Forschungsbericht 1995


Vorwort

Die Forschung an der Universität Leipzig war im Jahr 1995 von gegenläufigen Tendenzen der Beschränkung und der gleichzeitigen Erweiterung der Möglichkeiten gekennzeichnet.

Die von der Sächsischen Landesregierung angeordneten unbefristeten Stellensperren trafen den wissenschaftlichen Nachwuchs am härtesten, da hier die Fluktuation naturgemäß am höchsten ist. Dies hatte zur Konsequenz, daß die im Hochschulrahmengesetz und im Sächsischen Hochschulgesetz definierte Entwicklung der Nachwuchswissenschaftler häufig unerwartet und willkürlich unterbrochen wurde.

Andererseits beweisen die Daten im vorliegenden Bericht, daß sich die Forschung an der Universität Leipzig weiterhin in einer qualitativen und quantitativen Aufwärtsentwicklung befindet. Die Summe der eingeworbenen Drittmittel, die Anzahl der aus Drittmitteln finanzierten Stellen und die Anzahl der bearbeiteten Projekte sind auch 1995 deutlich gestiegen. Sorgen bereitet allerdings das Stagnieren der Zahl der abgeschlossenen Promotions- und Habilitationsverfahren. Hier ist nicht deutlich, ob es sich nur um die zeitversetzte Auswirkung der Schwierigkeiten während der Hauptphase der Umstrukturierung handelt oder ob bereits Unsicherheit bezüglich einer wissenschaftlichen Karriere zunehmend um sich greift.

Zahl und Art der besonderen und größeren Forschungsaktivitäten an der Universität Leipzig haben weiter zugenommen. Es kamen zu den schon 1994 vorhandenen Projekten und Kollegs noch das Interdisziplinäre Zentrum für klinische Forschung, zwei Innovationskollegs und ein weiteres Graduiertenkolleg dazu. Das Promotionskolleg am Zentrum für Höhere Studien hat seine Arbeit aufgenommen. Auch die durch die Europäische Union geförderten Projekte haben eine positive Entwicklung zu verzeichnen.

So bleibt zu konstatieren, daß es eine Reihe erfreulicher Entwicklungen im Bereich der Forschung gibt, daß aber durch die derzeitige Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Möglichkeiten der Universität die weitere Perspektive nicht eingeschätzt werden kann. Unabhängig von dieser zwiespältigen Situation wird die Universität Leipzig weiter versuchen, aus den vorhandenen Möglichkeiten ein Optimum an Forschungsaktivitäten und Forschungserfolg zu erzielen.

Prof. Dr. C. Weiss
Rektor

Prof. Dr. M. Reinacher
Prorektor für Forschung und
wissenschaftlichen Nachwuchs


Forschungsbericht / Universität Leipzig

Roland Krause, Sven Türpe - Juni 1996