Forschungsbericht 1995


Fakultät für Mathematik und Informatik

Forschungstätigkeit an der Fakultät

Die Fakultät für Mathematik und Informatik gliedert sich in das Mathematische Institut und das Institut für Informatik. Das Mathematische Institut blickt auf eine über 100jährige verpflichtende Tradition mathematischer Forschung zurück. Das Institut für Informatik ist aus der im Jahre 1989 an der Leipziger Universität gegründeten Sektion Informatik hervorgegangen und hat mit der Neuordnung der Universität einen tiefgreifenden Strukturwandel vollzogen. Beide Institute untergliedern sich in Abteilungen, welche wissenschaftliche Heimstatt einer oder mehrerer Professuren darstellen. Aufgrund der am Institut für Informatik noch nicht besetzten Lehrstühle ist hier die endgültige Struktur noch nicht festgelegt worden.

Am Mathematischen Institut konnten im Berichtszeitraum die Professuren für Differentialgeometrie, Mathematische Physik und Zahlentheorie besetzt werden. Nicht ermöglicht wurde der Fakultät seitens des SMWK die Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Didaktik der Mathematik. Auf Entscheid des Ministeriums wird die Didaktikausbildung durch den an der TU Chemnitz berufenen Professor für Didaktik mitbestritten. Diese Variante ist unzweifelhaft ein Verlust für das Mathematische Institut, an welchem die Forschung auf den Gebieten der Didaktik lange und gute Traditionen besitzt. Der Fakultät ist es gelungen, eine Professur für Diskrete Mathematik zu etablieren. Für diese und die Professur für Mathematische Optimierung - der bisherige Lehrstuhlinhaber, Herr Prof. Klötzler, scheidet aus Altersgründen aus dem Hochschuldienst aus - laufen am Mathematischen Institut Berufungsverfahren, deren Abschlüsse für Herbst 1996 geplant sind. Das Spektrum der Forschungsgebiete kann den nachfolgenden Übersichten zu Forschungsprojekten entnommen werden.

Die materiellen Voraussetzungen des Mathematischen Instituts konnten verbessert werden, wenn auch nur sehr langsam und in kleinen Schritten. Außer personengebundener Berufungsmittel standen dem Mathematischen Institut keine Investitionsmittel zur Verfügung. So konnte noch immer nicht für alle Wissenschaftler des Instituts wenigstens eine Grundausstattung an Rechentechnik gewährleistet werden. Einen spürbaren Fortschritt brachte die Neueinrichtung des Computerlabors. Mit Hilfe von Verstärkungsmitteln der Universität konnte die bisherige veraltete Rechentechnik gegen neue, moderne und den Bedürfnissen der Lehre entsprechende Technik ausgetauscht werden.

Die finanzielle Ausstattung der Institutsbibliothek, der Zweigstelle Mathematik der Universitätsbibliothek, war auch 1995 ungenügend. Die Gewährleistung des Erwerbs der wissenschaftlichen Zeitschriften ging nur auf Kosten von Abstrichen bei der Beschaffung von Monographien.

Für das Institut für Informatik war das Jahr 1995 wesentlich durch konzeptionelle Arbeiten für den Ausbau des Instituts, der Studienrichtungen und des Forschungsprofils geprägt. Durch eine von der Fakultät eingesetzte Arbeitsgruppe, der neben Mitgliedern des Instituts auch Vertreter des Deutschen Fakultätentages Informatik, der Gesellschaft für Informatik und der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung angehörten, wurde die Ausrichtung der noch offenen Professorenstellen nach den aktuellen Bedürfnissen von Forschung und Lehre auf dem Fachgebiet und in enger Kooperation zu den anderen Fakultäten der Universität, insbesondere der Medizinischen Fakultät und den in Leipzig neugegründeten Max-Planck-Instituten für Neuropsychologische Forschung und für Mathematik in den Naturwissenschaften, neu vorgenommen. Es wurden Professuren der Bild- und Signalverarbeitung, der Parallelverarbeitung und Komplexen Systeme sowie den Rechnernetzen und Verteilten Systeme gewidmet. Der Ruf auf die Professur für Intelligente Systeme wurde durch Herrn Prof. Brewka (TU Wien) angenommen.

Von der Arbeitsgruppe wurde die Einrichtung einer Studienrichtung Medizininformatik empfohlen. Unter Einbeziehung von Vertretern der Medizinischen Fakultät sowie des Max-Planck-Instituts für Neuropsychologische Forschung wurde ein Curriculum für eine derartige Studienrichtung im Diplomstudiengang sowie deren inhaltliche und personelle Untersetzung als Beschlußvorlage für Fakultäten und Senat erarbeitet.

Die technische Ausstattung des Instituts für Informatik konnte über Berufungsmittel weiter verbessert werden. Nach Aufstellung eines neuen Parallelrechners am URZ und der Einrichtung entsprechender Switches wurden die Kommunikationsmöglichkeiten nach außen erweitert. Die gemeinsam mit dem URZ betriebene Institutsbibliothek konnte ihren Zeitschriftenbestand weiter ausbauen, so daß bezogen auf die Fachgebiete der berufenen Professoren die wesentlichsten Lücken aus der Vergangenheit geschlossen wurden. Durch Verträge mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft konnten 22 Drittmittelstellen eingeworben werden, die u. a. durch BMWi, DFG, SMWK und EU gefördert wurden.

Habilitationen und Promotionen

Habilitationen

Gawriljuk, Iwan
Anwendung von Interpolation und exakten funktional-diskreten Schemata zum Aufbau und zur Analyse numerischer Verfahren

Promotionen

Loh, André
August Ferdinand Möbius (1790-1868) - Leben und Werk

Pruschke, Thilo
Aspects of Algebraic Intersection Theory


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Roland Krause, Sven Türpe - Juni 1996