4 – Die Stadt der Traummeister

Die Entstehung eines Romans ist ein langer Prozess, erst recht, wenn er auf einem anderen Planeten spielen soll und man deshalb zunächst die Zustände auf diesem Planeten definieren muss. Im Fall des Romans Der Traummeister, der in der Stadt Miscara auf dem Planeten Spera angesiedelt ist, erfordert das die Festlegung von den unterschiedlichsten Einheiten: Die Zeit wird anders gemessen, Tage, Monate und Jahre haben ein anderes Format, und auch die gesamte Geschichte des Planeten ist nicht mit der der Erde zu vergleichen. Neben der „realen“ Geschichte sind mindestens ebenso wichtig Legenden und Mythen, die den Planeten und seine Bewohner prägen. Ein Mythos ist der des Traummeisters, der in seinem Turm die Bewohner Miscaras von ihren traumlosen Nächten befreit, bis eines Tages jedoch sein Turm einstürzt. Der Planet – und vor allem die Stadt Miscara – bietet viel Raum für spannende Geschichten und Romane.

 

3 – Die „Mimik“ der Hreng

Die Menschheit hat sich über die Erde hinaus ausgebreitet und erforscht nach und nach den Weltraum. Dabei stößt eine Forschungsmission auf den Planeten Pulaster, der der Erde in der Kreidezeit gar nicht so unähnlich ist. Pulaster wird unter anderem von den Dinosaurier-ähnlichen Hreng bewohnt, einer Spezies, die die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht. Vor allem die Sozialstrukturen der Hreng wecken das Interesse der ersten Forschungsgruppe, und so auch die Art und Weise ihrer Kommunikation von Emotionen. Anders als Menschen zeigen Hreng ihre momentanen Gefühle nicht durch Mimik, sondern durch die Farbe und Musterung ihres Kamms, der vom Kopf bis zum Rücken verläuft. Es gibt so viele verschiedene Kamm-Färbungen, dass es bis heute keinem Menschen gelungen ist, einen vollständigen Katalog davon zu erstellen. Eines aber sollte jedem Menschen auf Pulaster klar sein: Wenn der Kamm so aussieht, wie auf der Abbildung muss man sich in Acht nehmen, denn die sonst friedlichen Hreng sind dann im Furor und außerordentlich aggressiv. Neben der Kammfarbe gibt es eine weitere Ausdrucksmöglichkeit der Gefühlsstimmung eines Hreng: Jeden Morgen bestimmt jeder Hreng seinen aktuellen Namen, der zu seiner Gemütslage passt.

Bewohner von Pulaster

2 – Zwergenkongress

Zwerge sind Fabelwesen, die allenfalls in Form von tönernen Gartenzwergen existieren? Von wegen – in First and Last Annual Congress of Gnomistics erhalten wir Einblick in die anonym gesammelten Informationen und Beobachtungen vom einzigen (dokumentierten) Zwergenkongress in der Schweiz. Wissenschaftler und Zwergenbegeisterte sind dort zusammengekommen, um sich über neue Erkenntnisse zu allen möglichen Bereichen der Erforschung von Zwergen auszutauschen. Dabei sind viele als erwiesen geglaubte Fakten noch umstritten – unter anderem, weil die meisten der Konferenzteilnehmer noch nie einen Zwerg zu Gesicht bekommen haben. Um dieses Hindernis zu überwinden wird eine neue Maschine vorgestellt: Mit dem praktischen Catch-a-Dwarf soll das Einfangen von Zwergen zur weiteren Erforschung ermöglicht werden. Doch auch diese praktisch erscheinende Erfindung ist nicht unumstritten, denn die große Frage unter den Kongressteilnehmern ist: Sind Zwerge fühlende Subjekte oder schlichte Objekte?

 

Weihnachtfeier im Bibliotop

Liebe Freundinnen und Freunde der Buchwissenschaft,
am Montag, den 9.12.2019 wird es im Bibliotop stimmungsvoll!
Wir veranstalten ab 19 Uhr eine Weihnachtsfeier für buchnahe und bibliophile
Menschen.
Es wird einen Grundstock an Getränken geben, den wir bitten, mit eigenen
Beiträgen zu erweitern; ebenso mit Knabbereien und Essbarem (süß, salzig, weihnachtlich).
Für kleine Kulturbeiträge sorgen wir.
Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen!
Die Leipziger Buchwissenschaft.

Konferenz der Leipziger Buchwissenschaft: Die Argusaugen der Zensur. Eine Geheimgeschichte der DDR-Literatur

Felix-Klein-Hörsaal im Paulinum der Universität Leipzig, 24.-26.September 2019.

Zu jedem in der DDR erschienenen Buch existieren mehrere Gutachten, die den Zensor über den Inhalt, die gesellschaftliche Bedeutung und die ideologischen Gefahren eines Werkes informieren sollten. Sie waren bis 1989 im Druckgenehmigungsverfahren die Grundlage jeder Zensurentscheidung, ob ein Buch überhaupt erscheinen konnte und wenn ja in welcher Form, verändert oder gekürzt. In den Archiven schlummern weit über 100.000 solcher Zensurgutachten, entstanden in den Verlagen oder im Auftrag der Zensurbehörde, der HV Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur, die wichtigste Quelle zu einer kritischen Geheimgeschichte der DDR-Literatur. Die Konferenz befasst sich mit der Interpretation solcher Gutachten, einer auch 30 Jahre nach der Wende noch unerforschten Textsorte, die ohne Kenntnis der institutionellen Hintergründe, üblichen Sprachregelungen und taktischen Absichten kaum zu verstehen ist. Zudem wurde wissenschaftliche Literatur nach anderen Regeln begutachtet als Lyrik, Romane, Lexika oder Reiseliteratur, und von Verlag zu Verlag herrschten unterschiedliche Gepflogenheiten. Zensurforscher der verschiedenen Disziplinen, Historiker, Literaturwissenschaftler und Buchwissenschaftler analysieren und diskutieren deshalb auf der Konferenz gemeinsam mit Lektoren der berühmten DDR-Verlage über spannende Gutachten und die damit verbundenen Zensurfälle.

Die Konferenz ist öffentlich, doch wir bitten bis 15.09.19 um Voranmeldung an: janine.hollmann@uni-leipzig.de

Flyer Buwi Konferenz FINAL

Tagungsprogramm_detailiert