Home  Forschungsbericht 2003

Theologische Fakultät

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Forschungstätigkeit an der Fakultät

Die Forschung der Theologischen Fakultät wird vor allem durch die Projekte der Professorinnen und Professoren, durch die von ihnen betreuten Qualifikationsschriften sowie durch Vernetzungen mit anderen Fächern bestimmt. Die Forschungstätigkeit schlägt sich ebenfalls nieder in der Herausgabe von Periodika und wissenschaftlichen Reihen, wie dem "Lutherjahrbuch", der "Lutherbibliographie", der Reihe "Biblische Gestalten", den "Arbeiten zur Bibel und ihrer Geschichte", den "Herbergen der Christenheit", den "Mitteilungen und Beiträgen der Forschungsstelle Judentum", den "Beiträgen zur Spiritualität und Liturgie", "Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie" sowie "Arbeiten zur Theologie- und Kirchengeschichte". Interdisziplinär ausgerichtet sind vor allem folgende Projekte: "Politische Korrespondenz des Herzogs und Kurfürsten Moritz von Sachsen" als Teil des Gesamtprojektes "Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte" (mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig) und das Forschungsprojekt zur "Theologischen Bachforschung".
Im Folgenden werden zur Zeit laufende Projekte, die für das Gesamtprofil der einzelnen Institute von Bedeutung sind, genannt. Ergänzende Ausführungen und Veröffentlichungen befinden sich in der Internet-Version des Forschungsberichts.

Institut für Alttestamentliche Wissenschaft

Sacharja
Prof. Dr. Rüdiger Lux (lux@rz.uni-leipzig.de)

Die Zielstellung des Projektes ist die Ausarbeitung eines neuen Bibelkommentars zum Buch des Propheten Sacharja.

Geist und Tora. Studien zur Legitimation und Delegitimation von Herrschaft im Alten Testament
David Wagner, Prof. Dr. Rüdiger Lux

Im Zusammenhang mit der Gründung des Königtums im Alten Israel wird die Problematik der göttlichen Legitimation menschlicher Herrschaft an der Person des ersten Königs Israels, Saul, in besonderer Weise erörtert.

Chronikforschung
Prof. Dr. Dietmar Mathias

Das Projekt einer Forschungsgeschichte beinhaltet die Sammlung und Darstellung der Erträge der neueren exegetisch-theologischen Forschung an der biblischen Chronik zu Fragen nach ihrer Entstehung, historischen Glaubwürdigkeit, Intention und Theologie und ihrem Verhältnis zu den Büchern Esra und Nehemia. Es ist die Grundlage für eine Kommentierung.

Daniel - Traumdeuter und Endzeitprophet (Buchprojekt)
PD Dr. Matthias Albani

"Daniel - Traumdeuter und Endzeitprophet" gibt einen Überblick über die gegenwärtige Forschung zum Danielbuch und zur Apokalyptik und ist als Einführung in die literarische und theologische Eigenart dieses biblischen Buches konzipiert. Die Arbeit erscheint in der Reihe "Biblische Gestalten" (Hg. Christfried Böttrich/Rüdiger Lux) 2004 bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig.

Institut für Neutestamentliche Wissenschaft

Kommentar zur Apostelgeschichte
Prof. Dr. Jens Schröter

In der Reihe "Handbuch zum Neuen Testament" ist der 1972 in zweiter Auflage erschienene Kommentar von Hans Conzelmann zu ersetzen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einzeichnung des Lukas in die antike Geschichtsschreibung.

"Jesus" für die Reihe "Biblische Gestalten"
Prof. Dr. Jens Schröter

Für die Reihe "Biblische Gestalten" wurde der Band zu Jesus übernommen. Die aktuelle Jesusforschung ist innerhalb des auf ein breiteres Publikum zugeschnittenen Bandes zu verarbeiten.

Herausgabe des Bandes "Konstruktion von Wirklichkeit"
Prof. Dr. Jens Schröter, unter Mitarbeit von Antje Eddelbüttel

Im Oktober 2002 fand in der Evangelischen Akademie Loccum ein Symposium unter dem Titel "Deutungen von Wirklichkeit - erkenntnistheoretische Voraussetzungen und Geltungsansprüche religiöser und philosophischer Interpretationsmodelle" statt, an dem Geschichtstheoretiker, Philosophen und Theologen beteiligt waren. Die Beiträge dieses Symposiums werden 2004 in einem Sammelband erscheinen.

Übersetzung des Buches Canticum im Rahmen des Septuaginta-Projektes
Prof. Dr. Jens Herzer, unter Mitarbeit von Prof. Dr. Wolfgang Kraus (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Martin Karrer (Kirchliche Hochschule Wuppertal) u. a.

Die griechische Übersetzung des Alten Testaments ist ein wichtiges und eigenständiges Dokument des hellenistischen Judentums. Dennoch gibt es bisher keine Übersetzung ins Deutsche. Dieser Situation soll das Projekt Abhilfe schaffen und durch eine wissenschaftliche Übersetzung die Schriften, die im frühen Christentum vorwiegend verwendet wurden, für ein breiteres Publikum zugänglich machen.

Bearbeitung des Teilbandes "Pastoralbriefe" im Rahmen des Projektes Corpus Judaeo-Hellenisticum
Prof. Dr. Jens Herzer, unter Mitarbeit von Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr (Universität Jena)

Das Corpus Judaeo-Hellenisticum-Projekt hat die Aufarbeitung der hellenistisch-jüdischen Literatur für die Interpretation des Neuen Testaments in seinem zeitgeschichtlichen Kontext zur Zielsetzung. Der Teilband stellt das Material für die Pastoralbriefe zusammen.

Studien über das Verhältnis des Jakobusbriefs zum 1. Petrusbrief
Dissertationsprojekt von Thorsten Klein

Die Dissertation verfolgt das Ziel, die offenkundigen Berührungen zwischen dem Jakobusbrief und dem 1. Petrusbrief, die in der gegenwärtigen Literatur in der Regel mit dem lapidaren Hinweis auf "gemeinsame Tradition" erklärt werden, näher zu bestimmen, indem sie zunächst das gemeinsame Material eingrenzt und im jeweiligen Kontext analysiert, dann aber auch nach dessen Herkunft, Charakteristik, evtl. Trägerkreisen usw. fragt. Die geplante Arbeit möchte also nicht nur die literarischen Beziehungen zwischen zwei ntl. Schriften klären, sondern - davon ausgehend - das Ergebnis in einen größeren theologie- und sozialgeschichtlichen Zusammenhang stellen. Sie versucht die Tradenten der gemeinsamen Tradition zu fassen, ihr Verhältnis zu anderen Strömungen ihrer Zeit zu klären und somit einen Beitrag zur Erforschung des frühen Christentums leisten.

Die Bedeutung der persönlichen Notizen für die Beurteilung der Pastoralbriefe im Kontext der antiken Briefliteratur
Dissertationsprojekt von Joram Luttenberger

Die Pastoralbriefe sind in ihrer Eigenart rätselhaft (A.v.Harnack). Der Forschungskonsens geht heute davon aus, dass es sich bei den Pastoralbriefen um pseudepigraphische Schreiben handelt. Wie sind dann aber die sog. "persönlichen Notizen" zu deuten? Genügt es, sie als Elemente der Echtheitsbeglaubigung oder als Illustrationen der Lehraussagen im übertragenen Sinn zu verstehen und können diese Interpretationen dem, was sich über das vielschichtige Phänomen der Pseudepigraphie in der Antike nachzeichnen lässt, standhalten? Wie verhält sich der eigenständige Stil der Pastoralbriefe mit der Praxis von Fälschung jener Zeit? Neben der Stilkritik werden die Frage nach dem Verhältnis von Einzelbriefen und Briefsammlungen und der Vergleich der Pastoralbriefe mit Briefsammlungen aus der Zeit ihrer Entstehung und der intensive Vergleich mit den übrigen Briefen des Corpus Paulinum Bestandteil der Forschungsarbeit sein.

Arbeitshilfen für das Studium der Pseudepigraphen
Thomas Knittel

Dieses Projekt ist ausschließlich auf eine Präsentation im Internet konzentriert und nutzt gezielt dieses Medium mit seinen Möglichkeiten internationaler Vernetzung. Hervorgegangen ist es aus einer Übung von Thomas Knittel (Promovent am Institut für Neutestamentliche Wissenschaft) im Sommersemester 1998 über die "Alttestamentlichen Pseudepigraphen und das Neue Testament". Die Arbeitsmaterialien für diese Übung sind seither im Internet zugänglich und erfahren darüber hinaus einen kontinuierlichen Ausbau und ständige Weiterentwicklung in Korrespondenz mit dem Arbeitsschwerpunkt "Pseudepigraphen" des Institutes.
Präsentiert werden eine Einführung zum Literaturbereich der Pseudepigraphen, eine Auflistung aller relevanten Texte mit kurzen Erstinformationen, eine Bibliographie zu allen Schriften (noch im Aufbau - bei geplanter regelmäßiger Aktualisierung), ein Index mit Parallelstellen zum Neuen Testament, eine Sammlung von Arbeitsblättern für Lehrveranstaltungen (im Aufbau), eine Linksammlung für schnellen Zugriff auf vergleichbare Internethilfsmittel. Der integrierte E-mail-Kontakt ermöglicht einen schnellen Austausch, direkte Rückfragen, Ergänzungen usw.
Die Arbeitshilfen sind inzwischen in Linksammlungen in Europa und Amerika eingebunden und haben ein breites positives Echo gefunden. Die Erfahrungen mit dieser Präsentation fungieren zugleich als Testfall für eine umfänglichere Nutzung des Internet für die Vernetzung exegetischer Arbeit.

Institut für Kirchengeschichte

Abteilung Spätmittelalter und Reformation

Politische Korrespondenz des Herzogs und Kurfürsten Moritz von Sachsen
Prof. Dr. Helmar Junghans, Dr. Johannes Herrmann, Dr. Christian Winter, Prof. Dr. Dr. Günther Wartenberg

Die Arbeit an dem Manuskript von Bd. 6 wurde fortgesetzt. Diese Quellenausgabe hat große Bedeutung für die Erforschung der Geschichte des Deutschen Reiches und der Kirchengeschichte in der Mitte des 16. Jh. Die Bearbeitung erfolgt als Vorhaben der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Der Einfluss der Wittenberger Reformation auf den Beginn der Reformation in Ungarn
Habilitationsprojekt von Dr. Markus Hein

Ungarn war am Ende des 16. Jahrhunderts eines der Länder, deren Bevölkerung sich mehrheitlich der Reformation zugewandt hatte (80-90%), ehe im 17. Jahrhundert die Gegenreformation mit großem Erfolg einsetzte. Bei der Ausbreitung des reformatorischen Gedankengutes gab es verschiedene Zentren und Schwerpunkte. In der Arbeit steht vor allem der Einfluss der Wittenberger Reformation auf den Beginn der Reformation in Ungarn im Mittelpunkt. Untersucht wird, über welche Vermittlung diese Gedanken in das Reich der Stephanskrone kamen. Schwerpunkte sind dabei einerseits die Städte Oberungarns, der heutigen Slowakei und andererseits der königliche Hof, der sich immer wieder dem Vorwurf der ungarischen Magnaten ausgesetzt sah, von Ausländern dominiert zu sein.

Sächsische Biographie
Dr. Markus Hein, Prof. Dr. Dr. Günther Wartenberg

Beteiligung am entsprechenden Vorhaben des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden, Erarbeitung von Kurzbiographien.

Abteilung Neuere und Neueste Kirchengeschichte

Kulturprotestantismus und Frauenbewegung in Deutschland: Agnes von Zahn-Harnack (1884-1950)
Promotionsprojekt von Dipl. Theol. Gisa Bauer

Die Dissertation ist von der Zielsetzung getragen, die Forschungslücke zu schließen, die in Bezug auf die Biographie und die Einordnung des Wirkens Agnes von Zahn-Harnacks in die zeitgenössische Theologie- und Profangeschichte gegenwärtig noch besteht. Das Engagement der Tochter des Kirchenhistorikers und Kulturprotestanten Adolf von Harnack wird unter Wahrnehmung ihres Doppelaspektes wahrgenommen und ausgewertet, nämlich einerseits ihrem Wirken im Bereich der Theologie - paradigmatisch dafür steht die Biographie ihres Vaters von 1936 - und andererseits Zahn-Harnacks Einsatz für Ziele der frühen bürgerlichen Frauenbewegung, z.B. als Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine von 1931 bis 1933. Davon ausgehend wird in der Dissertation der Frage nachgegangen, inwieweit eine Vernetzung emanzipatorischer Arbeit mit protestantischen und theologisch beschreibbaren Lebenskategorien auch für weitere bürgerliche Frauenrechtlerinnen der Zeit geltend gemacht werden kann. Darüber hinaus stellt die Dissertation dar, wie sich typische Vertreter des Kulturprotestantismus zur Frauenbewegung und zu deren Zielen verhielten und inwieweit generell eine ideengeschichtlich zu verortende strukturelle Parallele in den Wertevorstellungen des Kulturprotestantismus und der bürgerlichen Frauenemanzipation durch den Begriff der "Kultur" gegeben ist. In der Untersuchung wird, dem Sujet entsprechend, ein kultur- und ideengeschichtlicher Zugriff angewendet. Die Arbeit bietet insgesamt einen Beitrag zur Theologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Johann Christoph Gottsched und die Homiletik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Promotionsprojekt von Dipl. Theol. Andres Straßberger

Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts gilt als "Kinder- und Jugendzeit" der Aufklärung in Deutschland. Im akademischen Bereich war ein Ergebnis des Aufklärungsprozesses die Entthronung der Theologie als Herrin der Wissenschaften durch ihre einstige Magd, die Philosophie. Folgenden Fragen sind in der Forschung bislang immer noch nicht zureichen beantwortet: Wie vollzog sich im genannten Zeitraum die inner- und außeruniversitäre Auseinandersetzung der Theologie mit dem neuen Geltungsanspruch der Philosophie? Welche Diskussionen entbrannten in Theologie und Kirche um die Herausforderung der Aufklärung und welche Reaktionsmuster lassen sich ausmachen?
Warum konnten sich in der Theologie letztlich orthodoxe oder pietistische Wissenschaftskonzepte nicht behaupten? Am Beispiel des Leipziger Philosophieprofessors und Literaturreformers Johann Christoph Gottsched (1700-1766) und seinem kontrovers diskutierten Programm einer modernen, aufklärerischen Predigttheorie versucht die Arbeit, mit Hilfe philosophie-, rhetorik-, literatur-. theologie- und kirchengeschichtlicher Untersuchung Antworten auf die genannten Fragen zu finden.

"Historismus und Kirchengeschichtsschreibung - Albert Hauck (1845-1918): Leben und Werk bis 1889"
Promotionsprojekt von Dipl.-Theol. Martin Teubner (teubner@theologie.uni-leipzig.de)

Das Projekt untersucht die Kirchengeschichtsschreibung des Erlanger und Leipziger Kirchenhistorikers Albert Hauck im Zeitalter des Historismus. Seine Entwicklung bis 1889 enthält für die historische Biographieforschung und die Wissenschaftsgeschichtsschreibung, insbesondere an den Universitäten Erlangen und Leipzig (in Leipzig übernahm Hauck 1898/99 auch das Rektorat der Universität), zahlreiche Anstöße.

Profile des Luthertums: Frauen im 20. Jahrhundert
Gisa Bauer, Dr. Markus Hein, Prof. Dr. Dr. Günther Wartenberg

Publikationsvorhaben der Historischen Kommission des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, Erarbeitung von biographischen Darstellungen für Ruth Führer, Esther von Kirchbach und Irene Sophie Atzerodt.

Abteilung Territorialkirchengeschichte

Sächsisches Pfarrerbuch
Prof. Dr. Dr. Günther Wartenberg, Dr. Markus Hein, Dr. Michael Beyer

In Weiterführung des 1939/40 erschienenen Sächsischen Pfarrerbuches, bearbeitet von Reinhold Grünberg, erfolgt zur Zeit die Aufnahme der handschriftlichen Kartei in den Computer. Dafür wurde ein Raster erarbeitet, das Grundlage für eine spätere Veröffentlichung ist.

Abteilung Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst

Kirchen in Nordwestsachsen
Prof. Dr. Gerhard Graf

Auf der Basis von Exkursionen, Detailuntersuchungen (darunter inzwischen drei Examensarbeiten), Seminaren, Führungen, Vorträgen und Fachberatung vor Ort wird die Kenntnis zu Topographie, Bausubstanz und Ausstattung von Kirchen im Raum zwischen Delitzsch und Grimma weiter vertieft. Verstärkt genutzt wird der Kontakt zum Kunstdienst der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens in Dresden.

Fakultätsgeschichte und Universitätsgeschichte

Fakultäts- und Universitätsgeschichte
Prof. Dr. Helmar Junghans, Prof. Dr. Dr. Günther Wartenberg

In Vorbereitung des Universitätsjubiläums 2009 wird eine Zusammenstellung der an der Theologischen Fakultät von 1409 bis 2000 tätig gewesenen Professoren mit Kurzbiographien erarbeitet.

Institut für Systematische Theologie

Arbeitsgebiet Dogmatik
Prof. Dr. Gunda Schneider

Die Bedeutung von Psalm 22 in der zeitgenössischen Christologie
Dissertationsprojekt von Birte Biebuyck

Diese Arbeit verbindet exegetische Arbeit am Alten Testament (Psalm 22) mit einer dogmatischen Untersuchung. Während die exegetische Arbeit weitgehend unter Anleitung von Professor Hermann Spieckermann, Göttingen, angefertigt wurde, geht es jetzt um die Frage, wie exegetische Erkenntnisse in der zeitgenössischen Dogmatik aufgenommen werden.

Die Chancen theologischer Kategorien bei der Stressbewältigung im Zusammenhang mit Notfallereignissen
Dissertationsprojekt von Pfarrer Jochen Heinecke

Pfarrer Heinecke ist Klinikseelsorger und Leiter der Notfallseelsorge in Thüringen. Aus diesem Erfahrungszusammenhang erwächst die Fragestellung dieser Arbeit. Zur Zeit wird das Thema der Krisen- und Stressbewältigung fast ausschließlich psychologisch bzw. psychotherapeutisch bearbeitet. Es geht Pfarrer Heinecke um die Frage, ob für die Stressbewältigung im Zusammenhang mit Notfallereignissen auch theologische Gesichtspunkte zur Verfügung stehen. Die Arbeit geht interdisziplinär vor, indem sie zunächst die psychologischen Stressbewältigungsstrategien diskutiert und in einem zweiten Teil die theologische Diskussion aufnimmt.

Religion und Gesellschaft bei Falk Wagner
Dissertationsprojekt von Dipl.-Theol. Kathrin Mette

Das Werk des protestantischen Theologen Falk Wagner (1939-1998), das zu einem großen Teil der Frage nach der Plausibilität der christlichen Religion unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft gewidmet ist, hat aus verschiedenen Gründen noch nicht die ihm angemessene Diskussion innerhalb der protestantischen Theologie ausgelöst. Die seit kurzem in Angriff genommene Dissertation möchte durch die Darstellung zentraler Gehalte des Denkens von Falk Wagner u. a. einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass diesem Zustand Abhilfe geschaffen wird.

Ein theologisches Verständnis von Geschichte im Anschluss an Paul Ricoeur
Habilitationsprojekt von Dr. Doris Hiller

In Abgrenzung zu historistischen Konzeptionen von Geschichte, die auch in der Theologie ihren Niederschlag gefunden haben, soll ein theologisches Verständnis von Geschichte im Horizont biblischer Theologie entwickelt werden. Leitend ist das Kriterium der Narrativität, das im Anschluss an die Geschichtstheorie des französischen Philosophen Paul Ricoeur als theologisches Kriterium gewonnen werden soll.

Arbeitsgebiet Ethik
Prof. Dr. Martin Petzoldt

Das Schaffen von Johann Friedrich Fasch im Lichte der pietistischen Frömmigkeit
Dissertationsprojekt von Elena Sawtschenko

Elena Sawtschenko arbeitet seit 1993 in Deutschland und wird durch den DAAD sowie private Stiftungen gefördert. Ihr Ziel ist es, anhand eines fragmentarischen Kirchenkantatenjahrgangs von Fasch (Zerbst) die Frage zu beantworten, ob und inwieweit sich frömmigkeitliche Einstellung im musikalischen Schaffen Faschs niederschlagen. Fasch hatte intensive Beziehungen sowohl zu Graf Nikolaus von Zinzendorf (Herrnhut) als auch zu August Hermann Francke in Halle. Die von ihm selbst gedichteten Kantatentexte verraten deutlich die Nähe zu pietistischen Einstellungen, deshalb besteht die begründete Hoffnung, die traditionelle Frage nach dem Verhältnis von Text und Musik in eigenständiger Weise beantwortet zu finden.

Die offenbarungstheologische Konzeption von Ludwig Ihmels (1858-1933) - Theologiegeschichtliche Arbeit mit systematisch-theologischer Ausrichtung: Theologische Wurzeln der lutherischen Theologie des 20. Jahrhunderts
Dissertationsprojekt von Gottfried Heyn

Ludwig Ihmels war Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig, bevor er 1922 das Amt des sächsischen Landesbischofs antrat. Ein Thema, das ihn zeit seines Lebens beschäftigt hat und mit dem er sich in seinen Schriften wiederholt auseinandergesetzt hat, war die Frage nach der Gewissheit darüber, dass das, was Christen glauben, wahr ist. Dabei begegnet dem Leser immer wieder der Gedanke, dass der Garant dieser Wahrheitsgewissheit letztlich nur die Offenbarung Gottes sein kann. Ein gewisser apologetischer Zug seiner Theologie ist unverkennbar.
Konkret sollen im genannten Projekt die Fragen a) nach der Stellung Ihmels' innerhalb der Theologie des Neuluthertums, b) im Vergleich zur Theologie Karl Barths, c) das bei Ihmels in besonderer Weise benannte Thema der Auferstehung und d) seine Sicht der Konfessionalität im Horizont seiner ökumenischen Bemühungen untersucht werden. Insgesamt soll die Klärung der theologischen Wurzeln von Ludwig Ihmels erarbeitet werden.

Auferstehung
Habilitationsprojekt von Dr. Michael Lippold

Die Ergebnisse der historisch-kritischen Rückfrage nach der Auferstehung Jesu Christi und ihrer Bedeutung für den christlichen Glauben werden in der systematischen Theologie noch wenig rezipiert. Unter Einbeziehung der von Gerd Lüdemann ausgelösten Debatte sollen diese dargestellt, systematisiert und auf ihre Konsequenzen für die systematische Theologie hin untersucht werden. Unter Berücksichtigung der Bedeutung des Historischen für den christlichen Glauben ist zu fragen, wie heute theologisch verantwortlich von Auferstehung gesprochen werden kann.

Die Erfahrung des verborgenen und des offenbaren Gottes in Bachs geistlichen Kantaten. Hermeneutische Überlegungen zur Bedeutung der Kantate im Gottesdienst damals und heute
Habilitationsprojekt von Dr. Jochen Arnold

Die Integrierung des geistlichen Kantatenwerkes Johann Sebastian Bachs wirft theologische und liturgische Probleme eigener Art auf. Im Blick auf die Lösung theologischer Probleme beschäftigt sich Dr. Arnold insbesondere mit den Inhalten der Verborgenheit und der Offenbarung Gottes wie sie durch die von Bach vertonten Texte und durch Bachs Musikalisierung bewusst gemacht werden.

Arbeitsgebiet Fundamentaltheologie und Hermeneutik
Prof. Dr. Matthias G. Petzoldt

Entlastung vom Absoluten? Theologische Studien zur Anthropologie Hans Blumenbergs
Dissertationsprojekt von Andreas Friese

Blumenbergs Philosophie der Selbstbehauptung impliziert eine starke Potenzierung des Subjekts. Damit einhergehend werden Absolutismen jeder Art (Zeit, Wirklichkeit, Gott) einer radikalen Kritik unterzogen und als Wunschdenken zu entlarven versucht. Dieser atheistische Anthropozentrismus wird analysiert, kommentiert und theologisch kritisiert. Eine theologische Erwiderung auf diese Philosophie hat die christliche Freiheit und ein daraus resultierendes Menschenbild zu thematisieren.

Gottesgedanke und christlich interpretierte "Wirklichkeit des Heils": Religionsphilosophische Erörterung vor dem Hintergrund von Überlegungen zu einer anti-realistischen Bedeutungstheorie
Dissertationsprojekt von Eckehart Friedrich

Über die Darstellung und kritische Diskussion der Überlegungen Michael Dummetts zu einem nicht-reduktionistischen semantischen Anti-Realismus soll eine spezifische Darstellung der religiös beanspruchten Bedeutung von "Wirklichkeit Gottes" die Problematik der Rede von Gott als Bedeutungsproblem durchsichtig machen.

Nachhaltigkeit - Theologische Begründungsmuster einer ethischen Forderung.
Dissertationsprojekt von Jan Teichert

Die globalen, weitgehend ungelösten Umweltprobleme und eine daraus resultierende, wachsende existentielle Bedrohung der gesamten Biosphäre unseres Planeten stellt auch für theologisch-ethisches Nachdenken eine in ihrer Bedeutung zunehmende Herausforderung dar. Unterschiedliche Versuche und Ansätze für ökologisches Engagement und Umweltverantwortung werden gesichtet und hinsichtlich der ihnen zugrunde liegenden Begründungsmuster kritisch befragt.

Das Gewöhnliche und der christliche Glauben. Die Wiederentdeckung des Gewöhnlichen als Antwort auf die Bedrohung des Skeptizismus in der Philosophie
Stanley Cavells und seine Bedeutung für den christlichen Glauben und die Theologie
Dissertationsprojekt von Claudia Knepper

Cavell erkennt im Skeptizismus den Versuch des Menschen, sein eigenes gewöhnliches Leben und Denken zu negieren und zu einem unbedingten Verhältnis zur Welt zu gelangen. Dieser durch Misstrauen in die menschlichen Bedingungen geprägte Versuch vertieft jedoch nur den Graben zwischen uns und anderen und unserer Welt. Der immer wieder auftauchende skeptische Impuls ist nur dadurch zu überwinden, unsere menschliche Bedingtheit und unsere Lebensweise anzuerkennen. Cavells Überlegungen zum Umgang mit dem Skeptizismus und seine Rückbesinnung auf den Wert des Gewöhnlichen sollen für die Theologie vor allem hinsichtlich ihres Sprachgebrauchs überdacht werden.

Ökumenische Tendenzen in den Selbstzeugnissen französischer Minderheitenkirchen nach der Leuenberger Konkordie (1973) und ihre Bedeutung für die internationale Diasporaarbeit
Dissertationsprojekt von Beate Bengard

Seit der Leuenberger Konkordie 1973 verwirklichen reformatorische Kirchen in Europa ihren ökumenischen Anspruch in gelebter Kirchengemeinschaft und fortgesetzten Lehrgesprächen. Die Rezeption der resultierenden Dokumente durch die französischen Protestanten wird anhand ihres Verhältnisses zur eigenen Geschichte, zur katholischen Mehrheitskirche und ihrer laizistisch geprägten Umgebung untersucht. Daraus ergeben sich Schlussfolgerungen für die Ekklesiologie einer historisch gewachsenen Diasporakirche und ihre internationalen Partner.

Behinderung als Thema der theologischen Anthropologie
Habilitationsprojekt von Dr. Ulf Liedke

Das Ziel des Habilitationsprojektes besteht in der Erstellung einer Studie, die die anthropologischen Hintergründe und Grundlagen der behindertenpädagogischen, theologischen sowie einiger (bio-)ethischer Diskussionszusammenhänge des Themas Behinderung herausarbeitet und schließlich einen eigenen Beitrag zur theologisch-anthropologischen Debatte leistet. Im ersten Teil der Arbeit werden die wichtigen Strömungen der behindertenpädagogischen Diskussion auf das mit ihnen verbundene Menschenbild untersucht. Im zweiten Teil erfolgt eine Analyse der wichtigsten systematisch-theologischen Denk- und Interpretationsmodelle von Behinderung. Der dritte Teil der Studie entwickelt Grundzüge einer theologischen Anthropologie, die gleichermaßen für behinderte und nichtbehinderte Menschen gelten kann.

Institut für Praktische Theologie

Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann

Evangelischer Gottesdienst in Ungarn
Promotionsprojekt von Karoly Hafenscher

Historische Studien zur Agendentradition in Ungarn und systematisch-liturgiewissenschaftliche Überlegungen zur Gestaltung des evangelischen Gottesdienstes heute.

Religiöse Bildung am Gottesdienst
Promotionsprojekt von Olaf Richter

Das Promotionsprojekt geht von der Situation der Entkirchlichung in Ostdeutschland aus und fragt nach der Möglichkeit religiöser Bildung von religiös suchenden Erwachsenen in diesem Kontext. Als mögliche Medien dieses Bildungsprozesses werden der Gottesdienst und die Liturgie in den Blick genommen. Im Zentrum der Arbeit steht die liturgie- und bildungstheoretische Erörterung jener Bildungswirkungen, die liturgischen Elementen und Vollzügen immanent sind. Darauf aufbauend soll ein praktisch-theologisches Modell eines elementar-religiösen Bildungsprozesses am Gottesdienst für den kirchlichen Kontext Ostdeutschlands entwickelt werden.

Das Verhältnis junger ostdeutscher Erwachsener zum Gottesdienst
Promotionsprojekt von Benjamin Roßner

Die Dissertation wird mit quantitativen und qualitativen Mitteln der empirischen Sozialforschung die religiöse Lebenswelt junger Erwachsener in Ostdeutschland darstellen. Dabei konzentriert sie sich auf das Thema Gottesdienst. Außerdem werden die kirchlichen Angebote und Gottesdienstpraktiken aus der Perspektive der Untersuchungsgruppe geprüft. Ziel ist es, die erarbeiteten Ergebnisse in eine sozialwissenschaftlich und theologisch fundierte Konzeption angemessenen gottesdienstlichen Handelns bzw. in Kriterien relevanter kirchlicher Angebote umzusetzen.

Korinther 15 in evangelischen Osterliedern von der Reformation bis zur Gegenwart
Promotionsprojekt von Susann Bergmann

In der Arbeit werden evangelische Osterlieder von der Reformation bis zur Gegenwart auf ihren Bezug zu 1 Kor 15 hin untersucht. Dabei geht es nicht primär darum, die Unterschiede zwischen biblischem Text und Kirchenlied herauszustellen, sondern Rezeptionsmechanismus, Auslegungsart und Wirkweise des Textes zu beleuchten. Leitende Frage ist, ob in den einzelnen Epochen eine unterschiedliche Verwendung von 1 Kor 15 deutlich wird und worin die Unterschiede bestehen. Somit leistet die Arbeit einen Beitrag zur Wirkungsgeschichte des Bibeltextes. Weil die Lieder in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext untersucht werden, wird gleichzeitig Frömmigkeitsgeschichte dokumentiert.

Der politische Gottesdienst der Wendezeit in Leipzig 1986/87 bis 1991
DFG-Projekt, bearbeitet von Dr. Hermann Geyer

Die Friedensgebete in der Leipziger St.Nikolaikirche spielten eine entscheidende Rolle für die "friedliche Revolution" in Ostdeutschland. Sie sind eindrucksvolle Beispiele für die öffentliche Relevanz von Gottesdiensten in einer stark säkularisierten Gesellschaft in einer besonderen Situation. Das Projekt analysierte die Leipziger Friedensgebete zunächst im zeitgeschichtlichen Kontext, indem exemplarisch wesentliche Veranstaltungen im Zeitraum von 1987-1991 im damaligen Kontext der gesellschaftlich-politischen und kirchlichen Entwicklungen rekonstruiert und kommentiert wurden. Unterschiedliche wissenschaftliche Deutungen zum Verständnis der Friedensgebete (zeitgeschichtliche, ritualtheoretische u.a.) schließen sich an. Schließlich ist anhand der Friedensgebete praktisch-theologisch nach Konturen des öffentlichen Gottesdienstes in einer pluralen Gesellschaft zu fragen. Dabei werden zwei Aspekte besonders untersucht: die Wechselbeziehungen zwischen Politik und Spiritualität und die liturgischen Gestaltungsformen (Symbole, Texte, Lieder usw.). Durch das Projekt wird ein bedeutsames historisches Phänomen zeitgeschichtlich dokumentiert und praktisch-theologisch erschlossen.

Professor em. Dr. Jürgen Ziemer

Religion und Biografie
Promotionsprojekt von Kersten Storch

Das seit April 1996 laufende Promotionsvorhaben "Religion und Biographie" ist eine empirisch angelegte Studie, die sich mit der Frage nach der Bedeutung des christlichen Glaubens für die Bewältigung kritischer Lebenssituationen beschäftigt. Als konkreter Untersuchungsgegenstand wird dabei der gesamtgesellschaftliche Transformationsprozess in den Neuen Bundesländern in den Blick genommen. Die Arbeit nutzt dazu das Instrumentarium der qualitativen Sozialforschung, genauer gesagt, der Biographieforschung, indem durch narrative Interviews generierte biographische Stegreiferzählungen ostdeutscher Männer und Frauen mittels hermeneutischer Verfahren analysiert werden. Diesem Vorgehen liegt die Überlegung zugrunde, dass (Stress)-Bewältigungsmechanismen im Laufe der biographischen Entwicklung aufgebaut werden und daher auch nur im Gesamtzusammenhang der Lebensgeschichte bzw. individuellen Lebenskonstruktion erkennbar und verständlich sind. Wie für qualitative Untersuchungen üblich, wurden bei der Auswahl der Befragten Kontrastgruppen auf der Grundlage gleicher Merkmale gebildet, die vergleichende Aussagen in den Differenzbereichen ermöglichen. Die Differenzbereiche beziehen sich entsprechend dem Untersuchungsinteresse auf die Bereiche der christlichen bzw. atheistischen Sozialisation und des Geschlechts.

Pastoralpsychologie in der DDR
Promotionsprojekt von Michael Böhme

Das 1997 angelaufene Promotionsvorhaben "Pastoralpsychologie in der DDR" hat zwei Ziele: Zum einen soll das Entstehen, der Verlauf und die Institutionalisierung konzeptioneller Seelsorgeausbildung in der DDR bis ca. 1990 dokumentiert werden. Dabei werden im wesentlichen die "Klinische Seelsorgeausbildung" (KSA), die "Fortbildung in Seelsorgepraxis" (FSP) und die Rolle der "Arbeitsgemeinschaft für Seelsorge und Beratung" Gegenstände dieser Arbeit sein. Zum anderen soll untersucht werden, ob und in welcher Weise die politischen und kirchlichen Verhältnisse in Ostdeutschland die Inhalte der Seelsorgeausbildung beeinflusst haben. Die Materialbasis für das Forschungsprojekt sollen sowohl Dokumente aus den Archiven des Diakonischen Werkes und der Seelsorgeinstitute als auch Interviews mit Zeitzeugen und Pionieren der Seelsorgebewegung aus Ost und West bilden.
Die existentielle Grunderfahrung von Hoffnung in Seelsorge und Psychotherapie
Promotionsprojekt von Jutta Rittweger
Theologie und Philosophie konzipieren Hoffnung als "Grundbedingung menschlichen Seins", ohne die kein Dasein möglich sei. Die existenzielle Grunderfahrung von Hoffnung ist heute in der Seelsorge und Psychotherapie eine kaum untersuchte menschliche Erfahrungsform.
Die Arbeit orientiert sich an drei Fragestellungen:

  1. Was ist Hoffnung? Theoretische Ansätze beider Disziplinen werden diskutiert und dienen zur Erstellung eines Theoriemodells von Hoffnung.
  2. Wie wirkt Hoffnung? Es erfolgt die Überprüfung des Theoriemodells mithilfe empirischer quantitativer und qualitativer Untersuchungen. Diese beziehen sich einerseits auf onkologische Patienten und gesunde Erwachsene sowie auf die beiden Berufsgruppen Seelsorger/in und Psychologe/in und ihr eigenes Selbstverständnis. Dabei wird auf Methoden psychologischer und soziologischer Forschung zurückgegriffen, um zwischen den einzelnen Disziplinen eine Gesprächsbasis zu ermöglichen.
  3. Ist es das Ziel der Arbeit, praktische Konsequenzen auf die Frage "Was stiftet Hoffnung" bzw. "Wie kann verloren gegangene Hoffnung rekonstruiert und aktiviert werden?" darzustellen. Es sollen Möglichkeiten im seelsorgerlichen Dialog sowie psychologische Interventionen aufgezeigt und kritisch diskutiert werden.

Abteilung Religions- und Kirchensoziologie

Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr

Generationenwandel als religiöser und weltanschaulicher Wandel: das Beispiel Ostdeutschlands
Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr, Uta Karstein, Mirko Punken und Tomas Schmidt

Im Rahmen des Projekts werden - in Form von Familiengesprächen und biographischen Interviews - drei Generationen von Ostdeutschen befragt. Dabei geht es um die Transformationsprozesse im Bereich von Religion, Politik und Weltanschauung, insbesondere aber um eine Rekonstruktion dessen, welche Prozesse in den Familien in diesem Zeitraum dem äußeren Säkularisierungsprozess korrespondierten und welche generationsspezifischen Erfahrungs- und Verarbeitungsmuster sich rekonstruieren lassen.

Thomas Schmidt bearbeitet im Umfeld dieses Projekts eine soziologische Dissertation zum Thema "Wissenschaftliche Weltanschauung und Religion. Ein Beitrag zur Theorie des Säkularisierungsprozesses und seiner institutionellen Akteure am Beispiel der URANIA". Diese Arbeit untersucht anhand der URANIA die Rolle institutioneller Akteure im Säkularisierungsprozess der DDR, insbesondere bei der Umsetzung der von der SED propagierten "Wissenschaftlichen Weltanschauung". In der Dissertation werden die Entwicklungen in der DDR vor dem Hintergrund der Entstehung säkularistischer Bewegungen in anderen europäischen Ländern, z.B. in England, interpretiert. Die Arbeit wird durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert.

Mirko Punken, einer der Mitarbeiter in dem DFG-Projekt, bearbeitet im Rahmen des Projekts eine familiensoziologisch ausgerichtete Dissertation zum Thema "Familiäre Sozialisation in einem diktatorischen System. Eine Rekonstruktion familiengeschichtlicher Diskurse vor dem Hintergrund des Entwicklungsverlaufs der DDR-Gesellschaft."

Dabei geht es auf der Grundlage familiengeschichtlicher Interviews darum, wie verschiedene gesellschaftliche (Basis-)Wissensbestände im intergenerationellen Familiendiskurs zur Sprache kommen, wie sich gesellschaftliches Wissen innerhalb der Familie konstituiert und dort weitergegeben wird. Außerdem soll die für eine Diktatur kontextspezifische Relevanz der Familie als sozialisatorische Instanz im Verhältnis zu obrigkeitsstaatlichen Einflussnahmen herausgearbeitet werden.

Uta Karstein, die zweite Projektmitarbeiterin, bearbeitet im Rahmen des Projekts eine soziologische Dissertation zum Thema "Milieubindung, Religion und Weltanschauung in Ostdeutschland. Ein praxeologischer Zugang." Von Interesse ist dabei vor allem, welche weltanschaulich-religiösen Orientierungen und Praktiken sich für die DDR und Ostdeutschland rekonstruieren lassen, welche Muster der Tradierung und Transformation sich in den befragten Familien zeigen und auf welche Art und Weise diese Muster mit der Zugehörigkeit zu bestimmten sozial-moralischen Milieus korrespondieren. Zudem soll gefragt werden, ob milieubezogene Orientierungen und Praktiken sich als spezifische Ressourcen nutzen ließen. Das schließt eine Analyse des religiös-weltanschaulichen Feldes und seiner Kräfteverhältnisse in der DDR, aber auch der Verhältnisse vor 1945 und die Veränderungen nach der Wende mit ein.

Tradition und Transformation. Diakonie in Ostdeutschland
Promotionsprojekt von Annekathrin Giegengack

Bei diesem Projekt geht es um die Frage, welche Auswirkungen der Transformations-prozess der ostdeutschen Diakonie von einer kleinen Kirchenorganisation zum Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege für die Identität der Organisation hatte und welche spezifischen und allgemeinen Konfliktlinien sozialer Wohlfahrtsunternehmen sich hier finden lassen. Grundlage der Arbeit sind Gruppendiskussionen in sämtlichen Abteilungen einer großen ostdeutschen Einrichtung. Die Arbeit wird über einen Doktorandenförderplatz finanziert.

Persönlichkeitsentwicklung für den Arbeitsmarkt. Darstellungssicherheit als übergreifende Ressource im Kampf um Arbeitsplätze
Promotionsprojekt von Ulrike Meister

Diese Arbeit befasst sich mit den Konsequenzen der veränderten Arbeitsmarktsituation für die Personalauswahl. Ausgangspunkt ist die These, dass es angesichts eines gesteigerten Wettbewerbs und veränderter Arbeitsanforderungen für Arbeitsuchende nicht mehr ausreicht, über spezifisches Fachwissen zu verfügen, sondern Entwicklungspotentiale und Persönlichkeitsmerkmale von zunehmendem Interesse sind. Bewerbungsverfahren sind der Ort, an dem diese Potentiale und Kompetenzen dargestellt und in ihrer Glaubwürdigkeit eingeschätzt werden müssen. Die Dissertation beleuchtet diesen Prozess primär von der Seite der Auswahlkommissionen her. Es interessiert der Interpretationsprozess bei der Personalauswahl, also das Aushandeln und die Anwendung von Kriterien, anhand derer über glaubwürdige, überzeugende und "stimmige" Präsentationen entschieden wird. Die Arbeit ist interaktionstheoretisch und organisationssoziologisch ausgerichtet.

Weitere Projekte

Professorin Wohlrab-Sahr war maßgeblich an der Durchführung der 4. EKD-Untersuchung beteiligt, in der alle 10 Jahre evangelische Kirchenmitglieder und Konfessionslose in einer Repräsentativerhebung und anschließenden qualitativen Erhebung befragt werden. Die Auswertung dieser Erhebungen ist noch nicht abgeschlossen.
Im Rahmen der Abteilung sind in Buch- und Aufsatzform eine ganze Reihe religionssoziologischer und allgemeinsoziologischer Veröffentlichungen entstanden. Diese stehen zum Teil im Zusammenhang mit dem Projektthema (Atheismus und religiöse Indifferenz, Zivilreligion in der DDR), befassen sich aber darüber hinaus mit den Debatten über den Islam in Deutschland, der Debatte über die Rolle der Religion nach dem 11. September 2001, sowie mit biographie- und identitätstheoretischen Fragen.
Professorin Wohlrab-Sahr bewarb sich zudem gemeinsam mit Kollegen anderer Universitäten für den Promotionsschwerpunkt des Evangelischen Studienwerks Villigst zum Thema "Macht - Religion - Moral". Sie wurde im September 2003 ausgewählt, diesen Schwerpunkt mit zu betreuen.

Institut für Religionspädagogik

Kind - Leid - Gott. Eine empirische Untersuchung zur Frage nach Gott im Kontext von Leiderfahrungen bei Kindern und Jugendlichen
Prof. Dr. Helmut Hanisch, Dr. Christoph Gramzow (zusammen mit Prof. Dr. Dr. Werner Ritter, Universität Bayreuth, u. a.)

Die Untersuchung widmet sich der Erforschung subjektiver Theorien von Kindern und Jugendlichen zur Beziehung von Gott und Leid. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei durch eine gehörte Erzählung und wenige Impulsfragen angeregt, sich in Dreier- und Vierergruppen über persönliche Erfahrungen sowie grundsätzliche Fragen im Zusammenhang mit der religiösen Dimension von Leid zu unterhalten. Die Gespräche werden auf Tonband aufgezeichnet und transkribiert sowie anschließend verschiedenen qualitativen und quantitativen Analyseverfahren unterzogen.

Religion - ein neues Schulfach? Eine Nachuntersuchung zur Situation des Religionsunterrichts im Freistaat Sachsen.
Prof. Dr. Helmut Hanisch (zusammen mit Prof. Dr. Anton A. Bucher, Universität Salzburg)

Als das Institut für Religionspädagogik 1992 seine Arbeit aufnahm, war gleich eine seiner ersten Aufgaben die Durchführung einer Umfrage zur Situation des Religionsunterrichts im Freistaat Sachsen. Reichlich zehn Jahre später wird nun eine Nach- bzw. Vergleichsuntersuchung durchgeführt. Wie hat sich der Religionsunterricht seit seiner Einführung entwickelt? In welchem Maße findet er Akzeptanz und Rückhalt bei Lernenden wie Lehrenden? Mit einem gegenüber 1992 erweiterten Erhebungsinstrument werden Schülerinnen und Schüler aus Leipzig, Borna und Auerbach nach ihren Erfahrungen mit dem Religionsunterricht und ihren Eindrücken vom Religionsunterricht schriftlich befragt.

Religionspädagogische Konzeptionen und Empirie. Eine empirische Untersuchung
Habilitationsprojekt von Dr. Christoph Gramzow

In der Religionspädagogik steht eine Vielzahl religionsdidaktischer Konzepte, z.B. der Kerygmatische Religionsunterricht, der Hermeneutische Religionsunterricht, die Symboldidaktik, nebeneinander oder einander gegenüber. Dabei handelt es sich primär um theoretische Modelle, die in der Praxis zwar durchaus Anwendung finden, aber deren Wirksamkeit bisher kaum eingehend wissenschaftlich untersucht wurde. Im Rahmen einer empirischen Studie wird hier der Frage nachgegangen, wie gut ein Unterricht, der einer bestimmten religionsdidaktischen Konzeption in besonderer Weise folgt, allgemeine und spezielle Unterrichtsziele erreicht. Mehrere religionsdidaktische Ansätze sollen mit Hilfe eines qualitativen Forschungsdesigns untersucht werden.

Theorie und Praxis des diakonischen Lernens
Dissertationsprojekt von Huldreich David Toaspern

Leitendes Forschungsinteresse ist es, auf biblischer und sozialwissenschaftlicher Grundlage ein Konzept des diakonischen Lernens zu entwickeln, das als Orientierungsrahmen sowohl für sozial-diakonische Profilfächer als auch für sozial-diakonische Praktika an allgemeinbildenden Schulen dienen kann.

 

 

Home Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 29.07.2005