Auf den Spuren der Gründungsgeschichte des Suhrkamp Verlags

„Im Verkehr mit meinen Kollegen habe ich gefunden, dass die großen und echten Verleger von Dichterwerken tatsächlich in ihre Dichter verliebt waren. Mit der Ehrfurcht, der Gewogenheit, der Zartheit, der Begeisterung und der Scheu des Liebhabers und auch mit dem ständigen Bedürfnis nach persönlichem Kontakt.“ 

Peter Suhrkamp, welcher nach der NS-Zeit und seiner KZ-Haft an ein besseres Deutschland glaubte, gründete am 1. Juli 1950 den Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main. Dieser Verlag prägte das geistige Leben des Landes Jahrzehnte lang wie kein anderer. 

Er hatte seine verlegerische Karriere 1932 mit dem Eintritt in den S. Fischer Verlag begonnen. Suhrkamp leitete die Hauszeitschrift „Neue Rundschau“ und übernahm im Jahr 1932 gemeinsam mit Gottfried Bermann Fischer, dem Schwiegersohn des Verlagsgründers, die Leitung. Der Verlag wurde durch die Bücherverbrennung und Buchverbote in der NS-Zeit in seiner Existenz gefährdet, da viele Autoren regimekritische und jüdische Schriftsteller waren. Aus diesem Grund traf Bermann Fischer 1935 ein Abkommen mit dem Propagandaministerium, nach welchem er mit allen verbotenen Werken nach Wien ging.

Nachdem Bermann Fischer 1936 aus dem deutschen Verlag ausgeschieden war, um mit seiner Familie ins Exil zu gehen, übernahm Suhrkamp die alleinige Leitung des Verlags mit jenen Autoren, welche weiterhin in Deutschland publiziert werden durften.

Nachdem Bermann Fischer 1936 aus dem deutschen Verlag ausgeschieden war, um mit seiner Familie ins Exil zu gehen, übernahm Suhrkamp die alleinige Leitung des Verlags mit jenen Autoren, welche weiterhin in Deutschland publiziert werden durften. 1942 wurde er dazu gezwungen den Verlag in „Suhrkamp Verlag vorm. S. Fischer“ umzubenennen, wodurch die Erinnerung an den jüdischen Verlagsgründer getilgt wurde. Im Frühling 1944 wurde Suhrkamp wegen Hoch- und Landesverrat von der Gestapo verhaftet und verbrachte zehn Monate in Haft. Schwer lungenkrank entrann er nur knapp dem Tod.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Peter Suhrkamp der erste deutsche Verleger, welcher von den britischen Militärbehörden am 8. Oktober 1945 die Verlagslizenz bekam und konnte somit den Suhrkamp Verlag weiterführen. Ende 1949 kam es zu Auseinandersetzungen mit den Erben von Samuel Fischer, welche die Rückgabe des Verlags verlangten. Ende April 1950 wurde der Verlag aufgeteilt und der Suhrkamp Verlag gegründet. Bereits im Herbst desselben Jahres erschienen die ersten Bücher im Suhrkamp Verlag und läuteten eine neue Ära deutscher Verlagsgeschichte ein. 

Autorin: Daniela Kühn

Quellen:
Müller, L. (2020) Suhrkamp wird 70:Der Geist und das Geistige online: https://www.sueddeutsche.de/kultur/suhrkamp-verlag-70-jahre-1.4952283. zuletzt abgerufen am 22.11.2020.

Schmiz, R. (2020) Deutschlandfunk Gründung des Suhrkamp Verlags online: https://www.deutschlandfunk.de/vor-70-jahren-gruendung-des-suhrkamp-verlags.871.de.html?dram:article_id=479599. zuletzt abgerufen am 22.11.2020.

Wikipedia. Suhrkamp Verlag online: https://de.wikipedia.org/wiki/Suhrkamp_Verlag#Verlagsgr%C3%Bcndung. zuletzt abgerufen am 22.11.2020.