Forschungsbericht 1996

Fakultät für Physik und Geowissenschaften

  • Habilitationen und Promotionen: 1996 und Vorjahre
  • Institute und Einrichtungen der Fakultät

    1 - Projekte; 2 - Veröffentlichungen; 3 - Veröffentlichungen (Vorjahre)

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  • Institut für Theoretische Physik
  •                     
  • Institut für Experimentelle Physik I
  •                     
  • Institut für Experimentelle Physik II
  •                     
  • Institut für Meteorologie
  •                     
  • Institut für Geophysik und Geologie
  •                     
  • Institut für Geographie
  •                     
  • Bereich Didaktik der Physik
  •                     


    Forschungtätigkeit an der Fakultät

    Materielle Voraussetzungen

    Im Jahre 1996 sind weitere Fortschritte hinsichtlich der materiellen Bedingungen für die Forschung, aber auch teilweise für die Lehre erreicht worden. Dies bezieht sich vor allem auf die Rekonstruktionsarbeiten für den Bauabschnitt II (Theoretischer und Kleiner Hörsaal, Speziallabors und Wissenschaftler-Zimmer, Teile der Hörsaalvorbereitung zum Großen Hörsaal) im Rahmen der Gesamtrekonstruktion des Gebäudes Linnéstraße 5 der Fakultät, die bei vollem Lehr- und Forschungsbetrieb erfolgt ist. Vor allem ist auch auf die Neueinrichtung der Werkstätten nach Abschluß der diesbezüglichen Baumaßnahmen im Bauabschnitt IV hinzuweisen. Kleine Baumaßnahmen wurden in den Objekten Stephanstraße (Meteorologie), Talstraße (Geophysik, Geologie) durchgeführt. Die Sanierung der "Geologisch-Paläontologischen Sammlung" wurde fortgeführt. Die Realisierung bzw. haushaltrechtliche Anerkennung verschiedener HBFG-Anträge hat zur weiteren Verbesserung der gerätetechnischen Ausstattung beigetragen. Der erreichte hohe Stand der Drittmitteleinwerbung ist eng verbunden mit der erfolgten weiteren Profilierung der Forschung, auf die im weiteren eingegangen werden soll.


    Forschungsprofilierung und Forschungsschwerpunkte

    Die Forschungsprofilierung soll wie im Vorjahr zunächst an Hand größerer interdisziplinärer Forschungsaktivitäten bewertet werden, denen die Fakultät stets größte Aufmerksamkeit beimißt.

    Das Institut für Theoretische Physik beteiligt sich federführend an der Arbeit des Naturwissenschaftlich-Theoretischen Zentrums im Rahmen des Zentrums für Höhere Studien der Universität. Hierbei werden Probleme auf den Gebieten der Festkörpertheorie, der Quantenfeldtheorie des Festkörpers, der mathematischen Physik und der nichtlinearen Dynamik bearbeitet. Die erfolgreiche Arbeit des Graduiertenkollegs "Quantenfeldtheorie: Mathematische Strukturen und Anwendungen in der Elementarteilchen- und Festkörperphysik" ist dabei hervorzuheben, in dessen Rahmen auch die traditionell gute Kooperation zur Fakultät für Mathematik und Informatik weiter gestaltet wird, die künftig auch verstärkte gemeinsame Anstrengungen bei der Standortplanung und -realisierung dieser Institute erfordert.

    Eine weitere wichtige Schwerpunktbildung im Bereich der Experimentalphysik ist durch die Bewilligung des Innovationskollegs "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen" (INK 24A1-1) erfolgt, das auch die Kooperation mit der Fakultät für Chemie und Mineralogie und mit der Medizinischen Fakultät einschließt und dessen Arbeit am 1.1.1996 aufgenommen worden ist.

    Die Arbeit des Sonderforschungsbereiches 294 "Moleküle in Wechselwirkung mit Grenzflächen", der Arbeitsgruppen aus den Instituten für Experimentelle Physik I und II, dem Institut für Theoretische Physik, der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Chemie und Mineralogie einschließt, ist durch zahlreiche Publikationen überzeugend ausgewiesen. Viele SFB-Kolloquien und SFB-Seminare haben im Jahre 1996 zur Verstärkung der nationalen und internationalen Kooperation auf diesem Gebiet geführt. Dies ist auch durch die wachsenden Aktivitäten auf internationalen Tagungen ausgewiesen. Der Fortsetzungsantrag ist im September 1996 erfolgreich begutachtet worden, so daß die Einrichtung des SFB 294 auf Dauer ab 1.1.1997 gesichert ist.

    Die Fakultät ist am Graduiertenkolleg "Physikalische Chemie der Grenzflächen" beteiligt, das federführend an der Fakultät für Chemie und Mineralogie tätig ist.

    Mit diesen Aktivitäten konnten wesentliche Aspekte der Profilierung der Forschung auf den Gebieten der theoretischen und experimentellen Physik realisiert werden. Die weitere Arbeit konzentriert sich auf die Verstärkung der theoretisch-physikalischen Beiträge zum Sonderforschungsbereich SFB 294 und zum Innovationskolleg INK 24/A1-1 sowie auf die Verstärkung größerer koordinierter Forschungsaktivitäten zwischen Abteilungen der Experimentalphysik und der geowissenschaftlichen Disziplinen.

    Mitarbeiter des Instituts für Experimentelle Physik II beteiligen sich darüber hinaus am Schwerpunktprogramm der DFG "Pseudosymmetrische Kristalle", an verschiedenen Verbundprojekten mit Großforschungszentren und an Forschungsnetzwerken, die von der Europäischen Kommission gefördert werden. Weitere Förderungen (BMBF, VW-Stiftung u.a.) sind im einzelnen bei den Drittmittelprojekten der verschiedenen Institute ausgewiesen.

    Schwerpunkte der geophysikalischen Forschung im Institut für Geophysik und Geologie sind anwendungsorientierte hochauflösende Detailuntersuchungen zur Struktur und Lithographie des oberflächennahen Bereichs (Hohlräume, Grundwasser, Kontamination, Standsicherheit) und geologische Beiträge zur Paläoklimatologie und Palökologie Mitteleuropas. Voraussetzung für die erfolgreiche Bearbeitung war eine deutliche Verbesserung der meßtechnischen Grundausstattung des Instituts durch eingeworbene Drittmittel. Die sehr großen Bemühungen dieses Instituts zur Bearbeitung von Drittmittelprojekten verdienen eine besondere Beachtung. Vor allem soll auf die Tatsache verwiesen werden, daß zahlreiche Projekte mit kommunalen Auftraggebern realisiert werden.

    Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Bemühungen zur Profilierung auf dem Gebiet der meteorologischen Forschung. Der neugegründete Studiengang Meteorologie entwickelt sich positiv. Es muß aber in diesem Zusammenhang auf teilweise erhebliche strukturelle Mängel in der Grundausstattung an Geräten und Räumen hingewiesen werden. Eine Reihe von zukunftsorientierten meteorologischen Forschungsvorhaben sind verbunden mit zahlreichen Drittmittelprojekten.

    Im Jahre 1996 haben sich die Ansätze für die Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Neuropsychologische Forschung verstärkt.

    Die Forschungsaktivitäten werden in allen Instituten im Rahmen umfangreicher Kooperationsbeziehungen im nationalen und internationalen Maßstabe realisiert, die sich vor allem auch durch eine rege Publikationstätigkeit ausweisen lassen.



    WIP-Gruppen

    An der Fakultät sind folgende WIP-Gruppen wirkungsvoll in die Forschungsaktivitäten eingefügt worden: Moleküldynamik/Computersimulation, Dünnschichttechnik, Geochemie, Geographie. Die zuerst genannte Gruppe hat für die Bearbeitung theoretischer Fragestellungen innerhalb des Sonderforschungsbereiches 294 eine wesentliche Bedeutung. Die Fakultät hat auch im Jahre 1996 gemäß der Auffassung gehandelt, daß eine Weiterführung der Arbeit dieser Gruppen aus sachlichen Gründen auch nach dem Abschluß des WIP gesichert werden sollte, was mit individuellen Entscheidungen für jeden einzelnen im Rahmen des WIP geförderten Wissenschaftler verbunden sein muß. In diesem Sinne sind Schwerpunkte herausgearbeitet worden, nach denen aus der Sicht der Fakultät das wichtige Potential dieser Gruppen für Forschung und Lehre an der Fakultät weiter zu nutzen und zu entfalten ist. Es ist mit Freude festzustellen, daß sich diese Ansätze auch in verschiedenen Entscheidungen wiederfinden, die im Benehmen zwischen Universitätsleitung und SMWK in der Bewertung der einzelnen Anträge individuell erfolgt sind. Leider beziehen sich die meisten dieser Entscheidungen derzeitig nur auf kurzfristige Maßnahmen. Daher muß es auch künftig das Ziel sein, bei der weiteren Arbeit in koordinierten Bemühungen von Fakultät, Universität und SMWK die Möglichkeiten des HSP III für dessen volle Laufzeit (4 Jahre) auszuschöpfen und die individuelle Projektarbeit im Rahmen von Drittmitteleinwerbungen verschiedenster Formen weiter zu stimulieren und zu qualifizieren.



    Publikationen

    Mit 317 im Druck erschienenen Publikationen wurde 1996 wiederum eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Zahl von Veröffentlichungen erreicht. Die Fakultät bewertet dies als ein Anzeichen von wiedergewonnener Leistungsfähigkeit. Sie ist aber auch ein Ausdruck für eine Stabilisierung der Fakultätsstruktur und für ein erfreulicherweise gutes Arbeitsklima trotz aller noch erkennbaren Probleme bei der Sicherung der Voraussetzungen für einige Studiengänge, die ganz allgemein mit der noch nötigen Verbesserung der Infrastruktur in Verbindung zu bringen sind.



    Zusammenfassend möchte die Fakultät für Physik und Geowissenschaften mit diesem Forschungsbericht erneut demonstrieren, daß sich die Erwartungen des Wissenschaftsrates in seiner Bewertung aus dem Jahre 1992, "daß unter verbesserten Arbeitsbedingungen eine in Ausbildung und Forschung hochwertige Einrichtung entstehen wird" (Empfehlungen zur künftigen Struktur der Hochschullandschaft in den neuen Ländern und im Ostteil von Berlin, Teil IV, S.195), auch an Hand der vorgelegten Forschungsergebnisse belegen lassen. Eine gute Voraussetzung dazu waren neben der bedeutsamen materiellen Förderung durch zahlreiche Investitionen und durch wesentliche Erweiterung der Drittmittelforschung vor allem die Bemühungen um die Entwicklung neuer Forschungslinien im Rahmen der erfolgten Neuberufungen und die Realisierung einer Verschmelzung der neuen Linien mit den tradionsreichen Aktivitäten der Forschung.


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    Forschungskontaktstelle, Roland Krause - Oktober 1997