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Forschungstätigkeit an der Fakultät

Betriebswirtschaftslehre

Schwerpunkte der Forschungsaktivität in der Betriebswirtschaftslehre sind das Dienstleistungsmanagement und die Unternehmensrechnung.
Der Forschungsschwerpunkt Dienstleistungsmanagement beschäftigt sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Dienstleistungsunternehmen, insbesondere mit den für die Führung solcher Unternehmen genutzten Managementinstrumenten. Einbezogen sind die institutionell orientierten Professuren und Dozenturen zum Bankwesen, zu Handel und Distribution, zur Versicherungsbetriebslehre und zur Wirtschaftsprüfung, aber auch z. B. die Professuren zum Controlling, zur Finanzierung, zum Immobilienmanagement, zum Marketing, zur Personalwirtschaftslehre und zur Steuerlehre, soweit sie sich mit innerbetrieblichen Dienstleistungen beschäftigen. Der Schwerpunkt wurde im Berichtsjahr durch die Wegberufung des Kollegen auf der für den Bereich zentralen Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Dienstleistungsmanagement, geschwächt. Es ist zu hoffen, dass die bereits in Angriff genommene Wiederbesetzung bald gelingt. Eine Ende 2005 ausgeschriebene Stiftungsprofessur Verwaltungsmanagement/New Public Management soll den Forschungsschwerpunkt weiter stärken.

In Bezug auf den Schwerpunkt Unternehmensrechnung gelang im Jahr 2005 die Besetzung der dringend notwendigen dritten Professur zur externen Unternehmensrechnung und zur Wirtschaftsprüfung, so dass alle Teilbereiche der Unternehmensrechnung nun angemessen vertreten sind. Die dem Schwerpunkt zugeordneten Professuren wurden in das Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre eingebracht, in dem die Arbeitsbereiche Accounting, Auditing, Controlling und Taxation gebündelt sind. Dem Institut sind außerdem zwei Honorarprofessoren für Internationales Management und Steuerrechtslehre zugeordnet. Das Institut hat 2005 zum fünften Mal die Sächsische Steuertagung ausgerichtet, die im Wechsel mit der TU Dresden jährlich veranstaltet wird. Die Sächsische Steuertagung hat sich zur größten regelmäßig durchgeführten Veranstaltung dieser Art an einer Universität in den neuen Bundesländern entwickelt und wird regelmäßig durch einen Tagungsband dokumentiert. Wichtige Forschungsarbeiten zu den Auswirkungen der internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) auf deutsche Abschlüsse nach Handels- und Steuerrecht, besonders auch auf mittelständische Unternehmen, zum Problem des „Whistle Blowing“ und zu den ökonomischen Auswirkungen steuerlicher Regelungen konnten vorangetrieben und teilweise abgeschlossen werden. Im Controlling wird eine breite Themenpalette − von der Anreizregulierung über Aspekte des Behavioral Accounting sowie Erfolgsmessung bei unvollständiger Information bis zur semi-subjektiven Unternehmensbewertung − bearbeitet.

Volkswirtschaftslehre

Die Forschungstätigkeit in der Volkswirtschaftslehre umfasst die Teilgebiete Mikro- und Makroökonomik, Wirtschaftstheorie und -politik sowie spezifische Teilgebiete der Volkswirtschaftslehre wie Finanzwissenschaft, Geld und Währung, Außenwirtschaft und ökonomische Integration sowie Empirische Wirtschaftsforschung und Statistik. Aus diesem Spektrum heraus werden zurzeit folgende Forschungsprojekte bearbeitet:

Das Forschungsprojekt Wirtschaftsintegration geht grundlegenden Fragen der ökonomischen Vernetzung der EU-15 bzw. der EU-25 sowie der EWU nach. U. a. werden Fragen der optimalen institutionellen Ausgestaltung des Zentralbankrats in einer Währungsunion untersucht sowie Fragen der Sequentialität der politischen und ökonomischen Integration der zehn Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa. Damit verbunden sind zwei weitere bedeutsame Forschungsstränge. Zum einen betrifft dies die Analyse der spezifischen Charakteristika und des Wettbewerbs von Wirtschaftsordnungen. Damit befassen sich vor allem die Institute für Wirtschaftspolitik und Theoretische Volkswirtschaftslehre; als Diskussionsforum dient, neben Ringvorlesungen externer und interner Wissenschaftler sowie politischer Akteure, insbesondere das „Zermatter Symposion“, das sich zu einem internationalen Forum der interdisziplinären Diskussion entwickelte. Die Erforschung der Rolle der Wirtschaftsordnungen und ihres Wandels profitiert von der langjährigen intensiven Auseinandersetzung der Institute mit der Theorie und Empirie der Transformationsprozesse in den mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften. Zum andern richtet sich das Forschungsinteresse auf regionalökonomische und -politische Fragen, die im Zusammenhang mit der europäischen/deutschen Debatte über Konvergenz und gemeinsame Wirtschaftspolitik gestellt werden. Diese Untersuchungen führt die Professur Statistik am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung durch. Durch die Neubesetzung der Professur für Statistik verlagert sich der Schwerpunkt der Forschung mehr Richtung statistisch methodische Entwicklungen. Hauptsächlich werden komplexe Regressionsmodelle für Raum Zeit Daten entwickelt und etwa auf Fragestellungen in den Bereichen Entwicklungsökonomie, Arbeitsmarktforschung, Marketing angewendet.

Probleme der makroökonomischen Diagnose und Politik stehen im Mittelpunkt der makroökonometrischen Modellarbeiten des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung, das sich in der Fortführung eines DFG-Projektes mit den Fragen des konjunkturellen Wandels auseinandersetzt. Mit Fragen der makroökonomischen Politikgestaltung beschäftigen sich auch die Institute und Professuren für Wirtschaftspolitik, Theoretische Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft, wobei Letztere sich schwerpunktmäßig auch mit Problemen der kommunalen Finanzierung und des Finanzausgleichs befasst. Die mikroökonomischen Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der kooperativen Spieltheorie sowie bei Netzeffekten und Wechselkosten.

Wirtschaftsinformatik

Mit der Neugründung des Institutes für Wirtschaftsinformatik am 1. Oktober 2004 und der damit einhergehenden Zusammenlegung der bisher getrennten Institute für Software- und Systementwicklung sowie des Instituts für Wirtschaftsinformatik wurde der Bereich Wirtschaftsinformatik an der Fakultät grundlegend neu organisiert und gestrafft. Das Institut für Wirtschaftsinformatik besteht aus den folgenden vier Bereichen:

Die Professur Wirtschaftsinformatik, insbes. Informationsmanagement, ist seit Anfang 2002 mit Professor Dr. Bogdan Franczyk besetzt, der auch als Institutsdirektor amtiert. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Themengebiete service-orientierte Anwendungen (Grid-Services), Enterprise Application Integration und Content Management, Untersuchungen zu Semantic-Web-Technologien und XML-Datenbanken sowie Softwaresystemfamilien. Es werden zahlreiche Drittmittelprojekte bearbeitet (BMBF-Projekt „PESOA – Process Family Engineering in Service-Oriented Applications“, EU-Projekt „ASG – Adaptive Services Grid“, Landesprojekt „Teilautomatisierte Softwareimplementierung von ERP-Systemen bei KMU“).

Auf die Professur Softwareentwicklung für Wirtschaft und Verwaltung wurde mit Professor Dr. Ulrich W. Eisenecker ein Nachfolger berufen, dessen Forschungsaktivitäten auf eine weiter gesteigerte Automatisierung der Softwareentwicklung, insbesondere eine in hohem Maße kundenspezifische Konfiguration gerichtet sind. Damit direkt verbunden sind die Themen generative und modellbasierte Softwareentwicklung, Softwaresystemfamilien, domänenspezifische Sprachen, Generierung und Komponenten, die komplementär und in Abstimmung mit der Professur für Informationsmanagement und Anwendungssysteme bearbeitet werden.

Die Professur Anwendungssysteme in Wirtschaft und Verwaltung wird seit April 2005 durch Professor Dr. Rainer Alt vertreten. Forschungsschwerpunkte sind ERP-Systeme in Wirtschaft und Verwaltung und hierbei insbesondere Untersuchungen zur Entwicklung modularisierter bzw. serviceorientierter ERP-Systemarchitekturen. Ausgehend von der zunehmenden Relevanz überbetrieblicher Vernetzung greift der Forschungsschwerpunkt „Interorganisatorische Prozessführung“ die Möglichkeiten informations-technischer Unterstützung für die operative, taktische und strategische Führung dieser Prozesse auf. Schließlich soll Kompetenz zur Vermittlung zwischen betriebswirtschaftlicher und informationstechnologischer Gestaltung mit Hilfe integrierter Modellierungs- und Bewertungsverfahren aufgebaut werden.

Den vierten Pfeiler des Institutes bildet der Betrieb eines Rechenzentrums für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (FRZ) als hard- und softwaretechnische Forschungs- und Lehrinfrastruktur. Unter Leitung von Dr. Wilfried Röder steht ein mit modernster Rechentechnik ausgestatteter IT-Dienstleistungsbereich für Professoren, Mitarbeiter, Studenten und zur Berufsausbildung von Fachinformatikern zur Verfügung.

Bauingenieurwesen/Wirtschaftsingenieurwesen

Die Forschungstätigkeit im Bau- und Wirtschaftsingenieurwesen ist durch die Kombination wissenschaftlich theoretischer und bautechnischer bzw. bauwirtschaftlicher Aspekte geprägt.

Im Jahr 2005 erfolgte die Gründung des Instituts für Grundlagen des Bauens und Planungsmanagement unter der Leitung von Professor Burkhard Pahl. Es integriert in neuer Struktur die Forschungsschwerpunkte des ehemaligen Lehrgebietes Entwerfen und Konstruktives Gestalten mit einer Neuausrichtung zu bautypologischen Fragen, Fragen der nachhaltigen Bauwerkserneuerung, Strategien für brachliegende oder fallende Flächen und Gebäude, Management und Monitoringaufgaben. Daneben bildet die interdisziplinäre Erforschung und Darstellung struktureller, ökonomischer und baukultureller Aspekte des Bauens einen weiteren Schwerpunkt.

Das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement IIRM hat sich im Jahr 2005 gegründet. Gründungsmitglieder waren die Stiftungsprofessur für Umwelttechnik und Umweltmanagement (Prof. Dr.-Ing. Robert Holländer), die Professur für Verkehrsbau (Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kühn), die Honorarprofessur für integriertes Flächenrecycling (Prof. Dr.-Ing. Jens-Uwe Fischer) und die Honorarprofessur für Siedlungswasserwirtschaft (Prof. Dr.-Ing. Olaf Selle). In Forschung und Lehre vertritt das IIRM einen integrierten Ansatz sowohl für die Bewirtschaftung von Flächen und Wasserressourcen auf der Ebene des Flussgebietes, der Region, der Kommune oder eines Betriebes als auch bei der nachhaltigen Planung und Bewirtschaftung von Infrastruktursystemen. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der interdisziplinären Verknüpfung bei der Bearbeitung von Aufgaben in der verkehrlichen und technischen Infrastruktur. Das Institut wird im Jahr 2006 durch die Einrichtung eines Stiftungslehrstuhls für Energiemanagement und Nachhaltigkeit verstärkt.

Am Institut für Massivbau und Baustofftechnologie werden unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Nguyen Viet Tue verschiedene Forschungsvorhaben bearbeitet. Partner sind sowohl öffentliche Institutionen (DFG, AiF) als auch die Privatindustrie. Schwerpunkte sind die Entwicklung und Anwendung von hochfesten Werkstoffen auf Zementbasis, die Entwicklung neuartiger Hybridstrukturen, die die Nachhaltigkeit im Bauwesen verbessern und die Modellierung von Stahlbeton- und Spannbetonkonstruktionen.
Entwickelt aus den derzeitigen ökonomischen und soziodemografischen Entwicklungen, lassen sich die Forschungsaktivitäten des Instituts für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft durch die drei Schwerpunkte 'Urban Management', 'Prozessmanagement und Virtuelle Planung' sowie 'Entwickeln und Bauen im Bestand' charakterisiert. Diese drei Forschungspole ergeben unter der jeweiligen Leitung durch Professor Johannes Ringel, Professor Dr.-techn. Karl-Heinz Bruhnke sowie Professor Dr.-Ing. Thomas Bohn und Professor Dr.-Ing. Willfred Vedder eine interdisziplinäre Plattform, auf der wissenschaftliche Synergieeffekte generiert werden. Die bearbeiteten Forschungsprojekte zeichnet eine hohe Anwendungsbezogenheit aus, wobei eine Förderung durch die öffentliche Hand, wie bspw. bei der Entwicklung eines Frühwarn- und Kontrollsystems zur Unterstützung einer flexiblen Stadtentwicklungsplanung oder durch Drittmittel aus der Wirtschaft, wie bspw. beim Pilotprojekt dreidimensionales Modell eines Autobahnzubringers der A9, erfolgt.

Das Institut für Statik und Dynamik der Tragstrukturen erforscht unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Michael Kaliske Bauteile und Tragwerke bei statischen und dynamischen Einwirkungen. Die realitätsnahe Charakterisierung von Phänomenen und die konstitutive Beschreibung der Werkstoffe auf verschiedenen Längenskalen sind ein wichtiges Forschungsgebiet für den Entwicklungsprozess von Produkten. Diese Beschreibungen sind eingebettet in Simulationsansätze einer virtuellen Darstellung, so dass sich die Weiterentwicklung der numerischen Methoden und hier insbesondere der Finite Elemente Technologie als weitere Arbeitsbereiche ergeben. Die Grundlagenforschung des Instituts wird überwiegend aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Industrieunternehmen wie z. B. Continental und DaimlerChrysler. Eine Vernetzung mit Forschungseinrichtungen im europäischen Ausland erfolgt durch Aktivitäten, die durch die Europäische Union gefördert werden. Des Weiteren wurden Drittmittelaufträge von Industriepartnern aus den USA und Indien eingeworben.

An der Professur Grundbau und Wasserbau ist trotz des personellen Wechsels zum 01.10.2005 im Jahre 2005 in verschiedenen Forschungsbereichen erfolgreich gearbeitet worden. So sind im Bereich Bodenmechanik die Verdichtungswirkungen verschiedener Walzen im Erdbau untersucht worden. In der Geotechnik ist der Einsatz selbstverdichtenden Betons weiterhin ein Forschungsschwerpunkt. In der Wasserwirtschaft stehen derzeit hydrologische Messnetze im Fokus.

Die Forschungsaktivitäten der Professur Stahlbau und Holzbau unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Thorsten Wanzek konzentrieren sich auf den erweiterten Bereich des Stahlbaus wie Betriebsfestigkeit, Stahlverbundbau und Glasbau. So sollen beispielsweise im Stahlverbundbau neue Kombinationen von Beton- und Stahlwerkstoffen wirtschaftlichere Anwendungen mit optimierten Geometrien liefern.


 

 

Home Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 26.07.2007