im Hauptgebäude bis zur Mensaküche. Es sind Ein- und Ansichten, die bald schon Vergangenheit darstellen oder es sogar schon sind.

 

Die Wurzeln des Projektes liegen in den Diskussionen um den Um- und Neubau des Campusgeländes am Augustusplatz. Mit der Entscheidung für den Entwurf des niederländischen Architekturbüros van Egeraat im März 2004 wurden die Weichen für den Neubau gestellt: Das zwischen 1968 und 1976 errichtete Areal mit Universitätshauptgebäude, Hörsaalgebäude und dem „Uniriesen“, der zu einem Markenzeichen Leipzigs avancierte, würde bald der Vergangenheit angehören. Der Neubau der Mensa an der Moritzbastei und die Baugruben entlang der Universitätsstraße weisen alle Universitätsangehörigen täglich darauf hin – der Umbau hat begonnen. Das Gesicht der Universität, wie es Generationen von Studierende seit den 70er Jahren bekannt ist, wandelt sich. Obwohl die Gebäude den heutigen Anforderungen an den Lehr- und Forschungsbetrieb nicht mehr entsprechen und ihre Erscheinung im Stadtbild umstritten ist, sind sie ein wichtiger Teil der Leipziger Architekturgeschichte. In der Fotografie wird - trotz des zum Teil problematischen Zustandes der Gebäude – die ästhetische Qualität der Architektur sichtbar. Im Fotowettbewerb war der künstlerische Blick auf den Campus gefordert, im Gegensatz zu einer von der Universitätsverwaltung durchgeführten rein dokumentarischen fotografischen Bestandsaufnahme. Der ganz eigene, subjektive Blickwinkel der Studierenden, Lehrenden und MitarbeiterInnen auf ihren Campus sollte durch die Aufgabenstellung provoziert werden.

 

Bis zum 24. April 2005 waren Studierende und Interessierte (außer Wertung) unter dem Motto „Totgeschlagen – Abgerissen. Leben vor und mit dem Umbau“ dazu aufgefordert, sich fotografisch mit dem Campus als Architektur-Objekt und als Lebens-Ort auseinander zu setzen. Es konnten bis zu drei Arbeiten, bestehend aus Einzelbildern bis zu einer Größe von maximal 30 x 40 cm oder aus einer Serie von bis zu sechs Bildern bis 20 x 30 cm, eingereicht werden. 26 Studierende und eine Mitarbeiterin der Universität haben sich am Wettbewerb beteiligt und sind mit jeweils einer Arbeit im Ausstellungskatalog vertreten.
Die Jury, die sich aus Diana Schmidt (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des StuRa), Angela Hölzel (Studentenwerk Leipzig, Arbeitsgebiet Kultur, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit), Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen (Leiter der Kustodie der Universität Leipzig) und Michael Berninger (culturtraeger) zusammensetzte, nahm unter den Einsen-dungen der Studierenden eine Reihung vor: Die Siegerarbeit von Louis Volkmann (Student an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig) wird in die Studiensammlung der Universität aufgenommen. Eine Fotografie der Siegerarbeit und Arbeiten von Britta Kirst, Christian Meinecke, Martin Kiebeler, Philipp Märkl und Holger Mann werden als Citycards-Edition bei culturtraeger erscheinen.

 

Eine Bestandsaufnahme: Der Einblick in den Campus, den die ausgestellten Fotografien ermöglichen, geht weit über die bloße Fassadendarstellung hinaus. Die Arbeiten protokollieren die Melancholie eines gebrauchten und vielleicht verbrauchten Baus mit teils ästhetischen, teils morbiden Details. Insofern hat sich ein Teil unserer Hoffnungen erfüllt. Eine Dokumentation des studentischen Lebens und Alltags findet jedoch nicht statt: Die Fotografien sind zumeist menschenleer.

 

Befreiung oder Auslassung? Diese Bewertung möchten wir an dieser Stelle nicht vornehmen - wörtlich genommen ist der Campus ja auch ein „freies Feld“.


 





 
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