Das Loest-Projekt

Vorbereitung

Bereits vor zwei Jahren begann die Arbeit am Loest-Projekt. Ein Team der Leipziger Buchwissenschaft begann mit der Aufgabe, das Archiv zu digitalisieren und somit für viele Generationen zu konservieren sowie eine inhaltliche Aufarbeitung durchzuführen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, sichteten wir zunächst das Material, verschafften uns einen thematischen Überblick und schätzten den Arbeitsaufwand ein. Der damalige Vorlass von Erich Loest im Umfang von etwa 130 prall gefüllten Ordnern mit Fotos, Manuskripten oder persönlichen Korrespondenzen war bereits aufbereitet und sortiert in der Villa Ida der Medienstiftung Sparkasse aufgenommen worden. Aufgrund des großen Umfangs des Vorlasses und der Zeitbegrenzung für das Projekt trafen wir zunächst eine Vorauswahl von Ordnern für die Bearbeitung. Die Entscheidung fiel unter anderem auf die Kopien der Stasi-Akten über Erich Loest, persönliche Korrespondenzen oder Notizen.

1Quelle: Eigene Bilder//Villa Ida//Loest-Archiv

Digitalisierungsprozess

Nach Auswahl der relevanten Ordner und Dokumente begann der Digitalisierungsprozess. Jedes Dokument wurde eingescannt und abgespeichert sowie zur besseren Auffindbarkeit nummeriert. Im Rahmen des Projektes wurden bisher circa 7.000 Dokumente digitalisiert. Das entspricht einer Scandauer von etwa 800 Stunden. Unter den Digitalisaten befinden sich die Kopien der Stasi-Akten über Loest, persönliche Korrespondenzen, Fotos oder auch die Aufzeichnung eines Skatspiels zwischen Erich Loest, Günter Grass und dessen Frau.

2Quelle: Loest-Archiv Villa Ida // Ord8a_D98-99_99_t

Inhaltliche Aufbereitung

Gemeinsam mit sechs Studentinnen aus einem Bachelor-Seminar der Buchwissenschaft erfolgte die inhaltliche Erarbeitung des Vorlasses. Ihre intensive Auseinandersetzung mit speziellen Themenbereichen rund um den Schriftsteller Erich Loest bildet die Grundlage für die Gestaltung einer Website. Die Studentinnen bearbeiteten beispielsweise Themen wie die Haftzeit des Schriftstellers oder sein Leben nach der Wende. Schriftliche Ausarbeitungen zu diesen und anderen Themen sowie eine Präsentation rundeten ihre Arbeit am Projekt Loest ab. Der Grundstein für die Website war gelegt.

Erstellung der Website

Um einen Einblick in die thematische Bandbreite des Loest-Archivs zu gewähren, wurde diese Website erstellt. Hier sind einzelne Themen bereits aufgearbeitet und lassen erahnen, welche Schätze sich unter den Dokumenten im Archiv befinden. Eine Mischung aus Textelementen, Fotos und Digitalisaten bietet dem Leser einen ersten Eindruck vom Archiv und macht Lust auf mehr. Außerdem befindet sich hier ein Register zu einigen Ordnern, das unter anderem aufzeigt, welche Personen, Institutionen, Orte oder Publikationen in den einzelnen Dokumenten vorkommen.

Das Register

Der letzte, aufwändigste und schließlich schwierigste Schritt im Projekt Loest stellte die Erarbeitung dieses Registers dar. Um eine genaue Auffindbarkeit jedes Dokuments zu gewähren sowie eine Fortführung der Arbeit zu ermöglichen, wurde zunächst ein System zur besseren Dokumentenidentifikation eingeführt.

BSP.:     Ord89c_D140-141_141_t

Dabei wird zunächst die Ordnernummer angegeben. Als nächstes folgt die Dokumentennennung (groß D). Da es sich bei diesem Beispiel um ein Dokument handelt, das aus mehreren Seiten besteht, erfolgt zunächst die Angabe zum kompletten Dokument (D140-141). Für den Leser lässt sich so genau ablesen, wie viele Seiten im Zusammenhang stehen. Schließlich erfolgt die einzelne Dokumentnummer (141). Die letzte Angabe zeigt dem Leser an, ob es sich um einen Text (klein t), ein Bild (klein b) oder eine Kombination aus beidem (klein bt) handelt. Mit Hilfe dieses Systems können Dokumente sowohl unter den Digitalisaten als auch im physischen Bestand schnell gefunden werden.

Inhaltlich wurden für das Register von jedem einzelnen Dokument der Ort, das Datum sowie Sachworte aufgenommen. Institutionen und Personen werden dabei genauso berücksichtigt wie Ereignisse oder Buchtitel. Darüber hinaus erfolgt eine Angabe zur Art des Dokuments. Für das obige Beispiel sind folgende Angaben vorhanden:

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Diese Angaben wurden für jedes Digitalisat erfasst und im darauffolgenden Schritt in Registern zusammengefasst und übersichtlich aufbereitet. In vier Kategorien kann nun recherchiert werden:

–          Ortsregister
–          Personenregister (A-M und N-Z)
–          Publikationsregister
–          Sachwortregister

Die Stichworte wurden im Nachgang korrigiert, vereinheitlicht und miteinander verknüpft, sodass die Recherche mittels weiterführender Verweise Unterstützung findet. Zur besseren Orientierung im Register wurden Verlage (fett) und berichterstattende Medien (Kapitälchen) hervorgehoben, außerdem wurden Werke (kursiv) entsprechend gekennzeichnet. Das Register umfasst bisher über 4.000 Dateien und ist fortführbar.