KEeKSKindliche Entwicklung emotioneler Kompetenzen und Sprache

Beschreibung:

Im Projekt KEeKs interessieren wir uns für die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung emotionaler und sprachlicher Kompetenzen im Kindesalter.

Empirische Studien liefern erste Belege dafür, dass Kinder mit gut entwickelten sprachlichen Kompetenzen ihren Emotionsausdruck sowie impulsives Verhalten vergleichsweise effizient regulieren können und seltener unter Verhaltensproblemen leiden. Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, wie diese Zusammenhänge zustande kommen. Ein Erklärungsansatz besteht darin, dass gut entwickelte sprachliche Fähigkeiten es Kindern erleichtern, Interaktionen mit ihren Eltern und Erziehern zum Thema Emotionen nachzuvollziehen und ihr Wissen über Emotionen und Emotionsregulationsstrategien begrifflich besser verankern und abrufen zu können. Zudem fällt es Kindern mit gut entwickelten Sprachfähigkeiten möglicherweise leichter, ihre Bedürfnisse und Gefühle zu kommunizieren und so Probleme erfolgreich zu lösen.

In einer derzeit laufenden Studie konzentrieren wir uns auf die Frage, ob die Entwicklung emotionsspezifischer Sprachfähigkeiten (Breite und Tiefe des Emotionswortschatzes) bei Kindern im Alter von 4 bis 9 Jahren die Entwicklung weiterer emotionaler Kompetenzen wie Emotionserkennung und Wissen über Emotionsregulationsstrategien unterstützt. Ausgehend von theoretischen Ansätzen zur hierarchischen Struktur von Emotionen und deren Entwicklung wurden in einem mehrstufigen Verfahren 20 Vignetten in Form kurzer Geschichten und Zeichnungen von Kindern in emotionsauslösenden Situationen entwickelt. Die Aufgabe besteht darin, das Gefühl zu benennen, welches die Protagonisten in der Vignette jeweils erleben könnten. Orientiert an neueren Forschungsansätzen zur lexikalischen Entwicklung werden die Daten mittels multidimensionaler Skalierung ausgewertet, um Aussagen über den Entwicklungsstand des Emotionswortschatzes und zu Zusammenhängen mit der allgemeinen Sprachentwicklung einerseits sowie emotionalen Kompetenzen andererseits zu treffen.

Die Ergebnisse des Projekts werden wertvolle Hinweise zur Unterstützung der sozioemotionalen Entwicklung und damit zur Vorbeugung von Verhaltensproblemen liefern.

Mitarbeiter(Innen) im Projekt:

Dr. Berit Streubel
Dr. Catherine Gunzenhauser
Prof. Dr. Gerlind Große
Professor Dr. Henrik Saalbach

Martina Greiner, cand. paed.

Charlotte Pfaff, cand. paed.

B.A. Frederike Svensson

B.A. Jenny Tippmann

 

Description:
In a series of empirical studies, the KEeKS projekt aims to investigate the relationships between language development and emotional competences in children. Previous research support the assumption, that children with high levels of language competence are better able to regulate emotional expressions and impulsive behavior and seem to be less prone to behavioral problems. So far, research on the mechanisms behind these relationships is limited. It seems plausible that advanced language competences might facilitate children’s understanding of parents’ and teachers’ emotion coaching as well as children’s own cognitive representation of emotions and emotion regulation strategies. Moreover, children with well-developed language competences might have it easier to communicate their needs and feelings and thus might be able to solve problems more efficiently.

 

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