Konferenz der Leipziger Buchwissenschaft: Die Argusaugen der Zensur. Eine Geheimgeschichte der DDR-Literatur

Felix-Klein-Hörsaal im Paulinum der Universität Leipzig, 24.-26.September 2019.

Zu jedem in der DDR erschienenen Buch existieren mehrere Gutachten, die den Zensor über den Inhalt, die gesellschaftliche Bedeutung und die ideologischen Gefahren eines Werkes informieren sollten. Sie waren bis 1989 im Druckgenehmigungsverfahren die Grundlage jeder Zensurentscheidung, ob ein Buch überhaupt erscheinen konnte und wenn ja in welcher Form, verändert oder gekürzt. In den Archiven schlummern weit über 100.000 solcher Zensurgutachten, entstanden in den Verlagen oder im Auftrag der Zensurbehörde, der HV Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur, die wichtigste Quelle zu einer kritischen Geheimgeschichte der DDR-Literatur. Die Konferenz befasst sich mit der Interpretation solcher Gutachten, einer auch 30 Jahre nach der Wende noch unerforschten Textsorte, die ohne Kenntnis der institutionellen Hintergründe, üblichen Sprachregelungen und taktischen Absichten kaum zu verstehen ist. Zudem wurde wissenschaftliche Literatur nach anderen Regeln begutachtet als Lyrik, Romane, Lexika oder Reiseliteratur, und von Verlag zu Verlag herrschten unterschiedliche Gepflogenheiten. Zensurforscher der verschiedenen Disziplinen, Historiker, Literaturwissenschaftler und Buchwissenschaftler analysieren und diskutieren deshalb auf der Konferenz gemeinsam mit Lektoren der berühmten DDR-Verlage über spannende Gutachten und die damit verbundenen Zensurfälle.

Die Konferenz ist öffentlich, doch wir bitten bis 15.09.19 um Voranmeldung an: janine.hollmann@uni-leipzig.de

Flyer Buwi Konferenz FINAL

Tagungsprogramm_detailiert

»Herzlich willkommen im Bibliotop, dem Podcast rund ums Buch.«

Der erste Teil des Satzes klingt so wunderbar vertraut. Aber die zweite Hälfte …

»Ich studiere momentan noch […] einen Studiengang, den ich alleine deshalb ausgewählt habe, weil er einen Fachbereich einschließt, den es an Unis in Deutschland nur vier Mal gibt, nämlich die Buchwissenschaft. Und der Leipziger Buchwissenschaft gehört ein toller Ort an, nämlich das Bibliotop – das Archiv der Buchwissenschaft. Der Name des Podcasts ist quasi eine Hommage an diesen Ort. Das Bibliotop ist im Prinzip eine große Wohnung voller Bücherregale mit Büchern über Bücher. Das geht von Verlagsgeschichten über Briefwechsel, Buchhandelsgeschichte, Typografie, Buchkunst bis hin zu Belletristik. Und ich hatte für einige Zeit die Ehre an diesem verwunschenen Ort zu arbeiten und all die Vielfalt an buchwissenschaftlichen Themen in mich aufzusaugen. Nun ist es aber so, dass ich Leipzig in naher Zukunft verlassen werde. Ich bin aber nicht bereit, das alles so einfach unentdeckt hinter mir zu lassen. Ich möchte mich weiterhin mit den Themen auseinander setzen und so kam mir die Idee das Ganze mit anderen zu teilen und zwar in Form eines Podcasts.«

Die Podcast-Szene ist in den vergangenen Jahren rapide gewachsen, aber eine Serie zu buchwissenschaftlichen Themen gab es bisher nicht. Wie schön, dass diese einzigartige Idee in unserem Bibliotop entstanden ist. Wir danken dir, liebe Katharina, nicht nur für deine engagierte und unermüdliche Arbeit im Bibliotop, sondern wünschen dir viel Erfolg und Spaß mit deinem Podcast und auf deinem weiteren Weg, der dich leider aus Leipzig wegführt!

Den Link zum Podcast gibt es in dem (ebenso lesenswerten) Blog von Katharina.

Frohes Lauschen!
das BuWi-Team