01.06.2021 Gastvortrag von Dr. Isabella Ferron zum Thema „Dante Deutsch – Einige Überlegungen über Stefan Georges und Rudolf Borchardts Übersetzungen von Dantes Werk“

2021 ist das Dante-Jahr, in dem der „ sommo Vate“ zelebriert wird. Diesbezüglich setzt sich der Vortrag eine Analyse von den Übersetzungen Dantes, die Stefan George und Rudolf Borchardt vollzogen haben als Ziel.

Dantes Divina Commedia ist mehrmals ins Deutsche übertragen worden: Seit dem 18. Jahrhundert wurde Dante mehr als politischer Autor denn als Dichter in Deutschland wahrgenommen. Im 20. Jahrhundert wurde Dante von Karl Vossler, Hermann Gmelin, Walther von Wartburg (zusammen mit seiner Frau Ida) übersetzt. Neben diesen Übertragungen gibt es diejenigen von Stefan George (1912) und Rudolf Borchardt (1923–30): Während George nur partiell das Werk übersetzt, überträgt Borchardt das ganze Werk. Borchardt ‘erfindet’ die deutsche Sprache, die man zur Zeit Dantes in Deutschland hätte sprechen sollen. Seine Übersetzung hat einen archivierenden Charakter, der sich beispielsweise in der lexikalischen Auswahl ausdrückt. Bei George geht es dagegen um ein Interpretieren des poetischen Textes, was auch eine logisch-syntaktische Neuformulierung in Gang setzt.

Der Vortrag bietet eine Analyse von ausgewählten Textpassagen aus beiden Übersetzungen an, die einerseits die Poetik beider Autoren zu erklären versucht; andererseits will diese Untersuchung die Rolle Dantes und seines Werkes im kulturellen und literarischen Panorama Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hervorheben.

Wir bitten um vorherige elektronische Anmeldung unter cici@uni-leipzig.de. Wir senden im Anschluss zu gegebener Zeit den Link zu.

Isabella Ferron studierte Germanistik, Anglistik und Linguistik an der Universität Ca’ Foscari zu Venedig und an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Sie promovierte in Germanistik und Philosophie mit einer Arbeit über Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie an der Ludwig-Maximillians-Universität zu München. Dank verschiedenen Stipendien hat sie weiter in Deutschland und Europa studiert und geforscht. Sie war Lehrbeauftragte an der Università degli Studi di Padova, ist Lehrbeauftragte an der Università degli Studi di Siena und Mailand sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin (Februar 2019-August 2021) am Istituto Italiano di Studi Germanici, Rom. Ab dem 1. Juni 2021 wird sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Università degli Studi di Roma „La Sapienza“ sein.

Der Vortrag ist der Auftakt zu einer Reihe von vom CiCi veranstalteten Vorträgen zu Ehren Dantes und anlässlich seines 700. Todestags.

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