23 – Dennoch Schauen

P1010128Künstlerin: Prof. Sabine Golde
Wohnort: Leipzig
Beruf: Professorin für Buchkunst
Autor: Ágnes Nemes Nagy

 

 

 

 

 

 

Schrift hat Bildwirkung, Schrift begeistert, Schrift hat etwas Sinnliches. Diese Wechselbeziehung und die damit verbundene Typographie spielt eine große Rolle im Leben von Sabine Golde, Professorin für Buchkunst an der Burg Giebichenstein und Mitbegründerin der Künstlerpresse CARIVARI. Um die Vielfalt ihrer Insel-Werke in Papier, Text und Bild und Einband zu wahren, nutzte Julia Vermes die Gelegenheit Sabine Golde für ihr Projekt begeistern. Durch die langjährige Bekanntschaft wusste sie von Goldes Begeisterung für Typographie. Besonders das Stempeln hat für sie eine meditative Wirkung, wobei die Natur einen großen Einfluss auf ihre gestalterische Tätigkeit nimmt.

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Das Gedicht „Dennoch schauen“ gefiel ihr auf Anhieb besonders gut und zieht sich durch ihr Werk. Große Stücke setzt sie auf die ungarische Autorin Ágnes Nemes Nagy, zu der sie als ehemalige DDR Bürgerin eine gewisse Verbundenheit hat. Ungarn als westlichstes Reiseland wurde immer als Tür zur Freiheit angesehen. Bereits das geschwärzte Cover spiegelt ihre enge Verbindung zur Schrift wieder, was durch rote, aus Samt gestanzte Buchstaben geziert wird. Die Textpassagen und fettgedruckte grauen Buchstaben wurden mit Schablonen angefertigt, die u.a. in der Vergangenheit zur Gestaltung von Plakaten verwendet wurden.

Für Prof. Golde ist ein Buch – Kunst durch „Geschichten erzählen in optisch und haptisch besonderer Form“. Künstlerbücher sind intime Räume aus Wort und Bild, Form und Farbe, Klang und Stille.

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