Preisträger

Bisherige Preisträger

2010 Merle Schierenberg: "Von rücksichtsloser Dominanz zu verantwortungsbewusstem Miteinander? Zur Rolle britisch-multinationaler Verlage in der Entwicklung der Buchmärkte des anglophonen Afrika"

Aus der Begründung der Jury: "In ihrer Untersuchung zeichnet Schierenberg ein rundes, reich belehrendes Bild der bedeutendsten Buchmärkte des afrikanischen Kontinents der 1960er Jahre bis heute. Ihren Nachforschungen zufolge tragen die britischen Verlagshäuser in vielen der beobachteten Länder durchaus zur Grundversorgung mit Büchern bei. Die nach wie vor dominante Präsenz solch multinationaler Konzerne wie Oxford University Press, Heinemann, Macmillan, Longman usw. zeigt jedoch auch entwicklungshemmende Auswirkungen: Sie trägt Anteil daran, dass unabhängige Verlage in vielen Buchmärkten Afrikas nur langsam gedeihen. Auf der Basis ihrer Studie weist die Preisträgerin den Regierungen der untersuchten Staaten konkrete Aufgaben zu: Sie sollten ‚zukünftig deutliches Engagement zeigen in der Schaffung von adäquaten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für eine Verlagsindustrie, um zumindest ein Nebeneinander von einheimischen und britisch-multinationalen Verlagen zu ermöglichen.’

Die Arbeit entstand am Institut für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wurde von Prof. Dr. Ernst Fischer betreut.

Ein kurzes schriftliches Interview mit der Preisträgerin finden Sie >>> hier.

 

2009 Mario Gäbler: "Die Buchstadt Leipzig - und was von ihr übrig blieb"

Aus der Begründung der Jury:

Die vorliegende Arbeit behandelt ein für das Selbstverständnis der Buchstadt zentrales, schwieriges Thema grundlegend, gründlich, in der Konzeption originell und in der Darstellung virtuos. Obwohl die Sorge um den Buchplatz Leipzig den Ausgangspunkt bildet und das dominante Motiv bleibt, gelingt dem Autor eine distanzierte, nüchterne Analyse. Es erweist sich, dass sich zwar das Schicksal bestimmter Verlage wie Brockhaus, Insel, Kiepenheuer und Reclam großer öffentlicher Aufmerksamkeit erfreute und wie dieses öffentliche Interesse durchaus zu einem relevanten Faktor werden konnte, der die Treuhand bei ihren Privatisierungsmaßnahmen zu einer vorsichtigeren Haltung zwang. Andere Abwicklungsgeschichten erfolgten hingegen praktisch schutzlos bisher im Schatten der öffentlichen Wahrnehmung. 1989 schwankte die Zahl der Leipziger Verlage je nach Quelle zwischen 32 und 38. Das Schicksal dieser Firmen wird in Einzelfallanalysen behandelt, wobei die Verlage nach Sparten wie beispielsweise Musik-, Wissenschafts-, Belletristik- oder Sachbuchverlage geordnet erscheinen. Abgerundet wird die Arbeit sowohl durch einen Ausblick auf die seit 1989 erfolgten Neugründungen, als auch auf die Entwicklung jener Institutionen (Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Deutsche Nationalbibliothek, Werkstätten und Museum für Druckkunst, Hochschule für Graphik und Buchkunst, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, Gutenberg(berufs)schule, Messe und „Leipzig liest", Offizin Andersen-Nexö, Sächsisches Staatsarchiv, Zentrum für Bucherhaltung usw.), die nach dem Ende als Verlagsstadt den Charakter Leipzigs als Buchstadt bei angemessener politischer Unterstützung auch weiterhin prägen könnten.

Das Buch "Was von der Buchstadt übrig blieb" erschien 2010 im Plöttner Verlag (www.ploettner-verlag.de).

Interview mit dem Preisträger



2008 Katharina Eberenz "Lesen mit Händen und Ohren. Punktschriftbücher und Hörbücher für Blinde und Sehbehinderte"

Aus der Begründung der Jury:
"Katharina Eberenz' Magisterarbeit beschreibt und analysiert auf der Basis eines umfangreichen und intensiven Quellenstudiums und selbst erhobener statistischer Daten das ganze Feld der aktuellen Literaturversorgung für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland. Dabei berücksichtigt sie die besondere Bedeutung von Blindenbüchereien und -bibliotheken ebenso wie die neue informations- und medientechnologische Entwicklung. Ausführlich stellt sie mit dem digitalen Hörbuchstandard DAISY (Digital Acessible Information System) die realistische Zukunftsperspektive für den Literaturgebrauch von Blinden und Sehbehinderten vor, ein System, das Vorteile der Punktschriftliteratur mit gezielten Nachschlagemöglichkeiten und effektiver Platzökonomie kombiniert. Wichtig erscheint Eberenz' Erkenntis, daß trotz dieser Fortschritte bei blinden und sehbehinderten Menschen Bedürfnisse bleiben: etwa ein größeres Angebot an E-Books zum Download oder an aktueller Sachliteratur. Katharina Eberenz hat mit ihrer buchwissenschaftlichen Studie "Pionierarbeit" geleistet."

Die Arbeit entstand am Institut für Buchwissenschaft der Universität Mainz, Erstbetreuer ist Prof. Dr. Ernst Fischer


2007 Christoph Buller „Allgemeines Licht, allgemeiner Gebrauch. Der Aufklärer Carl Christoffer Gjörwell und sein Projekt einer schwedischen Enzyklopädie (1777-1787)"

Nach Einschätzung der Jury zeichnet die inhaltlich, methodisch und sprachlich herausragende Magisterarbeit ein neues Bild einer spezifisch schwedischen Aufklärung. Die Arbeit entstand am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin, Erstbetreuerin ist PD Dr. Ina Ulrike Paul.


2006 Wendy Kerstan "Der Einfluß von Literaturkritik in Deutschland auf den Absatz von Publikumsbüchern"

Aus der Begründung der Jury:

Nach Einschätzung der Jury liefert diese Studienabschlußarbeit einen herausragenden Beitrag zur Erforschung der Auswirkung literarischer Kritik in den Massenmedien auf den ökonomischen Erfolg belletristischer Bücher. Die Arbeit entstand am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, Erstbetreuer ist Dr. Erdmann Weyrauch.
Das Buch erschien 2006 im Verlag LiteraturWissenschaft.de (TransMIT)


2005 Claudia Halbmeier - "Der Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (westliche Besatzungszonen und BRD). Konstituierung, Organisationsstrukturen und Haupttätigkeitsfelder in den 1950er- und 1960er-Jahren"

 

Aus der Begründung der Jury:

Die Preisträgerin Claudia Halbmeier aus Erlangen legte mit ihrer Magisterarbeit eine erste profunde wissenschaftliche Analyse zu diesem Thema vor. Halbmeier wertete in ihrer Pilotstudie zur Börsenvereinsgeschichte der frühen Bundesrepublik viele bislang unveröffentlichte Primärquellen aus dem Frankfurter Börsenvereinsarchiv aus. Die Arbeit entstand am Studiengang für Buchwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg, Erstbetreuerin ist Frau Prof. Dr. Ursula Rautenberg.

Die Arbeit erschien online in der Reihe der Erlanger Buchwissenschaft "Alles Buch" Bd. XVI