Exkursion nach Halle am 09. Dezember 2011

Wenn sich ein gutes Dutzend Studenten an einem frühen Dezember-Morgen am Leipziger Hauptbahnhof treffen, kann es sich nur um Hardcore-Buchwissenschaftler handeln. Die Leipziger Buchwissenschaft lud zur alljährlichen Exkursion ein – das Ziel diesmal: die Buchstadt Halle, Saale.

Bereits in der Leipziger Hauptbahnhofshalle glänzte Prof. Dr. Siegfried Lokatis mit seinem fächerübergreifendem Fachwissen: „Herzlich willkommen, liebe Studenten, heute geht es nach Halle. Wir sind auch schon in einer Halle angekommen: der Bahnhofshalle.“

Angekommen in Halle (an der Saale) standen die Franckeschen Stiftungen auf Tagesordnungspunkt 1. Im geordneten Gänsemarsch (Zweierreihe, jeder einen Partner an die Hand, an der Ampel warten bis es grün wird, etc.) ging es einmal quer durch die Stadt. In den Franckeschen Stiftungen wurden die Studenten von unserer sehr kompetenten Betreuerin begleitet und durften von der Spitze des Gebäudeturms die Schönheit der Stadt Halle betrachten. Und kaum war der Turm erklommen, strahlte auch schon die Sonne in ihren schönsten Farben.

Die Augen der Studenten funkelten, als sie die sogenannte „Schatzkammer“ der Stiftung betraten. Hier warteten nicht nur ausgestopfte Krokodile und konservierte Föten, sondern auch Schiffe, Puppen, Gesteine und andere exotische und un-alltägliche Dinge der Weltgeschichte.

Das Herz eines jeden Buchwissenschaftlers schlug höher als die Pforten der mittelalterlichen Buchsammlung erstmals für eine Gruppe von Studenten geöffnet wurden. Diese Bibliothek zeichnet sich durch ihre unglaubliche Vielfältigkeit aus. Von Pflanzenbüchern mit seltenen gepressten Blumen über religiöse Texte (aus verschiedenen Regionen und Sprachen) bis hin zu wissenschaftlichen Werken ist hier alles vertreten und sehr gut erhalten.

Von der Franckeschen Stiftung aus ging es weiter in Richtung Innenstadt und es wurde noch besser: Mit offenen Augen wurde der Weihnachtsmarkt mit all seinen Ständen, der Hallenser Dom und die Schönheit der Innenstadt bewundert. Ausgehungert und mit kalten Füßen kam man bei Tagesordnungspunkt 2 an: dem Mitteldeutschen Verlag.

Hier wurden die Studenten mit einem sehr schön gedeckten Tisch und einer geballten Portion Herzlichkeit begrüßt. Während man sich die Bäuche vollschlagen durfte, unterhielten sich der Verlagschef Roman Pliske und Siegfried Lokatis über die lange Geschichte der Beziehung zwischen den Städten Leipzig und Halle. Auch die Geschichte des Mitteldeutschen Verlags wurde den interessiert Lauschenden erzählt und so blieb keine Fragen offen.

Am späten Nachmittag ging es dann für alle Erschöpften und nun Gut-Informierten wieder zurück nach Leipzig.

[Bericht von Anne-Katrin Hutschenreuter und Martin Zeschke; Fotos von Martin Zeschke]