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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

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Forschungstätigkeit an der Fakultät

Betriebswirtschaftslehre

Schwerpunkte der Forschungsaktivität in der Betriebswirtschaftslehre sind die Unternehmensrechnung und das Dienstleistungsmanagement.

Der Schwerpunkt Unternehmensrechnung wird wesentlich durch das Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre bedient, in dem die Arbeitsbereiche Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung, Controlling und Besteuerung gebündelt sind. Dem Institut sind Honorarprofessoren für Internationales Management und Steuerrechtslehre zugeordnet. Ferner bedient die Professur für Finanzierung und Investitionen diesen Forschungsschwerpunkt.

Im Controlling wird eine breite Themenpalette – von der Anreizregulierung über Aspekte des Behavioral Accounting sowie Erfolgsmessung bei unvollständiger Information bis zur Unternehmensbewertung – bearbeitet. In der Steuerlehre werden betriebswirtschaftliche Analysen zu den Auswirkungen steuerlicher Regelungen fortgesetzt. Weitere Veröffentlichungen erfolgten für das externe Rechnungswesen zur ökonomischen Analyse von International Financial Reporting Standards, zur Regulierung der Rechnungslegung in der EU sowie zu neueren Ansätzen in der Wirtschaftsprüfung. Eine Publikation zur Regulierung der Rechnungslegung in der EU bildet den Ausgangspunkt für ein größeres von der EU gefördertes Forschungsprojekt. Im Bereich Wirtschaftsprüfung werden ferner Forschungsfragen zum Compliance-Management, zur Corporate Governance und zum Minderheitenschutz im Konzern behandelt.

Der Forschungsschwerpunkt Dienstleistungsmanagement beschäftigt sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Dienstleistungsunternehmen, insbesondere mit den für die Führung solcher Unternehmen genutzten Managementinstrumenten. Einbezogen sind die institutionell orientierten Professuren und Dozenturen zum Bankwesen, zu Handel und Distribution, zur Versicherungsbetriebslehre und zur Wirtschaftsprüfung, aber auch z. B. die Professuren zum Controlling, zur externen Unternehmensrechnung zur Finanzierung, zum Immobilienmanagement, zum Marketing, zur Personalwirtschaftslehre und zur Steuerlehre, soweit sie sich mit innerbetrieblichen Dienstleistungen beschäftigen. Eine Stärkung des Forschungsbereichs wird im Zusammenhang mit der Einrichtung einer Stiftungsprofessur zum Verwaltungsmanagement/ New Public Management erwartet.

Volkswirtschaftslehre

Die Forschungstätigkeit in der Volkswirtschaftslehre umfasst die Teilgebiete Mikro- und Makroökonomik, Wirtschaftstheorie und -politik sowie spezifische Teilgebiete der Volkswirtschaftslehre wie Finanzwissenschaft, Geld und Währung, Außenwirtschaft und ökonomische Integration sowie Empirische Wirtschaftsforschung und Statistik. Aus diesem Spektrum heraus werden zurzeit folgende Forschungsprojekte bearbeitet:
Das Forschungsprojekt Wirtschaftsintegration geht grundlegenden Fragen der ökonomischen Vernetzung der EU-15 bzw. der EU-25 sowie der EWU nach. U. a. werden Fragen der optimalen institutionellen Ausgestaltung des Zentralbankrats in einer Währungsunion untersucht sowie Fragen der Sequentialität der politischen und ökonomischen Integration der zehn Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa. Damit verbunden sind zwei weitere bedeutsame Forschungsstränge. Zum einen betrifft dies die Analyse der spezifischen Charakteristika und des Wettbewerbs von Wirtschaftsordnungen. Damit befassen sich vor allem die Institute für Wirtschaftspolitik und Theoretische Volkswirtschaftslehre. Als Diskussionsforum dient, neben Ringvorlesungen externer und interner Wissenschaftler sowie politischer Akteure, insbesondere das „Zermatter Symposion“, das sich zu einem internationalen Forum der interdisziplinären Diskussion entwickelte. Die Erforschung der Rolle der Wirtschaftsordnungen und ihres Wandels profitiert von der langjährigen intensiven Auseinandersetzung der Institute mit der Theorie und Empirie der Transformationsprozesse in den mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften. Zum andern richtet sich das Forschungsinteresse auf regionalökonomische und -politische Fragen, die im Zusammenhang mit der europäischen/deutschen Debatte über Konvergenz und gemeinsame Wirtschaftspolitik gestellt werden. Diese Untersuchungen führt das Institut für Empirische Wirtschaftsforschung durch. Hauptsächlich werden komplexe Regressionsmodelle für Raum Zeit Daten entwickelt und auf Fragestellungen etwa in den Bereichen Entwicklungsökonomie, Arbeitsmarktforschung, Marketing angewendet.
Probleme der makroökonomischen Diagnose und Politik stehen im Mittelpunkt der makroökonometrischen Modellarbeiten des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung, das sich in der Fortführung eines DFG-Projektes mit den Fragen des konjunkturellen Wandels auseinandersetzt. Mit Fragen der makroökonomischen Politikgestaltung beschäftigen sich auch die Institute und Professuren für Wirtschaftspolitik, Theoretische Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft, wobei Letztere sich schwerpunktmäßig auch mit Problemen der kommunalen Finanzierung und des Finanzausgleichs befasst. Die mikroökonomischen Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der kooperativen Spieltheorie sowie bei Netzeffekten und Wechselkosten.

Wirtschaftsinformatik

Im Mittelpunkt der Professur Wirtschaftsinformatik, insbes. Informationsmanagement stehen die Themengebiete service-orientierte Anwendungen (Grid-Services), Enterprise Application Integration und Content Management, Untersuchungen zu Semantic-Web-Technologien und XML-Datenbanken sowie Softwaresystemfamilien. Es werden zahlreiche Drittmittelprojekte bearbeitet (BMBF-Projekt ‚PESOA – Process Family Engineering in Service-Oriented Applications’, EU-Projekt ‚ASG – Adaptive Services Grid’, Landesprojekt Teilautomatisierte Softwareimplementierung von ERP-Systemen bei KMU’). Die Professur Softwareentwicklung für Wirtschaft und Verwaltung richtet die Forschungsaktivitäten auf eine weiter gesteigerte Automatisierung der Softwareentwicklung, insbesondere eine in hohem Maße kundenspezifische Konfiguration. Damit direkt verbunden sind die Themen generative und modellbasierte Softwareentwicklung, Softwaresystemfamilien, domänenspezifische Sprachen, Generierung und Komponenten, die komplementär und in Abstimmung mit der Professur für Informationsmanagement und Anwendungssysteme bearbeitet werden. Forschungsschwerpunkte der Professur Anwendungssysteme in Wirtschaft und Verwaltung sind ERP-Systeme in Wirtschaft und Verwaltung und hierbei insbesondere Untersuchungen zur Entwicklung modularisierter bzw. serviceorientierter ERP-Systemarchitekturen. Ausgehend von der zunehmenden Relevanz überbetrieblicher Vernetzung greift der Forschungsschwerpunkt „Interorganisatorische Prozessführung“ die Möglichkeiten informations-technischer Unterstützung für die operative, taktische und strategische Führung dieser Prozesse auf. Schließlich soll Kompetenz zur Vermittlung zwischen betriebswirtschaftlicher und informationstechnologischer Gestaltung mit Hilfe integrierter Modellierungs- und Bewertungsverfahren aufgebaut werden.
Den vierten Pfeiler des Institutes für Wirtschaftsinformatik bildet das Rechenzentrum der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (FRZ) als hard- und softwaretechnische Forschungs- und Lehrinfrastruktur. Es steht ein mit modernster Rechentechnik ausgestatteter IT-Dienstleistungsbereich für Professoren, Mitarbeiter, Studenten und zur Berufsausbildung von Fachinformatikern zur Verfügung.

Berufs- und Wirtschaftspädagogik

Die Professur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik ist zum Sommersemester 2006 von der Erziehungswissenschaftlichen an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät übergegangen. Die Forschungstätigkeit der Professur umfasst unterschiedliche Schwerpunkte. Ein Schwerpunkt ist das Lernen und Lehren mit digitalen Medien. Dabei geht es einerseits um die Entwicklung komplexer multimedialer Lernumgebungen und die Qualifizierung von Teletutoren und andererseits um die Evaluation, Qualitätssicherung und Zertifizierung mediengestützter Lehr-Lern-Prozesse und Lernangebote. Die Forschungsarbeiten werden u. a. im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der RWE-Systems AG durchgeführt und durch die Bundeswehr und das Sächsische Staatsministerium für Kultus gefördert.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt thematisiert Wissensmanagement in der Unternehmung. Es wird untersucht, wie Kommunikations-, Kooperations- und Lernprozesse in der Unternehmung auszugestalten sind, um einen effektiven Umgang mit Daten, Informationen und Wissen zu sichern. Im Berichtszeitraum ging es dabei vor allem um Entscheidungsprozesse in Leitungsgremien und die Gestaltung der dafür notwendigen Dokumente (Management Summary, Protokolle). Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der BMW AG für das BMW-Werk Leipzig durchgeführt.

Ein dritter Forschungsschwerpunkt betrifft die Analyse von Qualifikations- und Bildungsanforderungen, die Curriculumentwicklung und die didaktisch-methodische Ausgestaltung von Aus- und Weiterbildungsprozessen. Im Zentrum steht dabei derzeit die Energie- und Wasserbranche. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V. wurden die künftigen Qualifikationsanforderungen an Kaufleute in der Branche erhoben und im Berichtszeitraum wurde ein Curriculum für eine Zusatzqualifikation „Kaufmann/Kauffrau in der Energie- und Wasserwirtschaft“ fertig gestellt, vom Deutschen Industrie- und Handelkammertag (DIHKT) geprüft und den Industrie- und Handelskammern bundesweit zur Umsetzung empfohlen.

Bauingenieurwesen/Wirtschaftsingenieurwesen

Das Institut für Grundlagen des Bauens und Planungsmanagement integriert in neuer Struktur die Forschungsschwerpunkte des ehemaligen Lehrgebietes Entwerfen und Konstruktives Gestalten mit einer Neuausrichtung zu bautypologischen Fragen, Fragen der nachhaltigen Bauwerkserneuerung, Strategien für brachliegende oder fallende Flächen und Gebäude, Management und Monitoringaufgaben. Daneben bildet die interdisziplinäre Erforschung und Darstellung struktureller, ökonomischer und baukultureller Aspekte des Bauens einen weiteren Schwerpunkt. Das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement vertritt in der Forschung einen integrierten Ansatz sowohl für die Bewirtschaftung von Flächen und Wasserressourcen auf der Ebene des Flussgebietes, der Region, der Kommune oder eines Betriebes als auch bei der nachhaltigen Planung und Bewirtschaftung von Infrastruktursystemen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der interdisziplinären Verknüpfung verschiedener Problemstellungen der verkehrlichen und technischen Infrastruktur. Seit Juni 2006 gehört die neu gegründete Forschungsstelle Kommunale Energiewirtschaft dem Institut an.

Am Institut für Massivbau und Baustofftechnologie werden unter der Leitung von Professor Nguyen Viet Tue verschiedene Forschungsvorhaben bearbeitet. Partner sind sowohl öffentliche Institutionen (DFG, AiF) als auch die Privatindustrie. Schwerpunkte sind die Entwicklung und Anwendung von hochfesten Werkstoffen auf Zementbasis, die Entwicklung neuartiger Hybridstrukturen, die die Nachhaltigkeit im Bauwesen verbessern und die Modellierung von Stahlbeton- und Spannbetonkonstruktionen.
Entwickelt aus den derzeitigen ökonomischen und soziodemografischen Entwicklungen, lassen sich die Forschungsaktivitäten des Instituts für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft durch die drei Schwerpunkte Urban Management, Prozessmanagement und Virtuelle Planung sowie Entwickeln und Bauen im Bestand charakterisieren. Diese drei Forschungspole ergeben unter der jeweiligen Leitung durch Professor Johannes Ringel, Professor Dr.-techn. Karl-Heinz Bruhnke sowie Professor Dr.-Ing. Thomas Bohn und Professor Dr.-Ing. Willfred Vedder eine interdisziplinäre Plattform, auf der wissenschaftliche Synergieeffekte generiert werden. Die bearbeiteten Forschungsprojekte zeichnet eine hohe Anwendungsbezogenheit aus, wobei eine Förderung durch die öffentliche Hand, wie bspw. bei der Entwicklung eines Frühwarn- und Kontrollsystems zur Unterstützung einer flexiblen Stadtentwicklungsplanung oder durch Drittmittel aus der Wirtschaft, wie bspw. beim Pilotprojekt dreidimensionales Modell eines Autobahnzubringers der A9, erfolgt.

Das Institut für Statik und Dynamik der Tragstrukturen erforscht unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Michael Kaliske Bauteile und Tragwerke bei statischen und dynamischen Einwirkungen. Die realitätsnahe Charakterisierung von Phänomenen und die konstitutive Beschreibung der Werkstoffe auf verschiedenen Längenskalen sind ein wichtiges Forschungsgebiet für den Entwicklungsprozess von Produkten. Diese Beschreibungen sind eingebettet in Simulationsansätze einer virtuellen Darstellung, sodass sich die Weiterentwicklung der numerischen Methoden und hier insbesondere der Finite Elemente Technologie als weitere Arbeitsbereiche ergeben. Die Grundlagenforschung des Instituts wird überwiegend aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Industrieunternehmen wie z. B. Continental und DaimlerChrysler. Eine Vernetzung mit Forschungseinrichtungen im europäischen Ausland erfolgt durch Aktivitäten, die durch die Europäische Union gefördert werden. Des Weiteren wurden Drittmittelaufträge von Industriepartnern aus den USA und Indien eingeworben.

An der Professur Grundbau und Wasserbau ist im Jahre 2006 in verschiedenen Forschungsbereichen erfolgreich gearbeitet worden. So sind im Bereich Bodenmechanik die Verdichtungswirkungen verschiedener Walzen im Erdbau untersucht worden. In der Geotechnik ist der Einsatz selbstverdichtenden Betons weiterhin ein Forschungsschwerpunkt. In der Wasserwirtschaft stehen derzeit hydrologische Messnetze im Fokus.

Die Forschungsaktivitäten der Professur Stahlbau und Holzbau unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Thorsten Wanzek konzentrieren sich auf den erweiterten Bereich des Stahlbaus wie Betriebsfestigkeit, Stahlverbundbau und Glasbau. So sollen beispielsweise im Stahlverbundbau neue Kombinationen von Beton- und Stahlwerkstoffen wirtschaftlichere Anwendungen mit optimierten Geometrien liefern.


 
Home Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 16.10.2007