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Forschungsbericht 2000
 
 
Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum Leipzig

Kontakt

 

 
Dekan Professor Dr. Joachim Mössner
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Liebigstraße 27, 04103 Leipzig

(03 41) 97 15 930
(03 41) 97 15 939
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http://www.uni-leipzig.de/medizin


 

Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät

 
Forschungstätigkeit an der Fakultät
Habilitationen und Promotionen / Vorjahre

 

Berichte der Institute, Kliniken und Einrichtungen

 

Institute

Kliniken
Zentrale Einrichtungen
Herzzentrum Leipzig GmbH - Universitätsklinik

 

Forschungstätigkeit an den Fakultäten

  Die Medizinische Fakultät hat im Jahre 2000 bei der Einwerbung von Drittmitteln ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Gegenüber dem Vorjahr (17,6 Mio. DM) stieg die im Rahmen von 348 drittmittelgeförderten Projekten eingeworbene Drittmittelsumme auf 22,4 Mio. DM. Dabei ist auch eine Steigerung der über ein Begutachtungsverfahren bewilligten Drittmittel zu verzeichnen. Das ist das bisher beste Ergebnis der Medizinischen Fakultät in der Drittmitteleinwerbung. Es zeigt sich auch bei der internationalen Zusammenarbeit, stellt doch die Fakultät 2 Koordinatoren von bewilligten EU-Verbundprojekten. Die Bemühungen um die Bildung von an der Fakultät konzentrierten Drittmittelverbünden (z.B. SFB oder Forschergruppen) sollen trotzdem intensiv weitergeführt werden, da auf diesem Gebiet immer noch Defizite bestehen. Anzustreben ist, das Potential an Forschungsergebnissen und Erfahrungen von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät im Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF), dem im Herbst 2000 bei der Strukturbegutachtung durch den Beirat große Fortschritte bescheinigt wurden, in großen Verbundprojekten wie Forschungsverbund Public Health Sachsen, Rehaverbund Berlin-Brandenburg-Sachsen, in Medizinischen Netzwerken, Leitprojekten des BMBF sowie in an anderen Fakultäten und Einrichtungen angesiedelten Sonderforschungsbereichen der DFG für eigene Anträge, z.B. auf Einrichtung einer Forschergruppe oder eines Sonderforschungsbereiches der DFG, zu nutzen.

 

Interdisziplinäres Zentrum für Bioinformatik

  Erfolgreich war im Jahr 2000 ein Antrag der Universität Leipzig im Rahmen der DFG-Ausschreibung „Initiative Bioinformatik". Gefördert werden die Etablierung eines Studiengangs für Bioinformatik und der Aufbau eines Interdisziplinären Zentrums für Bioinformatik (IZBI). Der Förderumfang beträgt ca. 9 Mio. DM für die kommenden 5 Jahre. Im IZBI arbeiten die Medizinische Fakultät (sie stellt den Sprecher des Zentrums), die Fakultäten für Mathematik und Informatik sowie für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie gemeinsam mit den Leipziger Max-Planck-Instituten für Evolutionäre Anthropologie, für Mathematik in den Naturwissenschaften und für Neuropsychologische Forschung zusammen. Von der Kooperation zwischen Arbeitsgruppen des IZKF u.a. Forschergruppen der Fakultät, insbesondere aus den Kliniken, mit dem 1999 an der Fakultät gegründeten und vom BMBF geförderten Koordinierungszentrum für Klinische Studien Leipzig (KKSL) sowie dem Zentrum für Bioinformatik erhofft sich die Medizinische Fakultät eine entscheidende Verbesserung der klinischen Forschung.

 

Leistungsbezogene Forschungsbewertung

Antragstellung im Rahmen der BMBF-Ausschreibung

 

Nach Vollzug der Rechtsformänderung für das Universitätsklinikum und der damit verbundenen strukturellen Trennung von Medizinischer Fakultät und Klinikum im Jahre 1999 war das Jahr 2000 von Bemühungen gekennzeichnet, den Landeszuschuß für Lehre und Forschung von den Ausgaben für die medizinische Versorgung zu trennen. Dieser Prozeß verlief parallel zur Antragstellung der Medizinischen Fakultät im Rahmen der BMBF-Ausschreibung „Verbesserung der Leistungsfähigkeit der klinischen Forschung an den medizinischen Fakultäten der neuen Bundesländer einschließlich Berlin (Charité)". In diesem Zusammenhang waren zur Erfüllung der Ausschreibungskriterien genaue Analysen und Prognosen zur Verteilung des Landeszuschusses für Lehre und Forschung - insbesondere auch zur leistungsbezogenen Mittelvergabe - erforderlich. Der Prozeß der Antragstellung zog sich - nach einer ersten Begutachtung im Juni 2000 und Überarbeitung einiger Antragsteile - bis zum November 2000 hin. Erklärtes Ziel der Fakultät ist eine kontinuierliche Steigerung des Anteils leistungsbezogen vergebener Mittel. Im Jahr 2000 betrug dieser Anteil 22,4 %, und er soll sich bis zum Jahr 2006 auf 30 % erhöhen. Instrumente der leistungsbezogenen Mittelvergabe sind u.a.:

  • Leistungsbezogene Forschungsbewertung unter Einbeziehung von Publikationen, eingeworbenen Drittmitteln, Dissertationen, Habilitationen und Patenten als Leistungskriterien
  • Neuer Stellenplan für Lehre und Forschung unter Zugrundelegung der Ergebnisse der leistungsbezogenen Forschungsbewertung und der kalkulierten Lehraufwendungen; Aufbau eines Stellenpools zur Durchsetzung dieses Stellenplanes
  • Ausschreibung des formel.1-Programms (1. Forschungsprogramm der Medizinischen Fakultät Leipzig) ab dem Jahr 2001: Dieses Programm löst die haushaltfinanzierte Projektförderung, die einen wesentlich geringeren finanziellen Umfang hatte, ab.
  • Rotationsstellenprogramm der Medizinischen Fakultät (zur Förderung des klinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses), Ausschreibung ab 2001
  • Kontinuierliche Erhöhung des Landesanteils an der Finanzierung des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung Leipzig (IZKF) und des Koordinierungszentrums für Klinische Studien Leipzig (KKSL)
  • Vergabe von Laborflächen im Max-Bürger-Forschungszentrum (MBFZ) für die Bearbeitung von Drittmittelprojekten (Prüfung in einem Antragsverfahren). Das MBFZ wurde am 06.03.2000 der Medizinischen Fakultät übergeben und brachte eine wesentlich bessere Raumausstattung für die Forschung.
Die vorgestellten Förderprogramme der Medizinischen Fakultät (formel.1-, Rotationsstellenprogramm) sollen über den o.g. BMBF-Antrag für einen Zeitraum von 3 Jahren finanziell aufgestockt werden. Auf Grund der positiven Begutachtung dieser Teile des BMBF-Antrages besteht die berechtigte Hoffnung, daß die Mittel für diese Programme bewilligt werden.

 

Profilierung der Forschung

 

Aus dem Prozeß der Ausarbeitung des BMBF-Antrages hat sich eine breite Initiative zur Profilierung der Forschung an der Fakultät entwickelt, an der insbesondere das Dekanatskollegium, die Forschungskommission der Medizinischen Fakultät und in der Forschung engagierte und erfolgreiche Wissenschaftler mitgewirkt haben. Es existieren vier Forschungsschwerpunkte, die schon seit längerem mit Erfolg an der Medizinischen Fakultät etabliert sind und über zahlreiche Drittmittelprojekte finanziert werden. Damit sind die im IZKF existierenden Forschungsschwerpunkte Endokrinologie/vaskuläre Biologie, Immunologie/Rheumatologie und Neurowissenschaften sowie der Schwerpunkt Onkologie, der u.a. Tumorentstehung auf dem Boden einer chronischen Entzündung, Tumorprogression und -therapie sowie hämatoonkologische Fragestellungen bearbeitet, gemeint. Im Rahmen dieser Forschungsschwerpunkte prägen zellbiologische Themen einen wesentlichen Teil des Forschungsprofils der Medizinischen Fakultät. Im BMBF-Antrag wurden unter dem übergeordneten Forschungsthema „Fehlsteuerung von zellulären Signalnetzwerken bei chronischen Krankheiten (Angewandte Zellbiologie)", das auch als Arbeitsthema einer SFB-Initiative zu verstehen ist, ergänzende Mittel (2 Neuberufungen und eine vorgezogene Berufung von drei vorklinischen C4-Professuren, Personalstellen, Sach- und Investitionsmittel) zur Stärkung aller 4 Forschungsschwerpunkte beantragt.

Neben den zellbiologisch orientierten Forschungsschwerpunkten kann die Medizinische Fakultät außerdem aber auch auf Erfolge von Wissenschaftlern in Projekten zu Public Health und psychosozialer Medizin verweisen. Dem wird in dem o.g. BMBF-Antrag durch Formulierung eines zweiten Schwerpunktthemas „Die Entwicklung und Evaluation psychosozialer Versorgungsformen als Erfordernis des sozialen und medizinisch-technischen Wandels" Rechnung getragen. Die beantragte Stiftungsprofessur „Gesundheitsökonomie" und eine Nachwuchsgruppe „Psychosoziale Onkologie" sollen diesen Forschungsschwerpunkt verstärken und damit dem Ziel der Beantragung eines SFB näherbringen.


 

Biotechnologie-Offensive des Freistaates Sachsen

 

An dieser Stelle sei auch auf die Biotechnologie-Offensive des Freistaates Sachsen, die den Ausbau der Biotechnologie an den Standorten Leipzig und Dresden zum Inhalt hat, verwiesen. Unter dem Schwerpunkt „Moleküldesign und Zellfunktion: Grundlage - Technologie - Klinik" sollen sich an der Universität Leipzig insbesondere die Fachrichtungen Medizin, Veterinärmedizin, Biowissenschaften, Pharmazie, Chemie und Physik einbringen und die zu etablierenden Arbeitsgruppen mit bestehenden Forschungsschwerpunkten in optimaler Weise zusammenwirken. Der Bau des Biotechnologie-Biomedizin-Zentrums in Leipzig, die Einrichtung von sechs Stiftungsprofessuren an der Universität Leipzig, davon zwei an der Medizinischen Fakultät („Molekulare Zelltherapie" und „Zell- und Gewebetechnologie/Stammzellbiologie"), sowie weitere angekündigte Förderungen auf dem Gebiet der Biotechnologie (z.B. Verbundprojekte mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen Sachsens) werden dazu beitragen, unter dem Dach der Biotechnologie sowohl Grundlagenforschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschergruppen als auch - unter Einbeziehung von Biotechnologie-Unternehmen in Sachsen - angewandte Forschung bis hin zu neuen Therapien, Produkten und biotechnologischen Verfahren voranzutreiben.


 

Umweltmedizin und Umweltepidemiologie

 

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Medizinischen Fakultät mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle im Zentrum für Umweltmedizin und Umweltepidemiologie wurde in den letzten Forschungsberichten vorgestellt. Zur weiteren Stärkung der Kooperation plant die Medizinische Fakultät die Umwandlung des Instituts für Hygiene in ein Institut für Umweltmedizin. Ergänzend wird am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie eine Selbständige Abteilung für Krankenhaushygiene eingerichtet.


 

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

 

Besondere Beachtung genießt an der Medizinischen Fakultät die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie kam durch die Ausschreibung von Juniorprojekten in der haushaltfinanzierten Projektförderung zum Ausdruck und wird auch Schwerpunkt des neuen formel.1- und des Rotationsstellenprogramms (s.o.) der Fakultät sein. Im formel.1-Programm ist wiederum für Medizinstudenten die Möglichkeit der Studienunterbrechung für experimentelle Arbeiten im Rahmen ihrer Promotion vorgesehen. Damit können an der Forschung besonders interessierte Medizinstudenten, für die z.B. in der Graduiertenförderung des Landes Sachsen keine Finanzierung vorgesehen ist, unterstützt werden. In ähnlicher Weise hat sich ihre Einbeziehung in das Graduiertenkolleg „Intercell", in dem sie gemeinsam mit jungen Naturwissenschaftlern forschen können, bewährt. Ein zweites Graduiertenkolleg wurde im September 2000 beantragt.

Die Medizinische Fakultät bemüht sich intensiv, mit Schwesterfakultäten der Universität ein MD/PhD-Programm zu etablieren. Im Rahmen dieses Programms soll hervorragenden Medizinpromovenden die Möglichkeit zu vertiefter naturwissenschaftlicher Ausbildung zusammen mit experimenteller Forschungsarbeit gegeben werden.

zum Seitenanfang Homepage Suchen/Sitemap Sprachauswahl   Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 12.11.2001