Forschungsprofil

Reclam-Archiv

Mit der Bewilligung des Projektantrages “Leipziger Verlagsarchive als Erinnerungsspeicher und Labor. Das Reclam-Archiv“ seitens der Sächsischen Akademie der Wissenschaft im September 2009, vertieft die Buchwissenschaft Leipzig ihren verlagshistorischen Forschungsschwerpunkt. Unter der Projektbetreuung von Frau Ingrid Sonntag wird das Reclamarchiv in der Hainstraße erforscht und digitalisiert. Nach der Bereitstellung der Archivakten vom Reclam-Verlag aus Ditzingen konnte unser Verlagsarchiv am 12. Januar 2009 der Öffentlichkeit der Buchstadt Leipzig vorgestellt werden. Der Erforschung der Reclam-Geschichte dienen inzwischen bereits ein halbes Dutzend Magister- und zwei Bachelorarbeiten.

Projektpräsentation

Projektbericht

Reclam-Projekt

 


Lehmstedt-Bibliothek

Die feierlichen Übergabe der Lehmstedt-Bibliothek an die Leipziger Buchwissenschaft fand am 3. November 2010 im Archiv des Instituts für Buchwissenschaft statt. Der Verleger und Verlagshistoriker Mark Lehmstedt übergab damit eine der größten deutschen Privatbibliotheken zum Thema Buchgeschichte an die Leipziger Buchwissenschaft. Die Sammlung von fast 1000 Bänden umfasst zahlreiche Monographien zur Geschichte von Verlagen, Buchhandlungen und Buchdruckereien, viele Werke zur Bibliotheks- und Lesergeschichte, zur Geschichte der Buchillustration und der Zensur sowie Untersuchungen zu aktuellen buchökonomischen Fragen. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Bestand des Instituts entsteht dadurch eine umfassende buchwissenschaftliche Bibliothek, die die Studenten und Mitarbeiter der Universität Leipzig bei ihren Forschungen unterstützen wird. Die Übergabe der Lehmstedt-Bibliothek wird durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Leipziger Arbeitskreises zur Geschichte des Buchwesens ermöglicht.

>>> Die feierliche Übergabe am 03. November 2010

 


„Was von der Buchstadt übrig blieb“

Die Buchwissenschaft ist im vergangenen Jahr zunehmend in die Rolle eines Traditionsverwalters der mehr als bedrohten Buchstadt gerückt. Besondere Anerkennung erfuhr unser Absolvent der Buchwissenschaft Mario Gäbler für seine Magisterarbeit „Was von der Buchstadt übrig blieb“. Auf der Buchmesse 2009 wurde er mit dem Prof. Dietrich Kerlen gewidmeten Preis der Medienstiftung ausgezeichnet. Ferner machte sich Dr. Thomas Keiderling nach der Schließung des Verlages des Brockhaus-Verlages um die Rettung des Brockhaus-Archivs sehr verdient, von dem sich deshalb wichtige Teile in unserem Archiv in der Hainstraße befinden. Ein weiteres Teilprojekt dieses Forschungsstranges war die Konferenz „Wer rettet die Bücher?“, die im Dezember 2009 stattfand und nach Perspektiven für die einst wohl gehütete DDR-Literatur fragte.

Projektbericht zur Tagung „Wer rettet die Bücher“

Veranstaltungsreihe "Abwicklung des Leselandes" von Professor Dr. Lokatis

 


Der Morgen

 

Der Buchwissenschaft glückte es, eine weitere Grundlage für die Aufarbeitung der Verlagsgeschichten der DDR zu schaffen: Seit Mai 2009 befindet sich das Archiv des Buchverlags Der Morgen in Leipzig. Die Sammlung beinhaltet fast alle 800 publizierten Bücher, außerdem Briefwechsel, Gutachten, Druckvorlagen und zahlreiche Fotos. Diese Materialen erlauben weitreichende Einblicke in die Genese des Verlags.>>>mehr

 


Inselverlag - Kiepenheuer&Witsch

Die Buchwissenschaft Leipzig kümmerte sich des weiteren um den demnächst geschlossenen Inselverlag und um Kiepenheuer. In Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek, dem Sächsischen Staatsarchiv und dem Aufbau-Verlag widmeten wir dem Kiepenheuer&Witsch-Verlag im Museum für Druckkunst die Ausstellung „100 Jahre Kiepenheuer-Verlage - Verlagsgeschichten im deutsch deutschen Spannungsfeld", die zur Leipziger Buchmesse 2010 eröffnet wurde. Auf breite Resonanz stießen bereits unser mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt in Bitterfeld-Wolfen (23./24.4.2008)durchgeführtes Symposium „50 Jahre Bitterfelder Weg“ oder unsere Bücherretter-Veranstaltung am 11.Dezember 2009 im Leipziger Literaturhaus.

 


Symposium: 50 Jahre Bitterfelder Konferenz

 

Die Leipziger Buchwissenschaft war Mitorganisatorin des kulturhistorischen Symposiums "50 Jahre Bitterfelder Weg", das am 23. und 24. April in Bitterfeld-Wolfen stattfand. Beiträge renommierter Wissenschaftler und Zeitzeugen, Filmvorführungen, Lesungen und eine Ausstellung widmen sich der ganzen Bandbreite der Bitter. >>>mehr

 


Eine eigener Raum für Brockhaus

Nach der Schließung der Leipziger Brockhaus-Dependance hat das Archiv der ehemaligen Redaktion einen neuen Platz gefunden: Seit Mitte 2009 befindet es sich in den Räumen des Archivs der Leipziger Buchwissenschaft.Um die Brockhaus-Materialien zu retten, half die Buchwissenschaft, die Bestände zu sichern. Sie richtete in ihrem Archiv in der Hainstraße ein „Brockhaus-Zimmer“ ein. Dabei ermöglichte der direkte Kontakt zwischen Mitarbeitern der Buchwissenschaft und Redakteuren des Brockhaus-Verlags die Inventarisierung. Nachdem eine Bertelsmann-Tochter die Marke Brockhaus Ende 2008 kaufte, wurde die Leipziger Redaktion geschlossen. Der Buchwissenschaft und allen anderen Beteiligten liegt viel am Andenken an den traditionsreichen Brockhaus-Verlag, der seinen Standort rund 200 Jahre in Leipzig hatte.

 


Konferenz zum Thema "Der Heimliche Leser in der DDR"

 

Die Leipziger Buchwissenschaft veranstaltete im September 2007 im Leipziger Haus des Buches eine dreitägige Konferenz zum Thema Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur in der DDR. Gerade das Verbot über die Einfuhr und Weitergabe nonkonformer Literatur auf dem Gebiet der damaligen DDR verleibten der Lektüre derselbigen einen besonderen Reiz. Den Ostdeutschen blieb also nichts anderes übrig, als sich die Bücher sowohl heimlich zu beschaffen als auch heimlich zu lesen. Die Konferenz zum Phänomen des heimlichen Lesens eröffnete ein neues Forschungsfeld der Leipziger Buchwissenschaft.

Projektbericht

Tagungsband der Konferenz