4 – Bücherfeinde

s_220-kopie

Welche Pflege Bücher verdient hätten

Es ist eine Schande, dass so viele ausgesprochene Feinde am Werk sind, Literatur zu vernichten, und dass sie ihr Werk so oft zu einem traurigen Ende bringen können. Wenn man es recht besieht, ist der Besitz alter Bücher eine heilige Verpflichtung, und ein gewissenhafter Eigentümer oder Wächter wird sie ebenso wenig vernachlässigen wie Eltern ihre Kinder. Ein altes Buch ist, ungeachtet seines Themas oder seiner inneren Werte, ein Stück nationaler Geschichte. Wir können es vielleicht imitieren und als Faksimile drucken, aber wir können es nie exakt reproduzieren. Als historisches Dokument muss es sorgfältig konserviert werden.

s_221-kopie

Das Vergnügen, das sie bereiten

Den Menschen beneide ich nicht, dem jedes Feingefühl fehlt, der das Andenken seiner Vorfahren nicht ehrt und dessen Blut nur in Wallung gerät, wenn er über Pferde oder den Hopfenpreis sprechen kann. Einem solchen Menschen bedeutet Einsamkeit Langeweile, und er wird die Gesellschaft jedes Dahergelaufenen der eigenen vorziehen. Was solche Menschen an stillem Genuss und geistiger Erholung versäumen! Selbst ein Millionär lindert seine Leiden, verlängert sein Leben und vermehrt sein tägliches Vergnügen um hundert Prozent, wenn er Bücherliebhaber wird. Denn was bedeutet es gerade für einen Geschäftsmann, der im täglichen Lebenskampf mit all seinen Verwerfungen und Ängsten steht, einen Sinn für Bücher zu haben! Was für eine gesegnete Zeit vergnüglicher Erholung bricht für ihn an, wenn er sein Heiligtum betritt, in dem jeder Aufsatz ihn willkommen heißt und jedes Buch ein persönlicher Freund ist!

s_137-kopie

Aus: Blades, William, 2012. Die Bücherfeinde. Über feuer und Wasser, Gas und Hitze, Staub und Vernachlässigung, Ignoranz und Engstirnigkeit. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.