Forschungsbericht 2007 - Projekte

 

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

Department of Nuclear Medicine


FG Onkologie

Oncology


FDG-PET zur Prognosevorhersage bei Kindern mit Hodgkin-Lymphom

FDG-PET for predicition of prognosis in children with Hodgkin's lmyphoma

Kinder mit Hodgkin-Lymphom haben eine sehr gute Heilungschance von etwa 90%. Eine frühzeitige Erkennung der Kinder mit späterem Therapieversagen könnte durch zeitige Umstellung der Chemotherapie die Heilungsraten verbessern.

Bisher ist nicht gelungen, aus den vielen Parametern des konventionellen Stagings und initialen Restagings Prognoseparameter herauszufiltern, die mit ausreichender Sicherheit diese Subgruppe identifiziert.

Hypothese: FDG-PET ist geeignet, die Subgruppe mit späteren Rezidiven bzw. Therapieversagen aufgrund des Therapieansprechens nach dem 2. Zyklus Chemotherapie bzw. nach Ende der Chemotherapie zu identifizieren.

Lösungsansatz: Die gesamte im Rahmen des Restagings gewonnene originale Bildgebung (MRT, CT, FDG-PET) wird im direkten Vergleich mit der initialen Bildgebung Referenz-evaluiert. Das Therapieansprechen (CR, CRU, PR-Progress, PET negativ oder positiv) wird dokumentiert. Zusätzlich werden semiquantitative Parameter aus den PET-Untersuchung (SUV max., SUV mean, vitales Tumorvolumen, relative Änderungen zur initialen Untersuchung) bewertet. Referenz ist das ereignisfreie Überleben.

Förderung: Peter-Escher-Stiftung.


FDG-PET zur Entscheidung über die Durchführung einer Strahlentherapie bei Kindern mit Hodgkin-Lymphom

FDG-PET for early response evaluation in children with Hodgkin's lymphoma

Kinder mit Hodgkin-Lymphom haben eine Heilungschance von ca. 90%. Demgegenüber sind schwerwiegende Spätfolgen der intensiven Therapie sehr häufig. Insbesondere muss mit einem Auftreten von Zweittumoren bei ca. 25% der Patienten nach 30 Jahren gerechnet werden, die überwiegend im Bereich des ehemaligen Bestrahlungsfeldes lokalisiert sind. Aus Modellrechnungen kann geschätzt werden, dass ca. 75% der Patienten bis Stadium II A und ca. 40% der Patienten ab Stadium II B bereits vor der Strahlentherapie geheilt sind. Ziel ist deshalb eine Therapieabschwächung bei erhaltenen Heilungsraten. In der GPOH-HD 95-Studie konnte bei Kindern im Erkrankungsstadium bis II A, die am Ende der Chemotherapie eine komplette Remission nach Röntgenkriterien erreicht hatten, auf die Strahlentherapie verzichtet werden, ohne dass ein Anstieg der Rezidivraten auftrat. Bei höheren Erkrankungsstadien trat bei gleichem Vorgehend dagegen ein signifikanter Anstieg der Rezidivrate auf. Bei Erwachsenen konnte gezeigt werden, dass FDG-PET vor allem spezifischer, aber auch sensitiver als CT/MRT zur Prognosevorhersage anhand von Restbefunden nach Therapie ist.

Hypothese: FDG-PET ist geeignet, Patienten mit therapiebedürftigen Lymphomrestbefunden sensitiv und spezifisch zu erkennen.

Lösungsansatz: Alle Patienten mit negativem PET-Befund nach dem 2. Zyklus Chemotherapie erhalten keine Strahlentherapie. Zielgröße ist das ereignisfreie Überleben.

Förderung: Deutsche Krebshilfe.


FDG-PET zur Optimierung der Rezidivtherapie bei Kindern mit Hodgkin-Lymphom

FDG-PET for optimization of slavage treatment in children with Hodgkin's lymphoma

Rezidive bei Kindern und Jugendlichen mit Hodgkin-Lymphom wurden in den vergangenen HD-Studien zunächst nach Standard, im Wiederholungsfall oder bei fehlendem Therapieansprechen individuell behandelt. Grund ist das individuell unterschiedliche Ansprechen auf verschiedene Chemotherapeutika in dieser klinischen Situation. Die konventionellen Re-Staging-Parameter sind jedoch nur sehr begrenzt zum frühzeitigen Erkennen des Therapieeffektes geeignet. Die FDG-PET bietet gegenüber morphologischen Verfahren hier prinzipielle Vorteile und hat sich bei Lymphomen des Erwachsenen als Prognosemarker bewährt.

Hypothese: FDG-PET ist geeignet, das Ansprechen auf eine Chemotherapie in der Rezidivsituation von Kindern und Jugendlichen mit Hodgkin-Lymphom frühzeitig mit hoher Treffsicherheit zu beurteilen. Der Einsatz dieser Methode zur Therapieentscheidung kann die Heilungsraten verbessern.

Lösungsansatz: Der Effekt der Chemotherapie wird bei Patienten mit Progress oder Frührezidiv sowie bei Patienten mit Spätrezidiv bei initial höherem Erkrankungsstadium mit FDG-PET nach dem 2. Therapiezyklus bewertet. In Abhängigkeit vom Befund werden zwei unterschiedliche Therapieschemata angewendet. Zielparameter sind das Erreichen von Tumorfreiheit und das ereignisfreie Überleben.

Förderung: Deutsche Krebshilfe.


FDG-PET beim Lymphozyten prädominanten Hodgkin-Lymphom (Euro-NET-PHL-LP-Studie)

FDG-PET in lymphocyte-predominant Hodgkins lymphoma

Das Lymphozyten-prädominante Hodgkin-Lymphom (LPHD) unterscheidet sich durch einen sehr langsamen Verlauf, eine sehr gute Prognose, aber eine relativ hohe Rezidivneigung vom klassischen Hodgkin-Lymphom. Häufig treten bei der morphologischen Bildgebung grenzwertige Befunde auf, die das Staging, aber auch die Beurteilung des Therapieansprechens erschweren. Erste Erfahrungen mit FDG-PET zeigen, dass die Glukoseutilisation beim LPHD signifikant geringer ist als beim klassischen Hodgkin-Lymphom.

Hypothese: FDG-PET ist auch beim LPHD für initiales Staging und Beurteilung des Therapieansprechens geeignet.

Lösungsansatz: FDG-PET wird routinemäßig zusätzlich zu CT/MRT vor Therapiebeginn durchgeführt. Das Staging erfolgt auf der Basis von CT/MRT, die PET-Daten werden dokumentiert. Im Falle grenzwertiger CT/MRT-Befunde entscheidet FDG-PET über den Befall. Im Falle einer Chemotherapie erfolgt nach dem 2. Zyklus eine Responsekontrolle mit CT/MRT und PET. Bei negativer morphologischer Bildgebung (CA) oder bei negativem PET-Befund erfolgt keine Strahlentherapie. Zielgröße ist das ereignisfreie Überleben im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorgängerstudien.

Förderung: Deutsche Krebshilfe.


Neoadjuvante Therapie und Responseevaluation bei Tumoren des gastrooesophagealen Übergangs (AEG-Typ 1+2+3)

Neoadjuvant therapy and early response evaluation in tumors of the gastrooesophagial junction

Durch die neoadjuvante Therapie lokal fortgeschrittener AEG-Tumore mit Cisplatin-haltiger Chemotherapie konnte die Langzeitprognose dieser Patienten verbessert werden. Die Ansprechrate auf die Chemotherapie liegt bei etwa 50%. Non-Responder haben keinen Vorteil von der Therapie, aber Nachteile durch Nebenwirkungen und Zeitverlust von 3 Monaten. Erste klinische Studien konnten zeigen, dass FDG-PET die derzeit treffsicherste Frühmethode zur Erkennung der Responder ist. Der optimale Zeitpunkt ist jedoch derzeit nicht bekannt.

Hypothese: Ein Ansprechen auf neoadjuvante Chemotherapie kann bereits einen Tag nach dem 1. Therapiezyklus detektiert werden.

Lösungsansatz: Am Tag zwei und am Tag 15 nach Beginn der Chemotherapie erfolgen FDG-PET-Untersuchungen mit zusätzlicher dynamischer Akquisition. Patienten mit SUV-Abfall < 35% werden als Non-Responder eingestuft und unmittelbar operiert, als Responder eingestufte Patienten erhalten bei Abschluss der Chemotherapie nach 3 Monaten eine Sonografie und CT zur morphologischen Responsekontrolle und werden nachfolgend operiert. Histologisch wird der Regressionsgrad ermittelt.

Kooperationspartner: Chirurgische Klinik II und Institut für Pathologie (Dr. Müller), Universitätsklinikum Leipzig.

Förderung: keine


Untersuchung des Ansprechens fortgeschrittener Gallenwegskarzinome auf Thyrosinkinase-Hemmer

Response assessement during Glivec-treatment of advanced cholangiocarcinomas

Patienten mit nicht-resektablen Gallengangskarzinomen haben eine sehr schlechte Prognose. Durch experimentelle Vorarbeiten an der Universität Leipzig wurde sowohl an Gallengangs- und Gallenblasenzelllinien als auch an einem Mausmodell ein Ansprechen auf Imatinib-Therapie nachgewiesen. Klinische Voruntersuchungen liegen sowohl auf dem Gebiet der CML als auch bei gastrointestinalen Stromatumoren vor. Hier wird ein Ansprechen bei ca. 60% der Patienten gesehen. Es konnte gezeigt werden, dass FDG-PET die Responder frühzeitig von den Non-Respondern unterscheiden kann.

Hypothese: FDG-PET kann auch bei Gallenwegs- und Gallenblasenkarzinomen eine potenzielle Response auf Imatinib-Therapie diagnostizieren.

Lösungsansatz: In einer prospektiven, nicht randomisierten bizentrischen Phase II-Studie werden Patienten mit Adenokarzinom von Gallenblase oder Gallengang bei nicht vorliegender Operabilität sowie bei Nicht-Ansprechen auf eine First-line-Chemotherapie mit Imatinib behandelt. Die Kontrolle des Therapieansprechens erfolgt mit FDG-PET nach einer Woche sowie nach zwölf Wochen mit FDG-PET und CT oder MRT und Oberbauchsonografie. Die Bewertung der PET-Untersuchung erfolgt anhand des maximalen und mittleren SUV, im CT, MRT anhand der Tumormaße. Zielgrößen sind das Ansprechen nach CT-/MRT-Kriterien und das mediane Überleben.

Kooperationspartner: Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universität Leipzig (Dr. Wiedmann), Koordinierungszentrum für Klinische Studien, Leipzig, Medizinische Klinik II vom Basedow-Klinikum Merseburg (Dr. Schleyer), Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie, Universität Leipzig.

Förderung: Novartis Pharma GmbH


Aufbau eines europäischen Netzwerkes für PET- und CT-Daten von Kindern und Jugendlichen mit Hodgkin-Lymphom

Building of a European network for data communication between European PET centers

An das Studienprotokoll der Euronet-PHL-Studie haben sich 15 europäische Länder durch Votum der jeweiligen Fachgesellschaft für pädiatrische Onkologie angeschlossen. Das bedeutet, dass die zentrale Referenzbegutachtung aller PET-Untersuchungen in der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig erfolgen wird (Ausnahme Frankreich). Es ist mit einem Aufkommen von ca. 40 bis 70 PET-Untersuchungen pro Woche zu rechnen. Gleichzeitig erfordert das Studienprotokoll eine unmittelbar zeitnahe Bewertung aller Untersuchungen. Das stellt hohe logistische Anforderungen an die Kommunikation mit den anderen PET-Zentren. Die Erfahrung im Rahmen der GPOH-HD 2002-Studie zeigte, dass die Datenformate sehr unterschiedlich sind und sehr heterogene Probleme beim Datenversand auftreten.

Hypothese: Es kann Datenkommunikationsnetzwerk zwischen den PET-Zentren in 15 europäischen Ländern aufgebaut werden, dass ein einheitliches Datenformat, eine unmittelbare Kommunikation und einen kurzfristigen Datenversand sowie die Durchführung von Telekonferenzen innerhalb Europas ermöglicht.

Lösungsansatz: Es wird ein Superserver, der gleichzeitig als Netzwerk, Applikations- und Archivserver dient, für das Projekt genutzt. Alle PET-Einrichtungen verfügen über die gleiche Softwarelösung und werden direkt an das Netzwerk angeschlossen. Das ermöglicht eine direkte Kommunikation zwischen dem Referenzzentrum und den Partnern sowie professionelle Lösungen für Archivierung und Datenschutz.

Kooperationspartner: Euronet-PHL-Studienzentrale (Leitung: Prof. Körholz), assoziierte Partner in Österreich, Dänemark, Spanien, Frankreich, Irland, Schweden, Polen, Norwegen, Slowakei und Großbritannien.

Förderung: EU Förderung (Public Health Programms) 2007 bewilligt


FDG-PET beim Hodgkin-Lymphom des Erwachsenen (HD-15-Studie)

FDG-PET in Hodgkin's lymphoma of adults

Bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom ist nach der Therapie die Spezifität morphologischer Untersuchungsverfahren (CT, MRT) zur Beurteilung vitaler Tumorreste nur gering. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass FDG-PET in dieser Situation eine wesentlich höhere Treffsicherheit besitzt. Bei sehr guten Heilungsraten liegt ein wichtiges Ziel der Therapieoptimierung beim Hodgkin-Lymphom des Erwachsenen in einer vorsichtigen Reduktion der Therapieintensität, insbesondere der Strahlentherapie.

Hypothese: FDG-PET kann nach Ende der Chemotherapie vorhersagen, welche Patienten eine zusätzliche Strahlentherapie benötigen und welche nicht.

Lösungsansatz: Patienten mit im CT/MRT nachweisbaren Tumorresten nach intensiver Chemotherapie erhalten eine FDG-PET-Untersuchung. Eine anschließende Strahlentherapie erfolgt nur im Falle eines noch positiven PET-Befundes.

Kooperationspartner: Studienleiter: Deutschen Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe (Prof. Diehl, Prof. Dr. Dietlein für die Nuklearmedizin).

Förderung: keine


Multizentrische Studie zur Entwicklung eines neuen diagnostischen Algorithmus bei Kindern mit soliden Tumoren und malignen Lymphomen unter Verwendung von FDG-PET

Multicentric trial for the development of a diagnostic algorithm in children with malignancies

Für eine Reihe von Tumoren konnte gezeigt werden, dass FDG-PET zur Beurteilung des Therapieansprechens geeignet ist. Unklar ist, wie groß der diagnostische Zugewinn durch zusätzliche Durchführung der PET zum konventionellen Restaging im Kindesalter ist.

Hypothese: Durch FDG-PET kann in mindestens 20 % der Fälle das Therapieansprechen exakter als mit den konventionellen Restagingverfahren beurteilt werden. In mindestens 20 % der Fälle können Rest- oder Rezidivtumoren identifiziert oder ausgeschlossen werden.

Lösungsansatz: Es wird das Therapieansprechen während protokollgemäßer Therapie der o.g. Tumoren mit FDG-PET zusätzlich zur konventionellen Schnittbildtechnik und ggf. histologisch untersucht. Nach Therapieende wird das Vorliegen von Restbefunden bzw. Rezidiven bewertet.

Kooperationspartner: Charité Berlin (Kliniken für Pädiatrie, Hämatologie/Onkologie, Nuklearmedizin, Abt. für Pädiatrische Radiologie in der Klinik für Strahlenheilkunde)

Förderung: Deutsche Krebshilfe


FDG-PET zur Diagnostik von Gefäßprotheseninfektionen

FDG-PET for diagnosis of infected vascular prostheses

Infektion von Gefäßendoprothesen stellen mit einer Letalitätsrate von ca. 50% ein dramatisches Krankheitsbild dar. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist eine frühzeitige Diagnostik. Die bisherige Diagnostik (Synopse von klinischem Befund, Laboranalyse und Bildgebung durch Sonografie, MRT oder CT) zeigt keine ausreichende Sicherheit. FDG-PET ist für diese Fragestellung noch nicht evaluiert, es liegen lediglich Einzelfallberichte vor.

Hypothese: FDG-PET ist geeignet, Gefäßendoprothesen mit guter Treffsicherheit nachzuweisen.

Lösungsansatz: Es werden vier Patientengruppen untersucht: Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Infektion der Gefäßprothese, asymptomatische Patienten mit geringer Wahrscheinlichkeit bei perfundierter Prothese, asymptomatische Patienten mit geringer Wahrscheinlichkeit auf Infektion bei verschlossener Prothese und Patienten mit Zustand nach Gefäßprotheseninfektion, saniert durch Prothesenausbau und Gefäßtransplantation, die mindesten drei Monate asymptomatisch sind. Bei den PET-Untersuchungen erfolgt eine visuelle Auswertung durch zwei unabhängige Untersucher sowie eine Bestimmung des SUV. Referenzmethoden sind ein Infekt-immunologisches Monitoring, morphologische Bildgebung mit CT/MRT und der klinische Verlauf.

Kooperationspartner: Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Dr. Richter).

Förderung: keine.


FDG-PET zur Entzündungsdiagnostik bei Gelenkendoprothesen

FDG-PET for diagnosis of infected arthroprostheses

Der Nachweis bzw. Ausschluss von Infektionen bei problematischen Verläufen nach Gelenkimplantation ist entscheidend für das therapeutische Vorgehen. Morphologische Bildgebung mittels CT oder MRT ist durch die Metallimplantate stark Artefakt-behaftet und wenig aussagekräftig. Die Bewertung erfolgt überwiegend durch einen Score aus klinischer Symptomatik und Laborparametern, was jedoch ebenfalls keine zufriedenstellende Treffsicherheit zeigt. Die Antigranulozyten-AK-Szintigrafie ist eine spezifische, aber nicht ausreichend sensitive Methode. Bisher gibt es keinen etablierten Auswertealgorithmus für FDG-PET-Untersuchungen bei dieser Fragestellung.

Hypothese: Durch Auffinden eines optimierten Auswertealgorithmus kann die diagnostische Treffsicherheit der FDG zum Infektionsnachweis bei Gelenkendoprothesen gesteigert werden.

Lösungsansatz: Patienten mit schmerzhaften Gelenkendoprothesen erhalten eine FDG-PET-Untersuchung. Die Auswertung erfolgt sowohl bezüglich des FDG-Anreicherungsmusters als auch mit einer SUV-Bestimmung in multiplen, definierten Regionen in Umgebung der Endoprothese. Als Referenzmethode dient bei Patienten mit nachfolgender Operation der histologische Befund, bei Patienten ohne Operation der Entzündungs-Score.

Kooperationspartner: Orthopädische Klinik der Universität Leipzig.

Förderung: keine.


Einfluss einer intrakoronaren Applikation autologer endothelialer Progenitorzellen bei Patienten mit chronischen Koronargefäßverschlüssen

Changes in perfusion after intracoronary application of autologeous progenitor cells in patients with chronic coronary occlusion

Für die Neovaskularisierung spielt sowohl eine Angiogenese als auch eine postnatale Vaskulogenese durch Mobilisierung endothelialer Progenitorzellen aus dem Knochenmark eine Rolle. Es konnte gezeigt werden, dass durch die Transplantation von Progenitorzellen die myokardiale Regeneration nach einem Myokardinfarkt verbessert werden kann. Der Einfluss von Progenitorzellen nach Wiedereröffnung eines chronischen Gefäßverschlusses ist jedoch unbekannt.

Hypothese: Die intrakoronare Applikation autologer endothelialer Progenitorzellen nach Wiedereröffnung eines chronisch verschlossenen Koronargefäßes kann die Stoffwechselverhältnisse im nachgeschalteten Myokard verbessern und die Pumpfunktion steigern.

Lösungsansatz: Randomisierte, doppelblinde und Placebo-kontrollierte Studie. Die Patienten werden nach einer Routinekoronarangiografie rekrutiert. Nach der Rekanalisation des chronisch verschlossenen Gefäßes erfolgt die Zuordnung zur Gruppe mit intrakoronarer Transplantation der Progenitorzellen oder zur Kontrollgruppe. Danach erfolgen als Basisuntersuchungen Myokardperfusions-Szintigrafie in Ruhe sowie FDG-PET und MRT. Die Kontrolluntersuchungen erfolgen nach drei Monaten. In der FDG-PET-Untersuchung werden die Anzahl avitaler, hibernierender und normal perfundierter Wandsegmente innerhalb und außerhalb des versorgten Gefäßstromgebietes beurteilt.

Ergebnis: signifikante Verbesserung von Pumpfunktion und Perfusion nach 3 Monaten durch die Applikation der Progenitorzellen im Vergleich zum natürlichen Verlauf nachgewiesen. Publikation erscheint J Nucl Med 2008

Kooperationspartner: Klinik für Kardiologie, Herzzentrum der Universität Leipzig (Prof. Hambrecht), Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin (Prof. Emmrich)


FG Radiochemie der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin in Kooperation mit dem Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung, Universität Leipzig

Radiochemistry group, Department of Nuclearmedicine, in cooperation with the Institute of Interdisciplinary Isotope Research, University of Leipzig


Oberthema: Evaluierung von neuen Radiopharmaka for PET and SPECT

Evaluation of new developed radiopharmaceuticals for PET and SPECT

Unterthema: Testungen der Bindungsaffinität und -spezifität der Azaspiroderivate des Vesamicols an mit vAChT transfizierten PC12-Zellen zur Charakterisierung einer neuen, vielversprechenden Substanzklasse für das potentielle Imaging des vesikulären Acetylcholintransporters mit PET.

Analysis of the affinity and specificity of azaspiroderivates of vesamicol in vAChT expressing PC12 to characterize a promising new class of compounds to image the vesicular acetylcholine transporter (vAChT) with PET


Dr. Dietlind Sorger (sord@medizin..uni-leipzig.de), Dipl.Biol. Udo Großmann, Prof. Dr. Osama Sabri (Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität); Dr. Barbara Wenzel, Dr. Peter Brust, Prof. Dr. Steinbach (Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung, Universität Leipzig)

Fernziel ist die Radiosynthese eines mit Fluor-18 markierten Radioliganden zur in vivo-Darstellung cholinerger Veränderungen im Hirn von Demenzpatienten mittels quantitativer Erfassung des vesikulären Acetylcholintransporters (vAChT) durch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Im Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung wurden Azaspiroderivate des Vesamicols als eine neue Gruppe von Vesamicolanaloga synthetisiert. Bei diesen Verbindungen ist am Cyclohexanolring über ein quarternäres C-Atom in einem Winkel von 90 ein weiterer Piperidinring gebunden, Dadurch wird der Vesamicolgrundstruktur eine gewisse strukturelle Starrheit verliehen, die die Selektivität der neuen Substanzklasse bezüglich der Bindung an den vAChT erhöhen könnte. Wir testeten jeweils 2 Regioisomere des Benzoylderivates (VL113), des 2-Fluorbenzoylderivates (VL127), des Fluorbenzylderivates (VL132) und des Fluorpropylderivates (VL186). Bei allen Verbindungen zeigt das Isomer mit dem über das C-4-Atom des Cyclohexanolringes gekoppelte Piperidinring eine ca. 50fach bessere Affinität zum vAChT im Vergleich zur Kopplung über das C-5-Atom. Eine gute Selektivität bezüglich der Abgrenzung zu Sigmarezeptoren zeigten VL113, VL127 und VL186. Damit steht eine neue Substanzklasse an Vesamicolderivaten für das Labelling mit Fluor-18 zur Verfügung.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


FG Radiochemie der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin in Kooperation mit dem Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig

Radiochemistry group, Department of Nuclearmedicine, Paul-Flechsig-Institute of Brain Research


Oberthema: Evaluierung von neuen Radiopharmaka

Evaluation of new developed radiopharmaceuticals

Teilthema: Untersuchungen der Nachweisbarkeit kortikaler cholinerger Defizite am Rattenmodell unter Verwendung des (4ß2 spezifischen nikotinisch-cholinergen Rezeptorliganden 2-[18F]F-A-85380 mittels ex-vivo- Autoradiographie.

Detection of cortical cholinergic deficits in a rat model using the (4ß2 specific nicotinic acetylcholine receptor ligand 2-[18F]F-A-85380


Dr. Dietlind Sorger (sord@medizin..uni-leipzig.de), Dr. Andreas Schildan, Dr. Marianne Patt, Dipl.Biol.Udo Großmann, Prof. Schliebs, Prof. Osama Sabri

2-[18F]F-A-85380 (2-[18F]FA) ist ein Radioligand für die nichtinvasive Darstellung des (4ß2-spezifischen nikotinischen Acetylcholinrezeptors (nAChR) im Hirn mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Ein Tiermodell der spezifischen Läsion des Nucleus basalis im Vorderhirn der Ratte stellt eine Möglichkeit dar, zu untersuchen, ob mit dem spezifischen Tracer eine Verringerung oder kompensatorische Erhöhung der Verfügbarkeit der (4ß2-Acetylcholinrezeptoren im Cortex beobachtet werden kann. Dies wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Zur Auslösung dieser cholinergen Läsion wurden an Zellgifte gekoppelte Antikörper durch stereotaktische Applikation in das basale Vorderhirn der Ratte appliziert. Die Ratten wurden nach frühestens 2 Tagen bis zu 4 Wochen nach Läsion untersucht. Die Auswertung der ex-vivo erzeugten Autoradiogramme nach Applikation von 30 MBq 2-[18F]FA zeigten bisher keine Unterschiede in der Intensität der kortikalen Speicherung des Tracers zwischen behandelten Tieren (deren cholinerge Läsion durch Acetylcholinesterase-Färbung verifiziert wurde) und unbehandelten Kontrolltieren. In zukünftigen Experimenten sollen die Ergebnisse der ex-vivo-Autoradiographie mit in-vivo PET-Messungen verglichen werden.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin; MED Medizintechnik Dresden GmbH; Universität Leipzig,

Nuclear Medicine;MED Medizintechnik Dresden GmbH;University of Leipzig,


Anpassung und Portierung einer Software zur Erfassung und Statistik von Personendosimetrischen Daten aus amtlichen und direktablesbaren Personendosimetern

Adaptation and porting of a software for registration and statistics of personnel dosimetric data of official and electronic read off dosimeters


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Dr. Bernhard Sattler (satb@medizin.uni-leipzig.de); Dipl.-Ing. R. Fundke, (rico.fundke@medizin.uni-leipzig.de) Heinz Kirsch (MED Medizintechnik Dresden GmbH); Prof. Dr. Osama Sabri

Auf dem Markt existiert eine Software der Fa. MED Dresden zur Erfassung von personendosimetrischen Daten aus amtlichen und direktablesbaren Dosimetern. Dieses Modul (DOSMO®) ist für die DOS-Plattform geschrieben und entsprechend eingeschränkt. Ziel des Projektes ist die Portierung dieser Anwendung auf Windows und deren gleichzeitige Erweiterung um die automatische Auslesung der direkt ablesbaren Dosimeter über eine existierende Hardware. Es ist ein Softwaremodul für die Bedienung dieser Schnittstelle zu entwickeln. Weiterhin sind benutzerspezifische Module zur statistischen Auswertung und Überwachung der erfassten Daten zu integrieren. Die gesamte Entwicklung erfolgt in enger Kooperation mit dem Hersteller der existierenden Software. *Test der entwickelten Beta-Software in der Routine 

Weiterführung: ja, (wird 2008 weitergeführt) 

Industrie 


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin Hans Wälischmiller GmbH, Dresden Hans Wälischmiller Ltd. Dresden


Mobile Abschirmung für die Positronenemissionstomografie (PET) zur Reduzierung der Strahlenexposition des Personals bei Untersuchungen mit hohem patientennahen Aufwand

Portable Shielding for Positron Emission Tomography (PET) to reduce the exposure to radiation of the staff in investigations with extensive close to patient handling.


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Dr. Bernhard Sattler (satb@medizin.uni-leipzig.de);Hans Joachim Lincke (Wälischmiller), Prof. Dr. med. Osama Sabri

Einige positronenemissionstomografische Untersuchungen erfordern einen hohen patientennahen Manipulationsaufwand. Zum Beispiel bei einer dynamischen Hirn-PET-Untersuchung entsteht durch das Erfordernis der Blutprobenentnahme ein Aufwand von etwa einer Stunde direkt am Patientenbett während das Personal mit der vom Patienten ausgehenden Strahlung exponiert wird. Ungeschützt beträgt diese Exposition 150 µSv/h. Mit der entwickelten Abschirmung kann die Strahlenexposition auf 15 µSv/h reduziert werden. Das System ist auf Rollen gelagert uns kann trotz seines Gewichtes von 250 kg leicht von einer Person positioniert werden. Das Projekt sieht vor, in Kooperation mit Wälischmiller einige Systeme zu fertigen und zu vertreiben. Ein kommerzieller Prototyp wurde von Wälischmiller bereits gefertigt und in der Routine getestet. 

Weiterführung: nein 

Drittmittelprojekt 947-000-10 (siehe Kooperationsvereinbarung) 


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (LFUG) Strahlenschutzseminar Thüringen e.V.

Clinic for Nuclear Medicine Saxon State Agency for Environment and Geology


Bestimmung von Iod-131-Konzentrationen in der Raumluft der Patientenzimmer in - Abhängigkeit der Grunderkrankung des Patienten, - Abhängigkeit der applizierten Aktivität und in - Zeitabhängigkeit nach der Applikation mit dem Ziel der Einleitung spezieller Strahlenschutzmaßnahmen für das Personal einer Radioiodtherapiestation 


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Dipl.-Phys. Hadi Alborzi; LFUG (Hadi.Alborzi@lfug.smul.sachsen.de), Prof. Dr. Osama Sabri 

Problemstellung und gegenwärtiger Stand der Wissenschaft: Während der Radioiodtherapie maligner und benigner Schilddrüsenerkrankungen kommt es zur Abatmung von Iod-131durch die Patienten über den gesamten Behandlungszeitraum. In den Luftfilteranlagen (Aktivkohlefilter) lässt sich ionisierende Strahlung nachweisen. Eine spektroskopische Analyse der Filter steht noch aus. Das Pflegepersonal der Nuklidtherapiestation wird mittels Ganzkörperzähler auf Inkorporation von I-131 untersucht. Bei den Messungen lassen sich Spuren von I-131 im Schilddrüsenbereich nachweisen. Inkorporationen im Bereich von 200Bq I-131 können nicht ausgeschlossen werden. Außerdem sind an der Arbeitskleidung des Personals Spuren von I-131 in der gleichen Größenordnung festzustellen.

Hypothese: Die Kontaminationen und Inkorporationen sind von Höhe der applizierten Aktivitäten beim Patienten, von der Grunderkrankung und von der zeit nach der Applikation abhängig.

Lösungsansatz: Durch patientenspezifische Erfassung der Abgabe von Jod-131 sollen in der Folge spezielle Strahlenschutzmaßnahmen eingeführt werden, um die Inkorporation beim Personal zu senken. 

Ja, Drittmittelprojekt 947000-015 als Rahmenthema 'Inkorporationsdosimetrie',

Forschungsprojekt 7190 1000 wurde planmäßig zum 31.12. 07 abgeschlossen 

Strahlenschutzseminar Thüringen e.V..),

Landesamt für Umwelt und Geologie, Dresden)

Radonbad Neualbenreuth 


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (LFUG) Strahlenschutzseminar Thüringen e.V.


Messstelle für Inkorporationsdosimetrie Sachsen (Landesmessstelle Rossendorf)

Clinic for Nuclear Medicine Saxon State Agency for Environment and Geology


Umgang offenen Nukliden - Erfassung der Grundsituation für die Umsetzung der neuen Richtlinie zur Inkorporationsdosimetrie 


Dr. Thomas Schönmuth (Thomas.Schoenmuth@vkta.de); PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Dipl.-Phys. Hadi Alborzi; LFUG (Hadi.Alborzi@lfug.smul.sachsen.de), Prof. Dr. Osama Sabri

Problemstellung und gegenwärtiger Stand der Wissenschaft: Nach der neuen Richtlinie zur Inkorporationsdosimetrie müsste nach der Höhe der Umgangsaktivität eine regelmäßige Inkorporationsmessung beim Personal erfolgen. Die Umsetzung erscheint problematisch. Es ist nicht klar, ob es überhaupt beim Umgang mit offenen Nukliden regelhaft zu Inkorporationen kommt. Deshalb soll in einem ersten Schritt die Grundsituation erfasst werden. Dabei soll radiopharmakaabhängig vorgegangen und auch Niederlassungspraxen einbezogen werden.

Hypothese: Es ist sicher keine flächendeckende Inkorporationskontrolle bei allen Beschäftigten notwendig.

Lösungsansatz: Zunächst wird für die Technetium- und F-18-Radiopharmaka die Grundsituation hinsichtlich möglicher Inkorporationen beim Personal erfasst, um daraus Rückschlüsse für das weitere Vorgehen bei der Umsetzung der Richtlinie festzulegen. 

Ja, Drittmittelprojekt 947000-015 als Rahmenthema 'Inkorporationsdosimetrie',

Forschungsprojekt wurde IV/2007 durch die Landesmessstelle beantragt 

Strahlenschutzseminar Thüringen e.V.,

Landesamt für Umwelt und Geologie, Dresden


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin


Langzeitortsdosimetrie in Kontrollbereichen der diagnostischen und therapeutischen Nuklearmedizin mit Thermolumineszenzdetektoren

Long term area dosimetry in hot zones of diagnostic an therapeutic nuclear medicine using thermo luminescence detectors


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Dr. Bernhard Sattler (satb@medizin.uni-leipzig.de); Prof. Dr. Osama Sabri 

Zur Überprüfung des baulichen und organisatorischen Strahlenschutzes in der diagnostischen und therapeutischen Nuklearmedizin werden über lange Zeiträume kontinuierliche Erhebungen der Ortsdosis an verschiedenen Messpunkten durchgeführt. Dafür werden Thermolumineszenzdetektoren des Typs TLD100H benutzt, die mit einer 131I- Quelle auf 1mSv kalibriert wurden. Jeder Messpunkt in den Bereichen wurde dreifach belegt. Zusätzlich wird die Kontamination der Abluftfilter mit TLD gemessen. Die Ortsdosimetrie mit TLD's ermöglicht einen repräsentativen, kumulativen Langzeitüberblick über die an verschiedenen Orten in Strahlenschutzbereichen tatsächlich auftretenden Ortsdosen. Damit ist eine realistische Einschätzung der an verschiedenen Orten zu erwartenden Strahlenexposition möglich. Es lässt sich ein optimales Strahleschutzkonzept mit Blick auf die Minimierung der beruflichen Strahlenexposition aufstellen. 

Weiterführung: nein 

Derzeit keine (Arbeiten werden von Diplomanden und Praktikanten ausgeführt) 


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin Forschungsbüro Radon und Balneologie


Erfassung von Expositionen mit 222Rn (In-vivo gammespektrometrische Messungen - Dynamik der Radonfolgeprodukte - Messungen nach simulierten therapeutischen Expositionen)


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Dr. Günther Just (Drgjust@aol.com), Prof. Dr. Osama Sabri 

Problemstellung und gegenwärtiger Stand der Wissenschaft: Die Anwendung von 222Rn zur Therapie verschiedener Erkrankungen des Bewegungsapparates mit dem Ziel der Schmerzlinderung ist seit Jahrzehnten unbestritten. Über die Dosiswirkungsbeziehung ist allerdings wenig bekannt.

Verschiedene Applikationsformen des 222Rn als Trinkkur, Badekur oder Inhalation im Heilstollen bzw. in Kombinationen führt zu unterschiedlichen Anreicherungen im Gewebe und natürlich auch zu unterschiedlichen Strahlenexpositionen. Über die Höhe der Strahlenexpositionen ist bisher wenig bekannt.

Hypothese: Durch Simulation der verschiedenen Applikationsformen muss sich die Dynamik des Radontransportes im Gewebe durch Messung der Folgeprodukte abbilden

Lösungsansatz: Durch Quantifizierung der Anreicherung von Radonfolgeprodukten mittels Ganzkörperzähler sollte es möglich sein, dosimetrische Größen zu ermitteln. 

Weiterführung: nein 

Forschungsbüro Radon und Balneologie (Dr. Günther Just) 


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin 


Optimierung der Bestrahlungsplanung für die Radioiodtherapie maligner und benigner Schilddrüsenerkrankungen - Anwendung von Iod-131-SPECT zur Ermittlung des stoffwechselaktiven Schilddrüsenvolumens


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Prof. Dr. Osama Sabri 

Problemstellung und gegenwärtiger Stand der Wissenschaft: Die Bestrahlungsplanung für die Radioiodtherapie orientiert sich am sonografisch bestimmten Schilddrüsenvolumen. Trotz zusätzlicher visueller Bewertung der Technetiumszintigrafie kommt es zu Fehlbewertungen mit in der Regel damit verbundenen Unterdosierungen. Der Therapieerfolg mit einer Jodtherapie ist damit in Frage gestellt.

Hypothese: Mit einer für die Jod-131-Szintigrafie optimierten SPECT-Kamera (1-Zoll-Kristall) müsste es möglich sein, das stoffwechselaktive Schilddrüsenvolumen aus den transaxialen Schnittbildern zu ermitteln.

Lösungsansatz: Unterschiedliche Volumina mit differierenden Jod-131-Aktivitätskonzentrationen werden in ein Körperphantom eingebracht und mittels SPECT-Technik registriert. Dabei sollen Aufnahme- und Auswerteparameter so optimiert werden, dass die Volumina mit guter Näherung berechnet werden können. 

Weiterführung: nein 

Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida (Prof. W. Schüler), Westsächsische Hochschule Zwickau (Prof. L. Heiland), Universität Halle-Wittenberg 


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin


Optimierung der Bestrahlungsplanung für die Radioiodtherapie maligner und benigner Schilddrüsenerkrankungen - Anwendung von Iod-131-SPECT mit CT-Schwächungskorrektur zur Ermittlung der Aktivitätskonzentration in definierten Volumina


PD Dr. Jürgen Petzold (petj@medizin.uni-leipzig.de); Prof. Dr. Osama Sabri 

Problemstellung und gegenwärtiger Stand der Wissenschaft: Die Bestrahlungsplanung für die Radioiodtherapie orientiert sich an definierten Messungen der Ortsdosisleistung. Dabei können einzelne Jod-Anreicherungen nicht aufgelöst werden. Untergrundanteile verfälschen die Messungen

Hypothese: Mit einer für die Jod-131-Szintigrafie optimierten SPECT-Kamera (1-Zoll-Kristall) und einer nichtuniformen Schwächungskorrektur mittels Transmissionsmessung (Kombinierter SPECT-CT) sollten sich Kalibrierfaktoren für Jodanreicherungen im Gewebe unter Berücksichtigung der für die Volumenbestimmung optimierten Aufnahme- und Sauswertealgorithmen ergeben.

Lösungsansatz: Unterschiedliche Volumina mit differierenden Jod-131-Aktivitätskonzentrationen werden in ein Körperphantom eingebracht und mittels SPECT-Technik registiert. Dabei sollen Aufnahme- und Auswerteparameter so optimiert werden, dass die Volumina mit guter Näherung berechnet werden können. Durch eine zusätzliche CT-Schwächungskorrektur sollen Kalibrierfaktoren ermittelt werden, die es erlauben, durch mehrfache SPECT/CT-Untersuchungen Parameter wie Uptake, Volumen und effektive Halbwertszeit bezogen auf die jeweilige Jod-Anreicherung zu bestimmen. Damit ergeben sich für die Bestrahlungsplanung insbesondere bei der Therapie maligner Schilddrüsenerkrankungen ganz neue Ansätze. 

Weiterführung: nein 

Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida (Prof. W. Schüler), Westsächsische Hochschule Zwickau (Prof. L. Heiland), Universität Halle-Wittenberg 


Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte und parallelgruppen klinische Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer frühen Pramipexolbehandlung im Vergleich zu einer verzögerten Pramipexolbehandlung bei Patienten mit neu aufgetretener Parkinsonerkrankung (AMAD002)

A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group clinical trial to examine the efficacy and safety of early pramipexole treatment versus delayed pramipexole treatment in patients with new onset Parkinson's disease (AMAD002)


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Prof. Dr. Johannes Schwarz, Dr. Karl Strecker (Klinik und Poliklinik für Neurologie, UKL AöR), Elfi Boxhammer (KKSL Leipzig), Dr. Anita Seese, Prof. Dr. Osama Sabri; Prof. Dr. John Seibyl (Institute for Neurodegenerative Disorders, 60 Temple Street, Suite 8A, New Haven, CT USA, www.indd.org)

Klinische Studie zu Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer frühen Pramipexolbehandlung (Sifrol) im Vergleich zu einer verzögerten Pramipexolbehandlung bei de novo Parkinsonpatienten. Das Therapie-Monitoring erfolgt unter anderem mit [123I]FP-CIT-SPECT.

Weiterführung: Studien-Rekrutierung wurde 2007 beendet. Die Studie wird in 2008 abgeschlossen sein.

Finanzierung: Drittmittel (INDD, Boehringer-Ingelheim Pharma GmbH & Co KG)


DaTSCAN-Datenbank-Analyse (Cluster, ROC)

DaTSCAN database analysis (Cluster, ROC)


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), PD Dr. Thomas Villmann (Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, AG Computational Intelligence), Daniel Seider, Mandy Bufe, Dr. Karl Strecker, Prof. Dr. Johannes Schwarz (Klinik und Poliklinik für Neurologie, UKL AöR), Prof. Dr. Osama Sabri

Bei Patienten mit Parkinson-Syndromen werden anhand einer umfangreichen Datenbank klinische (Motor- und neuropsychiatrische Symptome), epidemiologische und nuklearmedizinische Parameter aus [123I]FP-CIT- und [123I]IBZM-Untersuchungen der nigrostriatalen dopaminergen Neurotransmission, die mit Hilfe eines hochauflösenden hirn-dedizierten SPECT-Systems gewonnen werden, analysiert. Als Analysemethoden werden neben konventionellen Ansätzen, receiver-operating-characteristics (ROC) auch neuronale Netze (Cluster-Analyse) eingesetzt. Ziel der Studie ist, neue klinische Kriterien zu determinieren.

Weiterführung: Ja

Finanzierung: Drittmittel (GE Healthcare)


Selektive in-vivo Quantifizerung der zentralen Serotonin-Transporter mittels PET

Selective in vivo imaging Imaging and quantitation of central serotonin transporter with PET


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Katarina Stengler-Wenzke, Dr. Dietmar Assmann, Dr. Karsten Nägler, Dr. Eva Hammerstein, PD Dr. Peter Schönknecht, Prof. Dr. Ulrich Hegerl (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, UKL AöR), Dr. Ralf Regenthal, Dr. Heike Knüpfer (Institut für Klinische Pharmakologie, Universität Leipzig), Dr. Florian ThenBergh, Dr. Alexander Niklas, Franziska Möller, Eva Hess (Klinik und Poliklinik für Neurologie, UKL AöR), Dr. Henrik Roth (Klinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie, Abteilung Neuroradiologie, UKL AöR), Dr. Daniel Teupser (Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, Universität Leipzig), PD Dr. Peter Brust, Prof. Dr. Jörg Steinbach (Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung Leipzig/Forschungszentrum Rossendorf), Dr. Marianne Patt, Dr. Georg-Alexander Becker, Dr. Henryk Barthel, Dr. Kai Kendziorra, Prof. Dr. Osama Sabri

Die zentralen Serotonin-Transporter (SERT) sind Schlüsselstrukturen in der Pathogenese neuro-psychiatrischer Störungen. Mittels neuer SERT-selektiver Radiotracer [18F]FMe-McN5652 und [11C]DASB wird bei Patienten mit Depression, Fatigue und Zwangsstörung die PET zur in-vivo-Darstellung und -Messung der serotonergen Neurotransmission zur Erforschung der zugrunde liegenden Neurobiologie eingesetzt. Ergänzt werden diese Analysen durch molekulargenetische Untersuchung und neuroendokrinologische Tests.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Entwicklung und klinische Anwendung eines neues, Fluor-18 markierten PET-SERT-Liganden

Development and clinical application of a PET-SERT ligand labeled with fluorine-18


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Katarina Stengler-Wenzke (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, UKL AöR), Dr. Enal Mishani (Haddassah Hebrew University, University Hospital, Department of Medical Biophysics and Nuclear Medicine Jerusalem, Israel), PD Dr. Peter Brust, Dr. Winnie Deuther-Conrad, Prof. Dr. Jörg Steinbach (Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung Leipzig/Forschungszentrum Rossendorf), Prof. Dr. Osama Sabri

Um die Quantifizierbarkeit kortikaler Serotonin-Transporter (SERT) zu verbessern, sollen SERT-selektive Radioliganden (weiter-)entwickelt werden (inklusive klinischer Proof-of-Concept-Studie).

Weiterführung: ja

Finanzierung: Joint German-Israeli Research Program Grant (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Germany, and Ministry of Science and Technology, Israel)


Quantitative Bestimmung des zerebralen Glukosemetabolismus und der zerebralen Perfusion sowie der Dopamin-Transporter-Verfügbarkeit bei Patienten mit Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom im Erwachsenenalter

Quantitive Assessment of cerebral glucose metabolism and perfusion, and dopamine transporter availability in adult patients with attention-deficit/hyperactivity disorder


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Olaf Ballaschke (Tagesklinik für cognitive Neurologie, UKL AöR/Max-Planck-Institut für kognitive Neurowissenschaften Leipzig), Dr. Julia Luthardt, Prof. Dr. Osama Sabri

Das zentrale Dopamin-System ist bei erwachsenen Patienten mit ADHD sehr wahrscheinlich gestört (wahrscheinlich vermindert aktiv) und diese Störung ist für einen Teil der kognitiven Beschwerden verantwortlich. Diese gehen mit (metabolischen, Perfusions-) Veränderungen in fronto-striato-thalamischen Neuronennetzen einher - eine [123I]FP-CIT-SPECT (Dopamin-Marker) und kombinierte [18]F]FDG-PET/[99mTc]ECD-SPECT-Studie.

Weiterführung: ja (das Projekt wird 2008 beendet)

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Radiosynoviorthese (RSO) nach Knieprothesen-Implantation

Radiosynoviorthesis (RSO) after knee prosthesis implantation


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Kerstin Hohdorf (Nuklearmedizinische Praxis am Städtischen Klinikum 'St. Georg' Leipzig), Dr. Matthias Gresens (Waldkrankenhaus Bad Düben - Fachkrankenhaus für Orthopädie), Dr. Wolfram Seidel (Abteilung für Rheumatologie, Medizinische Klinik IV, UKL AöR), Dr. Thomas Lincke, Prof. Dr. med. Osama Sabri

Prospektive randomisierte Studie zur Einschätzung der Wertigkeit der RSO zur Vermeidung von sogenannten Reizknien und Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Kniegelenktotalendoprothese (KTEP) im Hinblick auf eine Erweiterung der Indikationsstellung zur RSO.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Der Einsatz von Anti-CD4mAb-Fragment (radioaktiv markierter Antikörper) zur Darstellung von chronischen Entzündungen bei Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis'

The Use of Anti-CD4mAb-Fragment for the Imaging of Chronic Inflammation in Patients with Active Rheumatoid Arthritis (an open proof of concept study) (POC EB 1635)


Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Ulrich Pigla (Biotectid GmbH), Dr. phil. nat. Joachim Siegert, Beate Brecht (Institut für Klinische Pharmakologie, Medizinische Fakultät, Universität Dresden), Claudia Kunze (Berlin Neuroimaging-Center, Charité/Humboldt-Universität Berlin), Dr. Wolfram Seidel, Dr. Matthias Pierer (Abteilung für Rheumatologie, Medizinische Klinik IV, UKL AöR), Dr. Thomas Lincke, Dr. Dietlind Sorger, Prof. Dr. Osama Sabri

Proof-of-Concept-Studie zur Evaluierung eines neuen radioaktiv markierten Anti-CD4mAb-Fragments bei Patienten mit Polyarthritis.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Biotectid GmbH


Nikotin-Rezeptor-Verfügbarkeit gemessen mittels 2-[18F]A-85380 PET und Vigilanzregulation

Nicotinic Receptor Availability measured by 2-[18F]A-85380 PET and vigilance regulation


Dr. Ivonne Burgos Guerrero, Dipl.-Psych. Christian Sander, Prof. Dr. Ulrich Hegerl (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, UKL AöR), PD Dr. Peter Schönknecht, Dr. Swen Hesse (swen.hesse@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Georg-Alexander Becker, Dr. Andreas Schildan, Prof. Dr. Osama Sabri

Nikotineffekte auf die Kognition und die Vigilanzregulation stehen vermutlich in Beziehung. Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Änderung der nikotinischen Azeylcholin-Rezeptor-Verfügbarkeit bei Nikotinabhängigen, induziert durch Nikotinentzug und einer zeitgleichen Änderung der Vigilanz gibt.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Formel.1


Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung

Department of Nuclear Medicine,

Clinic for Nuclear Medicine Institute for Interdisciplinary Isotope Research (IIF) 


PET-Untersuchungen von Transportprozessen in geologischen Endlagerformationen (Lockersedimentationen und Granitbohrkernen)

Investigation of Water Flow and Colloid Transport in Granitic Formations and Light Sedimentations Using Positron Emission Tomography(PET) 


Dr. Anita Seese (Anita.Seese@medizin.uni-leipzig.de); Dr. Johannes Kulenkampff (kulenkampf@iif-leipzig.de); Marion Gründing; Klaus Zieger

Für prognostische Aussagen zur Langzeitsicherheit von Endlagerstätten für radioaktive und toxische Abfälle sind Kenntnisse zur Migration der Substanzen in bestimmten geologischen Formationen nötig. Eine Messung dieser Transportprozesse ist mittels Radiotracertechnik in entsprechenden Bohrkernen von Granitstrukturen und Lockersedimentationen möglich. Radioaktiv markierte Kolloide(I-124) bzw. Wasser, das mit Kaliumfluorid (F-18) versetzt wird, werden über eine spezielle Hochdruckapparatur mit geringer Pumpgeschwindigkeit zur Modellierung von Echtzeitverhalten durch die Formation transportiert. Mit Hilfe der Messmethodik der Positronen-Emissions-Tomographie wird die heterogene Verteilung in den Bohrkernstrukturen räumlich und zeitlich bildgebend erfasst. Aus den gewonnenen tomografischen Schnitten der radioaktiven Tracerverteilungen lassen sich über Modellrechnungen(Lattice Boltzmann Modelling) quantitative Aussagen zur Dispersion sowie zu den Geschwindigkeitsverteilungen der Substanzen ableiten. Daraus konnten Informationen über lokale Geschwindigkeitsänderungen und über Zonen mit verstärkter Traceranreicherung gewonnen werden. 

Weiterführung: ja 

BMWA -Projekt (NR. 02E10176) 


Neuropsychiatrische Nuklearmedizin


PET-Untersuchungen mit einem neuen Radiopharmakon zur Detektion von ß-Amyloid-Plaques im Hirn bei Alzheimer-Demenz

PET investigations into a new radiotracer for imaging cerebral ß-amyloid plaques in Alzheimer's disease


Dr. Henryk Barthel (henryk.barthel@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Marianne Patt, Dr. Andreas Schildan, Dr. Georg Becker, Dr. Julia Luthardt, Dr. Anita Seese, Dr. Swen Hesse, Dr. Kai Kendziorra, Phillip Meyer, Prof. Dr. Osama Sabri (Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig), Dr. Eva Hammerstein, Dr. Kirsten Hartwig, Dr. Birg Eggers, Prof. Dr. Hermann-Josef Gertz, Prof. Ulrich Hegerl (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Universität Leipzig), Fa. Bayer Schering Pharma

Im Rahmen einer klinischen Proof-of-Mechanism(Phase 0)-Studie wird ein neues Radiopharmakon zur Detektion von ß-Amyloid-Plaques im Hirn von Patienten mit Morbus Alzheimer mit Hilfe der PET-Bildgebung getestet. Erste Ergebnisse deuten eine hohe diagnostische Genauigkeit an. Zusätzlich konnten dosimetrische Daten erhoben werden.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Industrie-gefördert


Regenerative Medizin


Evaluierung von [18F]FETA, einem neuen PET-Marker für die Bildgebung von schlaganfall-bedingter Hirnhypoxie

Evaluation of [18F]FETA as a new PET tracer for imaging of stroke-related brain hypoxia


Dr. Henryk Barthel (henryk.barthel@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Marianne Patt, Prof. Dr. Osama Sabri (Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig), Udo Großmann (Translationszentrum für Regenerative Medizin, Universität Leipzig), Dr. Johannes Boltze, Prof. Dr. Frank Emmrich (Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie Leipzig), Dr. Annette Förschler (Abteilung für Neuroradiologie, Klinik und Poliklinik für Radiologie, Universität Leipzig).

In diesem Projekt wird [18F]Fluoretanidazol ([18F]FETA) erstmals bezüglich seiner Eignung als Hirnhypoxiemarker für die PET getestet. In vorangegangenen Studien hatte sich dieses Radiopharmakon als geeignet zur Detektion von Hypoxie in Maus-Tumoren erwiesen (Brit J Cancer 2004). Jetzt konnten wir zeigen, daß sich das Radiopharmakon in vitro (Hirnzellen) selektiv unter Hypoxie anreichert. Biodistributionsstudien an Kleintieren ergaben eine für die PET-Bildgebung günstige Organverteilung und -anreicherungsdynamik. Erste Hirn-Autoradiographien im Akutstadium bei Ratten nach Schlaganfall deuten auf eine selektive Anreicherung im Schlaganfallgewebe hin. Daher werden weitere Experimente, auch im Großtiermodel folgen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: BMBF (über Translationszentrum für Regenerative Medizin Leipzig)


Kombinierte Perfusions- und Glukosestoffwechsel-PET zum Monitoring des Effekts von autologen Knochenmark-Zellen auf die Hirnintegrität nach Schlaganfall im Schafhirn

Combined perfusion and glucose consumption PET for monitoring the effect of autologous bone-marrow cells on brain integrity after stroke in sheep brain


Dr. Henryk Barthel (henryk.barthel@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Andreas Schildan, Dr. Marianne Patt, Dr. Magnus Kluge, Dr. Anita Seese, Prof. Dr. Osama Sabri (Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig), Dr. Johannes Boltze, Prof. Dr. Frank Emmrich (Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie Leipzig), Udo Großmann (Translationszentrum für Regenerative Medizin, Universität Leipzig), Dr. Donald Lobsien (Abteilung für Neuroradiologie, Klinik und Poliklinik für Radiologie, Universität Leipzig), Prof. U. Gille (Fa. Vita 34 AG Leipzig).

Es wurde eine Methode etabliert, mit Hilfe von [15O]H2O- und [18F]FDG-Hirn-PET an einem Schlaganfallmodell beim Schaf nicht-invasiv Aussagen zur Hirnperfusion und -Glukoseutilisation (als Surrogatmarker von Hirnvitalität) im zeitlichen Verlauf zu generieren. Im Rahmen einer kontrollierten Therapiemonitoring-Studie zeigten die ersten PET-Datenanalysen einen positiven Effekt der Zelltherapie (mononukleäre Knochenmark-Zellen, i.v. 24h nach Schlaganfall) auf den zerebralen Blutfluß und die Hirnvitalität.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Untersuchungen zur Neurobiologie der vaskulären Demenz und der Alzheimer-Demenz mittels des nikotinischen Acetylcholinrezeptor-Liganden 2-[18F]F-A-85380 in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET).

Cerebral nicotinic acetylcholine receptors (nAChRs) in patients with Alzheimer's disease (AD) or vascular dementia (VaD)- evaluation with 2-[18F]F-A85380 and Positron Emission Tomography (PET)


Dr. Kai Kendziorra (kenk@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Marianne Patt, Dr. Andreas Schildan, Dr. Georg Becker, Dr. Julia Luthardt, Dr. Anita Seese, Dr. Swen Hesse, Dr. Henryk Barthel, Phillip Meyer, Prof. Dr. Osama Sabri (Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig), Dr. Eva Hammerstein, Prof. Dr. Hermann-Joseph Gertz, Prof. Ulrich Hegerl (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Universität Leipzig) J. Steinbach, P. Brust, W. Deuther-Conrad (Institut für Interdisziplinäre Isotopenforschung Leipzig), G. Wagenknecht (Zentralinstitut für Elektronik, Forschungszentrum Jülich)

Epidemiologische und tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass neuronale nikotinische Azetylcholinrezeptoren (nAChR) im Gegensatz zu cholinergen Markerenzymen bei neurodegenerativen dementiellen Erkrankungen wie z.B. der AD Erkrankung frühzeitig vermindert sind. Bisher war es aufgrund fehlender geeigneter Radioliganden nicht möglich das nikotinische System in-vivo spezifisch darzustellen. Ziel unserer Arbeit ist es, mittels des neuen Radioliganden 2-[18F]F-A-85380 (3-[2(S)-Azetidinylmethoxy]pyridin), der mit einer hohen Selektivität an den nikotinischen Acetylcholinrezeptorsubtyp (4(2 bindet herauszufinden, wie die Integrität der a4ß2-nAChR und ihre spezifische anatomische Distribution im Verhältnis zu physiologischen (Kontrollgruppe) und pathophysiologischen (de-novo und fortgeschrittene AD sowie leichte kognitive Störungen) Prozessen stehen und inwieweit sich ein Progress leichter kognitiver Störungen im cholinergen System wiederspiegelt. Mit Hilfe der Anwendung von PET wollen wir verstehen lernen, welche Bedeutung die a4ß2-nAChR in der Pathogenese der Demenz besitzen, um neue Strategien zur Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen entwickeln zu können und Ansätze für die Therapiekontrolle zu entwickeln bzw. zu validieren.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


In vivo Bildgebung mit Quantifizierung der a4(2* nikotinischen Azetylcholinrezeptoren (a4(2*-nAChR) beim idiopathischen Parkinsonsyndrom (IPS) mittels des spezifischen Radioliganden 2-[18F]F-A85380 und PET


Philipp Meyer (philipp.meyer@medizin.uni-leipzig.de), Dr. Swen, Hesse, Prof. Dr. Osama Sabri (Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig), Prof. Dr. Johannes Schwarz (klinik und Poliklinik für Neurologie, Universität Leipzig), Prof. Dr. Hermann-Josef Gertz (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Universität Leipzig)

Epidemiologische Untersuchungen weisen eine inverse Korrelation von Prävalenz des IPS und Tabakrauchen nach. Man nimmt an dass Nikotin für diese Korrelation verantwortlich gemacht werden muss und dass Nikotin einen neuroprotektiven Effekt über a4(2*-nAChR vermittelt. Seit kurzem kann die Verfügbarkeit der a4(2*-nAChR im lebenden menschlichen Gehirn mittels des neuen hochspezifischen Radioliganden 2-[18F]F-A85380 und PET absolut quantifiziert werden. Eine multiregionale verminderte Verfügbarkeit der a4(2*-nAChR beim IPS wurde zu Beginn und nach Fortschreiten der Erkrankung ermittelt. Diese a4(2*-nAChR-Veränderungen wurden mit allgemeinen klinischen Parametern, sowie mit Daten unterschiedlicher Testverfahren der motorischen und nicht-motorischen Funktionsstörung beim IPS korreliert. Perspektivisch werden Effekte unterschiedlicher Therapieverfahren auf die a4(2*-nAChR analysiert werden.

Fortsetzung: ja