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UNIVERSITÄT LEIPZIG

 Forschungsbericht
 

Medizinische Fakultät

 

Dekan

 

Prof. Dr. Joachim Mössner

Sitz

Liebigstraße 27, 04103 Leipzig

Telefon: (03 41) 97 15 930
Telefax: (03 41) 97 15 339
E-Mail: dekanat@server3.medizin. uni-leipzig.de
 


Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät


Forschungstätigkeit an der Fakultät

Habilitationen und Promotionen / Vorjahre: 1997, 1996, 1993 - 95

Berichte der Institute, Kliniken und Einrichtungen
InstituteKlinikenZentrenIZKFZentrale Einrichtungen
 


Forschungstätigkeit an der Fakultät


An der Medizinischen Fakultät ist es auch 1998 gelungen, klinische und Grundlagenforschung - insbesondere in Form enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den Kliniken und Instituten - auf hohem Niveau fortzusetzen. Davon zeugen sowohl die Fortsetzung schon seit einiger Zeit geförderter Forschungsverbundprojekte als auch eine Reihe von neu bewilligten wichtigen Projektvorhaben:

  • Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) mit erfolgreicher Zwischenbegutachtung im Herbst 1998

  • Graduiertenkollegs „Molekular- und Zellbiologie des Bindegewebes" und „Interzelluläre Kommunikation im normalen und pathologisch veränderten Zentralnervensystem"

  • Forschungsverbund „Public Health Sachsen"

  • Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle im Rahmen des Zentrums für Umweltmedizin und Umweltepidemiologie

  • Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung einschließlich der Tagesklinik für kognitive Neurologie

  • Mitarbeit von Forschungsgruppen der Medizinischen Fakultät an interfakultären Projekten wie den Sonderforschungsbereichen an der Fakultät für Physik und Geowissenschaften unserer Universität (SFB 294) und der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena (SFB 197)

  • Mitarbeit von Forschungsgruppen der Medizinischen Fakultät an den Innovationskollegs „Chemisches Signal und biologische Antwort" an der Fakultät für Chemie und Mineralogie und „Phänomene an den Grenzen der Miniaturisierung" an der Fakultät für Physik und Geowissenschaften

  • Enge wissenschaftliche Beziehungen gibt es außerdem zum Herzzentrum Leipzig, dessen Chefärzte gleichzeitig als Professoren an die Medizinische Fakultät berufen worden sind

  • Reha-Forschungsverbund Berlin-Brandenburg-Sachsen, 01.06.1998 - 31.05.2001

  • Koordinierungszentrum für Klinische Studien (Förderung der Antragsphase)

Die über 288 Forschungsprojekte eingeworbenen Drittmittel der Medizinischen Fakultät für das Jahr 1998 betragen 19,2 Mio DM (11,8 Mio DM für Projekte mit externer Begutachtung und 7,4 Mio DM für klinische Studien und Zusammenarbeit mit der Industrie). Damit konnte gegenüber 1997 ein Anstieg der Drittmitteleinnahmen erzielt werden.



Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung

Die erste Förderphase des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung, unter dessen Rahmenthema „Rolle der Zell-Zell- und der Zell-Matrix-Interaktionen für diagnostische und therapeutische Strategien" die drei Schwerpunkte Immunologie und Rheumatologie, Endokrinologie und vaskuläre Biologie sowie Neurowissenschaften bearbeitet werden, konnte Ende 1998 erfolgreich abgeschlossen werden. Der wissenschaftliche Fachbeirat stimmte dem Förderantrag für die 2. Etappe in vollem Umfang zu und sicherte damit die kontinuierliche Weiterarbeit des IZKF auf wissenschaftlichem Gebiet und in enger Verflechtung damit auch auf wissenschaftspolitischem Gebiet (u.a. Schaffung effizienter interdisziplinärer Strukturen und eines hochschulspezifischen Forschungsprofils, gezielte Nachwuchsförderung, leistungsorientierte Mittelvergabe und Kostentransparenz) ab. In den nächsten 5 Jahren werden vom Bund weitere 10 Mill. DM Fördermittel zur Verfügung gestellt.



Zentrum für Umweltmedizin und Umweltepidemiologie

P>Die Arbeit des Zentrums für Umweltmedizin und Umweltepidemiologie an der Universität Leipzig - eine Gemeinschaftseinrichtung von Universität und Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle - wurde 1998 kontinuierlich fortgesetzt. Das Zentrum koordiniert Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der umweltmedizinischen/umweltepidemiologischen Forschung und ist im Rahmen der Lehre und Weiterbildung sowie eines medizinischen Auskunfts- und Beratungsdienstes einschließlich der medizinischen Betreuung tätig. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich weiterhin auf das Thema „Präpathologie umweltbeeinflußter Erkrankungen" mit den Schwerpunkten Selektion spezifischer Einflußfaktoren auf Atemwegserkrankungen, Allergien sowie Stoffwechselstörungen, vorzugsweise im Kindesalter, Entwicklung nichtinvasiver Verfahren zur Objektivierung der medizinischen Diagnostik, einschließlich der Suche nach sensitiven Parametern und Entwicklung von Testsystemen zum Nachweis der Wirkung äußerer Expositionen und zur Klärung ablaufender physiologischer/biochemischer Prozesse. Die Forschungsergebnisse finden unmittelbare Anwendung in der umweltmedizinischen Beratung und in der seit 1995 für Erwachsene und seit 1997 für Kinder etablierten umweltmedizinischen Ambulanz. Die Einrichtung und Akzeptanz dieser Ambulanz ist Ausdruck der gewachsenen Bedeutung des Zentrums.



Kooperation mit Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung

Die enge Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät und dem Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung konnte auch 1998 insbesondere über die Tagesklinik für kognitive Neurologie erfolgreich weitergeführt werden. Es ist vor allem die Möglichkeit, Ergebnisse der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der kognitiven Neurowissenschaften direkt in die klinische Forschung und die medizinische Betreuung einfließen zu lassen, die die intensive Zusammenarbeit fördert.



Forschungsverbund Public Health

Die Beteiligung der Medizinischen Fakultät am Forschungsverbund Public Health hatte schon im Jahre 1997 eine erfreuliche Entwicklung genommen. Die Forschungsarbeiten wurden im Berichtszeitraum an der Klinik für Psychiatrie, der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, der Universitätskinderklinik und einer weiteren Einrichtung der Universität Leipzig außerhalb der Medizinischen Fakultät fortgesetzt.



Reha-Verbundes Berlin-Brandenburg-Sachsen

Es ist erfreulich, daß die Medizinische Fakultät seit 1998 auch an einem vom BMBF geförderten Forschungsverbund zu Rehabilitationswissenschaften beteiligt ist. Teilprojekte im Rahmen des Reha-Verbundes Berlin-Brandenburg-Sachsen bearbeiten die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, die Klinik für Psychiatrie und die Selbständige Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie in Zusammenarbeit mit der Tagesklinik für kognitive Neurologie.



Koordinierungszentrum für klinische Studien

Eine positive Entwicklung gibt es auch zum Antrag der Medizinischen Fakultät im Rahmen der Ausschreibung des BMBF „Einrichtung von Koordinierungszentren für klinische Studien" vom Sommer 1997. Ziel dieser Förderung ist es, in ausgewählten Medizinischen Fakultäten modellhaft Strukturen zu etablieren, die die Qualität klinischer Studien und deren internationale Akzeptanz verbessern helfen. Der Antrag der Fakultät unter Federführung des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie wurde positiv beschieden. Vom 01.01. - 30.09.1999 wird zunächst die Konkretisierungsphase zur Vorbereitung der Eröffnung des Koordinierungszentrums am 01.10.1999 gefördert.



Zusammenarbeit mit den naturwissenschaftlichen Fakultäten

An der Medizinischen Fakultät, insbesondere in deren vorklinischen und klinischen Instituten, gibt es ein beträchtliches naturwissenschaftliches personelles und methodisches Potential. Daraus hat sich schon immer eine Zusammenarbeit mit den naturwissenschaftlichen Fakultäten bei der gemeinsamen Nutzung von Geräten und Ausrüstungen ergeben. Auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches und von 2 Innovationskollegs der Universität Leipzig, die zahlreichen naturwissenschaftlichen Doktoranden an der Medizinischen Fakultät - ihre Dissertation verteidigen sie an den entsprechenden naturwissenschaftlichen Fakultäten -, die interfakultäre Zusammenarbeit in den 2 Graduiertenkollegs und die gemeinsame Mitarbeit mehrerer Fakultäten bei der Planung des Biomedizinischen Zentrums Leipzig zeugen von einem regen Gedankenaustausch zwischen den Fakultäten zu wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Fragen. Neu - und in diesem Zusammenhang ein weiterer Fortschritt - ist die Möglichkeit für Naturwissenschaftler, an der Medizinischen Fakultät zu habilitieren.



Graduiertenkollegs

Das erste Graduiertenkolleg der Medizinischen Fakultät „Molekular- und Zellbiologie des Bindegewebes" hat seit 1992 erfolgreich gearbeitet und einen wichtigen Beitrag zur Forschungsentwicklung und zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern geleistet. Es wird Anfang 1999 beendet. Eine Kontinuität in der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern ist durch die Arbeit des IZKF gegeben. Außerdem beschäftigten sich Wissenschaftler der Fakultät mit der Antragstellung auf Einrichtung eines neuen Graduiertenkollegs.

Das Graduiertenkolleg „Neurowissenschaften in Leipzig: Interzelluläre Kommunikation im normalen und pathologisch veränderten Zentralnervensystem" („Intercell") setzt nach erfolgreicher Antragstellung auf Verlängerung seine Arbeit über das Jahr 1998 hinaus fort. Es wird getragen von insgesamt 15 Arbeitsgruppen aus dem Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, den Instituten für Biochemie, für Pharmakologie, für Pathologie (Abt. Neuropathologie) und für Virologie, der Medizinischen Klinik und Poliklinik III, den Kliniken für Augenheilkunde und Neurochirurgie an der Medizinischen Fakultät und aus dem Institut für Zoologie in der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie. Wissenschaftliches Ziel ist es, zum Verständnis bestimmter Aspekte der interzellulären Kommunikation im Zentralnervensystem beizutragen; insbesondere werden folgende Schwerpunkte untersucht (1) Glia-Neuron-Interaktion, (2) Entwicklung und Funktion von neuronalen Signalverarbeitungssystemen, (3) interzelluläre Kommunikation in glialen und neuroendokrinen Organen und in glialen Tumoren sowie (4) virale Infektionen des Zentralnervensystems. Eine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem neurowissenschaftlichen Schwerpunkt des IZKF Leipzig ergibt sich zwangsläufig.



Promotionen

Im Jahr 1998 sind an der Medizinischen Fakultät 293 Promotionen von Medizinern und Zahnmedizinern verteidigt worden. Die Forschungsarbeiten für diese Promotionen werden in der Regel während des Studiums begonnen und erfordern eine intensive Mitarbeit in den Forschungsgruppen der Kliniken und Institute. Es ist wichtig, den an experimentellen Arbeiten interessierten Studenten die Möglichkeit intensiver praktischer Forschungsarbeiten durch Studienunterbrechung zu geben. Im Rahmen des Graduiertenkollegs „Intercell" konnten z.B. mehrere Medizinstudenten ein Stipendium erhalten. Auch die Einbeziehung von Medizinstudenten in die Graduiertenförderung des Freistaates Sachsen ist erfreulich.



Magnetische Resonanz-Tomographie

Eine starke methodische Erweiterung hat es auf dem Gebiet der Magnetischen Resonanz-Tomographie (MRT) gegeben. Am offenen Magnetresonanztomographen „Signa SP" der Fa. General Electric, der im August 1996 installiert wurde, ist 1997 der klinische Betrieb aufgenommen worden. Schwerpunkte der interdisziplinären klinisch angewandten Forschung im Rahmen eines internationalen Projektes, an dem weltweit zehn Universitäten beteiligt sind, sind MR-tomographisch kontrollierte neurochirurgische und traumatologische Operationen, MR-gestützte Biopsien von nur MR-tomographisch visualisierbaren Läsionen im Hirn, der Mamma, im Becken und im Knochen, interstitielle thermosensitive Ablationsverfahren (Hirn, Mamma), funktionelle Gelenkuntersuchungen, Inkontinenzuntersuchungen und die Diagnostik von Problempatienten (z. B. Klaustrophobikern). Leipzig ist dabei mit inzwischen über 500 Untersuchungen nach Boston (Erstinstallation eines „Signa SP" 1994 an der Harvard Medical School) weltweit mitführend bezüglich der Anzahl und des Spektrums der Eingriffe unter MR-Kontrolle. Dies betrifft auch die Entwicklung und Installation des entsprechenden MR-kompatiblen Equipments sowie endoluminaler Spulen. Im Vordergrund wird zukünftig die erweiterte Anwendung interstitieller Ablationsverfahren durch Laser, Hochfrequenzthermotherapie und Kryotherapie stehen. Weiterhin steht in dem Forschungslabor des Max-Planck-Institutes ein 3 Tesla MRT zur Verfügung. Damit sind wichtige Voraussetzungen für den Einsatz des funktionellen MR-Imaging (fMRI) bei zahlreichen kognitiven und klinischen Fragestellungen (Tagesklinik für kognitive Neurologie) und für die neuropsychologische Forschung im Bereich „Arbeitsgedächtnis" und „Sprache" geschaffen worden.



Max-Bürger-Forschungszentrum

Der Bau des Max-Bürger-Forschungszentrums macht große Fortschritte und stimmt optimistisch, was die Raumausstattung für die künftige Forschungstätigkeit und die Ausbildung an der Medizinischen Fakultät betrifft. Es kann davon ausgegangen werden, daß das Max-Bürger-Zentrum Ende 1999 bezugsfertig ist. Baumaßnahmen an den Instituten für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Pathologie, Virologie, Anatomie und Biochemie wurden begonnen bzw. stehen kurz vor dem Beginn und werden diesen Einrichtungen weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Forschung bringen.



leistungsbezogene Forschungsbewertung

Der Beschluß der Kultusministerkonferenz von 1995 zu den „Überlegungen über die Neugestaltung von Struktur und Finanzierung der Hochschulmedizin" und die damit zusammenhängende leistungsbezogene Forschungsbewertung und Zuteilung des Forschungsbudgets, um den Landeszuschuß für Forschung und Lehre an die einzelnen Kliniken und Institute der Medizinischen Fakultät gerecht zu verteilen, wird seit 1996 an der Medizinischen Fakultät vorgenommen. Als Kriterien kommen die Zahl und Qualität der Publikationen, eingeworbene Drittmittel, Dissertationen, Habilitationen und Patente zur Anwendung. In einem zweiten Verfahren wurden aus Haushaltsmitteln Einzel- und Gemeinschaftsprojekte gefördert, die für den weiteren Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen Wissenschafts- und Forschungsstruktur der Fakultät eine große Bedeutung haben und nicht durch Drittmittel gefördert werden. Es wurden mehr als 100 Anträge auf Förderung gestellt. Ein besonderer Aspekt war die Unterstützung laufender Habilitationsarbeiten, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Fachgebieten der Fakultät und die Vorbereitung DFG-fähiger Anträge.



Universitätsklinikum

Die Überlegungen zur Entwicklung der Forschung der Medizinischen Fakultät sind untrennbar mit den Diskussionen einer Rechtsformänderung des Universitätsklinikums verbunden. Krankenversorgung, Lehre und Forschung sind in der Medizinischen Fakultät eng verflochten. Der Fakultät obliegt die Aufgabe, Forschung und Lehre mit hoher Qualität im nationalen und internationalen Wettbewerb zu entwickeln. Entsprechende Positionen und Ziele müssen in den neuen Rechtsformen einen hohen Stellenwert haben.



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