15 – Traummeister

Die Bewohner Miscaras können aus eigener Kraft nicht träumen und leiden sehr darunter. Doch es gibt einen Traummeister, der den Weg in die Stadt findet und die Miscarier wieder zum Träumen bringen kann. Hierfür setzt er, wenn er in seinem Turm schlafen geht, ein Kopfteil auf und alle Bewohner Miscaras träumen dieselben Träume wie er. Was zunächst erlösend für die von traumlosen Nächten gequälten Miscarier wirkt, ist gleichzeitig auch eine extreme Form von Kontrolle, eine Anspielung auf die Zensur in der DDR.

 

14 – Das Leben auf Pulaster

Die ausführliche Forschung zu sozialen Strukturen bei den Hreng hat ergeben, dass diese in Gruppen von ca. 200 Individuen zusammenleben, in sogenannten Dörfern. Individuen können sich in den Dörfern dadurch Ansehen verschaffen, dass sie Wächter werden. Die Wächter beschützen die Eier des gesamten Dorfes, bis diese schlüpfen. Das ausgewachsene Hreng hat keine Feinde, aber gleich mehrere Spezies können dem Gelege gefährlich werden. Fast alle Hreng sind zweigeschlechtig, der evolutionäre Grund hierfür ist jedoch noch nicht bekannt. Erwiesen ist allerdings, dass Hreng gezielt ihre Populationsgröße steuern können. Besteht die Gefahr einer Überpopulation, so legen sie einfach unbefruchtete Eier ins Gelege.
Es leben nun schon recht lange Menschen unter den Hreng auf Pulaster, und einige Hreng beginnen, sich den Menschen anzupassen. Doch dadurch verlieren sie ihre eigene Identität und das wird letzten Endes zum Untergang der Hreng führen.

13 – Saturnier auf der Erde

Ein Erkundungstrupp der Saturnier landet auf der Erde, um sie in Vorbereitung auf die Invasion näher zu erkunden. Doch die Erkundung stellt sich als schwierig heraus: Die Saturnier kommen mit der verwirrenden Umgebung nicht klar, weder mit Science-Fiction-Filmen noch mit der menschlichen Ignoranz und deren politischen Auswirkungen. Immerhin sind sie inzwischen überzeigt, dass die Menschheit über eine gewisse Intelligenz verfügt, denn Menschen enttarnen regelmäßig Saturnier, indem sie sie in Diskussionen beschämen oder verängstigen.

 

12 – Dr. Hans Schaudrüberhin

Dieser Hans guckt nicht in die Luft, sondern er blickt auf die Welt herab, aus seinem sprichwörtlichen Elfenbeinturm. Der Wissenschaftler lässt es sich in seinem Turm gut gehen und nimmt von Bossen und Genossen allerlei Aufträge an. Dabei interessiert ihn nicht, was er erfindet, seien es Waffen oder Strategien, sondern nur das Geld. Aus seiner Sicht stinkt Geld nicht, pecunia non olet, doch eines Tages wird der Elfenbeinturm mitsamt Dr. Hans Schaudrüberhin zum Einsturz gebracht werden.

11 – Enzyklopädie-Eintrag: Witz

y-Achse: Lachen – Selbstgefälligkeit – Spannung x-Achse: Exposition – Problemschürzung – Pointe

In der Roboter-Enzyklopädie finden sich nicht nur Begriffe aus dem direkten Roboter-Umfeld, sondern auch banal erscheinende Stichworte rund um die Menschheit in ihrem Verhältnis zu Robotern. Die humorvoll gestaltete Enzyklopädie zeigt unter dem Stichpunkt Witz das Schema dieser einst nur Menschen vorbehaltenen Form der Kommunikation. Doch auch Robotern ist es nach der Entdeckung der 25 fundamentalen Witzschemata möglich, einen Witz zu erzählen. Die Grafik bedient sich bei der altgriechischen Rhetorik und zeigt den Wirkungsmechanismus eines Witzes.

10 – Blackbox

 

Mit Fortschreiten des Zwergenkongresses stellt sich ein essentielles Problem heraus: Die Wissenschaft ist sich nicht einig, wie ein Zwerg definiert werden kann. Sind Zwerge überhaupt eine eigene Spezies? Sind sie mit Menschen verwandt? Gibt es die Möglichkeit einer gültigen und gleichzeitig sinnvollen Definition? Um dies festzustellen wird die Erforschung von Zwergen in einer Blackbox vorgeschlagen. Die Idee der Blackbox nehmen die Wissenschaftler dabei von Kenneth Ewart Boulding, der in „General Systems as a Point of View“ dieses Gedicht veröffentlichte:

A system is a big black box
Of which we can’t unlock the locks,
And all we can find out about
Is what goes in and what comes out.
Perciving input-output pairs,
Related by parameters,
Permits us, sometimes to relate
An input, output and a state.
If this relation’s good and stable
Then to predict we may be able,
But if this fails us – heaven forbid!
We’ll be compelled to force the lid!

9 – Die ganz große Reise

The Greatest Voyage erzählt die Geschichte des reisefreudigen Engländers Tressel, der von einem geheimnisvollen Lord durch seine Sekretärin dazu aufgefordert wird, ihn auf einer mysteriösen Reise zu begleiten. Tressel willigt ein, obwohl er sofort aufbrechen muss und fährt mit seinem Butler und der Sekretärin zum Anwesen des Lords, um ihn persönlich kennenzulernen. Dieser ist verstorben, hat aber eine Mission für Tressel hinterlassen: Er soll innerhalb einer bestimmten Zeit seinen Sarg mit einem Raumschiff auf seinen Heimatplaneten bringen, sonst geschehe ein großes Unglück. Ein genauer Plan für diese Mission ist auch vorhanden – wird aber von Tressel in vielen Punkten nicht befolgt: Er nimmt die Sekretärin und seinen Butler auch mit, landet auf Wunsch der Sekretärin auf dem Mond zwischen und kann so den Zeitplan nicht mehr befolgen. Infolgedessen müssen die Raumschiff-Insassen sich Weltraumwissen aneignen, um den Weg auf den Planeten zu finden und sie verbrauchen deutlich mehr Energie, als vorgesehen. Als sie den Sarg auf dem Planeten ablegen, explodiert er und wirft ihr Raumschiff aus der Bahn. Es beginnt eine von Hoffnungslosigkeit geprägte Rückreise, denn bis zur Erde reichen die Energiereserven nicht aus. Nach einer Zwischenlandung auf dem Mars und der erfolgreichen Herstellung von Wasserstoff als Antriebsmittel, erreichen die drei Reisenden doch noch die Erde und müssen im Landeanflug mit ansehen, wie der erste Weltkrieg wütet.

 

Die Bearbeitung von The Greatest Voyage forderte sicherlich ähnliche Opfer

8 – Futuristischer Boxkampf

In Schachtelwelten dankensplitt, Selbstinwendung, Weltträume sind voneinander unabhängige Kurzgeschichten mit (Roboter-)philosophischem Tiefgang gesammelt. Können Computer träumen? Was geschieht, wenn ein Raumschiff in ein schwarzes Loch fliegt? Gibt es einen Gott, den es kümmert, wenn die Menschheit ausstirbt? Wird in der Zukunft High-Tech ermöglichen, dass Menschen Grenzen überschreiten, die sie nicht überschreiten sollten?

In „Der Tod ist nur ein anderes Spiel“ erleben Leser hautnah einen brutalen Boxkampf, der von High-Tech unterstützt wird, indem die Boxer den vollen Überblick über ihre vitalen Werte haben. Der Boxer Zon weiß also um seine schweren Verwundungen als er, von einem Rausch ergriffen, so lange kämpft, bis sein Körper tot ist. Doch Zon freut sich schon auf die nächste Gelegenheit, einen Menschenkörper erstmals aus einem tiefen Schlaf zu erwecken und als sein Spielzeug zu gebrauchen.