Kurzbiografie

Ein spannender Lebenslauf!

Am 24. Februar 1926 in Mittweida (Sachsen) geboren, besuchte Erich Loest dort die Oberschule. Während des Zweiten Weltkriegs 1944 stellte er einen erfolgreichen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP und nahm als sogenannter Werwolf an der Endphase des Zweiten Weltkriegs teil. Nach kurzer amerikanischer Kriegsgefangenschaft arbeitete er in der Landwirtschaft und als Hilfsarbeiter in den Leunawerken. 1947 wurde er Mitglied der SED. Im Anschluss an sein nachgeholtes Abitur arbeitete er bis 1950 als Journalist bei der Leipziger Volkszeitung, schrieb als freier Schriftsteller sein erstes Buch „Jungen, die übrig blieben“ und begann ein Studium am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig.

Als Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Leipzig und SED-Mitglied unterstützte Loest anfangs die DDR-Regierung, und seine Werke vertraten die Parteilinie der SED. Nach dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 und der Entstalinisierung 1956 war sein Weltbild jedoch erschüttert. Loest wurde wegen „konterrevolutionärer Gruppenbildung“ im November 1957 verhaftet und anschließend zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Bautzen II verbüßte. Während dieser Zeit war ihm ein striktes Schreibverbot auferlegt.

Nach seiner Haftentlassung 1964 veröffentlichte er in der DDR eine Reihe von Romanen, darunter sehr populäre Kriminalromane und Erzählungen unter dem Pseudonym Hans Walldorf. Als er sich mit anderen Autoren gegen die Zensur in der DDR engagierte – ihm selbst wollte man die Nachauflage seines Romans „Es geht seinen Gang” verwehren – geriet er 1979 erneut in Konflikt mit der Staatsführung und trat aus dem Schriftstellerverband der DDR aus. Loest wurde massiv von der Stasi überwacht und behindert und verließ deshalb 1981 Leipzig. Er wohnte zunächst in Osnabrück, seit 1987 in Bonn-Bad Godesberg.

In der Bundesrepublik wurde Loest 1984 in den Vorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller gewählt, das Fernsehen adaptierte seine Werke und er publizierte zahllose Bücher. 1987 gründete er mit Sohn und Schwiegertochter den Linden-Verlag in Künzelsau, der vorwiegend Loests eigene Werke publizierte. 1989 zog der Verlag nach Leipzig. Nachdem Loest im April 1990 vom Obersten Gericht der DDR rehabilitiert wurde, zog auch er mit einem zweiten Wohnsitz zurück nach Leipzig. Er schrieb über 70 Bücher und Hörspiele, war Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Ehrenbürger von Mittweida und Leipzig sowie Ehrendoktor an den Universitäten Gießen und Chemnitz. Erich Loest starb am 12. September 2013 in Leipzig.