Reclam-Projekt

Eine einzigartige Bibliothek der Weltliteratur

Konferenz: Reclams Universal-Bibliothek (RUB) im Leipziger Reclam-Verlag 1945–1990

25.–26. Oktober 2012, Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) und Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Karl-Tauchnitz-Straße 1, 04107 Leipzig)

Mehr zur Konferenz >>>hier.

There is also an English version of the program >>>here.

Im Mittelpunkt der Konferenz steht das Programm der Leipziger Universal-Bibliothek – klassische und neue Werke der deutschen und der internationalen Literatur, Philosophie, Kunst- und Kulturgeschichte. Die Konferenz thematisiert nicht nur Spielräume gegenüber der Zensur, sondern auch Strategien, diese zu nutzen. Im Rahmen des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ und des Programms „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen am Fachbereich Buchwissenschaft an der Universität Leipzig dient die Konferenz der Bildung regionaler und überregionaler Kooperationsnetze zwischen Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Alles über die Konferenz >>>hier.

 


„Musik im geteilten Deutschland. Die musikästhetischen Schriften im Leipziger Reclam-Verlag“

In unserer Galerie finden Sie nun die Fotos zum Kolloquium und sehr interessante Informationen über Musik im geteilten Deutschland, den Reclam-Verlag und das Wirken zu dieser Zeit. Hier gehts lang.


Carmen Laux und Ingrid Sonntag (Buchwissenschaft) und Frank Schneider.
Foto: © Klaus Michael

Nach Abschluss der interessanten, gut besuchten Veranstaltung mit vielerlei emphatischem Für und Wider zur Situation der Musikwissenschaft nach 1945, Rock in Ost und West und unvergessenen Titeln aus der Leipziger Reclam-Produktion verabschiedeten sich die Teilnehmer und Gäste des Kolloquiums „Musik im geteilten Deutschland. Die musikästhetischen Schriften im Leipziger Reclam-Verlag“ nicht nur zufrieden sondern auch ein wenig erschlagen von der Lebendigkeit der Verlagsgeschichte als Spiegel von Jahrhundertgeschichte. Im Herbst werden sie einander wieder treffen. Denn dann werden Mitglieder der Sächsischen Akademie der Künste, Mitarbeiter vom Institut für Musikwissenschaft und die Buchwissenschaft im Rahmen der Reclam-Konferenz am 25. und 26. Oktober 2012 im Leipziger Haus des Buches ihre Zusammenarbeit fortsetzen und sich mit Werk und Wirkung des Leipziger Musikwissenschaftlers Eberhardt Klemm befassen.

Aus dem Beitrag von Barbara Fleischhauer, Lektorin für Musikliteratur und liebenswürdige Grand Dame der Leipziger Reclam-Lektoren:

„Vorausschicken möchte ich - gewissermaßen in Klammer gesetzt: Es ist mir eine Auszeichnung, aber schwergefallen, mich auf den heutigen Tag innerlich einzustellen. Ich habe die 30 Jahre, in denen ich Musikbücher im Reclam-Verlag entwickelt habe, fast vollständig und erfolgreich verdrängt. In mir ist eine Mischung aus Wut und Traurigkeit, wenn ich daran denke, dass die mehr als 90 Reclam-Bücher, die ich in dieser Zeit erdacht, betreut, z. T. erkämpft habe, schließlich alle miteinander auf dem Müll gelandet sind – bis auf die wenigen Exemplare, die noch in öffentlichen und privaten Bibliotheken vorhanden sind. Für die Gegenwart sind sie verschollen!
Aber nun zur Sache. Als ich ca. 1960 das Musiklektorat übernahm (neben einigen anderen Lektoraten – damals waren wir noch wenige Mitarbeiter), gab es einen Bestand von mehreren Operntextbüchern, einige wenige Biografien (Tenschert, Mozart, Worbs, Schütz, Tschaikowski, Erinnerungen und Musikkritiken, Kurt Johnen, Allgemeine Musiklehre u.a.).
Und nun begann ich einfach. Glücklicherweise bekam ich bald Verbindung mit Beratern, vor allem Bela Klemm, der mir in ausgesprochen selbstloser Weise gute Wege geweisen hat (dabei durfte sein Name offiziell lange nicht genannte werden, denn er war eine "Unperson"). In 30 Jahren konnte ich 94 Titel entwickeln, von denen ca. 1 ½ Millionen Exemplare verkauft wurden. 90 Titel in 30 Jahren; das sind etwa 3 Bücher im Jahre. War das eine wirklich quantitative Herausforderung? (Fragezeichen!)“
Fotos und viele weitere interessante Fakten gibt es hier im Fotoalbum.

 


„Wiedergefunden“: Ausstellungseröffnung im Haus des Buches

Wer am 8. Mai 2012 zur Ausstellungseröffnung „Wiedergefunden“ im Leipziger Haus des Buches zu spät kam, fand nur noch mit Mühe einen Platz. Anlass waren wiederentdeckte Holzschnitte des Buchgestalters Karl Stratil. Was genau passiert ist, lesen Sie >>>hier<<<

Foto: Cornelia Duhme

 


„Musik im geteilten Deutschland. Die Musikästhetischen Schriften im Leipziger Reclam Verlag“

Das Kolloquium am 15. und 16. Juni 2012 im Mendelssohn-Haus

Leipzig und seine großen Verlage Brockhaus, Reclam, Insel sowie die Musikverlage Breitkopf & Härtel, Friedrich Hofmeister, Edition Peters waren einst ein Begriff. Heute finden sich ihre Überlieferungen oft nur noch in den Archiven, u.a. in dem nach Leipzig zurückgekehrten Reclam-Archiv. Die Leipziger Buchwissenschaftler sind auf prominente Titel des musikwissenschaftlichen Programms des Leipziger Reclam Verlages gestoßen und haben am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig und in der Sächsischen Akademie der Künste engagierte Partner getroffen, mit denen sie gemeinsam den Blick auf die „geheimen“ Geschichten (Idee zum Buch, Hintergründe, Zensur und Intrigen) und auf ihre deutsch-deutsche Wirkungsgeschichte richten.

Den genauen Ablaufplan zum Kolloquium finden Sie >>>hier.

Dabei stellten sich nicht nur neue Fragen an Autoren, Gutachter, Lektoren, Herausgeber und Wissenschaftler. Das Material spornte geradezu zum disziplinübergreifenden Fachgespräch an: über die Ausgangslage für die Musikentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland, im deutsch-deutschen Spannungsfeld und im internationalen Kontext. Besondere Beachtung wird der Biografien-Reihe des Reclam-Verlages zuteil und einigen exemplarischen Titeln wie André-Ernest-Modeste Grétrys „Memoiren oder Essays über die Musik“, Hans Günter Ottenbergs reich mit Notenbeispielen und Bildern illustrierte Monografie über Carl Philipp Emanuel Bach, den beiden Schostakowitsch-Biografien und Peter Wickes Kult-Buch „Rockmusik. Zur Ästhetik und Soziologie eines Massenmediums“.

Das Projekt „Verlagsarchive Leipziger Traditionsverlage: Reclam“ der Buchwissenschaften der Universität Leipzig ist Teil eines vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Pilotprojekts zur Förderung geisteswissenschaftlicher Disziplinen.

 


News-Archiv

Zum News-Archiv des Projekts gelangen Sie unter diesem Link.