14 – Briefe an einen jungen Dichter

P1020001Künstlerin: Claire-Lise Dovat
Wohnort: Binningen, Schweiz
Geburtsjahr: 1956
Beruf: Bibliothekarin,Schattenspielerin
Lieblingsautoren: Laurens, Kundera, Bobin, Perec
Autor: Rainer Maria Rilke

 

 

 

 

 

Durch die Freundschaft zur Künstlerbücher-Sammlerin Julia Vermes kam es dazu, dass Frau Dovat sich entschied, ein Insel-Büchlein zu gestalten. Frau Vermes hat das Projekt “100 Jahre Insel-Bücherei” initiiert. Als sie gerade eine befreundete Künstlerin besuchte und vom Projekt berichtete, war auch Frau Dovat anwesend und entschloss sich spontan, bei dem Projekt mitzuwirken. Frau Dovat interessiert sich sehr für die Verbindung Mail – Art – Insel-Büchlein und somit war das Buch “Briefe an einen jungen Dichter” von Rainer Maria Rilke prädestiniert für ihr Werk. Aus den Seiten des Büchleins formte sie Briefumschläge, welche alle an Rilke adressiert sind. Die Briefmarke auf dem Umschlag ist jeweils mit der Abbildung eines Dichters oder eines Schriftstellers versehen. In jedem Umschlag ist ein Gedicht oder ein kurzer Prosa-Textes des Dichters enthalten, der auf der Briefmarke abgebildet ist. “Die Rilke-zeitgenössischen Dichter/Schriftsteller, die auf der Briefmarke abgebildet sind, schreiben an Rilke. Sie hätten (oder haben) ihn gekannt. Die Dichter/Schriftsteller, die vor Rilke gestorben sind, haben einen Brief an einen jungen Dichter – einen allgemeinen Brief an einen Dichter geschrieben (z.B. Shakespeare). Die Dichter/Schriftsteller, die nach dem Tod von Rilke gelebt haben, schreiben einen „posthum“ Brief an Rilke (z.B. Georges Perec).

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Die Briefumschläge sind geklebt und sollen nicht geöffnet werden. Zusätzlich hat Frau Dovat einen Brieföffner im Buch integriert, den sie selbst geschnitzt hat. Auf einem der Briefumschläge ist auf der Briefmarke der Schriftsteller und Dichter Charles-Ferdinand Ramuz abgebildet. Er gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller, Lyriker, Essayisten und Nationaldichter Schweizer Literatur in französischer Sprache. Die Idee dahinter: C.-F. Ramuz schreibt einen Brief an die Pariser Adresse Rilkes, im Umschlag befindet sich ein französischer Text. Für den Buchumschlag hat Frau Dovat alte, gewöhnliche 5-Schweizer-Rappen Briefmarken gewählt. Diese hat sie auch verfremdet, sie sind diagonal geschnitten, anders wieder zusammen geklebt und alle gestempelt. Der Buchumschlag sollte den gleichen Stil wie die Insel – Buchumschläge haben.

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Wie lange Frau Dovat insgesamt an dem Buch gearbeitet hat, kann sie nicht genau sagen. Nur um einen Brieföffner zu schnitzen, braucht es mindestens 2 Stunden. Das Kleben der Briefmarken ist eine heikle Sache, zwischen den „Etappen” Buchumschlag/Briefumschläge innen/Adressen, etc. lässt sie das Papier/die Pappe trocknen. An Materialien wurden Briefmarken, Papier, Kleister/Leim, Eisengallustinte, Acrylfarbe und Holz verwendet. Neben diesem Rilke Buch hat Frau Dovat noch einige weitere Insel-Büchlein nach gleicher Idee gestaltet (z.B. IB Nr. 1153, Weihnachtsbriefe an die Mutter).