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Forschungsbericht 2000
 
Philologische Fakultät

Kontakt

 

 
Dekan Professor Dr. Wolfgang F. Schwarz
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Brühl 34-50, 04109 Leipzig

(03 41) 97 37 300
(03 41) 97 37 349
dekphilo@rz.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~philol/


 

Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät

 
Forschungstätigkeit an der Fakultät
Habilitationen und Promotionen / Vorjahre

 

Berichte der Institute und Einrichtungen

 

Frankreich-Zentrum im Zentrum für Höhere Studien

Ibero-Amerikanisches Forschungsseminar
Québec-Archive
 

Institutes

Institut für Amerikanistik
Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie
Institut für Anglistik
Institut für Germanistik
Herder-Institut
Institut für Klassische Philologie
Institut für Linguistik
Institut für Romanistik
Institut für Slavistik
Institut für Sorabistik
 

Assoziiert

Fachsprachenzentrum
Deutsches Literaturinstitut Leipzig

 

Forschungstätigkeit an den Fakultäten

  Die Forschung an der Philologischen Fakultät deckt ein breites Spektrum von Fachdisziplinen ab. Zu einem erheblichen Teil geht sie aus individuellen Leistungen hervor. Drittmittelfinanzierte Einzelprojekte und in der letzten Zeit auch Kooperativprojekte kommen hinzu. Diese gemischte Form der Forschungstätigkeit mit einem besonderen Anteil an Einzelleistungen resultiert aus spezifischen Traditionen und Strukturen, welche für philologische bzw. geisteswissenschaftliche Disziplinen auch in Zukunft bedeutsam und konstitiv sind.

Die Forschungsbedingungen sind allerdings immer noch dadurch erschwert, daß sich die Institute sowohl hinsichtlich ihrer Personalkapazität als auch ihrer Organisation in einem unterschiedlichen Stadium der Neustrukturierung befinden. Der Vielfalt von Einzelforschungen steht aber auch zunehmend eine übergreifende Projektforschung gegenüber. In der kognitionswissenschaftlich orientierten Linguistik schlägt sie erheblich zu Buche und trägt hier u.a. in Vernetzung mit Leipziger Max-Planck-Instituten zu einer neuen Profilierung an Schnittstellen von geistes- und naturwissenschaftlichen Bereichen bei, mit erheblicher internationaler Resonanz.

In der Literaturwissenschaft hat sich eine Forschergruppe der Fakultät Literarische Topographie - reale und imaginäre Räume formiert. Nach einem vorbereitenden Symposium wurde - ausgehend von Vorarbeiten von Teilnehmern – ein auf drittmittelgestützte Forschung hin angelegtes Verbundprojekt erarbeitet. Zentrales Forschungsziel ist dabei eine bis dato fehlende semiotisch und epistemologisch begründete allgemeine Theorie fiktionaler Räume, gestützt durch exemplarische Analysen literarischer Raumsemantik und Raumfunktionalität in zeitlichen, historischen und kulturellen Kontexten der beteiligten Fächer.

Die Forschung in der Fakultät ist zu einem wesentlichen Teil nach Sprachen und zugeordneten Kulturräumen ausdifferenziert. Innerhalb der Institute ist dabei die fachsystematische Gliederung nach Sprachwissenschaft (einschließlich Translatologie), Literaturwissenschaft, Kulturstudien und Didaktik – in unterschiedlicher Vollständigkeit – realisiert. Die mit dieser Struktur gegebenen Möglichkeiten einer instituts-, fakultäts- und universitätsübergreifenden Forschungsvernetzung sowie die Weiterentwicklung der individualisierenden Forschungstraditionen zu drittmittelgeförderten Projekten sind im Jahre 2000 in unterschiedlichem Maße realisiert worden. Es wird auch weiterhin eine wichtige Aufgabe der Fakultät sein, ihre Ressourcen und Potentiale in dieser Hinsicht auszubauen.

Die folgenden Vorbemerkungen akzentuieren die bereits praktizierte instituts-, fakultäts- bzw. universitätsübergreifende, durch Drittmittel geförderte Projektkooperation in der Forschung – bei aller Wertschätzung der in geisteswissenschaftlichen Disziplinen unverzichtbaren individuellen Forschungsarbeit. Für die gesamte Forschungsleistung der Fakultät wird daher auf die detaillierten Angaben der einzelnen Institute einschließlich ihrer Publikationsverzeichnisse verwiesen.


 

Sprachwissenschaft

 

Die Sprachwissenschaft hat sich im Bereich der geförderten Forschungseinrichtungen entfaltet. Die Forschungsvernetzung ist hier in unterschiedlichen Phasen fortgeschritten. Projektarbeit wird in folgenden Kooperationen betrieben:

  • DFG-Forschergruppe an der Universität Leipzig: Sprachtheoretische Grundlagen der Kognitionswissenschaft, 1. Phase (Beteiligt: Anglistik, Linguistik, Slavistik)
  • DFG-Schwerpunkt „Sprachproduktion", 3. Phase (Beteiligt: Anglistik, Linguistik)
  • DFG-Forschergruppe „Arbeitsgedächtnis" (Beteiligt: Linguistik)
  • DFG-Projekt „Partikel-Verben im Deutschen und Englischen", 3. Phase (Beteiligt: Anglistik, Slavistik)
  • SFB 417 „Regionenbezogene Identifikationsprozesse" (Beteiligt: Germanistik)

Der Weiterqualifikation des sprachwissenschaftlichen akademischen Nachwuchses dienen zwei beim Zentrum für Höhere Studien eingerichtete interdisziplinäre Kollegs, in denen, zum Teil universitätsübergeifend, Forschung unter einer gemeinsamen sprachtheoretischen Fragestellung betrieben wird (Kooperation u.a. mit dem Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung, Leipzig).

  • Graduiertenkolleg „Universalität und Diversität. Sprachliche Strukturen und Prozesse", 2. Phase (Linguistik, Anglistik, Slavistik, Angewandte Linguistik und Translatologie, Germanistik)
  • Promotionskolleg „Kognitionswissenschaft" (Linguistik)
  • Das Institut für Angewandte Sprachwissenschaft und Translatologie hat die Kooperation mit dem Doktorandenkolleg „Angewandte Sprachwissenschaft" an der Universität Havanna / Kuba aufgenommen (DAAD / BMBF).

Weitere drittmittelgestützte sprachwissenschaftliche Projekte laufen in folgenden Themenbereichen:

  • „Deutsch-polnische kontrastive Grammatik"; 2 Bände erschienen (Slavistk; DAAD)
  • Jiddische Sprache und Kultur zum Selbststudium im Internet (Slavistik; EU, Krupp-Stiftung)
  • „Bulgarisch" (Slavistik; DFG)
  • „Gesprochenes Rumänisch in der historischen Moldau" und „Gesprochenes Rumänisch in der Ukraine" (Romanistik, transuniversität; VW-Stiftung)
  • Deutsch-finnische Lexikographie (Germanistik, transuniversitär; DAAD)
  • Mediengestützte Sprach- und Übersetzungswissenschaft (Teilprojekte am Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie)

 

Literaturwissenschaft

 

In der Romanistik (Lateinamerikanistik / Ibero-Amerikanisches Forschungsseminar) werden mehrere Vorhaben bearbeitet, darunter die beiden Drittmittelprojekte:

  • „Diskursvielfalt. Interkulturelle und interdisziplinäre Kommunikation" (DFG), sowie das im internationalen Rahmen betriebene Projekt
  • „J. L. Borges‘ Literatur im transdisziplinären Kontext" (VW-Stiftung, DFG).
  • Im Vorfeld des weiteren Vorhabens „Hybridität und Medialität im lateinamerikanischen Theater" (transuniversitär) sind Publikationen im Erscheinen begriffen.

Neu konstituiert haben sich:

  • das Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung „FraGes" (Germanistik, Amerikanistik; entsprechender Senatsbeschluß), von dem ein erheblicher Beitrag zur fakultätsübergreifenden Forschungsvernetzung an der Universität zu erwarten ist.
  • Eine Forschergruppe der Fakultät zum Thema „Literarische Topogaphie – imaginäre und reale Räume" (Romanistik, Germanistik, Slavistik, Klassische Philologie)

Hinzu kommt eine Reihe von Auslandskooperationen wie

  • „Sprache wo Sprachen enden"; Zusammenarbeit mit der Forschergruppe „Les poétiques modernes comparées 1800 - 2000" (Germanistik; Universität Paris XII)
  • Evolution der tschechischen und polnischen Narrativik und literarische Konstruktion fiktionaler Welten (Slavistik; Karlsuniversität Prag, Jagiellonen-Universität Krakau)

Die fakultätsübergreifende Zusammenarbeit im Bereich der Literatur- und Kulturstudien im Rahmen des drittmittelgeförderten Promotionskollegs „Ambivalenzen der Okzidentalisierung" (Kooperation mit dem ZHS; Hans-Böckler-Stiftung) wurde durch gemeinsame Doktorandenkolloquia zur Literaturtheorie (Slavistik, Romanistik) unterstützt. Das Kolleg wird 2001 zum Abschluß kommen.


 

Kulturstudien

 

Wesentliche Impulse im über das geisteswissenschaftliche Forschungsgebiet hinausgehenden transdisziplinären Kulturstudienbereich sind vom 2000 begründeten Lateinamerikazentrum zu erwarten.

Für die Vernetzung der Kulturstudien haben sich teilweise die Voraussetzungen verbessert, nachdem die dafür gewidmete Professur in der Anglistik berufen werden konnte. In der Romanistik steht dies noch aus. Hier ist eine Neudifferenzierung des Bereichs in Arbeit.

Drittmittelprojekte:

  • Kulturstudien Ostmitteleuropas: „Intermediäre Organisation und demokratische Stabilität in Ostmittel- und Südosteuropa in der Zwischenkriegszeit" (Kooperation: Slavistik / GWZO, Universität Halle; DFG)
  • Gramschi-Projekt (Romanistik, transuniversitär; Hans-Böckler-Stiftung)
  • Arbeitskreis Cultural Studies in den Neuen Ländern (Anglistik, transuniversitär; British Council)
  • Konferenz im 2-jährigen Turnus: Theorie und Praxis der Kulturstudien (Germanistik; SMWK)

 

Didaktik

 
  • Als längerfristig angelegtes drittmittelgefördertes Projekt im Bereich der Didaktik wurde der „Fernstudienkurs Deutsch als Fremdsprache für Wirtschaftsfachkräfte mit polnischer Muttersprache (IMPULSE)" fortgeführt (Herder-Institut; Auswärtiges Amt).
  • Neu hinzugekommen als innovatives Sprachlernprojekt ist die Leipziger Komponente des „International Tandem-Network" (Herder-Institut; EU-Programm)

 

Buchreihe

 

Eine disziplinübergreifende Funktion kommt auch weiterhin der von Professoren mehrerer Institute edierten Buchreihe „Leipziger Schriften zur Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaft" zu (Angewandte Linguistik und Translatologie, Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Linguistik, Romanistik und Slavistik; Verlagswechsel ab Band 11) .

Zu sonstigen Publikationsreihen von Fakultätsmitgliedern sei auf die nachfolgenden Angaben der Institute verwiesen.

zum Seitenanfang Homepage Suchen/Sitemap Sprachauswahl   Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 12.11.2001