Forschungsbericht 2006 - Projekte

 

Institut für Geographie

Institute of Geography


Abteilung Anthropogeographie, Regionale Geographie und Raumplanung

Human Geography, Regional Geography and Regional Planning


Vergleichende Analyse der Stadtentwicklung von Budapest und Leipzig im Prozess der Transformation

Comparison of urban development of Budapest and Leipzig during the process of transformation


Prof. Dr. Reinhard Wießner (wiessner@rz.uni-leipzig.de), Prof. Dr. Helga Schmidt, PD Dr. Vera Denzer, Dipl.-Geogr. Ulrich Knabe, Dr. Monika Micheel, Dr. Maike Hoppmann, Dr. Susanne Heydenreich
Prof. Dr. Zoltán Kovács , Prof. Dr. Zoltán Dövényi, Dr. Tamás Egedy, Éva Izsák, Ph.D., Doz. Dr. Lajos Kurtán (Eötvös Loránd Universität Budapest bzw. Geographisches Forschungsinstitut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest, Ungarn)

Ziel des Projekts ist ein Vergleich der jüngeren, sich im Prozess der Transformation herausbildenden Prozesse der Stadtentwicklung in Budapest und Leipzig. In der deutsch-ungarischen Arbeitsgruppe werden einerseits Forschungsergebnisse der Beteiligten in Richtung auf einen Vergleich systematisiert, andererseits werden übergreifende Erkenntnisse über Transformationsprozesse in postsozialistischen Großstädten auf theoretischer Ebene erarbeitet. Inhaltliche Kernbereiche der Analysen sind: Sozialräumliche Stadtstrukturen, Wohnungs- und Immobilienmarkt; Gewerbe-, Einzelhandels- und Arbeitsmarktentwicklung; Bevölkerungs- und Gewerbesuburbanisierung.

Weiterführung: nein

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Revitalisierung von gründerzeitlichen Altbauwohnquartieren in Budapest - Prozesse, Strategien, Perspektiven

Revitalisation of old housing quarters in Budapest - Processes, strategies, perspectives


Prof. Dr. Reinhard Wießner (wiessner@rz.uni-leipzig.de), Dipl.-Geogr. Romy Zischner

Gründerzeitliche Wohnquartiere in Städten Ostmitteleuropas erfuhren nach der Vernachlässigung in sozialistischer Zeit im Zuge der Transformation einen weiteren Substanzverlust. Aus westlichen Ländern bekannte Aufwertungsprozesse (Gentrification) fanden praktisch nicht statt. Die desolate Situation der Altbauviertel stellt eine der wichtigsten Herausforderungen für die Stadtentwicklung dar. In jüngster Zeit mehren sich allerdings Ansätze zu einer Revitalisierung der Wohnquartiere, insbesondere in Budapest. Untersuchungen über diese innovativen Entwicklungen stehen aber noch weitestgehend aus. Anliegen dieses Projektes ist die Analyse solcher Revitalisierungsprozesse in den Altbauwohnquartieren von Budapest. Im Vordergrund der Analyse stehen eine räumlich differenzierte Bestandsaufnahme der Prozesse, Aktivitäten der für die bauliche Revitalisierung verantwortlichen Akteure (kommunale Akteure, Investoren, Bewohner) sowie in sozialer Dimension die (neuen) Bewohner revitalisierter Bestände. Verfolgt wird ein handlungsorientierter Ansatz, der an Theorien der Gentrification-Debatte ansetzt. Im Ergebnis werden Handlungsempfehlungen entwickelt und ein Beitrag zu einer Theorie der Revitalisierung in ostmitteleuropäischen Städten geleistet.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel (DFG)


Zur Inszenierung von Orten der Erinnerung in Zeiten der Transformation

On the production of sites of remembrance at times of transformation


PD Dr. Vera Denzer (denzer@rz.uni-leipzig.de)

Besonders in Zeiten sozioökonomischer und kultureller Umbrüche dienen Inszenierungen von Vergangenheit unter anderem städtischer und regionaler Ästhetisierungspolitik. Zum einen wird damit die Schaffung von Identifikationsangeboten für die Bevölkerung intendiert. Zum anderen dienen sie als öffentlichkeitswirksame Repräsentationsobjekte kommunaler Selbstdarstellung und zur Legitimation politischer Entscheidungen. Da Erinnerung immer erst 'nachholend' konstruiert wird, erfährt Vergangenheit aus gegenwartsbezogener Sicht eine aktuell bedeutungsgeladene Repräsentation. Der symbolische Wert von Objekten ist zeitlich aber nicht immer stabil. Stets werden die Bedeutungszuschreibungen zwischen rivalisierenden Ansprüchen neu taxiert. Hierfür werden bekannte, materielle Zeichen vermittelt, umgedeutet oder im Extremfall neu geschaffen.

Anhand einer Lesartenanalyse können differenzierte Raumsemantiken untersucht werden, wobei die Rezeptionsweisen auf eine immer wieder wechselnde Betonung bestimmter Orte verweisen. Was sich zuvor als prominenter Ort etabliert hatte, wird im nächsten Augenblick reformuliert und der Erinnerungs- und Vergessenspolitik überantwortet.

Diesem Phänomen wird an materiellen Orten der neuen Bundesländer nachgegangen, wo im Zuge der Transformationsprozesse Zeichenkulturen verschüttet wurden oder einer sozialen, ökonomischen und kulturellen Re- und Umcodierung unterliegen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsfinanzierte Forschung


Ökonomie der Zeichen - Zur Transformation des Graphischen Viertels/Leipzig

Economy of Signs - Transformation in Leipzig: the case of the Graphisches Viertel


PD Dr. Vera Denzer (denzer@rz.uni-leipzig.de), Dr. Marc Redepenning (redepenn@rz.uni-leipzig.de)

In der Hochphase der Industrialisierung (Ende des 19. Jh.) entwickelte sich das Graphische Viertel zu dem Standort vornehmlich des Verlagswesens, Druckereien und Buchbindereien in Deutschland. Seit der Wende unterliegt dieses Viertel einer tief greifenden sozioökonomischen Transformation in Richtung eines Unternehmens orientiertem Dienstleistungsgewerbe. Dabei treten mehr und mehr so genannte Zeichen und Symbol produzierende Unternehmen in den Vordergrund (wie beispielsweise Marketingunternehmen, die sich nicht mehr mit der eigentlichen Produktion eines Gutes beschäftigen, sondern mit der Vermarktung einer, anderswo produzierten Ware mittels Images, Bildern und Slogans).

Im Rahmen des Forschungsprojektes kann auf eine 1997 erfolgte Studie seitens des Instituts angeknüpft werden, um vergleichende Aussagen hinsichtlich der Ausprägung und qualitativen Form der Transformation des Graphischen Viertels treffen zu können. Hierzu wurden 2006 aktuelle Kartierungen der im Graphischen Viertel anzutreffenden Firmen vorgenommen und anhand standardisierter Betriebsbefragungen die Qualitäten des derzeitigen sowie die Bedeutung des historischen Standortes für heutige Unternehmer analysiert. Ziel des Forschungsprojektes ist es, Aussagen über die Pfadabhängigkeit des Leipziger Standortes zu treffen und eine genauere Analyse bedeutsamer Standortfaktoren zu treffen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsfinanzierte Forschung


Radverkehr in Klein- und Mittelstädten - das Beispiel Delitzsch

Bicycle use in small and medium towns - the example of Delitzsch


Dr. Susanne Heydenreich (susanne_heydenreich@t-online.de), Dr. Monika Micheel

Das Fahrrad ist ein wichtiges Verkehrsmittel in Alltag und Freizeit. Für Großstädte liegen seit Jahren entsprechende Untersuchungen vor. Die Bedeutung des Fahrrads ist wissenschaftlich gut belegt, die Planung kann entsprechend reagieren. Doch wie sieht es in kleineren Städten mit ihrer ganz anderen städtebaulichen und funktionalen Struktur, mit ihrer spezifischen Verkehrsinfrastruktur, mit den typischen Alltagswegen ihrer Bewohner aus? Dazu fehlt bisher die Datengrundlage.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt Delitzsch wird im Rahmen des Anthropogeographischen Forschungspraktikums eine groß angelegte empirische Erhebung durchgeführt, um das Verkehrsverhalten und die Einstellung zum Fahrrad in einem typischen Mittelzentrum zu analysieren und so neue Erkenntnisse zur weiteren Förderung des Radverkehrs beisteuern zu können.

Weiterführung: nein

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Aufbau einer Agentur für die Vermittlung von Eigentümer-Nutzer-Kooperationen zur gemeinsamen Wohnbestandsentwicklung in Chemnitz

Implementation of an agency for owner-user-cooperations for the integrated development of the housing stock in Chemnitz


Dr. Susanne Heydenreich (susanne_heydenreich@t-online.de), Ines Senftleben (Arbeitskreis Integriertes Wohnen e.V., Architekturbüro planart4), Prof. Dr. Reinhard Wießner

Die Agentur ist als Unterstützungsangebot und Marketinginstrument für die markt- und bedarfsgerechte weitere Entwicklung des bisher unsanierten Gebäudebestands in innerstädtischen Quartieren von Chemnitz' konzipiert. Trotz des Wohnungsüberhangs bestehen Versorgungslücken in Teilbereichen des Wohnungsmarktes (z.B. barrierefreies Wohnen, Altenwohnkonzepte, integrierte Wohnformen), deren Deckung in den gründerzeitlichen Gebieten gleichzeitig städtebauliche Impulse setzen kann. In Kooperation mit der Stadt Chemnitz, der Sächsischen Architektenkammer und weiteren Akteuren werden Strategien entwickelt, wie die meist privaten Eigentümer der unsanierten Gebäude und potentielle Nutzer zusammengeführt werden können. Das Projekt ist Teil des ExWoSt-Forschungsfeldes 'Kostengünstige und qualitätsbewusste Entwicklung von Wohnungsobjekten im Bestand' und wird in den Jahren 2006 und 2007 vom BBR gefördert.

Weiterführung: nein

Finanzierung: Drittmittel (BBR)


Neue räumliche Ungleichheit? Vergessene Orte am Ende des Wohlfahrtsstaates

New spatial uneven development? Lost places at the end of the corporate welfare state


Dr. Marc Redepenning (redepenn@rz.uni-leipzig.de)

Das Habilitationsvorhaben beschäftigt sich mit den Formen der Regulierung und des Umgangs mit einer neuen räumlichen Ungleichheit. Ausgehend von der These, dass sich die räumliche Entwicklung in der Bundesrepublik in einer sich drastisch polarisierenden Form mit der Entwicklung von splintering spaces abspielt (Graham/Marvin 2001, Uitermark 2004), werden ausgewählte Orte auf ihren Verlust der Konnektivität an wettbewerbsstaatliche Entwicklungen und Voraussetzungen untersucht. Dabei interessiert einerseits aus politisch-ökonomischer Sicht die Frage, ob und in welchem Maße periphere Orte sog. by-passing Effekte im Hinblick auf klassische infrastrukturelle Ausstattungsmerkmale zeigen und wie die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten verlaufen ist, um Entwicklungslinien im räumlichen Gefüge festzustellen. Neben diesen Zugang interessiert andererseits aus ethnographischer bzw. sozialgeographischer Sicht die Frage, wie Menschen vor Ort mit der Tatsache neuer räumlicher und infrastruktureller Ungleichheit umgehen und wie sie diese mittels bestimmter coping-Strategien als Teil ihrer Lebenswelt inkorporieren. Wie sind die Kommunikationsnetze beschaffen? Welche Kommunikationsknoten werden gebildet und wie verhalten sich körperlich anwesende und abwesende Kommunikation zueinander? Welche Formen räumlicher Integration und Desintegration liegen als Folge von sozialen Inklusionen und Exklusionen (Stichweh 2005) vor und wie kann dieses Verhältnis theoretisch sinnvoll beschrieben werden? Wie sind diese neuen räumlichen Formen vor dem Hintergrund gesamtstaatlicher Entwicklungen zu deuten?

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Funktionalistische Aspekte neuerer sozialgeographischer Selbstbeschreibungen

Functional aspects in recent social-geographical self-descriptions


Dr. Marc Redepenning (redepenn@rz.uni-leipzig.de)

Das Forschungsvorhaben knüpft an bereits geleistete Vorarbeiten an und beschäftigt sich mit der Funktion ausgewählter Selbstbeschreibungen der Sozialgeographie innerhalb der letzten 15 Jahre. Es wird davon ausgegangen, dass die strukturell-inhaltlichen Komponenten der Theorie und Methodik der Sozialgeographie in diesem Zeitraum nur geringfügigen Wandel unterlegen sind, dass dem hingegen jedoch auf Ebene der Selbstbeschreibungen zahlreiche Semantiken in Form von einzelnen Hebewörtern oder Hebekomposita ausgebildet wurden (Politik, Macht/Wissen, Kultur). Entsprechend kann gefragt werden, wie dieses Missverhältnis zwischen inhaltlicher Konstanz und variierenden Mustern der Selbstbeschreibung gedeutet werden kann. Als Arbeitshypothese wird angenommen, dass eine Evolution von Selbstbeschreibungen festzustellen ist, die implizit ein neo-holistisches Denken in der Sozialgeographie absichert und verstärkt. In diesem Sinne scheinen zahlreiche neuere Selbstbeschreibungen der Geographie in viel weiterem Ausmaß die von Gerhard Hard (1983) bereits in den 1970er Jahren festgestellte prätendierte Allzuständigkeit der Geographie für gesellschaftliche Problemlagen zu bestätigen, auch wenn dies eher gegenteilig kommuniziert wird. Erste Ergebnisse dieses Projektes konnten im Rahmen mehrerer Vorträge zum Einbau und zur Funktion von 'Kultur' in die sozialgeographische Forschung am Beispiel der Entstehung und Selbstbeschreibung der new cultural geography bzw. der Neuen Kulturgeographie für den angloamerikanischen wie den deutschsprachigen Bereich vorgestellt werden.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Verkehr(s-) und Mobilitätsverhalten in randstädtischen Gebieten

Traffic and mobility behaviour in marginal urban areas


Dipl.-Geogr. Cindy Rockstroh (rockst@rz.uni-leipzig.de)

In der Geschichte der Stadtentwicklung wurden viele Konzepte entwickelt und zum Teil umgesetzt, die eine Verkehrsvermeidung bzw. -verringerung als ein Hauptziel anstrebten. Doch die Raumstruktur, vor allem die Ausstattung mit Infrastruktur, ist nicht allein ausschlaggebend für deren Nutzung. Sie kann lediglich als Vorrausetzung dienen.

Ziel dieser Arbeit ist, Verkehr(s-) und Mobilitätsverhalten innerhalb der einzelnen und zwischen randstädtischen Gebieten Leipzigs näher zu charakterisieren. Die untersuchten randstädtischen Ortsteile stellen die nach 1997 eingemeindet Gebiete dar. Dabei wird zum einen mikroanalytisch das Verkehrsverhalten, die Einstellung zu den Verkehrsmitteln und die Identifizierung mit dem eigenen Wohnumfeld der einzelnen Bewohner, zum anderen die vorhandene Raumstruktur analysiert. Abschließend wird überprüft, inwieweit sich Daten aus individuellen Befragungen und strukturellen Erhebungen überschneiden. Übereinstimmungen wie auch Abweichungen ermöglichen Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten und damit auf die Identifizierung mit dem lokalem Wohnumfeld im suburbanen Raum.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Innovative Konzepte der kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderung - Handlungsansätze für die Wirtschaftsförderung im Freistaat Sachsen

Innovative approaches of municipal and regional business development in Saxony


Dipl.-Geogr. Susanne Baude (baude@rz.uni-leipzig.de)

Ziel der Arbeit ist es, einen Beitrag zur Strategiediskussion zum 'Regional Governance' - Ansatz innerhalb der Regionalpolitik und ihre Umsetzung auf kommunaler Ebene zu liefern. Dazu werden neben der Darstellung regionalpolitischer Grundlagen und raumstruktureller Gegebenheiten, die Arbeitsteilung und Zusammenarbeit zwischen Landkreisen und kreisangehörigen Gemeinden im Freistaat Sachsen untersucht.

Anhand der empirischen Ergebnisse (leitfadenorientierte Expertengespräche, strukturierte, (teil)standardisierte schriftliche Befragung, Telefoninterviews) werden Ansätze und Maßnahmen zur effektiveren Gestaltung der kommunalen Wirtschaftsförderung erarbeitet und damit ein Beitrag zur aktiven Gestaltung regionaler Wachstums- und Entwicklungspolitik erarbeitet.

Weiterführung: ja

Finanzierungsart: Drittmittel (Landesstipendium des Freistaates Sachsen)


Zuwanderung nach Ostdeutschland und Stadtentwicklung - Das Fallbeispiel Leipzig

Immigration to eastern Germany and urban development - The case study Leipzig


Dipl.-Geogr. Kai Sonntag (sonntag@rz.uni-leipzig.de)

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema der Integration von Zuwanderern kann in der alten Bundesrepublik auf eine lange Tradition zurückblicken, viele Arbeiten wurden hierzu geleistet. In dieser Arbeit soll auf veränderte Rahmenbedingungen und die spezifische Situation ostdeutscher Städte eingegangen werden. Zu nennen sind hier insbesondere die demographische Entwicklung, die Arbeitsmarktsituation, der Wohnungsüberhang und -leerstand. Aufgabe wird es sein, die Bedeutung der Zuwanderer für die Stadtentwicklung zu analysieren, wobei insbesondere soziale und ökonomische Fragestellungen betrachtet werden sollen.

Das Fallbeispiel Leipzig wurde für die Untersuchung gewählt, da die Stadt nach Berlin über den höchsten Ausländeranteil in Ostdeutschland verfügt und sich dieser in den vergangenen zehn Jahren dynamisch entwickelt hat, indem er um mehr als das Doppelte angewachsen ist.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Pfadeffekte in der industriellen Restrukturierung unter Nicht-Wachstums-Bedingungen - dargestellt am Beispiel der graphischen Branche in der Region Leipzig

Path effects in the process of industrial restructuring under zero growth circumstances. Exemplary explained with the graphic industry in the region of Leipzig


Dipl.-Geogr. Tobias Werner (twerner@rz.uni-leipzig.de)

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, auf der Grundlage von Unternehmensbefragungen Effekte und Prozesse des industriellen Wandels ostdeutscher Betriebe zu analysieren. Als Untersuchungsbeispiel dient die graphische Branche in der Region Leipzig. Der Niedergang des graphischen Gewerbes nach 1990 ist ein Beispiel für die Entwicklung zahlreicher traditioneller Produktionskomplexe in Ostdeutschland, die ihre frühere Bedeutung infolge der zweifachen Systemtransformation nach dem zweiten Weltkrieg verloren haben und bis in die Gegenwart einem schwierigen technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel ausgesetzt sind. Andererseits existieren in Leipzig im Unterschied zu vielen anderen regionalen Produktionsräumen noch immer kleine und mittelgroße Betriebe, die alle Produktionsstufen und Dienstleistungen der traditionellen Wertschöpfungskette anbieten. Dass also am Standort Leipzig nach wie vor von einem regionalen Zentrum der graphischen Branche in Ostdeutschland gesprochen werden kann, wird im Rahmen dieser Arbeit zum Anlass genommen, um nach der Dynamik und Wirkungsrichtung des betrieblichen Wandels unter Null-Wachstums-Bedingungen zu fragen. Beispielhaft sollen Formen, Strategien, Hemmnisse und Erfolge der regionalen Anpassung in vermeintlich 'hoffnungslosen' Industrien dargestellt werden.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Die Frage der Gentrification in post-sozialistischen Städten. Das Beispiel Budapest.

The question of gentrification in post-socialist cities - the example of Budapest


Dipl. Geogr. Romy Zischner (zischner@rz.uni-leipzig.de)

Der Gentrification-Forschungsstand in post-sozialistischen Städten, mit Ausnahme von Ostdeutschland ist bislang noch sehr aussagebeschränkt.

Das Promotionsvorhaben greift dieses Forschungsdefizit auf. Das Ziel der Arbeit ist eine differenzierte empirische Analyse von charakteristisch unterschiedlichen gründerzeitlichen Wohnquartieren in Budapest, um zu differenzierten empirischen und theoretischen Aussagen zur Frage der Gentrification zu gelangen. Die spezifischen Raum- und Zeitabhängigkeiten stehen dabei im Mittelpunkt der Diskussion.

Finanzierungsart: Haushaltfinanzierte Forschung

Weiterführung: ja


Abteilung Physische Geographie und Geoökologie

Physical geography and Geoecology


Bilaterales Lehrprogramm 'Geoökologie' erarbeitet von Arbeitsgruppen der Geographischen Institute der Universität Havanna und Leipzig zum Thema: 'Nachhaltige Entwicklung, Bewirtschaftung und Schutz agrarisch, forstwirtschaftlich, wasserwirtschaftlich und touristisch genutzter Landschaften'

Bilateral Teaching Program Geoecology - worked out by the Institutes of Geography of the Universities Habana and Leipzig 'Sustainable development, land use and protection of landscapes which are used by agriculture, forestry, use of water-resources and tourism.


Prof. Dr. Hans Neumeister (neumeist@rz.uni-leipzig.de),

Erarbeitung, Erprobung und Anwendung eines innovativen, modularisierten Lehrprogramms für die Geoökologieausbildung - Schwerpunkt 'Wasser in der aktuell genutzten Landschaft' für fortgeschrittene Studenten und Postgraduierte. Basis ist ein Speicher - Prozess - Konzept für den Energie- und Stoffumsatz in frei wählbarerer Detailliertheit. Die internationale Anwendung und anerkannte Bewertung der Studienleistung wird angestrebt.

Weiterführung: nein

Finanzierung: Drittmittel (DAAD)


Landschaftsentwicklung und Fragen der aktuellen Geoökodynamik für Gebirgsstandorte des brasilianischen Küstenregenwaldes (Mata Atlântica) in Südostbrasilien

Landscape development and questions of actual geomorphodynamical processes in mountainious areas of the Brasilian coastal rain forests (Mata Atlântica) in SE Brasil


Prof. Dr. Jürgen Heinrich (jhein@rz.uni-leipzig.de)

In den Küstengebirgen im Südosten Brasiliens waren ursprünglich ombrophile Waldgesellschaften (Mata Atlântica) verbreitet, die in Fachkreisen zu den globalen hot spots der Biodiversität gerechnet werden. Diese wirtschaftlich überaus interessanten Gebiete unterliegen seit der kolonialen Okkupation vielfältigen anthropogenen Transformationsprozessen. Vor allem in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, wie den Hochlagen der Küstengebirge in der Peripherie der Megacities Sao Paulo und Rio de Janeiro, geraten Wald-Fragmente zunehmend weiter unter Druck. Hier gilt es, ihren geoökologischen Wert, der neben der Erhaltung einer hohen Biodiversität per se, sekundär in der Regulation des Wasserdargebotes für die Vorfluter (z. B. Hochwasserschutz, perennierender Trockenwetterabfluss in Bewässerungsgebieten etc.) und im Erosionsschutz begründet ist, nachhaltig zu schützen. Für ausgewählte Gebiete wird die Empfindlichkeit der Geofaktorenkonstellation bezüglich eines wachsenden Nutzungsdrucks untersucht, um Empfehlungen für angepasste Nutzungsformen auszusprechen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel (BMBF)


Geoökologische Bewertung von urbanen Freiflächen für Aspekte nachhaltiger Stadtplanungen in schnell wachsenden Großstädten Nordostbrasiliens (Recife, Pernambuco)

Geoecological evaluation of urban open spaces for aspects of sustainable urban planning in fast growing cities (megacities) of NE Brasil (Recife, Pernambuco)


Prof. Dr. Jürgen Heinrich (jhein@rz.uni-leipzig.de), Dr. Annett Krüger

Für die Hafenstadt Recife (ca. 3,5 Mio. Einwohner) wird die Möglichkeit der Entwicklung und Bereitstellung eines auf nachhaltige Nutzung zielenden Planungsinstrumentariums untersucht. Historisch bedingt vorhandene große Freiflächen innerhalb der Stadtgebiete und des peri-urbanen Raums mit zum Teil noch naturnah erhaltenen Regenwaldrelikten (Mata Atlântica), Mangrovenwäldern der Küstenniederung oder daraus hervorgegangenen sekundären Vegetationsformationen sollen unter starker Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in eine partizipatorisch orientierte Stadtentwicklung einbezogen werden. Dabei gilt es, den Ansprüchen vieler formell und informell handelnden Nutzergruppen im Raum gerecht zu werden, Konflikt- und Risikopläne zu entwickeln und auf der Grundlage multikriterieller Optimierungsverfahren inter- und intradisziplinär erarbeitete Handlungsempfehlungen für zukünftige nachhaltige Nutzungsmuster auszusprechen. Für dieses Verfahren werden seitens der Physischen Geographie die naturräumlichen Grundlagen bearbeitet und Risikoanalysen zu Fragen eines nachhaltigen Ressourcenschutzes und der lokalen Hochwasser- und Rutschungsgefährdung durchgeführt.

Weiterführung: ja

Finanzierung: BMBF


Modellentwicklungen zur relief- und gesteinsabhängigen Genese des spätquartären Deckschichtenkomplexes und seiner kleinräumigen lateralen und horizontalen Fazieswechsel .- Beispiele aus ausgewählten Teillandschaften Mitteldeutschlands mit räumlichen Schwerpunkten in glazial/periglazial geprägten Tieflandsbereichen und Übergängen zur Mittelgebirgslandschaft

Development of models for a relief and rock generated genesis of the Late Quatenary sedimentcompex and its lateral and horizontal changes in facies. Examples from selected parts of Middle Germany with regional fgocus to glacial/periglacial formed parts of the German Lowlands and transitional areas to the Middlelands


Prof. Dr. Jürgen Heinrich (jhein@rz.uni-leipzig.de), Dr. Annett Krüger

Mit der Vorlage einer neuen Auflage des Standardwerkes der bodenkundlichen Landesaufnahme (Bodenkundliche Kartieranleitung, KA5, 2005) bestehen mehr Fragen denn je bezüglich einer soliden Ansprache der Ausgangsgesteine der Bodenbildung für die glazial/periglazial geprägten Landschaften Mitteldeutschlands. Insbesondere bleibt im Vergleich mit dem Mittelgebirge die Anwendung des Konzeptes periglaziärer Lagen für die Tieflandsbereiche fragwürdig und wenig überzeugend gelöst. Die solide Bearbeitung zahlreicher neuer Aufschlüsse in der Umgebung von Leipzig dient dazu, die Diskussion neu zu beleben und Richtung weisend neue Modelle auf der Grundlage breiter empirischer Untersuchungen zu entwickeln und für die Praxis zu etablieren.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Dynamik und Bilanzierung holozäner Sedimentumlagerungen und Stoffflüsse im Bereich des nördlichen Oberrheins.

Dynamics and budgets of sediment-fluxes in the northern Upper Rhine Valley during the Holocene.


PD Dr. Klaus-Martin Moldenhauer (moldenhauer@em.uni-frankfurt.de), Prof. Dr. Heinrich Thiemeyer (thiemeyer@em.uni-frankfurt.de) Prof. Dr. Jürgen Wunderlich (j.wunderlich@em.uni-frankfurt.de), Universität Frankfurt.

Seit 2002 werden im Rahmen des IGBP-PAGES Unterprogramms Rhine-LUCIFS in mehreren Bündelprojekten an den Universitäten Bonn, Freiburg und Frankfurt Untersuchungen zu Fragen des holozänen Sedimenthaushaltes in verschiedenen Flusssystemen des Rheineinzugsgebiets durchgeführt. Die Arbeitsgruppe an der Universität Frankfurt bearbeitet hierbei Einzugsgebiete 1.-3. Ordnung in der Wetterau, im Kristallinen Odenwald und Pfälzer Wald. Ziel ist es für diese Gebiete Sedimentbilanzen zu erstellen, um Aussagen über das durch die seit 8000 Jahren stattfindende ackerbauliche Tätigkeit umgelagerte Bodenvolumen sowie der klimarelevanten C- und P-Senken treffen zu können. Erste Ergebnisse zeigen, dass rund 2/3 des Materials noch in den Einzugsgebieten liegen, lediglich 1/3 wurde bisher über den Rhein in die Nordsee transportiert.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel, DFG


Erosion and siltation from forestry practices: environmental implications and management.

Erosion und Sedimentfreisetzung durch Forstmaßnamen.


Dr. Michael Rodgers, Department of Civil Engineering, Galway University, Ireland, PD Dr. Klaus-Martin Moldenhauer (moldenhauer@em.uni-frankfurt.de), Universität Frankfurt.

In intensiv genutzten Forstgebieten Nordwest Irlands wird seit mehreren Jahren an kleinen Fließgewässern, sog. spate rivers, ein hydrologisches und sedimentologisches Monitoring durchgeführt. Durch die bisherige Waldbewirtschaftung, bei der große Waldflächen unter Einsatz schwerer Maschinen auf einmal kahlgeschlagen werden, kommt es regelmäßig zu großen Schwebstoff und Säureeinträgen in die Fließgewässer. Diese sind Habitat und Laichgründe für Seelachs und Meerforelle, deren Bestände durch diese Belastungsschübe stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Untersuchungen sollen diese Zusammenhänge quantitativ belegen und alternative Handlungsstrategien für die forstliche Bewirtschaftung aufzeigen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel, EPA (Irische Umweltbehörde), COFORD (Irische Forstbehörde)


Hydrochemische Untersuchungen in einem regenerierenden Hochmoor im Trinkwasserschutzgebiet der Talsperre Carlsfeld

Monitoring hydrological and geochemical parameters while revitalisation of a bog in Erzgebirge mountains in the drinking water catchment of the Carlsfeld reservoir.


Dr. Annett Krüger (akrueger@rz.uni-leipzig.de), Prof. Dr. Hans Neumeister, Dipl. Geogr. Sebastian Leuner

Die Moore im Erzgebirge sind Habitat seltener Pflanzen- und Tierarten. Die ehemals zahlreichen Erzgebirgischen Hochmoore sind jedoch sehr stark durch Torfabbau, Entwässerung und nachfolgende landwirtschaftliche und oder forstliche Nutzung beeinflusst. Das Ziel einer Revitalisierung ist daher die Schaffung intakter hydrologischer Verhältnisse.

Die Stoffausträge aus Mooren sind relevant für die Wasserqualität von Trinkwassertalsperren. In den sächsischen Mittelgebirgen wird schon seit mehreren Jahren ein erhöhter Anteil an DOC (Dissolved organic Carbon) in den Vorflutern der bewaldeten und z. T. vermoorten Einzugsgebiete der Trinkwassertalsperren des Oberen Westerzgebirges detektiert.

Im Auftrag des Regierungspräsidiums Chemnitz, Umweltfachbereich Chemnitz wird ein Monitoringkonzept für das Moor 'Große Säure' im Einzugsgebiet der Trinkwassertalsperre Carlsfeld erarbeitet und durchgeführt. Im Gebiet der großen Säure sind umfangreiche Revitalisierungsmaßnahmen geplant. Das Monitoring soll es ermöglichen, den Austrag trinkwasserrelevanter Stoffe aus dem Moor infolge der Revitalisierungsmaßnahmen zu bewerten.

Das Untersuchungsgebiet Moore in relativer Naturnähe, ausgetorfte ehemalige Moorbereiche, die sich in Regenerierung befinden, und Forsten auf Mooren, die durch umfangreiche Grabensysteme in ihrer Dynamik völlig verändert wurden. In diesen Bereichen werden der Grundwasserstand (Moorwasserspiegel) und die daran gekoppelten Stoffdynamik in den Moorwässern in Abhängigkeit von den standortspezifischen Eigenschaften mit Hilfe von Moorwasserpegeln erfasst. Durch regelmäßige Fließgewässerbeprobungen wird der Stoffaustrag aus dem hydrologischen Einzugsgebiet der Wilzsch in die Talsperre Carlsfeld bewertet.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel


Versauerung und Mobilisierungspotential von Sulfat in geschichteten Böden des nordwestlichen Teutoburger Waldes

Acidification and mobilization potential of sulphate in stratified soils northwest of Teutoburger Forest


Dr. Birgit Schneider (bschneid@rz.uni-leipzig.de), PD Dr. Carsten Lorz (lorz@rz.uni-leipzig.de), Prof. Dr. Jürgen Lethmate (Universität Münster)

Im westlichen Teutoburger Wald finden sich Forstökosysteme, die insbesondere aufgrund ihrer geographischen Situation und Bodenverhältnisse starke Versauerungserscheinungen aufweisen. In der Untersuchung stehen neben den pedologischen Grundparametern insbesondere die Sulfatbindungsverhältnisse im Vordergrund Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen Aussagen hinsichtlich der Schwefeldynamik in einem bis heute hoch mit Schwefeldepositionen belasteten Kiefernökosystem des Teutoburger Waldes liefern.

Zur Charakterisierung der Schwefeldynamik im Untersuchungsgebiet sollen neben den Totalgehalten sowohl die schwach und damit unspezifisch gebundenen Sulfatgehalte als auch die an den positiv geladenen Oberflächen der Bodenmatrix stärker adsorbierten anorganisch gebundenen Sulfatgehalte ermittelt werden, um Erkenntnisse bezüglich der Erschöpfung der Retentionskapazitäten und des Abbaus des Sulfatspeichers zu erlangen.

Weiterführung: nein

Finanzierung: Drittmittel (Universität. Münster, Manfred-Bieler-Stiftung)


Die Umwelt in der wir leben - Erkennen und Gestalten; Projektarbeit mit polnischen und deutschen Kindern unterschiedlicher Klassenstufen zum Thema: 'Umwelt im deutsch-polnischen Grenzraum Zittau - Bogatynia'

Environment where we live - recognition and design; Project work with polish and German children's of different class level to the issue: 'Environment at polish-German border area Zittau - Bogatynia'


Dr. Elke Knappe (E_Knappe@ifl-leipzig.de; Leibnitz-Institut für Länderkunde Leipzig), Dr. Birgit Schneider (bschneid@rz.uni-leipzig.de), Dr. Annedore Bergfeld (Institut für Wirtschafts- und Regionalentwicklung Leipzig)

Kinder und Jugendliche im Grenzgebiet Polen/Deutschland sollten durch gemeinsame Aktivitäten dazu angeregt werden, ihre Umwelt kritisch wahrzunehmen und zu hinterfragen, was jeder einzelne dazu tun kann, die Umweltqualität zu erhalten bzw. zu verbessern. Dies hat in der Region besondere Bedeutung, da der umfangreiche Kohleabbau im Tagebau sowie das Kohlekraftwerk die Umwelt nachhaltig beeinflusst. Dieses Projekt hat auch einen Beitrag zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit geleistet, indem Kinder und Jugendliche im Grenzraum zu gemeinsamer Umweltverantwortung motiviert werden konnten. Dabei war auch die Suche nach neuen Wegen für die Umweltbildung/ Ökologischen Bildung an einer Bogatyniaer Schule sowie die Erweiterung und Vertiefung der deutsch-polnischen Schulzusammenarbeit ein thematischer Schwerpunkt. Im Ergebnis der Zusammenarbeit wurden sowohl Exkursionen (Tagebau, Renaturierungsgebiete, kommunale Abfallwirtschaft) als auch ein zweitägiger Workshop in den Schulen mit dem Lehrkörper und Schülern organisiert.

Weiterführung: nein

Finanzierung: BMBF + Auswärtiges Amt (Ausschreibung zum Deutsch-Polnischen Jahr 2005/2006)


Sedimente, Gliederung und Genese spätquartärer periglazialer Deckschichten auf Muschelkalk (östliches Thüringer Becken) und ihre Beziehung zu Relief, Gestein und Teillandschaft.

Sediment pattern, structure and genesis of Late Quaternary periglacial cover-beds in Triassic shell limestone (Eastern Thuringian Basin) and their dependency to relief, substratum and partial landscapes.


Dipl. Geogr. Heike Bullmann (hbullm@rz.uni-leipzig.de)

Am Aufbau des spätquartär geformten oberflächennahen Untergrundes auf Muschelkalk sind Substrate unterschiedlicher Alter, Eigenschaften und Entstehungsprozesse beteiligt. Sie bilden Deckschichtenkomplexe mit hoher kleinräumiger, struktureller und fazieller Variabilität und bemerkenswerten Disparitäten zu den kristallinen Mittelgebirgslandschaften. Auf der Grundlage umfangreicher bodengeographischer Felduntersuchungen, sediment- und bodenkundlicher Laboranalytik sowie computergestützten Verfahren soll eine Modellvorstellung zu Eigenschaften, Verbreitung, Aufbau und Genese der Deckschichten in Abhängigkeit von Relief und Gestein entwickelt sowie Grenzen der Anwendbarkeit des bestehenden Konzeptes zur Gliederung periglazialer Lagen (AG Boden 2005) für die Muschelkalklandschaften aufgezeigt werden.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel (HGV-Promotionsstipendium Universität Leipzig bis 12/06)


Abteilung Geoinformatik und Fernerkundung

Computer Applications in Geography and Remote Sensing


Trendanalyse zur Entwicklung des globalen Klimas mit Regionalisierung durch räumliche Klassifikation (Geochoren).

Trend-analysis of the development of global climate within regional pattern by partial classification


Prof. Dr. Werner Kirstein (kstein@rz.uni-leipzig.de), Dr. Gudrun Mayer

Für die Trendanalyse wird eine Klimadatenbank auf- bzw. ausgebaut, die globale Klimadaten nach Datenhomogenität ausgesuchter Stationen bezüglich Luftdruck, Bodentemperatur und Niederschlag enthält. Ziel ist eine möglichst weltweite Zusammenschau (tabellarisch und graphisch) der Klimatrends der letzten hundert Jahre für sensitive oder regionalspezifische Untersuchungen - räumliche Klassifikation (Geochoren) - zur Verfügung zu stellen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Entwicklung und Erprobung eines Klassifizierungsverfahrens von multispektralen Satellitenbildern mit Operationsverfahren neuronaler Netze

Development and trial of a classification method of multispectral satellite-data by neural networks


Prof. Dr. Werner Kirstein, (kstein@rz.uni-leipzig.de) Dr. Mort Canty (Forschungszentrum Jülich)

Der Einsatz neuronaler Netze für die Klassifizierung von multispektralen Satellitenbildern ist für die Fernerkundung im Bereich der Geographie von großem Vorteil. Das Verfahren - Algorithmen und Programmierung - ist so konzipiert, dass es für die praktische Anwendung den speziellen Ansprüchen der Satellitenbildbearbeitung und Auswertung, insbesondere auf die Ausbildung bezogen, in möglichst hohem Maße gerecht wird. Im Zusammenhang mit mehreren Erprobungsphasen ist eine stufenweise Optimierung geplant.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung


Klimageographische Untersuchung solar-terrestrischer Beziehungen zwischen der Sonnenaktivität und Hauptklimaelementen.

Climatic exploration of solar-terrestrial relations between sun-activity and main climatic elements


Prof. Dr. Werner Kirstein (kstein@rz.uni-leipzig.de), Dr. Gudrun Mayer

Mittels sensitiver korrelationsstatistischer Analyse werden Zusammenhänge zwischen der Sonnenaktivität und Hauptklimaelementen nicht nur nach ihrer Quantität sondern insbesondere nach ihrer Häufigkeitsverteilung und räumlichen Differenzierung innerhalb des Untersuchungsgebietes (Nordamerika und Europa) durch Geographische Informationssysteme (GIS Klima) untersucht.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung